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Der Frankfurt Rundschau sei Dank für Ihre Berichterstattung zu den Gedenkveranstaltungen sechs Monate nach den Hanauer Morden. Auch Georg Lepperts „Portrait der Woche“ über den Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill möchte ich in den Dank einbeziehen.

Diese große Aufmerksamkeit kompensiert etwas den Verlust, den es wegen der Corona-Epidemie für die kritische Öffentlichkeit gibt, deren Demonstrationsrecht eingeschränkt ist.

Größten Dank aber schuldet diese Öffentlichkeit dem so großen und besonnenen Engagement der Initiative 19. Februar.
Die berührende persönliche Offenheit der Angehörigen und Freunde der Mordopfer hilft der Bürgergesellschaft, angemessen zu trauern. Zu dieser Trauerarbeit gehört auch die lückenlose Aufklärung, die wir nur ausdrücklich unterstützen können.

Etwas anders als der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill, dessen weises Verhalten ansonsten zu würdigen ist, bin ich nicht der Meinung, dass es ein Rechtsradikalismusproblem der Polizei erst in jüngerer Vergangenheit gibt, wie seine biografischen Äußerungen insinuieren.  Ich erinnere mich an offen faschistische Selbstäußerungen einzelner Polizisten mir gegenüber zu Startbahnzeiten.

Umso mehr ist die Demokratisierung unserer Gesellschaft als Projekt der unmittelbaren Gegenwart und Zukunft zu erkennen. Es ist in Arbeit. Wir haben eine kritische und differenzierte Öffentlichkeit.

Sogar trotz der Epidemie.   

 

Michael Janowski

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Autor: Michael Janowski

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