Welche Legitimität hat Europa noch, wenn es über sein Ziel, Kriege zu vermeiden, hinausschießt?  - QR Code Friendly
Seit dem 27. September wütet ein schwerer Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien in der abtrünnigen Grenzregion Berg-Karabach, in der vor allem die Armenier ihre friedliche und vertraute Heimat gefunden haben. Die Lingua franca des Präsidenten von Aserbaidschan ist die gleiche wie die des Präsidenten unseres NATO-Partners Türkei. Die Türkei hat in der Tat eine weitere direkte Konfrontation begonnen. Übrigens ist die Türkei ein besonderes Land, das Grenzen überschreitet, und schaut, wie weit es gehen kann, wenn jemand gegen "sie" vorgeht. Vielleicht hat Erdogan deshalb auf zwei Pferde gewettet und strategisch russische Waffen gekauft, die alle so kalkuliert sind, als ob ein Diktator nichts tun würde, weil es schwierig ist, jemanden anzugreifen, der in einer strategischen Partnerschaft steht. Eines ist klar: Aus diesem Grund liegt niemand wirklich wach vom Krieg mit Armenien und die Armenier sind derzeit und leider auf sich allein gestellt... Es gibt viele europäische Politiker, die das Vorgehen der Türkei verurteilen, aber es sind nur Worte. Um den Streit zwischen Aserbaidschan und Armenien beizulegen, heuert die Türkei sogar "Isis"-Soldaten an, um den Armeniern eine Lektion zu erteilen. Die NATO, die USA und die EU spielen anscheinend keine Rolle mehr. Das ist klar. Die Türkei macht, was sie will. Deshalb ruft das armenische Volk jetzt die Hilfe Russlands herbei, denn alle anderen sehen zu, wie das armenische Volk massakriert wird, und sagen, dass es ihnen leid tut. Zuvor war die Türkei an dem feigen Angriff auf die Kurden in Syrien und im Irak, der Verletzung des Waffenembargos in Libyen und dem Konflikt mit Griechenland im Mittelmeer beteiligt, und jetzt ist die NATO-Nation Türkei auch in den Konflikt mit Armenien verwickelt, wo Erdogan erneut Zerstörung und Krieg führt.... Der Krieg als letztes Mittel, um sein Land zu vereinen... Das Feindbild als Waffe, um die Probleme im eigenen Land zu verschleiern, das ist leider die Arbeitsweise von Diktatoren. Die Türkei hat anfangs die Rolle des kriegstreiberischen Verbündeten Aserbaidschans übernommen. Übrigens bestätigt der französische Präsident Macron, dass die Türkei syrische Dschihadisten in die Region schickt und dass es über 10.000 wären, die von der Türkei großzügig für das Massaker an den Armeniern bezahlt würden. Stolz berichtet die Türkei auch, dass ein armenisches Kampfflugzeug aus der Luft geholt wurde. Mit dieser erneuten türkischen Feindschaft gegenüber Armenien wenden sich die Gedanken schnell dem armenischen Völkermord von vor mehr als hundert Jahren zu, den sie selbst immer noch leugnen. Es ist klar, dass die Europäische Union und die NATO die türkische und aserbaidschanische Aggression scharf verurteilen müssen, aber sie bleiben auf der Strecke. Die Türkei wäre dann in der Lage, das Flüchtlingsabkommen der EU zu kündigen, was dazu geführt hat, dass in den letzten Jahren viel weniger Flüchtlinge nach Europa gekommen sind, was zur Folge hat, dass Europa die Menschen in Armenien völlig im Stich gelassen hat. Europa muss nun einen sofortigen Waffenstillstand fordern, tut dies aber nicht auf Ersuchen der Vereinigten Staaten, nicht einmal mit Sanktionen. Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich Armenien auf diese Weise im Stich gelassen habe, aber dafür, dass ich Sanktionen gegen Russland verhängen wollte, ohne überhaupt sicher zu sein, dass Russland etwas mit der Vergiftung der Marine zu tun hat. Ich möchte mich beim armenischen Volk für die mangelnde Entschlossenheit des Westens entschuldigen, Ihnen in diesem Konflikt zu helfen. Es ist höchste Zeit, dass die Europäische Union und die NATO die türkische Einmischung offiziell verurteilen und zum Abzug der Truppen aus Berg-Karabach und Armenien auffordern. Welche Legitimität hat Europa noch, wenn es über sein Ziel, Kriege zu vermeiden, hinausschießt?

 

Andy Vermaut

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