Ist Religionsbeleidigung ein Kulturgut? - QR Code Friendly

Wer in Deutschland ein religiöses Bekenntnis beleidigt, sodass der öffentliche Friede gestört wird, wird mit Freiheits- oder Geldstrafe bestraft. So etwa heißt es im deutschen Strafgesetzbuch § 166. Darauf weise ich wegen des derzeitigen Prozesses gegen die Hintermänner der Straftaten im Zusammenhang mit „Charlie Hebdo“ hin.

Ich finde es sehr gut, dass Deutschland hier strenger ist als Frankreich. Meinungsfreiheit darf nicht zum Recht auf Religionsbeleidigung werden. Gottlob haben wir in Rechtsstaaten nicht nur Freiheiten, sondern auch Pflichten: Pflicht zum Respekt und damit zur Erhaltung des Frieden. 

Wenn wir weiterhin nur Rechte einfordern und nicht auch Pflichten, werden wir den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht. Und meine persönliche Ansicht: Wenn es den Bürgern gleichgültig ist, ob andere eine transzendente Autorität anerkennen, besteht die Gefahr, dass wir Würde, Kultur, Recht verlieren.

Aufklärung hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Eine Meinung darf man haben, aber man muss die Freiheit des anderen ebenso ernst nehmen wie die eigene. Was denken gläubige Buddhisten, Hindus, Juden, Taoisten, wenn Europäer die Ansicht vertreten, den Glauben Anderer dürfe man lächerlich machen. Dann denken sie: Europäer haben eben keine Kultur.

P. Eberhard Gemmingen SJ

 

 

Herzliche Grüße

P. Eberhard Gemmingen SJ

Im Einsatz für Glaube und Gerechtigkeit

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Pater Eberhard v. Gemmingen SJ
Autor: Pater Eberhard v. Gemmingen SJ

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Kommentare  

# RE: Ist Religionsbeleidigung ein Kulturgut?Roland Klose 2020-09-06 09:50
"... Meine lieben Brüder und Schwestern, wir alle fürchten den Tod, wir schrecken vor dem Leiden zurück, das ihm vorangehen mag. Wir verzagen vor dem Geheimnis des letzten Sprunges, den wir alle machen müssen, des Sprunges in die Ewigkeit. Aber wir sind Gefolgsleute des Herrn, des Gottessohnes, der in Menschengestalt gelitten hat und gestorben ist. Wir sind die Erben der Frohen Botschaft, die er uns hinterlassen hat: dass der Tod das Tor zum Leben ist, dass er einen Sprung nicht in die Finsternis, sondern in die Hand ewiger Gnade bedeutet. Er ist ein Akt des Vertrauens, ein Akt der Liebe, durch den wir uns, wie es Liebende tun, selbst aufgeben und eins werden mit dem Geliebten ..."

(Papst Gregor XVII., alias Jean Marie Barette, in:
"Die Gaukler Gottes" von Morris L. West)

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