Gendergerechtigkeit - QR Code Friendly
Als ich kürzlich meine Tochter zum Reiten gebracht habe, ist mir etwas
Dramatisches aufgefallen: Es heißt „Gestüt“ oder "Stuterei"- überall. Ich
halte dies für eine extreme Diskriminierung. Die Hengste haben absolut
keine Möglichkeit in einer sprachlich angemessenen Umgebung zu leben; es
gibt kein „Gehengst“ oder "Hengsterei", nirgendwo, auch nach intensiver
Internetrecherche, habe ich kein einziges gefunden. Ich beantrage daher,
um die Quote der Gleichberechtigung zu erfüllen, die Hälfte aller
„Gestüte“ in „Gehengste“ umzubenennen.
Aber halt, was ist mit den tausenden Wallachen ? Diese armen Kreaturen
wurden zwangsweise ihrer Männlichkeit beraubt und müssen nun den Rest
ihres traurigen Daseins in einem „Gestüt“ fristen, tagtäglich vor Augen,
wie es hätte sein können. Auch in einem „Gehengst“ wären sie sicher nicht
glücklich. Täglich würden sie daran erinnert, wie es einmal war. Nein -
die Diskriminierung nimmt kein Ende - nennen wir es doch einfach die
Walachei ...

Gerhard Schöttke
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Autor: Gerhard SchöttkeWebsite: http://gerhard-schoettke.de/

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Kommentare  
# GendergerechtigkeitDieter Heußner 2022-01-24 15:40
vielen Dank für Ihren erfrischenden Satirebeitrag. Sie haben in der Tat Recht, so viel Ungerechtigkeit auf diesem Planeten. Schuld daran sind bestimmt die Russen.

Beim Lesen Ihres Beitrags entdeckte ich in der deutschen Sprache noch Schlimmeres:

Darf man eine Frau, die einem Verein beigetreten ist, als "Mitglied" bezeichnen? Schließlich hat sie als Frau kein Glied.

Wären Sie mit dem Begriff "OhneGlied" einverstanden?
Wie wäre es mit den unsere vom Aussterben bedrohte Sprache bereichernden Begriffen "Mitbusen" oder "Mitvulva"?
Ich distanziere mich an dieser Stelle AUSDRÜCKLICH von einer möglichen Schreibweise "Mietvulva".

Blicken wir doch einmal über die deutsche Sprache hinaus:
1. "Sonne" ist im Deutschen ein weibliches Hauptwort, im Französischen, Spanischen und Russischen jedoch ein männliches Hauptwort.

2. "Mond" im Deutschen männlich, im Russischen weiblich.

3. Und dann gibt es im Reich des Bösen auch noch andere Ungereimtheiten
a) das russ. Wort für "Onkel" ist weiblich und wird weiblich dekliniert
b) ebenso das russ. Wort für "Mann" (im Unterschied zur "Frau")
c) das russ. Wort für "Ehemann" ist männlich und wird männlich dekliniert.

Oder sollen wir alle Substantive zu Wallachen machen? Nur in der deutschen Sprache? Etwa auch in der russischen Sprache? Haben Sie bereits einen Plan B, wenn Putin der Walachisierung der russischen Sprache nicht dienstbotenmäßig zustimmt?

Klar, dass bei dieser Gemengenlage keine Völkerverständigung zustande kommt.

Haben Sie einen Vorschlag, wer alle diese Probleme, auch die von mir in den oben Sprachen genannten, lösen KANN? Doch wohl nur unser Baerböckchen. In dieser sprachlichen Variante ist sie jedoch sächlich, evtl. sogar nebensächlich!

Annalenchen hat - bescheiden wie sie ist - in ihrer Vita ihre Ausbildung zur Sprachwissenschaftlerin nicht angegeben.

Mein Deutschlehrer stöhnte oft: "Deutsches Schprack, schwäres Schprack!" Wie wahr!

Hr. Schöttke, es gibt viel zu tun!

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