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Haben Pflanzen und Tiere Rechte? Haben Wälder und Flüsse Rechte?

Auf dem Hintergrund des Umweltschutzes sprechen manche Freunde der Natur von den „Rechten der Tiere und Pflanzen, der Wälder und Flüsse.“

Leider muss ich sagen: Das ist gut gemeint, aber falsch. Tiere und Pflanzen können keine Rechte haben. Der Philosoph Martin Rohnheimer schreibt dazu „Nur Menschen besitzen Rechte, unbeschadet der Tatsache, dass Menschen gegenüber Tieren, ja gegenüber der Natur insgesamt Pflichten haben – aber nicht der Natur wegen, sondern des Menschen wegen, dessen Lebensraum die Natur ist. Von Aristoteles stammt die Einsicht, Tiere agierten allein aufgrund von Lust und Schmerz, Menschen hingegen hätten Vernunft und Sprache und deshalb kennten sie Recht und Unrecht, worauf alle Zivilisation gründe. Wer für «Tierrechte» plädiert, entmenschlicht die Menschenrechte und den Menschen zugleich.  Tiere haben Würde, insofern sie Menschen nützlich sind – nur deshalb wird ja der Hund der beste «Freund» des Menschen genannt – oder ihr Anblick das menschliche Auge ergötzt. Gerade die rührenden, von menschlicher Dankbarkeit zeugenden Inschriften auf Grabsteinen alter Hundefriedhöfe… Der Hund lebt nur in der Erinnerung des Menschen weiter. «Glücklich, die wir hier liegen am Fuße dieses Steins, denn, ob wir gut oder schlecht gelebt haben, hier bleiben wir», heißt es da etwa mit feiner Ironie. Ganz anders die Menschen, fährt die Inschrift fort, sie müssten sich um ihr Ende sorgen, denn «im Moment des Todes haben sie eine Rechnung zu begleichen» – ihr Leben geht ja weiter. Soweit Professor Rhonheimer.

Der Mensch hat des Menschen wegen die Pflicht, seine Lebensgrundlage, die Natur zu schützen. Aber Pflanzen und Tiefe haben keine ´Rechte`. Recht hat nur ein geistiges Wesen. Wenn der Mensch sich aber allein nach Lust und Schmerz richtet, verhält er sich wie ein Tier – unmenschlich. Es ist ein Zeichen von wirklichem Menschsein, wenn Menschen ihres religiösen Glaubens wegen Folter hinnehmen. Dann verhalten sie sich als Menschen. Ein solcher Mensch war z.B. im Jahr 1945 der Jesuitenpater Alfred Delp, der trotz Folter seinen Glauben nicht verleugnet hat und wegen seiner Treue zu Christus hingerichtet wurde. Wir vergessen leider manchmal, dass erstaunlich viele Menschen diesen Weg gegangen sind und Wunder geschehen sind. Bei aller Liebe zu Tier und Pflanze, Wald und Fluss, dürfen wir uns geistig nicht „abseilen“ lassen.

Eberhard Gemmingen SJ

 

Im Einsatz für Glaube und Gerechtigkeit

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Pater Eberhard v. Gemmingen SJ
Autor: Pater Eberhard v. Gemmingen SJ

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