Geht so Naturschutz? - QR Code Friendly


Grüne Wiesen, singende Vögel, ein rauschender Bach, Ruhe und Frieden in der Natur, so stelle ich mir Natur vor. Tiere gehören zur Natur dazu. Sie pflegen sie, fressen das Gras, stutzen den Bewuchs, lockern den Boden und machen sicher nichts kaputt. Selbst eine Wiese, die unter Naturschutz steht, weil sie zu den seltenen Auenwäldern gehört, kann von Tiernutzung profitieren.
Was spricht also dagegen, Tieren die Pflege des Naturschutzgebietes zu überlassen? Sie würden das Gras kurz halten, die Baum-Sprösslinge fressen, für Insektenvielfalt sorgen und ganz nebenbei hätten die Tiere Futter.
Nun sieht das am Naturschutzgebiet Der Berker Mühle in Kierspe allerdings anders aus! Dort wächst das Gras meterhoch, die Baum-Sprösslinge verbreiten sich immer mehr und einmal im Jahr bricht eine Horde Arbeiter über das Naturschutzgebiet herein. Dann ist nichts mehr von Ruhe und Frieden zu spüren! Wie wild wird das gute Gras, welches Rindern oder Pferden als gutes Futter hätte dienen können, abgemäht, zu großen Haufen aufgetürmt und schließlich aufwändig mit Traktoren und großen Anhängern abgefahren. Ich bezweifle, dass dieses Gras noch als Tierfutter verwendet wird! Aber nicht genug. Mit dröhnenden Freischneidern wird wochenlang gegen die Sprösslinge vorgegangen - Soll der Auenwald doch gepflegt bleiben! Nun frage ich mich, was daran ist noch Naturschutz?

Die Natur und die Wildtiere finden die Maschinen, welche wochenlang in ihrer Ruhezone herumdröhnen sicherlich nicht sehr angenehm. Viel schöner, natürlicher, vielleicht auch schützender wären da doch Rinder oder Pferde. Was spricht dagegen Nutztiere das gute Futter auf Auenwiesen fressen zu lassen? Müssen stattdessen für viel Geld und Aufwand Arbeiter, Traktoren, Geräte bezahlt werden, was völlig kostenfrei und naturnah Nutztiere hätten leisten können? Wäre es nicht für die Natur, den Naturschutz und die Nutztiere viel praktischer wenn die Natur von Tieren gepflegt würde? Was rechtfertigt, dass viel Geld, Aufwand, Lärm und Dreck produziert wird um wesentlich weniger umweltschonend und schützend das Naturschutzgebiet zu pflegen!?
Bei uns am Naturschutzgebiet Auenwald an der Berker Mühle in Kierspe sieht das anders aus. Wir als Pferdehalter, die direkt neben dem Naturschutzgebiet wohnen, dürfen die Wiese nicht betreten, geschweige denn das Gras unseren Pferden zum fressen anbieten! Stattdessen wird ein Stacheldrahtzaun gebaut, man wird verwarnt, die Wiese keinesfalls zu betreten, und schaut tatenlos zu, wie das gute Gras verkommt und schließlich gemulcht oder ab gemäht und weggeschmissen wird.
Jeder könnte von der Beweidung durch Tiere im Naturschutzgebiet profitieren! Die Stadt würde Geld sparen, die Natur würde regelmäßig schonend gepflegt werden und unsere Tiere hätten Futter! Aber das wäre ja zu einfach. Also schauen wir weiter über den Stacheldrahtzaun zu der großen Wiese die immer weiter zuwächst, das Gras ungenutzt bleibt und einmal jährlich die Arbeiten im Naturschutzgebiet mit dröhnenden Maschinen unsere Ruhe und den Frieden der Natur stören! Das scheint die neue Art von gelebtem Naturschutz zu sein.

Liebe Grüße, Marina Wroblowski

Weitere Artikel
Autor: Marina Wroblowski

Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 
(Durchschnittliche Bewertung 5 bei 1 Bewertung(en))