Wir brauchen einen SARS-CoV-2 Immunitätspass jetzt! - QR Code Friendly

Die Coranaviruspandemie überrollt auch die Staaten, die ein gut entwickeltes Gesundheitssystem haben. Frühzeitige Warnungen wurden zunächst nicht ernstgenommen und nicht alle sinnvollen, technisch möglichen Gegenmaßnahmen wurden frühzeitig durchgesetzt. Man fragt sich, warum man bei uns nicht ausreichende Coronavirus-Testmöglichkeiten, Schutzkleidung und Beatmungsgeräte organisieren konnte, wenn zumindest jetzt offensichtlich „unbegrenzte“ Geldmittel zur Verfügung stehen. Wieso geht so etwas in Südkorea, Taiwan und Singapur? Hierzulande werden nur Restriktionsmaßnahmen durchgesetzt, die nur eine beschränkte Wirkung auf die Entwicklung der Epidemie haben können, aber das wirtschaftlich Leben weitgehend zum Erliegen bringen. Inzwischen gehen alle seriöse Quellen (nicht der amerikanische Präsident!) davon aus, dass die Pandemie mit diesen Maßnahmen erst Anfang 2021 unter Kontrolle ist, wenn nämlich eine Schutzimpfung zur Verfügung steht. Was kann und muss man deshalb tun (diesmal vielleicht rechtzeitig), um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser langdauernden Restriktionen abzumildern? Diejenigen, die erfolgreich die SARS-CoV-2-Infektion überstanden haben und damit immun sind, können keine Krankheit mehr übertragen, soziale Restriktionen sind nicht mehr erforderlich! Daher müssen die Gesundheitsämter jetzt planen, Kriterien dafür aufzustellen, wann eine Person als immun anzusehen ist, und sehr wichtig, auf Wunsch eine amtliche Immunitätsbescheinigung auszustellen. Das muss jetzt vorbereitet werden!

Regensburg, 25.3.2020 Prof. Dr. Dr. Hans Robert Kalbitzer


Wir brauchen einen SARS-CoV-2 Immunitätspass jetzt!

Die Coranaviruspandemie überrollt auch die Staaten, die ein gut entwickeltes Gesundheitssystem haben. Das liegt auch daran, dass frühzeitige Warnungen zunächst nicht ernstgenommen wurden und nicht alle sinnvollen, technisch möglichen Gegenmaßnahmen ohne Rücksicht auf die entstehenden Kosten durchgesetzt werden. Mögliche Entwicklungen der COVID-19-Pandemie unter verschiedenen Abwehrszenarien in Großbritannien und den USA wurden in einer soliden wissenschaftlichen Analyse des Imperial College COVID-19 Response Teams vom 16.3.2020 (DOI: https://doi.org/10.25561/77482) dargestellt, eine Lektüre, die man allen mit Krisenplanungen Befassten nahelegen sollte. Dies Analyse würde auch in den Grundzügen für Deutschland gelten, das eine ähnliche Bevölkerungszahl (66,4 vs. 80,8 Mio.) und ebenso ein relativ gut funktionierendes Gesundheitssystem hat. Die wohl in Großbritannien ursprünglich avisierte Strategie, keine einschneidenden Maßnahmen zur Seuchenbegrenzung zu ergreifen, wäre vom ökonomischen und seuchenhygienischen Standpunkt aus optimal Mit diese Strategie wären mehr als 400 000 Tote in den UK zu erwarten gewesen, im Wesentlichen, weil schon frühzeitig die schwer Erkrankten, die Beatmung benötigen, nicht mehr behandelt werden könnten. Der Vorteil dieser Strategie wäre, dass schon in Großbritannien nach ca. 2 Monaten, also Anfang Juni dieses Jahres, bei uns etwas früher, der Höhepunkt der Seuche zu erwarten wäre. Anfang August, also nach etwas mehr al 3 Monaten, wäre dann die Seuche faktisch beendet, da sich bei einem hohen Prozentsatz der Überlebenden eine Immunität ausgebildet hätte. Maßnahmen zur Einschränkung der Neuinfektionen, wie sie ja auch in Bayern geplant sind, könnten im Idealfall zu einer mehr als 10-fachen Reduktion der Todesfälle auf ca 30 000 führen. Inzwischen ist glücklicherweise allgemein akzeptiert, dass laisser-faire-Strategien ethisch ganz sicher nicht vertretbar sind, auch wenn es sich ja „nur“ um die polymorbiden Alten handelt, die ja in absehbarer Zeit ohnehin sterben würden. Alle anderen Strategien sollen dazu führen, dass die Anzahl der Toten reduziert wird, die aus unterlassener Behandlung (Beatmung) resultiert. Ein gemeinsamer, gewollter Effekt dieser Strategien ist, dass sich die Zeitdauer, während der restriktive Maßnahmen durchgeführt werden müssen, erheblich verlängert. Wenn kein ausreichendes Immunitätsniveau in der Bevölkerung erreicht wird (und dies muss europaweit gelten, wenn man die Grenzen wieder öffnen will), müssen die restriktiven Maßnehmen bis zur Verfügbarkeit einer Impfung aufrechtrehalten werden, also bis etwa Anfang nächsten Jahres.
Was kann man hier tun, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser langdauernden Restriktionen abzumildern? Eine relativ einfache Lösung ist, diejenigen, die erfolgreich eine SARS-CoV-2-Infektion überstanden haben und damit immun sind, wieder in ein „normales“ gesellschaftliches Leben einzugliedern. Da sie keine Infektion mehr übertragen können, sind sie anfangs besonders geeignet, kritische Positionen zu übernehmen (Krankenversorgung, Pflegeheime, zentrale Funktionen mit direkten zwischenmenschlichen Kontakten wie Lebensmittelhandel, an den Universitäten Abnahme von Prüfungen), später aber wenn der Anteil der Immunen erheblich ist und das wird wegen des exponentiellen Anstiegs der Infizierten bald so sein, könnten sie auch Funktionen in der Wirtschaft wieder aufnehmen. Es ist sicherlich kaum vertretbar, für diese Gruppe die Kontaktrestriktionen und Reisebeschränkungen aufrecht zu erhalten. Daher müssen die Gesundheitsämter jetzt planen, Kriterien dafür aufzustellen, wann eine Person als immun anzusehen ist (z, B, nach nachgewiesener Infektion in zwei PCR-Test kein Virus in zwei Analysen mehr nachweisbar oder Nachweis spezifischer Antikörper und ein PCR-Test ohne Virusnachweis). In diesem
Fall sollte auf Wunsch eine amtliche Bescheinigung für die Immunität ausgestellt werden. Es
ist auch daran zu denken, zusätzliche, für alle sichtbare Kennzeichen auszugeben. Hier kämen
z. B. nicht-entfernbare Stoffarmbänder in Frage wie sie beispielsweise bei Open-Air-
Konzerten gang und gäbe sind. Unberechtigtes Tragen dieser Kennzeichen muss mit
Strafandrohungen belegt werden.

Regensburg, 23.3.2020 Prof. Dr. Dr. Hans Robert Kalbitzer


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