MassCPR - Beispiel für Deutschland - Anfragen bei HMS - QR Code Friendly

Leider ist die Regierung der BRD unter der Führung der Kanzlerin Dr. Angela Merkel immer noch nicht dazu bereit, die notwendigen bio- und gentechnologischen Forschungen und Entwicklungen in Auftrag zu geben.

 

Hier hat man z.B. zu fragen:

Sind deutsche Firmen an der Impfstoffherstellung beteiligt, die die EU der Firma AstraZeneca übertragen hat ?

BARDA         Biomedical Advanced Research and Development Authority

Anfang Juni 2020 ließ AstraZeneca verlauten, daß in Absprache mit seinen Partnern bis zu 2 Milliarden Dosen von AZD1222 pro Jahr hergestellt werden sollen, und damit hat die Firma ihr Produktionsziel von 1 Milliarde Dosen, das es vor einem Monat bekannt gegeben hat, verdoppelt. Die Pharmaindustrie und die indische Firma SII (früher: Serum Institute of India) stimmten zu, 1 Milliarde Dosen für Nationen mit geringem BIP herzustellen, und damit wird zu Ende des Jahres 2020 mit der Herstellung von 400 Millionen Dosen begonnen.

AstraZeneca erhält weitere Förderungen von 2 Organisationen, und zwar 750 Millionen US$ zur Herstellung und Verteilung von 300 Millionen Dosen bis zum Jahresende:

  • 383 Millionen US$ von CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness), und
  • 367 Millionen US$ von GAVI (The Vaccine Alliance).

The New York Times meldete am 3.6.2020, daß AstraZeneca, die University of Oxford und weitere Partner sich dazu entschieden haben, sich wie andere Firmen an der Entwicklung der fünf COVID-19-Impfstoff-Spitzenkandidaten zu beteiligen, die von der Administration von US-Präsident Donald Trumpn empfohlen worden sind. Diese 5 Spitzenkandidaten erhalten jeweils eine zusätzliche finanzielle Förderung durch die Administration, Hilfen bei klinischen Testreihen und für den Verlauf der Operation Warp Spegened-Initiative der Administration auch noch finanzielle und logistische Unterstützung für die Herstellung. Es wird erwartet, daß in den kommenden Wochen AstraZeneca darüber berichten wird.

Im Mai 2020 hat AstraZeneca von der BARDA für Entwicklung, Herstellung und Verteilung von AZD1222 eine Finanzhilfe von 1,2 Milliarden US$ erhalten. Die von der BARDA geförderte Entwicklung und Herstellung beginnt im Herbst 2020. Darin eingeschlossen ist eine klinische Phase III-Testreihe mit 30000 Teilehmern, ferner eine weitere Testreihe zur Prüfung des Impfstoffs auf Verträglichkeit bei Kindern.

Also, Frau Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin der BRD: Wann fängt die Forschungsförderung in Bio- und Gentechnologie nach dem Vorbild der USA in Deutschland im Bereich von etlichen Milliarden Euro an ?

 

GEN Genetic Engineering & Biotechnology 2.9.2020

AstraZeneca beginnt mit der klinischen Phase III-Testreihe für den COVID-19-Impfstoffkandidaten AZD1222 in den USA mit 30000 Teilnehmern

1.9.2020

NIH                 The National Institutes of Health

BARDA         Biomedical Advanced Development Authority

NIAID             National Institute of Allergy and Infectious Diseases, zu NIH gehörig

WARP SPEED        Mit diesem Projekt will die Administration des US-Präsidenten Donald Trump sicher stellen, daß für die Bürger der USA bis Januar 2021 bis zu 300 Millionen Impfstoffeinheiten zum Schutz gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung stehen.

Die US-Firma AstraZeneca gibt bekannt, daß sie heute mit der klinischen Phase III-Testreihe für den COVID-19-Impfstoffkandidaten AZD1222 beginnt, den sie zusammen mit der University of Oxford und ihrer Tochterfirma Vaccitech entwickelt hat. Diese Testreihe gilt für 30000 Teilnehmer und wird in den USA durchgeführt. Insgesamt sind Testreihen mit 50000 Teilnehmern geplant.

Diese klinische Phase III-Testreihe (D8110C00001 trial, NCT04516746) soll endgültig Sicherheit, Wirksamkeit und Immunogenizität von AZD1222 (frühere Bezeichnung: ChadOx1 nCoV-19) zur Prävention von COVID-19 feststellen. Die Teilnehmer erhalten nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) 2 Dosen entweder von AZD1222 oder einem Kochsalz-Placebo zur Kontrolle. Die Verabreichung von Impfstoffen bzw. Placebos erfolgt im Abstand von 4 Wochen. 20000 Teilnehmer erhalten den Impfstoff, 10000 das Placebo.

AstraZeneca fügte hinzu, daß bei 3000 Teilnehmern genau geprüft werden: Lokale und systemische Reaktionen und Immunantworten.

Mene Pangalos, Executive Vice President von der Abteilung für BioPharmaceuticals R&D bei AstraZeneca: “Sollte sich herausstellen, daß dieser Impfstoff wirksam gegen COVID-19 schützt und sicher ist, erhalten wir von der FDA die Zulassung und werden alles tun, damit er so schnell wie nur möglich für alle Menschen weltweit verfügbar und auch erschwinglich ist.” Nach Aussage von ClinicalTrials.gov wird die klinische Phase III-Testreihe an 62 Einrichtungen durchgeführt und diese sind es auch, die die 30000 Teilnehmer rekrutieren, mit einem Mindestalter von 18 Jahren und mit einer möglichst großen Diversität:

  • Alle Rassen, Ethnien und geographischen Bevölkerungsanteile sollen hinreichend vertreten sein.
  • Die Teilnehmer können gesund sein oder haben bekannte Krankheiten wie z.B. HIV.
  • Die Teilnehmer haben z.B. durch hohes Alter ein erhöhtes Infektionsrisiko durch SARSCoV-2. 

Testzentren außerhalb der USA gibt es ebenfalls, und zwar in Chile und Peru. Die Auswahl der Testregionen erfolgte nach der vorhergesagten Transmissionsrate des Virus. Die Firma sagt, daß dort auch bald die Suche nach Teilnehmern beginnen wird.

AstraZeneca gibt weiter bekannt, daß klinische Testreihen der letzten Phase in weiteren etlichen Ländern anlaufen, und zwar in UK, Brasilien und Südafrika. Zusätzliche Testreihen sollen in Japan und Rußland beginnen.

In allen diesen Testreihen zusammen gibt es 50000 Teilnehmer.

AstraZeneca gibt bekannt, daß Ergebnisse der klinischen Testreihen der letzten Phase (late-stage trials) später im Jahr 2020 ausgewertet werden, und zwar in Abhängigkeit von der Infektionsrate innerhalb der  Communities, aus denen die Teilnehmer der Testreihen stammen.

AZD1222 ist ein Impfstoff, der einen Adenovirusvektor und das SARS-CoV-2-Spikeprotein verwendet. Nach der Impfung wird das SARS-CoV-2-Spikeprotein auf der Oberfläche des Virus produziert, was eine Immunantwort hervorruft, die bei einer späteren Infektion durch das Virus dieses bekämpft.

AZD1222 gehört zu den 19 Spitzenkandidaten (“Front Runner” candidates) unter den fast 300 COVID-19-Therapien, die gegenwärtig getestet werden. Sie werden aufgeführt in der Liste von GEN, updated und gerade Publiziert unter dem Titel “COVID-19 Drug & Vaccine Candidate Tracker”.

Paradigmen für Entwicklung und Verteilung von AZD1222

Am 31.8.2020 verkündete AstraZeneca seine Zustimmung zur Einhaltung der höchsten Sicherheitsstandards und zum weltweit weitestmöglichen Zugriff auf den Impfstoff AZD1222 für alle Menschen und formulierte 2 Paradigmen, die für Entwicklung und Verteilung des Impfstoffs gelten: “Folge der Wissenschaft” und “Die Patienten kommen zuerst”.

AstraZeneca bekräftigte ferner erneut, daß es seine Produktionskapazität für AZD1222 auf 3 Milliarden Dosen erhöhen wird und seine Versorgung auf Rußland, Südkorea, Japan, China, Latein Amerika und Brasilien ausweiten wird.

AZD1222 wurde von dem Jenner Institute der University of Oxford entwickelt, dessen Forscher sich im April 2020 mit Kollegen von der Oxford Vaccine Group der University of Oxford zusammentat, um mit den klinischen Phase I/II-Testreihen für ihren Impfstoff zu beginnen (COV001 Phase I/II trial, NCT04324606).

Forscher von AstraZeneca, der University of Oxford und Partner haben am 20.7.2020 erste vorläufige Daten für COV001 publiziert, woraus sich zu ergeben scheint, daß AZD1222 hinreichend sicher und wirksam ist und eine akzeptable Immunogenizität gegen SARS-CoV-2 besitzt. Die Forscher berichteten, daß unter den 543 Teilnehmern der randomisierten Testreihe auf AZD1222 eine einzige Dosis bei 95% der Teilnehmer am Tag 28 nach der Injektion eine 4-fache Erhöhung von SARS-CoV-2-Antikörpern ergab. Bei allen Teilnehmern gab es eine T-Zellen-Immunantwort mit einem Maximum bei Tag 18 und sie blieb für 2 Monate nach der Injektion.

Die Forscher meinten in ihrem in The Lancet publizierten Artikel: „Die vorläufigen Ergebnisse dieser ersten mit Menschen durchgeführten klinischen Testreihe spricht dafür, sie mit den klinischen Phase II/III-Testreihen fortzusetzen.”

Im April verkündete AstraZeneca, daß es eine weltweit organisierte Entwicklung, Produktion und Verteilung für seinen Impfstoff anstrebt. Durch die Partnerschaft mit der University of Oxford soll eine schnelle Massenproduktion und Verteilung ermöglicht werden, sobald sich der Impfstoff in klinischen Studien als zuverlässig erwiesen hat. AstraZeneca hat auch eine Lizenzvereinbarung (license agreement) mit der University of Oxford und deren Tochterfirma Vaccitech unterschrieben, die Rechte für den Zugriff auf die Plattformtechnologie hinter AZD1222 gestattet.

Förderung durch BARDA und NIAID

AstraZeneca leitet die von BARDA und NIAID geförderten klinischen Testreihen.

BARDA hat eine Förderung von 1,2 Milliarden US$ für Entwicklung, Produktion und Verteilung von AZD1222 im Rahmen von Operation Warp Speed zugesagt.

Zusätzlich zur Förderung von der klinischen Phase III-Testreihe in den USA will BARDA eine weitere Testreihe fördern, die speziell zum Test des Impfstoffs bei Kindern ausgelegt ist. AstraZeneca hat im Gegenzug zugestimmt, BARDA mit 300 Millionen Dosen des Impfstoffs zu beliefern.

An den Phase III-Testreihen ist auch das vom NIAID unterstützte Netzwerk CoVPN (COVID-19 Prevention Network) beteiligt, ein Netzwerk für klinische Testreihen, das im Juli 2020 gegründet wurde. Seine Aufgabe ist, für die Rekrutierung von Tausenden von Freiwilligen zu sorgen, die an groß angelegten klinischen Testreihen auf COVID-19-Impfstoffe und monoklonale Antikörper teilnehmen sollen.

Wegen dem Projekt Warp Speed wurden unter dem Netzwerk CoVPN bereits vier existierende und vom NIAID geförderte Netzwerke für andere Krankheiten zusammengefaßt:

  • HIV Vaccine Trials Network (HVTN) mit Sitz in Seattle
  • HIV Prevention Trials Network (HPTN) mit Sitz in Durham, N.C.
  • Infectious Diseases Clinical Research Consortium (IDCRC) mit Sitz in Atlanta
  • AIDS Clinical Trials Group mit Sitz in Los Angeles.

 

Werden auch von der Regierung der BRD deutsche Firmen in Deutschland mit Milliarden Euro gefördert ? Oder meint die Kanzlerin: So etwas brauchen wir nicht !

Deutsche Firmen stehen jedenfalls bereit.

 

GEN Genetic Engineering & Biotechnology 15.4.2020

Konstruktionsplattform für Massenproduktion von COVID-19-Impfstoff-Kandidaten

April 14, 2020

Quelle: MilliporeSigma

Jenner Institute        The Jenner Institute (eigentlicher Name), an der University of Oxford

MilliporeSigma gehört zu Merck KGaA, Darmstadt

MilliporeSigma und das Jenner Institute berichten, daß das Institut mit Vorbereitungen für die

Massenproduktion ihres COVID-19-Impfstoff-Kandidaten ChAdOx1 nCoV-19 begonnen hat. Udit Batra, CEO von MilliporeSigma: Nachdem die klinischen Tests für diesen Impfstoff zugelassen sind, ist seine Massenherstellung äußerst dringend. Der Impfstoff muß in hinreichender Menge sicher und schnell vom Labor zum Patienten gebracht werden.

Batra: “Uns ist es gelungen, die Zukunft der Impfstoffherstellung bei uns in der Gegenwart beginnen zu lassen. Das ist ein wichtiger Schritt in der Behandlung von COVID-19 und anderen Krankheiten, die die öffentliche Gesundheit bedrohen. Diese Arbeit markiert einen Meilenstein beim Fortschritt in der Entwicklung von Impfstoffen, da nun die klinischen Tests beginnen sollen.”

Batra weiter: Unter Bezugnahme auf frühere Arbeiten von MilliporeSigma gelang es, die Massenproduktion von ChAdOx1 nCoV-19, dem Impfstoffkandidaten von Jenner, vorzubereiten. Gewöhnlich dauert der Herstellungsvorgang 6 Monate, aber MilliporeSigma unterstützte das Jenner-Team darin, in gerade mal 2 Monaten die bereits bestehende Herstellungsplattform für die Herstellung des neuen Impfstoffkandidaten umzurüsten und dabei kritische Herstellungsprozesse zu verbessern.

Ein anderer MilliporeSigma-Beauftragter: “In den letzten beiden Jahren hat die Zusammenarbeit von MilliporeSigma mit dem Jenner Institute zur Entwicklung einer schnellen, sehr vergrößerungsfähigen Plattform geführt, wobei viel Wert auf Qualität der Herstellung gelegt und bereits verfügbare Technologien für die Adenovirus-Plattform des Instituts verwendet wurden.“

Die frühere Arbeit an der Plattform hatte der Entwicklung von Impfstoffkandidaten für Tollwut gegolten, aber sie wurde nun aufgerüstet mit etlichen verschiedenen Adenovirus-Konstrukten, um die zukünftige Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen zu beschleunigen. Wenn eine Pandemie wie jetzt durch SARS-CoV-2 droht, ist es äußerst wichtig, schnell effektive Behandlungen gegen die neuen Krankheiten zu entwickeln. Die beiden Organisationen verkündeten bereits im April 2018 ihre Partnerschaft zur Entwicklung leistungsfähigerer Fertigungsprozesse für Impfstoffe.”

Sandy Douglas, PhD, Projektleiterin für die Beschleunigung der Herstellungsprozesse am Jenner Institute: “In einer bisher nicht möglich gewesenen Eile hat das Team vom Jenner Institute einen Herstellungsprozeß im Umfang von 10 l geleistet, basierend auf der kürzlich zusammen mit MilliporeSigma erstellten Plattform. Damit bereiten wir uns auf die nächste Stufe mit der Herstellung viel größerer Mengen vor. Unsere Zusammenarbeit – von Jenner Institute und MilliporeSigma – ist ein Beweis dafür, wie dadurch die notwendige Reaktion auf solche Epidemien und Pandemien beschleunigt werden kann, z.B. durch die schnelle Bereitstellung Leben rettender Impfstoffe für die gesamte Weltbevölkerung.”

 

GEN Genetic Engineering & Biotechnology 29.4.2020

Der Konzern Merck & Co. Geht mit ISB eine Partnerschaft ein für die Entwicklung von  COVID-19-Therapien

27.4.2020

ISB                 Institute for Systems Biology

BARDA         Biomedical Advanced Research and Development Authority

Merck & Co. teilte heute mit, daß es eine Partnerschaft mit dem Institute for Systems Biology (ISB) eingehen will, um Medikamente und Impfstoffe gegen COVID-19 zu entwickeln. Ferner sollen die molekularen Mechanismen dieser durch SARS-CoV-2-Infektion bewirkten Krankheit ermittelt werden.

Der finanzielle Rahmen für diese Zusammenarbeit wurde zwar nicht angegeben, aber Merck und ISB wiesen doch darauf hin, daß man sich auf den Vertrag HHSO100201600031C beruft, der 2016 von der BARDA dem Pharmariesen unterbreitet worden war, und dieser hat den potentiellen Wert von etwa 78,5 Millionen US$. Er war gemäß GovTribe ursprünglich am 29.8.2016 unterbreitet worden zur schnelleren Entwicklung von dem Impfstoff-Kandidat V920 “gegen das Ebola-Virus unter Verwendung eines „recombinant vesicular stomatitis virus vector”. Diese Vertragslauzeit ging ursprünglich bis 31.5.2020 und wurde nun bis 30.9.2024 verlängert.

Im Dezember 2019 teilte Merck mit, daß von der FDA die Zulassung für den Ebola-Impfstoff ERVEBO® (Ebola Zaire Vaccine, Live) vorliegt, was durch die präventive Vergabe an Menschen über einem Lebensalter von 18 Jahren gegen Ebola, verursacht durch Zaire ebolavirus, getestet worden war.

Merck teilte mit, daß es sich für weitere finanzielle Unterstützung und Forschungsarbeit zusammen mit Forschern von ISB bereit erklärt habe, um weitere therapeutische Maßnahmen und Impfstoffentwicklungen zu erforschen.

Durch diese Zusammenarbeit mit Merck wird es möglich, daß

  • Wissenschaftler von ISB (Institute for Systems Biology),
  • Gesundheitsmitarbeiter (health workers) vom Swedish Medical Center und
  • ein Konsortium für Forschungsorganisation und biomedizinische Firmen

COVID-19-Patienten vom Swedish Medical Center ihre Blutproben und Nasenswabs auf SARS-CoV-2 untersuchen lassen, und zwar zu ganz unterschiedlichen Zeiträumen nach der Infektion, was einschließt: Anfängliche Infektion, akute Erkrankung und Genesung.

Ermittlung und Wertung de Infektionsauswirkung

Merck und ISB betonen, daß

  • proteomische,
  • metabolomische,
  • transcriptomische und
  • gentechnische

Verfahren angewendet werden, um die Blutproben zu untersuchen. Damit soll die Auswirkung der Infektion auf die unterschiedlichen Organe und sonstigen Gewebearten bestimmt werden. Ferner will man potentielle Biomarker herausfinden, um das Risiko zu schwerer Erkrankung bei einem Menschen vorherzusagen.

Merck und ISB betonen, daß zusätzlich die Proben noch dahingehend analysiert werden, um ein Profil der Immunreaktion zu erhalten und daraus weitere Kenntnisse für die Impfstoffentwicklung und Antikörpertherapie zu erhalten, wie z.B.

  • Änderungen der Anzahl der Immunzellen der Patienten infolge einer SARSCoV-2-Infektion und
  • Identifizierung der neutralisierenden Antikörper in Proben von COVID19-Genesenen.

Gemäß Merck und ISB werden in dieser Testreihe werden anfänglich Proben von 200 Patienten untersucht, mit der Möglichkeit zur Erweiterung auf 300 Patienten.

Merck hat mit dieser Ankündigung zum ersten Mal die Entwicklung einer möglichen COVID-19-Therapie in Aussicht gestellt. Im März 2020 hat Merck in Reaktion auf die sich ausbreitende COVID-19-Pandemie zur schnellen Hilfe die folgende Spende angekündigt:

  • 500000 Personenschutzmasken für das New York City Emergency Management und
  • 300000 Masken für das Office of Homeland Security and Preparedness von New Jersey.

James R. Heath, PhD, Präsident und Professor beim ISB: “ISB und Swedish Medical Center gehören beide dem Netzwerk Providence St. Joseph Health an und haben die Leitung einer kürzlich begonnenen wissenschaftlichen Testreihe, die den Zweck hat, unser Verständnis für COVID-19 zu verbessern, und dieses Vorhaben wird ganz entscheidend von Merck gefördert. Wir stellen dabei alle unsere Fähigkeiten über Systems Biology zur Verfügung und hoffen, daß wir wichtige Einblicke in die molekularen Abläufe erhalten, die bewirken, daß COVID-19 bei unterschiedlichen Menschen dramatisch anders verlaufen kann.”

Nachtrag:

Heath und Jason D. Goldman, MD, am Swedish Medical Center, sind die beiden Forschungsleiter dieser Studie.

Anfängliche finanzielle Unterstützung für diese Studie kamen von Wilke Family Foundation, M.J. Murdock Charitable Trust, Swedish Foundation, Parker Institute for Cancer Immunotherapy und Washington State Andy Hill CARE Fund.

Es gab eine wertvolle Zusammenarbeit mit anderen Forschergruppen von Stanford University, Adaptive Biotechnologies, Bloodworks Northwest, Isoplexis, Metabolon, Nanostring, Olink, Providence Molecular Genomics Laboratory, Scisco Genetics, 10x Genomics ...

 

Also, ganz offensichtlich stehen die deutschen Firmen bereit, und nur die Politiker sind in Deutschland mal wieder die Kulturbremsen.

Der US-Pharmariese Pfizer arbeitet mit der deutschen Firma BioNTech u.a. für die Entwicklung des Impfstoffkandidaten BNT162b2.

Es ist in Deutschland nach dem Vorbild vom MassCPR ein Konsortium zur Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen zu schaffen, das dafür Milliarden Euro zur Verfügung bekommt. Hier kann man von der Harvard Medical School (HMS) lernen – und der gesamten Boston Scientific Community !

 

 

So funktioniert COVID-19-Forschung:

Erfolgreicher Einsatz von NO-Gas bei COVID-19-Patienten

 

HMS News & Research

Erfolge bei Schwangeren mit schwerer COVID-19-Erkrankung durch eine Therapie mit Inhalieren von Stickstoffoxid

By MGH NEWS AND PUBLIC AFFAIRS August 26, 2020 Research

Dieser Artikel gehört zu den Publikationen der Harvard Medical School (HMS), die in steter Folge über Medizin, biomedizinische Forschung, medizinische Ausbildung und Versicherungsfragen in Zusammenhang mit der durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten COVID-19-Pandemie berichten.

NO      gasförmiges Stickstoffoxid (nitric oxide)

HMS   Harvard Medical School

MGH  Massachusetts General Hospital

FDA    U.S. Food and Drug Administration

CDC   The Centers for Disease Control and Prevention

ARDS            acute respiratory distress syndrome

ppm    parts per million

Forscher der HMS haben am MGH herausgefunden, daß Inhalieren von gasförmigem NO für schwangere Frauen mit schwerer COVID-19-Erkrankung in Zusammenhang mit einer Therapie zur Heilung ihrer Atemwege zusätzliche wertvolle Erleichterung bringen und als Adjunct fungieren kann.

Die betreffende Studie wurde online am 26.8.2020 im Journal Obstetrics & Gynecology publiziert mit der Aussage, daß Forscher der HMS am MGH 6 schwangere Frauen mit schwerer COVID-19-Erkrankung therapeutisches NO-Gas haben inhalieren lassen mit dem Ergebnis, daß eine schnelle und bleibende Verbesserung ihrer Herz- und Lungenfunktionen sowie eine Abnahme der Entzündungen zu verzeichnen waren.

Diese Verbesserung führte sogar bei 5 der 6 Frauen binnen 22 Tagen zur Überwindung der viralen Infektion. Drei dieser Frauen brachten während ihres Aufenthalts im Hospital zusammen 4 Babies zur Welt, einschließlich zweier Zwillinge. Jedes Baby wurde negativ auf  COVID-19 getestet und war 28 Tage nach der Geburt im guten Zustand.

Die Autoren schreiben, daß diese Ergebnisse zwar noch durch weitere klinische Testreihen bestätigt werden müssen, daß aber schon jetzt klar ist, daß sich daraus wertvolle Schlüsse für die Behandlung von COVID-19-Patienten ergeben könnten.

Lorenzo Berra, HMS Reginald Jenney Associate Professor für Anästhesie am MGH und korrespondierender Autor: “Wir sahen eine schnelle Erholung der Patienten von ihren Atemschwierigkeiten (und zwar ohne negative Seiteneffekte) mit niedriger Atemrate und besserer Sauerstoffversorgung nach Verabreichung von hoch konzentriertem NO-Gas mit einer Atemmaske.“

Berra weiter: “Tests auf Vorliegen von Entzündungen zeigten eine dramatische Abnahme der Entzündungen nach Inhalation von NO-Gas. Von unseren 6 Patientinnen hatten 5 Frauen die Infektion überwunden, nachgewiesen durch Tests ihrer Nasenabstriche auf SARS-CoV-2  22 Tage nach der COVID-19-Diagnose. Alle Patienten konnten im stabilen Zustand das Hospital verlassen. Wir fanden diese Resultate als äußerst ermutigend.”

Das inhalierte NO-Gas wirkt als ein selektiver Lungenverstärker (pulmonary vasodilator), der die Sauerstoffversorgung durch Fluten oder Öffnen verstopfter Blutgefäße bedeutend verbessert, insbesondere in den Lungenbereichen, die vom Luftstrom besser erreicht werden, wobei innerhalb der Lungen der Anteil der durch die Krankheit lahm gelegten Bereiche verringert wird.

Die Therapie mit Inhalieren von NO-Gas wurde 1999 von der FDA für die Behandlung von Neugeborenen mit dauerhafter Lungen-Hypertension zugelassen.

Off-label: Ein Medikament ist nicht verschreibungspflichtig und kann beliebig erworben werden.

Lungen-Hypertension (pulmonary hypertension): Bluthochdruck in der Lunge, der auf der Herzseite die Blutgefäße und Kaillaren verengen bis verstopfen kann

NO-Gas in richtiger Dosierung kann Lungen-Hypertension binnen 3 bis 6 Minuten lösen.

Es ist in der richtigen Dosierung auch hilfreich gegen Thrombosen und deren Folgen für das Herz-Kreislauf-System.

Pulmonary Selective Vasolidation:  Erfolgt durch Einatmen von Stickstoffoxid (NO = Nitric oxide) in hinreichender Dosierung. Dadurch werden Verengungen und Verstopfungen von Blutgefäßen und Kapillaren beseitigt, besonders wichtig in den Lungen und in der Herzregion. Natürliche Stickstoffoxide in unterschiedlicher Form haben in den Kapillaren der Lungen wichtige Funktionen.

Seitdem wurde das Inhalieren von NO-Gas off-label bei zahlreichen klinischen Behandlungen von Kindern und Erwachsenen eingesetzt, einschließlich bei Lungen-Hypertension bei Schwangerschaft, nach Herzoperationen, nach Lungentransplantationen und beim ARDS.

Die aktuelle Studie ist die erste, bei der das Inhalieren von NO-Gas bei schwangeren COVID-19-Patientinnen zur Therapie eingesetzt worden ist.

Ein kürzlich vom CDC herausgegebener Bericht schlägt vor, schwangere COVID-19-Patientinnen bevorzugt zu hospitalisieren, denn sie haben ein höheres Risiko zur Entwicklung schwerer Symptome und bedürfen besonderer Krankenfürsorge. Auch müssen sie öfter an Beatmungsgeräte angeschlossen werden als nichtschwangere Frauen.

Der Mangel an wirksamen Therapien für Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung ließ die Forscher ein interdisziplinäres Team zusammenstellen, das schwangeren Frauen eine neuartige Behandlung anbietet, und zwar das Inhalieren von NO-Gas zur Bekämpfung der fortschreitenden Atemschwierigkeiten.

Zwischen April und Juni 2020 erhielten 6 schwangere, hospitalisierte COVID-19-Patientinnen diese neuartige NO-Gas-Therapie. Jede Behandlung wurde binnen 48 Stunden nach Einlieferung begonnen, und zwar mit einer hohen und sicheren Dosierung von 160 bis 200 ppm von inhaliertem NO-Gas, für 30 bis 60 Minuten, und das 2-mal am Tag.

Bijan Safaee Fakhr, HMS Research Fellow für Anästhesie beim MGH und führender Autor der Studie: “Sogar bei dieser Dosierung ist NO-Gas leicht zu handhaben und wird vom Körper gut aufgenommen, ohne schädliche Nebenwirkungen. Wir fanden, daß durch die NO-Gas-Inhalierungstherapie bei diesen Patientinnen eine schnelle Erholung der Atem- und Lungenfunktionen mit Überwindung der Kurzatmigkeit bewirkte.”

Safaee Fakhr betont, daß hinzukommt, daß die schwangeren COVID-19-Patientinnen während ihres Klinikaufenthalts letztlich von gesunden Babies entbunden werden konnten, und daraus könnte folgen, daß die Inhalation von NO-Gas die Sauerstoffversorgung der Plazenta durch bessere Sauerstoffversorgung der Mutter hinreichend verbessert.

Die Forscher waren ferner von der möglichen antiviralen Aktivität von inhaliertem NO-Gas bei COVID-19-Patienten begeistert. Berra zitierte Klinikpersonal in einem Hospital in China, das während der 2003-2004-SARS-Epidemie das Inhalieren von NO-Gas bei infizierten Patienten als Therapie angewendet hatten. Röntgenaufnahmen der Lungen zeigten eine gewaltige Verbesserung.

Berra: “Wegen der genetischen Ähnlichkeit zwischen SARS-CoV-1 (dieses Virus bewirkt SARS) und SARS-CoV-2 entschieden wir uns zu einer hohen Dosierung bei der NO-Gas-Inhalation, um die virale Replizierung zu verhindern.“

Das Team fand, daß 5 der 6 COVID-19-Patientinnen, die mit NO-Gas therapiert wurden, die Infektion mit SARS-CoV-2 noch während ihres Klinikaufenthalts ohne zusätzliche antivirale Medikamentation überwanden. Der Nachweis auf die Heilung von COVID-19 erfolgte durch entsprechende Tests der Nasenabstriche auf SARS-CoV-2. Die Heilung von der Infektion war nach 9 bis 22 Tagen nach Therapiebeginn eingetreten.

Berra: “Weitere randomisierte klinische Testreihen sind nun zur Bestätigung dieser antiviralen Effekte und sonstigen Ergebnisse erforderlich. Es muß nun die Wirksamkeit der Inhalation von NO-Gas bei SARS-CoV-2-Infektionen wissenschaftlich untermauert werden. Ferner sind die willkommenen Erleichterungen, die das Inhalieren von NO-Gas bei COVID-19-Patienten mit sich bringt, ebenfalls wissenschaftlich zu bestätigen, und das betrifft insbesondere die Milderung der Beschwerden von Herz, Lungen und Bronchien sowie von  Entzündungen. Weil ferner die NO-Gas-Therapie sicher ist, ergibt sich daraus die Bestätigung zur Verwendung hochdosierter NO-Gas-Therapie bei Lungenversagen bei schwangeren Frauen, und das gilt auch bei zukünftig neu auftretenden, heute noch unbekannten Krankheiten wie COVID-19.”

Adapted from a Mass General New Release


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