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Ein Teil der 1500-jährige Geschichte eines Staates --
Von Baiern unter den Agilolfingern zum Freistaat Bayern mit Klarstellung des Begriffes”
 
Vor der Herausbildung eines eigenen Staatsgebietes herrschte in den keltischen Teilen des heutigen bayerischen Raumes fünfhundert Jahre das Römische Imperium
(15  v. Chr. bis 476/480 n. Chr.).
 
Bereits mit dem Jahr 550 ist dann das Baierische Stammesherzogtum unter Garibald I. aus dem Geschlecht der Agilolfinger verbürgt. Damit ist Bayern
(Schreibweise des Staates bis 20. Oktober 1825 Baiern) als ältester durchgängig bestehender Staat Europas anzusehen, in welchem insgesamt
zwölf verschiedene Adelsgeschlechter herrschten, am längsten von 1180 – 1918 die Dynastie der Wittelsbacher.
 
Die flächenmäßige Ausdehnung, die Grenzen Bayerns, waren in der  wechselvollen 1500-jährigen Geschichte äußerst unterschiedlich, umfassten z. B. auch Gebiete des heutigen Österreichs und Italiens, bevor sie nach dem Wiener Kongress von 1815/1816 weitgehend die derzeitige Gestalt erhielten:
 
Es herrschte noch Krieg, als am 7. November 1918 König Ludwig III.  (sog. Milli-Bauer) – eine hoch gebildete, eloquente und in Bayern völlig verkannte Persönlichkeit  – gestürzt wurde. Er war der erste Monarch in Deutschland, den die Revolution vom Thron fegte.  Ludwig III. hatte versucht, die Selbständigkeit Bayerns wieder zu stärken, nachdem das Land gegenüber der übermächtigen preußischen Militärmonarchie vor allem unter König Ludwig II., aber auch unter Prinzregent Luitpold, in politische Passivität verfallen, die bayerischen Interessen vernachlässigt und  Bayern faktisch zum Vasallenstaat Preußens degradiert worden war.
 
Und noch an diesem 7. November  1918 tritt Kurt Eisner --  dann am 8. November zum Ministerpräsidenten und Außenminister Bayerns gewählt  -- vor die im Landtag versammelten Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte: “Die Dynastie der Wittelsbacher ist abgesetzt. Bayern ist ein Freistaat”.  Eisner verkündet dabei das Modell der Zukunft schlechthin, die Trias von Demokratie, Selbstregierung und Republik. Damit sollte ein freier Staat, ein Freistaat, den politischen Rahmen bestimmen, ein Gemeinwesen, in dem das bayerische Volk in freier Selbstbestimmung die politischen Geschicke selbst in die Hand nehmen würde, nachdem das monarchische System völlig diskreditiert war. Kurt Eisner gefragt, warum er von Berlin nach Bayern kam: “Da hier die Leute freiheitlicher gesinnt sind und weil ihnen das überdisziplinierte, militaristische Preußentum fremd sei”.  Kurt Eisner ein Mann, der es durchaus  wert ist, sich genauer und objektiv mit seiner Biographie zu beschäftigen.
 
Am 8. November 1918 erfolgte dann auch die Proklamation des Freistaates Bayern. Der Begriff hatte schon eine lange Tradition, vor allem in der Schweiz,
z. B. bereits 1731 als “Frey-Staat” sowie 1832/1848  in Deutschland, als konkreter Gegen-Entwurf zur Monarchie.

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