Kardinal Müllers Pandemia - QR Code Friendly

Lieber Berthold,

Was letzte Nacht mit mir geschah, musst Du Dir etwa so vorstellen: Kardinal G. L. Müller tritt ohne Corona-Sicherheitsabstand an mein Bett, mit rotem Scheitelhäubchen auf dem Kopf (Du als Kenner würdest dazu wohl exakter >Soli Deo< sagen), die schwarze Kutte mit roten Bändern bestickt. Er hat leichte Scheuklappen vor seinen glasigen Augen (keine richtige Maske), aber alle sonstigen Insignien seiner höchsten Weihen sind gut sichtbar; am rechten Unterarm sehe ich ein Tattoo von Fürstin Gloria, in der linken Hand hält er ein Gummibärchen mit dem Gesicht von Papst Franziskus. Als ich zugreifen will, zieht er es zurück; da sei ja nur neukatholisches Gift drin, er aber wäre gekommen, um mich „Wadenbeißer“ zum alten Ritus zu bekehren. Nach einer einführenden Bibellesung aus der Zeit von Ninive zitiert er aus einer Proklamation u. a. von Erzbischof Vigano, Bischof Athanasius aus Kasachstan und Jan Pawel Lenga aus Polen (den Papst Franziskus neulich mit auf einem Auftrittsverbot belegt hat) und betont, dass er sie nach Vigano als Erster unterschrieben habe, das gebe dem Papier besonderes Gewicht. Impfen gegen das Corona-Virus sei Unsinn, höre ich; das Virus werde von antichristlichen Kräften nur dazu benutzt, ihre Weltregierung durchzusetzen; der Mensch, also auch ich, müsse als Ganzes besser werden, aber Papst Franziskus wolle einfach den Kampf gegen den unsichtbaren Feind nicht führen. Der Staat dürfe der Kirche die Messfeier auch in der Pandemie nicht verbieten, er sei ja nicht ihr Herr; das sei nur Jesus und was der wolle, wisse nur er, G. L. Ich kann in der Traumstarre nicht widersprechen, das war ganz schlimm für mich. Am Ende will er mich auch noch segnen, aber da muss er plötzlich nießen. Weil er keine Maske hat, fallen ein paar Nasentropfen mit dem Soli Deo doch auf mein Bett und hinter den Scheuklappen erscheint Schwefelfeuer. Ich kann Dir die Dramatik des Augenblicks jetzt noch nicht genaue beschreiben. Du ahnst schon, dass bei dieser faustischen Pandemia auch das schönste Gesicht eines Kardinals zur Fratze wird. Schweißgebadet wache ich auf, hole schnell das vorher vergessene Nachtgebet nach und danke dem lieben Gott dafür, dass er seinen einstigen Meisteradepten zu seinem höchsten Hofnarren ernannt hat, dem man ja nichts glauben muss. Aber was soll ich nur mit dem liegengebliebenen Soli Deo machen? Ich trau mich nicht es anzufassen, wegen des Virus. Was soll ich tun, Du bist doch beim Gesundheitsamt und der Söder hat doch bestimmt eine entsprechende Verordnung erlassen?

Lieber Bertold, rein vorsorglich versichere ich Dir als Freund, dass der „neue Zeus des Katholizismus“ mich, wie man bei uns in Bayern so schön sagt, letzte Nacht noch nicht katholisch gemacht hat. Sollte er mich nochmals besuchen, beiße ich ihn in seinen >ausgeronnen Wadl> und lass mich wegen Körperverletzung verklagen, versprochen!

Freundliche Grüße

Alfred

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Autor: Dipl. Rechtspfleger a.D. Alfred Gassner

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