Klärung der Teilimmunität der Bevölkerung in Sicht - QR Code Friendly

The Scientist 18.5.2020 In COVID-19-Genesenen fand man SARS-CoV-2 bekämpfende T-Zellen
Shawna Williams, 15.5.2020 Rund um die Welt versuchen Forscher, einen Impfstoff gegen COVID-19 zu entwickeln.
In etlichen Staaten setzten Politiker ihre Hoffnung auf das Zustandekommen einer Herdenimmunität, wenn sich nur hinreichend viele Leute mit SARS-CoV-2 angesteckt und sich von der Krankheit COVID-19 wieder erholt haben.

Am 14.5.2020 (gestern) erschien in dem Journal Cell ein ermutigender Report zu Fragen um den Erwerb der Immunität gegen COVID-19. Forscher am La Jolla Institute for Immunology in California nahmen Blutproben von 20 Erwachsenen, die von COVID-19 genesen waren und setzten diese SARS-CoV-2-Coronavirus-Proteinen aus mit folgendem Ergebnis: Im Blut von allen COVID-19-Genesenen fand man CD4+-Helper-T-Zellen, die das Coronavirus-Spikeprotein erkannten, und 70% von ihnen hatten CD8+-Killer-T-Zellen, die auf dasselbe virale Protein reagierten.

Koautor Shane Crotty in einer Pressemitteilung vom La Jolla Institute for Immunology: “Aus unseren Daten geht hervor, daß das Virus genau das bewirkt, was nach einer typischen und erfolgreichen antiviralen Antwort des Immunsystems aussieht. Die Autoren testeten zwischen 2015 und 2018 gesammelte Blutprobens, um zu sehen, ob Leute, die niemals SARS-CoV-2 ausgesetzt gewesen sind, ebenfalls etwas Immunität gegen ihn haben. Sie entdeckten tatsächlich CD4+-T-Zellen in etwa der Hälfte der Proben, weshalb sie vermuteten, daß diese Leute anderen Coronnaviren ausgesetzt waren wie etwa die, die Schnupfen bewirken. Science betont, daß diese Ergebnisse mit den Arbeiten anderer Forscher übereinstimmen wie denen an der Berliner Charité in Deutschland. Diese berichteten in einem im April geposteten Preprint, daß sie im Blut von 83% von COVID-19-Patienten CD4+-T-Zellen fanden, die das Spikeprotein von SARS-CoV-2 erkannten, aber im Blut von 34% von Gesunden fanden sie die auch. Angela Rasmussen, Virologin an der Columbia University, die nicht an einer dieser Studien teilgenommen hatte, zu Science: “Das sind sehr ermutigende Daten, aber endgültig bewiesen ist hier noch nichts. Die T-Zellen-Reaktion spricht dafür, daß COVID-19-Genesene eine Langzeit-Immunität entwickeln, und das könnte für die Entwicklung von Impfstoffen wichtig sein. Virologe und Immunologe Steven Varga von der University of Iowa zu Science: „Diese Daten sprechen dafür, daß ein großer Teil in der Bevölkerung das neue Coronavirus unter Kontrolle halten kann, weil er eine gewisse Immunität gegen Schnupfen bewirkende Coronaviren hat.” Das muß jetzt noch durch weitere Forschungen bewiesen werden.

Günter Einbeck

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Autor: Günter Einbeck

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