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Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, es sind 20 Minuten gespielt im Berliner Olympiastadion zwischen der „alten Tante“ Vorwärts SPD und Eintracht Union.
Es steht noch 0:0.
Beide Mannschaften sind in der vergangenen Saison dem Abstieg nur knapp entronnen.
Insbesondere bei Vorwärts SPD hat sich das Gesicht des Teams stark verändert.
In den Spielmacher Olaf Scholz sowie die jungen Talente Lars Klingbeil und Kevin Kühnert setzen Verein und Anhänger große Hoffnungen.
Die Eintracht sollte sich hingegen besser in Zwietracht Union umbenennen.
Ein spielerisches Konzept ist bei dieser ehemals so erfolgreichen Mannschaft bereits seit Jahren nicht mehr erkennbar.
Die Eintracht vollzieht derzeit einen kompletten Umbruch und Neustart.
Doch wirkliche Talente sind in dem Team bisher nicht auszumachen.
Im Gegenteil. Mit Friedrich Merz wurde ein ehemals halbwegs erfolgreicher Spieler aus der Jahrtausendwende reaktiviert, der bisher jedoch auch keine entscheidenden Akzente setzen  konnte.
Merz war früher dafür bekannt, dass er sich in spielentscheidenden Momenten auf dem Platz plötzlich unsichtbar machte.
Aber zurück zum Spiel.
Vorwärts ist bisher die eindeutig spielbestimmende Mannschaft und hat sich bereits einige gute Chancen herausgespielt.
Insbesondere Saskia Esken, die konsequent die linke Aussenbahn besetzt, bringt mit ihren schwungvollen Angriffen und Dribblings die Abwehr der Eintracht regelmäßig in Bedrängnis. Ihr Spiel erinnert an den brasilianischen Nationalhelden Garrincha, der seinen Gegenspielern mit seiner Dribbelkunst Knoten in die Beine spielte.
Rechts antäuschen und anschließend links vorbeigehen.
Esken kommt zugute, dass die rechte Abwehrseite der Eintracht offen ist wie ein Scheunentor.
Esken hat auf der linken Seite enorme Verstärkung durch das Supertalentiert Kevin Kühnert erhalten. Dieser ist mit seiner Spielweise in der Lage, den gesamten Fußball zu revolutionieren.
Auf halblinks hinterlässt der Shootingstar Lars Klingbeil, der den glücklosen NoWaBo ersetzt, bisher einen ambitionierten Eindruck.
Die Eintracht bietet reinen Angsthasenfussball.
Mannschaftskapitän Markus Söder fordert von seinen Mitspielern regelmäßig alle Bälle, vermag es aber nicht, selbst entscheidende Akzente zu setzen.
Im Gegenteil, seine Pässe landen entweder beim Gegner oder im Aus.
Vergangene Saison wurde er wegen selbstherrlichen, undisziplinierten und mannschaftsundienlichen Verhaltens von seinem damaligen Trainer Wolfgang Schäuble vorübergehend auf die Ersatzbank verbannt.
Vor wenigen Jahren forderte Söder sogar eine Obergrenze für ausländische Spieler.
Als er realisierte, dass er mit dieser Forderung bei den Medien und sogar bei den eigenen Fans keine Sympathiepunkte sammeln konnte, ruderte er schnell wieder zurück.
Was macht da Söder gerade? Er attackiert seinen eigenen Mitspieler und nimmt ihm dem Ball ab. Was erlauben Söder?
Aber er hat die Rechnung ohne die verbissene Kampfmaschine Karl Lauterbach gemacht.
Dieser erkämpft sich sofort den Ball spielt auf links zu Kühnert, der mit seinem starken linken Fuß ins linke obere Eck eiskalt verwandelt. 1:0 für Vorwärts.
Vorwärts ist das klar spielbestimmende Team.
Jetzt wIeder einer dieser phänomenalen Flankenläufe von Esken über links, es folgt eine scharfe und zielgenaue Flanke auf den Kopf des nach innen gewechselten und völlig freistehenden Kühnert. Tor. 2:0 für Vorwärts!
Ist das bereits die Vorentscheidung?
Halbzeit.
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wIr melden uns zurück aus dem Berliner Olympiastadion. Der Spielstand ist unverändert, doch Vorwärts hat sich in der Zwischenzeit einige Grosschancen erspielt. Die Eintracht wirkt wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen ohne spielerische Linie.
Und schon wieder einer dieser katastrophalen Fehlpässe Söders. Söder spielt wie eine Flasche leer.
Ein Teil der eigenen Fans ist mittlerweile derart aufgebracht und skandiert „Söder raus!“.
Was macht Söder da gerade? Er geht auf die Tribüne zu und zeigt den erzürnten eigenen Anhängern, nein nicht den Mittelfinger, aber eine Karte, auf der 2 G steht.
Die Anhänger toben.
Als ob dies nicht reichen würde, setzt Söder eines oben drauf und wiegelt den Teil der Anhänger, die bisher ruhig geblieben sind, gegen die anderen auf. Er spaltet somit die eigene Anhängerschaft. Das ist in der Geschichte der „Eintracht“ einmalig.
Ein derart grob unsportliches Verhalten hätte mindestens die gelbe Karte verdient.
Der Schiedsrichter kommt auch schon zu Söder gelaufen. Aber was macht er? Er klopft ihm auf die Schulter. Unglaublich!
In der 75. Minute hat der Trainer der Eintracht endlich ein Einsehen und wechselt Söder aus.
Auf den Platz kommt der Neuzugang  Manfred Weber, der vorher einige Jahre in der europäischen Champions League bei EU Brüssel gespielt hatte.
Allerdings wurde er in der vergangenen Saison aus unerfindlichen Gründen auf die Ersatzbank verbannt.
Weber bekommt sofort den Ball, täuscht links an, geht rechts an seinem Gegenspieler vorbei und schiesst. Tor. Anschlusstreffer für die Eintracht.
Die Eintracht ist nicht mehr wieder zu erkennen. Es ist ein völlig neuer Geist in der Mannschaft spürbar.
Sie bestimmt plötzlich das Spielgeschehen und dominiert Vorwärts fast nach Belieben.
Jetzt wieder Eckball für die Eintracht. Der ausführende Weber zieht den Ball mit viel Effet auf den Kopf des baumlangen Abwehrchefs Ralph Brinkhaus. Der überspringt die Abwehr von Vorwärts und köpft ins Tor. Ausgleich.
Es sind offiziell noch zwei Minuten zu spielen.
Die Eintracht ist weiterhin am Drücker.
Wieder ist es Weber der nach innen flankt.
Kopfballabwehr. Aus dem Hintergrund könnte Spahn schiessen. Spahn schiesst. Tor, Tor, Tor!
3:2 für die Eintracht!
I wer narrisch!
Halten Sie mich für verrückt. Halten Sie mich für übergeschnappt.
Aber diese fußballerische Wandlung der Eintracht ist für mich eine Sensation.
Das schönste aber ist, dass auf den Rängen Verbrüderungsaktionen der Fans stattfinden.
Eintracht statt Spaltung.
So schön kann Fußball sein.
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Autor: Alfred Kastner

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