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Leserbrief von Hans Biederer aus Pfatter zur Podiumsdiskussion „Flutpolder“ am 17. Juli in der Fraunhofer Stadthalle in Straubing.

Wo sind die Perlen im Landkreis von Christian Bernreiter?

Schon der eingangs gezeigte Film war einseitig und bezeichnend dafür, wo die Podiumsdiskussion zum Thema „Flutpolder“ statt fand: In Niederbayern. Da wurde den Oberpfälzern zum x-ten Mal die Bilder des überschwemmten Fischerdorf vor Augen gehalten - und sollten für ein schlechtes Gewissen und Betroffenheit sorgen.

Dieses Ereignis - so furchtbar es war - hat nachweislich nichts mit den geplanten Flutpoldern im östlichen Landkreis Regensburg zu tun. Die uralten Dämme im Landkreis Deggendorf wurden nicht überflutet, sondern sie brachen aufgrund von jahrzehntelangen Nachlässigkeiten der vor Ort verantwortlichen Politiker. Das ist eine Tatsache. Als bei uns am 28. März 1988 der Damm bei einem Hochwasser brach, machten wir uns daran, den erforderlichen Hochwasserschutz (HQ 100 plus Freibord) zu errichten. Herr Landrat Bernreiter - dieser Hochwasserschutz fehlt bei Ihnen bis heute. Nun polarisieren Sie die niederbayerische Bevölkerung mit der Behauptung, dass nur die beiden Flutpolder Eltheim und Wörthhof im Landkreis Regensburg Ihnen den erforderlichen Schutz bieten und instrumentalisieren ihre politischen Freunde in der Landeshauptstadt.

Fakt ist, dass sowohl Professor Dr. Peter Rutschmann (beauftragt durch die Staatsregierung) als auch Professor Univ.-Prof. Dr.-Ing. Andreas Malcherek (beauftragt durch das Landratsamt Regensburg) in ihren beiden Gutachten errechnet haben, dass bei einer Flutung (und auch nur eines isarbetonten Hochwassers) der beiden Polder und nur im allergünstigsten Fall (wenn man die Polder genau dann öffnet, wenn die Hochwasserscheitelwelle ankommt) höchstens sechs Zentimeter (Prof. Rutschmann) oder zehn Zentimeter (Prof. Malcherek) Wasserstandsrückgang in Deggendorf erreicht. In Passau ist die Wirkung gleich NULL. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache und Feststellung.

Andererseits würden bei einer Flutung der beiden Polder Eltheim und Wörthhof bester Ackerboden und einzigartige Natur unwiederbringlich zerstört werden. Nach dem Ausbau der Donau im östlichen Landkreis Regensburg, bei dem die Dämme verspundet und die beiden Staustufen Geisling und Straubing errichtet wurden, stieg das Grundwasser extrem an. Viele haben deshalb regelmäßig das Grundwasser in ihren Kellern. Die „Experten“ der Wasserwirtschaft hatten uns im Vorfeld ganz andere Berechnungen präsentiert.

Wir alle konnten in Straubing hören, wie vehement man in Passau die Regensburger Polder einfordert. Sie, Herr Landrat, sprechen von einer Perlenkette entlang der Donau (gemeint ist hier die Aneinanderreihung von Flutpoldern). Herr Landrat, ich habe Sie bereits bei der Podiumsdiskussion gefragt: Wo bitte sind die Flutpolder zwischen Deggendorf und Passau? Wo sind diese Perlen, die gerade Passau schützen sollen? Diese Frage haben sie schon in Straubing nicht beantwortet.

Stattdessen standen Sie, selbstgefällig lächelnd, auf dem Podium und verbreiteten folgende Lüge: „Mir ist gesagt worden (von wem?), dass uns die Polder 40 Zentimeter Wasserrückgang bringen“ und „Euer Donauausbau hat uns nur geschadet“. Herr Bernreiter, mir scheint, diese Art des Wahlkampfes haben Sie von einem Staatsmann gegenüber des großen Teiches gelernt. Dieser verbreitet auch „Fake News“. In unserem Land nennt man das ganz einfach: Lügen. Machen Sie endlich Ihre Hausaufgaben und sorgen für den erforderlichen Hochwasserschutz in Ihrem Landkreis. Sie stehen in der Verantwortung und nicht wir in der Oberpfalz. Genau das haben auch die beiden Professoren bestätigt. Herr Bernreiter – tun Sie endlich was und schieben Sie nicht die Schuld auf andere.

 

Hans Biederer

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