Zum Krieg in der Ukraine und zur nuklearen Bedrohung durch Putin - QR Code Friendly

Vorausgeschickt sei mein tiefstes Bedauern und Mitgefühl für die Verheerung eines nach vielen Wirren demokratisch regierten Landes, an dessen Spitze ein bewundernswerter Mann steht, der wie große Teile seines Volkes bereit ist sein Leben für dieses Land und die Werte für die sein mutiges Präsidentenherz schlägt, zu geben.

Menschen auf der gesamten Welt, vor allem in Europa, fragen sich bange, zu welchem Ende dieses unfassbare Vorgehen Wladimir Putins führen wird. Die Frage ist jedoch auch, was wir uns als Weltgemeinschaft, um deren menschliches Ansehen es in vielen Not bescherenden Zusammenhängen nicht zum Besten bestellt ist, für die Zukunft wünschen. Dabei haben wir für Verlauf und Ausgang dieses Krieges die Wahl zwischen zwei Szenarien, die jedes für sich im nächsten Jahrzehnt nicht ohne weiteres großes Leid auskommen werden. Was jedoch ganz nebenbei für alle Zukunftsperspektiven auf diesem Planeten gilt.

Eine Möglichkeit ist die bei der UN und in vielen staatspolitischen Gremien debattierte Option, Putin zu ermöglichen, bei einem notgedrungenen Einlenken sein Gesicht zu waren und dadurch seine Androhung eines atomaren Erstschlags, wenngleich dieser in seiner unmittelbaren Wirkung territorial begrenzt sein könnte, zurückzunehmen und seine konventionelle Kriegsführung zu beenden. Die Konsequenz daraus dürfte jedoch bei aller Breite und erstrebten Tiefe der Sanktionen und der Reduzierung seines schauderhaften Einflusses auf die Weltordnung die sein, dass er seine innenpolitische Macht in Russland behält und dadurch weiterhin wenigstens auf den alten korrupten und gewissenlosen Kanälen seine Geschäfte mit Regimen in anderen Schurkenstaaten betreiben und für diese weiterhin als Sicherheit und Stütze gegenüber ihrem jeweiligen eigenen Volk bzw. ihren Nachbarn fungieren kann. Das würde bedeuten, dass sich die weltweit verteilte Unrechtsstaatlerei auf nicht absehbare Zeit weiterhin im Sattel hält. Das damit verbundene fortschreitende Leid wird dann wie so oft in der täglichen Mediensause untergehen und das Mitgefühl sowie die humanitäre Hilfe für die betroffenen Menschen üblich gering ausfallen. Sollte die Ukraine dann in Verhandlungen Putins postulierten Forderungen nachkommen und dabei ihre rechtsstaatlich-demokratische Gesinnung möglicherweise verleugnen müssen, ist dieses Szenario mittelfristig wesentlich weniger bedrohlich als das andere.

Beim Anderen bedarf es nämlich eines außergewöhnlichen Vertrauens in unser Schicksal, das letztendlich, wie bereits vielfach zitiert, in den Händen des über Generationen gebeutelten und verängstigten russischen Volkes liegt. Es ist das Vertrauen, dass das Volk die Wahrheit über Putins Vorgehen erkennt, der sich – was kaum mehr zu steigern ist – dann noch mehr gegen seine Untertanen wendet, und diese sich dennoch, gemeinsam mit den unter Beschlagnahmungsdruck ihres internationalen Vermögens stehenden Oligarchen, gegen seinen Despoten erheben. Denn Moral und Kraft dazu lebt durchaus in nicht unerheblichen Teilen des russischen Volkes. Es ist ein Vertrauen in das Schicksal der gesamten Menschheit, angesichts dieses kaltblütigen Krieges, der eines langen Atems aller Ukrainer und der gesamtstrategisch, militärisch und humanitär unterstützenden Staatengemeinschaft samt ihrer Bevölkerung, bedarf. Es war Robert Habeck, der gerade erst in energiewirtschaftlichen Bezügen davon sprach, dass es in dieser Situation angezeigt ist sich keinerlei Tabus im Denken und Erwägen zu unterwerfen. In diesem Sinn ist die zweite Möglichkeit für mich durchaus bedenkenswert. Auch wenn mein bürgerlicher Verstand bei weitem nicht die gesamte geopolitische Situation in ihrer Verflechtung zu durchdringen vermag. In dieser Denke wäre das Ziel, Putin dergestalt in die Knie zu zwingen und von seiner Macht zu trennen, dass in der Folge auf einem langen Weg eine vom Westen geführte und durch die UN gestützte Demokratisierung Russlands möglich ist. Dies unter Wiederaufnahme von Handelsbeziehungen und Schaffung einer Infrastruktur, die unter Einbeziehung des eingefrorenen bzw. beschlagnahmten Staats- und Oligarchenkapitals, dem Wohlstand des Volkes dient. Dieses Szenario würde allerdings bedeuten, dass sich das entstehende weitere Leid in weltmaßstäblichem Umfang möglicherweise zwar nicht mehren, jedoch äußerst erbarmungslos konzentriert auf die Ukraine treffen würde. Bislang erscheint es in den Medienberichten so, dass viele Ukrainer für das Bestehen ihres Landes als freier und demokratischer Staat innerhalb der EU dazu entschlossen sind dieses Leid zu tragen. Wie weit dies jedoch reicht, würde sich erst im Laufe von noch massiver werdendem Beschuss zeigen. Das Ziel das hierbei zu erreichen möglich wäre, könnte tatsächlich eine neu entstehende weitgehend homogene Weltordnung sein, deren freiheitlich-demokratische Basis nicht zuletzt dadurch wächst, dass abgesehen von China, Nordkorea und möglicherweise Indien, weltweit der starke Bruder Russland abhanden kommt. Dabei könnten zunächst vor allem die unterdrückten Bevölkerungen in den russischen Nachbardiktaturen dem russischen Volk folgen und ihrerseits ihre von Russland stabilisierten Unrechtsregime, in einem Frühling nach Putin, von deren jeweiligem Thron stoßen. Dies ist sehr wohl mehr Spekulation als Weitsicht und vielleicht sogar eine Utopie. Doch sie ist gerade deshalb denkenswert. Was mir dies erlaubt ist das, worauf sich mein Vertrauen gründet.

Seit geraumer Zeit leben wir in einer kosmischen Zeitenwende. Dabei verändert sich auch in unserem Leben vieles, was wir in unserer Bequemlichkeit und damit fehlenden Flexibilität so gerne bewahren würden, ohne zu prüfen ob es überhaupt noch funktioniert. Dennoch verändert es sich und oft halten wir gar nicht mehr Schritt. Die Veränderungen ängstigen uns und viele Kräfte nutzen dies für ihre dunklen Machenschaften. In den Epochen der Weltgeschichte ist es in allen Konstellationen jedoch immer so gewesen, dass das sogenannte „Böse“ schlussendlich zu weit gegangen ist, sich stetig skrupelloser und damit zunehmend unvorsichtiger ausgedehnt und seinen kommenden Untergang dadurch bereits besiegelt hat. Wenn wir uns umschauen, können wir diese ungute Überdehnung auf der gesamten Welt erkennen. Und zwar in allen gesellschaftlichen Bereichen, auf allen Ebenen und in allen Teilen des jeweiligen Gemeinwesens. Auch im Westen scheint das einfache rechtschaffene Volk unter dieser Entwicklung immer mehr auf der Strecke zu bleiben. Die kosmische Zeitenwende birgt jedoch einen Übergang des nach kurzer Zeit bereits überkommenen, weil alle Menschen überfordernden, Informationszeitalters, hin zu einer neuen Epoche: Und zwar der eines Zeitalters des Bewusstseins. Wir befinden uns, scheinbar oder offensichtlich und u. a. parallel zu kosmischen Gestirns-Konstellationen, in einem Entwicklungsprozess infolge dessen sich unser menschliches Bewusstsein weiter erhöht. Das ist nebenbei in der gesamten Entwicklungsgeschichte der Menschheit, in Schüben zu bestimmten Zeiten, schon immer der Fall. Nur mit dem Unterschied, dass der Prozess in jetziger Zeit beschleunigt vonstatten geht und sich das Bewusstsein bei allen Wiederständen und Festhalten am Althergebrachten doch erkennbar lichtet. Der Widerstand bäumt sich logischerweise noch einmal mit aller Macht dagegen auf, damit das vorgestrige Denken mitsamt seinen weltlichen Pfründen, sich selbst irrational legitimierend und gewaltbereit, erhalten bleiben kann. Doch wie auch immer man die geistigen Quellen bezeichnen mag, aus der sich in diesen Tagen die Entscheidungen der Mächtigen in der westlichen Welt speisen und die in noch nie da gewesener Schnelle und Geschlossenheit vernunftbegabt getroffen werden, will ich dies bei allen weiteren Unabwägbarkeiten doch als Ausdruck eines größeren Geschehens betrachtet wissen, in dem unser irdisches Schicksal derzeit in besonderer Weise lichtvoll eingebettet ist. Auch wenn wir das angesichts der stets unglückseligen Nachrichtenlage, deren Schrecklichkeit die Quote zu sichern hat, – was auch zum vorgestrigen Denken gehört – nicht erkennen. Und in diesem oben erwähnten Vertrauen wäre das Risiko, Wladimir Putin ein für alle Mal in die Knie zu zwingen, bei allem dabei entstehenden und demütig zu würdigenden unsagbaren Leid der betroffenen Menschen, für die Zukunft der gesamten Welt gut behütet und geborgen. Und das ist zu guter Letzt die größere Bedeutung des Begriffes der Zeitenwende wie er im Kampf um die Ukraine derzeit benutzt wird und weltlich so auch zutrifft. Der Westen scheint nun aufgewacht zu sein. Möge dieses Erwachen auch für die Erhöhung und Lichtung unser aller Bewusstsein gelten und geschehen.

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Kommentare  
# Der bewundernswerte Herr SelenskyjGerhard Schöttke 2022-03-06 17:00
Lieber Herr Kuhn, ein bissel pathetisch Ihr erster Satz, wie ich finde. Also ich bin weder bereit für ein Land, eine Ideologie, eine Staatsform oder sonst irgend ein Gedankengebilde mein Leben zu opfern - aus einem ganz einfachen Grund - ich habe nur das eine. Wir haben Politiker, damit diese durch Diplomatie Kriege verhindern, sonst brauchen wir diesen überbezahlten Haufen von Schwallbrausen nicht.
# Zum Krieg in der Ukraine und zur nuklearen Bedrohung durch PutinDieter Heußner 2022-03-06 17:36
Ich bin gegen Krieg und auch gegen den derzeitigen Krieg in der Ukraine.

In Ihrem wortreichen Beitrag haben Sie mit keinem Gedanken darauf hingewiesen, ob dieser Krieg nicht vermeidbar gewesen wäre.

Mit welchem Recht nimmt man die Forderung eines großen Landes nicht ernst, Sicherheit an seinen Westgrenzen zu haben?

In der sog. Kuba-Krise zwangen die USA zu Recht(!), keine Atomraketen auf Kuba zu stationieren. Warum verhindert die angeblich so freie Welt nicht eine Bedrohung Russlands nicht?

Nun schafft Putin Fakten. Ich begrüße das nicht und hätte mir eine unblutige Lösung des Konflikts gewünscht.

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