Die Auseinandersetzungen um den bei der Bundesregierung zu bildenden "Klimarat" zeigen in aller bizarrer Deutlichkeit die grundverschiedenen Positionen innerhalb der Wirtschaftswissenschaften über die  Maßnahmen zur wirkungsvollen Eindämmung der Folgen klimaschädlichen Wirtschaftens, vgl.z.B.https://www.spiegel.de/wissenschaft/klimarat-der-bundesregierung-streit-um-mitglied-claudia-kemfert-a-cae91449-e3b4-46ee-a612-065b8bbb2f9e?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph Eine Seite - verteten durch die Ökonomie-Professorin Claudia Kemfert - will mit ihrem Lösungsansatz durch angemessen gesetzte Energiesteuern die Flut fossiler Energienutzung rasch stoppen.Die andere Seite bild die Phalanx der herrschenden Zunft orthodox ausgerichteter neoliberaler Ökonomen, mit ihrer "Marktgläubigkeit" und ihrem Glauben an die "Zertifikatelösung". Es wird für die letztgenannte Seite früher oder später unausweichlich sein, in dieser Angelegenheit die reine Marktlehre, d.h. ihre Tauschwissenschaft, beiseite zu legen und die grundlegenden bio-physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Thermodynamik und ihrer Gültigkeit für jeglich Art des Wirtschaften anzuerkennen.Sie sollte sich also schnellstmöglich lossagen von ihrer  wissenschaftlichen Vorstellung von Wirtschaft, das auf dem mechanischen Weltbild des 18. Jahrhunderts beruht - und einem Modell, das Wirtschaft als einen Geld-Güter-Kreislauf begreift, in der Gestalt eines- physikalisch unmöglichen - perpetuum mobile. Stattdessen sollte sie das zeitgemäße, wissenschaftliche pysikalische Weltbid von Wirtschaft als einen "entropischen Transformationsprozess" ihren wissenschaftlichen Überlegunge, Folgerungen und politischen Beratungsakitvitäten zugrunde legen - und sich den Empfehlungen ihrer Fachkollegin Kemfert anschließen!  

Jaques Grinevald, ein französischer Öko-Philosoph beschrieb esin Anlehnung an den amerikanischen Ökonomen N. Georgescu-Roegen so:
.. die ökonomische Theorie, speziell die neoklassische Denkschule, hat sich  fälschlicher weise in eine fixe Idee verrannt, in das  Konzept der Zirkularität und der Abgeschlossenheit der Wirtschaft in der Form des Wirtschaftskreislaufs. Diese Idee ist eine Manifestation des mechanischen Weltbildes, das die Ökonomen als Anleihe von der dominierenden Wissenschaftsphilosophie ihrer Zeit genommen haben; während einer Epoche, als das mechanische Weltbild von den revolutionären Gedanken der Thermodynamik (Wärmelehre) abgelöst wurde.
 Der wirtschaftliche Prozeß kann nicht länger als ein vollständig zirkuläres und in sich selbst nachhaltig regulierendes System verstanden werden.
Die Wirtschaft muß deshalb als ein offenes System betrachtet werden, das über materielle und energetische Austauschprozesse mit seiner Umgebung verbunden ist und interagiert. In dieser Hinsicht entspricht die Wirtschaft als “Maschine” eher einer Kraft -Wärmemaschine als einem mechanischen Uhrwerk.Diese bioökonomische Erscheinung wird gesteuert vom Entropiegesetz und deren“time- arrow”, deshalb ist es sinnvoll Ökonomie, Ökologie und Entropie gemeinsam zu betrachten. Die wissenschaftliche Revolution, die uns zwingt alle diese wissenschaftlichen Disziplinen zu berücksichtigen, könnte man als  ”Carnot´sche Revolution” bezeichnen, da das Entropiegesetz als das Naturgesetz aufgefaßt wird, das am meisten von allen Naturgesetzen dem ökonomischen ähnelt und dem Werk des französichen Militäringenieurs Sadi Carnot (1796-1832) entstammt.”

Wie hatte schon vor vielen Jahren der geschätzte Ökonom Guy Kirsch in seiner hintersinnigen Art festgestellt!"Die Umwelt ist - solange sie nicht ein Opfer der Entropie geworden ist – immer im Ungleichgewicht, und ihr ist es - man muß es annehmen – gleichgültig wie dieses Ungleichgewicht aussieht. Nur dem Menschen ist es nicht egal." Freundliche Grüße

H.Federmann
Nachhaltigkeitsökonom
https://independent.academia.edu/HFedermann

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