Bitcoin - Fake-Marketing - gefährliches Vertrauen in eine volatile Währung - QR Code Friendly

Die scheinbar seriöse Finanz-Plattform "finanzen.net" schreibt gestern: Bitcoin-Bulle Mike Novogratz: Ukraine-Krieg treibt Kryptomarkt an - "Beschleunigte Entdollarisierung" erwartet.

Im Artikel wird behauptet, daß nun Vermögende in der Ukraine und Rußland auf Bitcoin ausweichen. Solche und ähnliche Nachrichten gab es auch im Falle Afghanistan. Nun löst Bitcoin angeblich Probleme, die durch Sanktionen entstehen. Der vorgenannte Milliardär aus der Finanzwelt wird damit zitiert, daß er eine bullische Entwicklung -allerdings schon etwas länger -erwartet, die das Ende des Dollars als Reservewährung einleiten würde.

Doch die amerikanische Behörde FinCEN, die u.a. Ausweichmanöver neben kriminellen Mißbrauch beobachtet, kann keine wesentlichen Aktivitäten feststellen, womit wieder einmal ins Auge springt, daß sich Geschäftemacher keine Chance entgehen lassen, um Bitcoin zu vermarkten.

Selbst ein Laie kann erkennen, daß Bitcoin in jüngster Zeit keine Kursentwicklung zeigt, die die behaupteten Aktivitäten untermauert.

Marketing-Agenturen werden nicht müde über unzählige Publikationen Bitcoin als Währung zu beschreiben, die von den Menschen geliebt wird und als offizielle Währung anerkannt werden soll.

Selbst das Handelsblatt ist vor kurzem dadurch aufgefallen, indem es eine Diskussion Pro und Contra veröffentlichte, zu der kein Ökonom eingeladen war.

Sogenannte Starinvestoren, wie die von den Agenturen hochgelobte Cathie Wood, werden immer wieder als Beispiele dafür genannt, wie großartig mit Bitcoin Geld verdient werden und Vermögen angehäuft werden kann. Doch inzwischen wetten andere Investoren gegen ihren Investmentansatz. Ignoriert wird von den Enthusiasten, daß sie im Jahr 2021 bis zu 50 Prozent ihres Vermögens eingebüßt hat.

Sie gehört, um einen gefährlichen politischen Aspekt nicht zu vergessen, zu den unverbrüchlichen Trump-Anhängern, wie auch Trump-Freund und Milliardär Peter Thiel, der mit der Demokratie latent auf Kriegsfuß steht und die Kryptowährung als Waffe gegen die Regierung Biden und einen befürchteten Links-Rutsch in aller Welt sieht.

Bitcoin Handelsplattformen stört dies alles nicht. Sie berichten nicht darüber und bringen neben seriösen Informationen immer mindestens einen Bericht über aus dem Hut gezauberte Kryptoexperten, die bullische Erwartungen schüren.

Stefan Hofrichter von Allianz Global Investors warnt schon seit 2018, das Platzen der Bitcoin-Blase sei nur eine Frage der Zeit, weil der Bitcoin keinen fairen Wert habe.

Es scheint so zu sein, daß 95 % aller geschürften Bitcoins nur von rund 2 % der sogenannten Wallets gehalten werden, die auch oft als Wale bezeichnet werden und die offensichtlich mit einer Art von Kurspflege und eben Fake-Marketing die Kurse steuern.

Was daran demokratisch sein soll, wie manche behaupten, erschließt sich selbst Insidern nicht.

Es stellt sich die Frage, warum die Menschen immer wieder all ihre Vorsicht aufgeben, wenn große Gewinne in Aussicht gestellt werden. Auf hohe Gewinnerwartungen folgten immer wieder Crashs und Krisen. Bereits im 17.Jahrhundert erschütterte ein Crash den Welthandel. In den Niederlanden brach 1637 der Markt für Tulpenzwiebeln zusammen. Tausende hatten ihr Vermögen in Tulpenzwiebeln investiert, nachdem die Preise für die damals seltenen, asiatischen Importpflanzen in astronomische Höhen geschnellt waren. Vom Grafen bis zum Knecht spekulierten Menschen mit den Knollen. Preise und Wert der Zwiebeln standen bald in keinem reellen Verhältnis mehr zueinander. Als dann die ersten wieder ausstiegen, um sich ihre Gewinne zu sichern platzte die Spekulationsblase wie ein Luftballon.

Ohne auf die Historie von schwersten Krisen zu schauen, sei nur mal an die Hypothekenkrise 2007/2008 in den USA erinnert, die eine weltweite Bankenkrise nach sich zog.

Besonders kurios war die Umwandlung von Risikopapieren in von Rating-Agenturen als absolut sicher eingestufte und weltweit verkaufte Wertpapier-Pakete. Wie das endete ist überall bekannt. Es führte neben den finanziellen Einbußen für viele Bürger in den USA zum Verlust ihres Eigenheims.

Weniger bekannt ist, daß die „Erfindung“ der später wertlosen Wertpapier-Pakete unter Beteiligung der besten Absolventen von amerikanischen Elite-Universitäten zustande kam.


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