Menschen, die warten, werden in diesem Land stigmatisiert. - QR Code Friendly

Sehr geehrte Damen und Herren,

Menschen, die, und dies ist ihr grundgesetzlich geschütztes Recht, auf die Zulassung des Totimpfstoffes gegen Covid-19 warten, werden in diesem Land auf eine Weise stigmatisiert, wie man es sich als jemand, der als Nachkriegsgeborener großes Vertrauen in diesen Staat entwickelt hat, nicht hätte vorstellen können.
Bürger werden gegen (noch) Ungeimpfte regelrecht aufgehetzt.
Covid-19 lässt sich von der aktuellen Politik nicht beherrschen.
Vergangenes Jahr gab man den Personen, die in der Öffentlichkeit zusammen einen Glühwein tranken, die Schuld an den hohen Inzidenzzahlen.
Heuer sind es die Ungeimpften.
Hauptsache die Politiker haben noch genug Steine, mit denen sie im Glashaus sitzend um sich werfen können und dabei auf eine Öffentlichkeit vertrauen können, die nichts mehr hinterfragt.
Monika Gruber hat Recht: In Deutschland benötigt es von Berufswegen keine Satiriker mehr.
Diesen Job erledigen andere mittlerweile besser.
Ich frage mich, was die groß angelegte Impfaktion bisher gebracht hat?
Vor einem Jahr wurde uns versichert, dass mit zwei Nadelstichen Corona überwunden sei.
Mitnichten. Wir sind heute kaum einen Schritt weiter.
Die Impfdurchbrüche mehren sich. Die Intensivbetten in den Kliniken sind nicht ausschließlich mit ungeimpften Personen belegt.
Die Wirkung des auf der mRNA-basierten Impfstoffes scheint zeitlich sehr begrenzt zu sein.
Wohin soll das führen?
Mindestens jährliche Impfungen mit einem auf Grundlage der Gen-Technologie hergestellten Impfstoffes?
Wo bleibt der Aufschrei der Grünen, die die Gentechnologie ansonsten kategorisch ablehnen?
Warum hat man in der EU von Anfang an einseitig auf den mRNA-Impfstoff gesetzt?
In Ländern außerhalb Europas wird der Totimpfstoff längst erfolgreich verimpft.
Warum geht keine Journalistin bzw. kein Journalist dieser Sache auf den Grund?
Lieber wird ein Impf-Spaltkeil durch die Bevölkerung getrieben.

Nicht fehlende Intensivbetten, sondern der Mangel an Pflegepersonal ist das Hauptproblem bei der Bewältigung der Corona-Pandemie.

Viele der Zusatzbetten, die in der Pandemie in den Kliniken geschaffen worden sind, können nicht belegt werden, weil das Personal zur Versorgung der Patienten fehlt.

Gesundheit ist kein Wirtschaftsfaktor.

Trotzdem wurde sie in den vergangenen Jahrzehnten, politisch gewollt, so behandelt.

Auch dem Gesundheitswesen wurde das unglückselige „Shareholder value“ als "Medizin" verordnet.

An den Nebenwirkungen leiden nun zunehmend Patienten wie Pflegekräfte.
Ärzte und Pflegepersonal leisten in diesem Land übermenschliche Arbeit und stoßen regelmäßig an ihre Leistungsgrenze.
Dieser Dienst am Menschen wird gesellschaftlich viel zu wenig gewürdigt.
Manchmal reicht bereits ein aufrichtiges "Dankeschön".
Der besonders ehrbare Pflegeberuf wird ihnen zunehmend verleidet, weil sie dem Profitgier zum Opfer gefallen sind.

Schlechte Bezahlung und steigende Arbeitsbelastungen machen den Beruf auch für potenzielle Nachwuchskräfte stetig unattraktiver.

Pflege heißt, sich auch ausreichend Zeit für Menschlichkeit nehmen zu können. Vor allem deswegen haben viele Menschen diesen Beruf, der eine Berufung ist, ergriffen.

Doch die nach rein ökonomischen Gesichtspunkten getakteten Pflegezeiten sorgen dafür, dass Patienten vielerorts nur noch wie Nummern behandelt werden.

Was ist bloß los mit diesem Land? Nichts scheint mehr richtig gut zu funktionieren.

Gut ausgebildete Menschen in Pflegeberufen, die aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen hierzulande beispielsweise nach Norwegen ausgewandert sind, schwärmen von den dortigen Arbeitsbedingungen.
Wir benötigen in Deutschland auch im Gesundheits- und Pflegesystem einen Shutdown und anschließenden kompletten Neustart.
Die Verhältnisse im Pflegebereich waren nicht immer so schlecht wie heute.
Eigentlich ist die Politik seit Jahren gefordert. Doch sie legte die Hände zur Raute in den Schoß und lässt "den Herrgott einen guten Mann sein".
Vor mehr als vierzig Jahren war ich aufgrund eines mit 16 Jahren erlittenen schweren Verkehrsunfalles insgesamt rund eineinhalb Jahre in stationärer Behandlung im damaligen Städtischen Krankenhaus in Bayreuth.
Die Privatisierung von Krankenhäusern war damals noch kein Thema.
Die fürsorgliche Zuwendung der Ärzte und des Pflegepersonals und die Zeit, die sie sich für mich und andere Patienten nehmen konnten, halfen mir immens darüber hinweg, dass ich einen Teil der vielleicht schönsten Phase meines Lebens im Krankenhaus verbringen musste.
Meine Eltern konnten darauf vertrauen, dass ich mich auch in menschlicher Hinsicht in guten Händen befinde.
Die damaligen Mehrbettzimmer hatten den Vorteil, dass man großartige Menschen kennenlernen konnte, die mich in meinen melancholischen Momenten mit ihrem Humor wieder aufgerichtet haben, obwohl es ihnen teilweise schlechter ging als mir.
Man hat sich gegenseitig gekümmert.
Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, kam es mir vor, als ob ich eine große Familie verlassen müsste.
Diese Zeit war für mich eine sehr prägende Erfahrung.

Freundliche Grüße

Alfred Kastner


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