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Zum Artikel " Ukraine empört über Marinechef" vom 24.01.22
Leserbrief dazu von Martin Hartmann, GN vom 27.01.22
Artikel "Zu viel Friedensliebe..." von Redakteur Burghard Ewert, GN vom 27.01.22

Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass die Ukraine über die o.g. Äußerungen empört sind.
Jede andere Nation würde ebenfalls zurecht empört sein, aber … diese Empörung geht an dem eigentlichen Problem vorbei.
Die beiden o.g. Stellungnahmen, insbesondere die von Herrn Ewert, zeigen, dass es bei uns auch Menschen gibt, die sich einmal ohne Populismus, ohne blinde Loyalität und ohne parteipolitische Gehorsamkeit Gedanken zu der Krise um die Ukraine machen.
Ich denke, Herr Ewert hat Recht mit seiner Aussage, dass es viele Menschen in Deutschland gibt, die ebenso denken wie Herr Schönbach.
Man kann natürlich geteilter Meinung darüber sein, ob es in so einer Position sinnvoll ist, gerade zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich seine Meinung so zu äußern wie Herr Schönbach es getan hat.
Vielleicht hat Herr Schönbach ja die Öffentlichkeit bewusst gesucht, weil man ihm in seinen Kreisen nicht zuhören wollte?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oftmals nicht gewünscht ist, sich unvoreingenommen kritisch konstruktiv mit Problemen auseinander zu setzen. Unkritische und linientreue Befolgung der von oben vorgegebenen Entscheidungen sind gefragt.
Das ist für die Vorgesetzten einfacher, aber für die Sache sicher sehr schlecht. Ich habe deshalb auch Angst um die Zukunft unseres Landes, es war schon einmal so, dass Kritik im Keim erstickt wurde, ....und das war damals nicht gut für Deutschland.
Ohne für Russland oder die Nato Partei ergreifen zu wollen, muss man doch eindeutig feststellen, dass die Nato sich nicht an die von Herrn Gorbatschow und Herrn Kohl ausgehandelten Beschlüsse hinsichtlich einer Osterweiterung gehalten hat. Die Aufnahme ehemaliger "Ostblockstaaten" war meines Wissens nach ausdrücklich ausgeschlossen worden. Ich kann von daher nachvollziehen, dass Herr Putin als einer der Nachfolger von Herrn Gorbatschow sich das nicht weiter bieten lassen will. Er muss sich aber eigentlich fragen, warum diese Staaten sich der Nato und nicht Russland zuwenden, aber dazu müsste er aber auch die Größe haben, eigene Fehler einzugestehen und zu berichtigen.
Aber was wäre denn, wenn Russland plötzlich Stützpunkte in Kuba oder Südamerika einrichten würde? Die USA würde doch auch sofort intervenieren und es gäbe einen lauten Aufschrei der Nato. Die Kubakrise lässt grüßen. Warum werden einerseits die selben Interessen des einen Landes unterstützt, während sie im anderen Fall verurteilt werden ?
Es ist sicher zu hinterfragen, ob die derzeitigen Provokationen von russischer Seite richtig und sinnvoll ist, aber .... ist überhaupt ein Krieg jemals sinnvoll gewesen ???
Warum können nicht alle Völker friedlich miteinander umgehen ? Ich glaube, dass das nicht an den Menschen allgemein liegt, eher an einigen Wenigen, die nur an sich denken und die die an sich friedliebenden Bevölkerungen in einen Krieg treiben.
Leider ist wohl die geistige Größe aller Präsidenten/Herrscher weltweit offenbar nur auf Machterhalt bzw. Machterweiterung ausgelegt und nicht auf dem Stand, dass eine Welt ohne kriegerische Konflikte die Welt wäre, die sich die gesamte Menschheit unterhalb der Regierungsebenen wünscht und die allen ein auskömmliches Leben ermöglicht.
Die Erdbevölkerung hat wahrlich andere Probleme, die nur weltweit zusammen und nicht gegeneinander gelöst werden können, damit überhaupt jemand auf der Erde überleben kann.
Das muss kein Staat noch durch einen Krieg beschleunigen.

Mit freundlichem Gruß

Reinhard Bonke
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Autor: Reinhard Bonke

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