WG: Münchener Merkur Nr.65 Wochenende ,19/20.März.2022 Ihr Leserbrief. - QR Code Friendly

Sehr geehrter Herr Prof.Wolfgang Bauermeister,

als Überlebender des zweiten Weltkrieges und einer 4 1/2 jährigen russischen Kriegsgefangenschaft im Ural/rote Oktoberstadt Entlassung am 6.12.1949 bin ich heute noch traumatisiert.Am heiligen Abend 1944 wurde ich vom Kaufhaus Hertie,damals Soldatenheim in München mit noch einem Kameraden an die Ostfront nach Nasielsk bei Warschau abkommandiert,obwohl der Krieg bereits zu Ende ging.Am 7 Januar 1945 erlebte ich im Alter von achtzehn Jahren den Angriff von 180 russischen Divisionen aus dem Großraum Warschau Hauptstoßrichtung Berlin.Bei 20 Grad Minus hatte ich den Auftrag mit noch zwei Mann die Überfahrt über einen Panzergraben mit 300 kg Donarit zu sprengen,als ein letzter Verwundeter gestützt auf seine Kameraden ihn überquerte.In dieser Nacht verließen mich die Kameraden,weil sie befürchteten,dass sie bereits am anderen Tag in Gefangenschaft sind,weil der Leutnant den Sprengbefehl nicht mehr überbringt.Einer kam nach einer Stunde zurück,den anderen habe ich niemehr gesehen.

Der Krieg in der Ukraine ist eine Katastrophe und der heldenhafte Kampf der Ukraine ist bewundernswert.

Wir erleben zur Zeit eine Auseinandersetzung zwischen zwei Mächten um die Vormachtstellung in Europa.

Das Opfer ist nach meiner Ansicht die Ukraine die unschuldigen Kinder und Frauen und die Zivilbevölkerung.

Der damals noch amtierende USA Außenminister Henry Kissinger hat in weiser Voraussicht einen gutgemeinten Vorschlag vertreten."Um zu überleben und sich zu entwickeln,darf die Ukraine Niemandes Vorposten sein.

Vielmehr sollte sie eine Brücke zwischen den beiden Seiten darstellen.Dabei sollten wir uns um Versöhnung bemühen und nicht um die Dominanz einer der beiden Fraktionen.Die Dämonisierung von Wlademir Putin ist keine Politik.Sie ist ein Alibi für die Abwesenheit der Politik. Henry Kissinger USA Außenminister.

Ich denke hätte Herr Selensky den gutgemeinten Rat angenommen wäre seinem Volk und der Welt viel Leid erspart geblieben.

 

Georg Friedmann einer der bekanntesten geopolitischen Analysten der Vereinigten Staaten von Amerika bringt es auf den Punkt.

Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts..waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland .Weil sie vereint die Macht sind,die uns bedrohen kann.Unser Hauptinteressse bestand darin,sicher zu stellen,dass dieser Fall nicht eintritt... Der Punkt ist,dass die USA einen "Cordon Sanitaire"einen Sicherheitsgürtel um Russland herum aufbauen..Deutsches Kapital und Technologien könnten sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden,was die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchen.

Seit meiner Rückkehr mußte ich mich über 150 Hautoperationen unterziehen zwei volle Leitz-Ordner histologische Befunde aufgrund des Strahlenunfalls in Chelyabinsk Ende 1948 und der Zündung der ersten russ. Atombombe am 29.August 1949 in Semipalatinsk/Kasachstan und Verseuchung unseres Trinkwasser und Nahrung durch hochradioaktive Abwinde.Seit Frühjahr liegt meine Klage auf Entschädigung beim Landessozialgericht in München und kann anscheinend aufgrund meines Akteneintrags durch den CIA Historical Research Division Frankfurt nicht enschieden werden.Wahrheitsgetreu machte ich gegenüber den US Behörden Angaben über meine Tätigkeiten in der Gefangenschaft.Karlsruhe kann die Löschung nicht beantragen und stellte mir anheim evtl. wegen Menschenrechtsverletzung Straßburg anzurufen.

1950 besuchten zwei CIA Beamte meine Mutter in Weilheim-Tankenrain und fragten sie weshalb ich die kostenlose Bahnfahrt nach Frankfurt nicht antrete?Ihre Antwort der fährt nirgends mehr wohin.Ja dann können wir seine Akte nicht löschen und Gnade ihm Gott,wenn sie einmal in russische Hände gelangen sollten.

Stalin liess die Christi-Erlöserkirche sprengen und darüber ein großes Schwimmbad errichten.Unter Putin und Patriarch Kyrill wieder aufgebaut und im Jahr 2000 feierlich wieder eingeweiht.Jetzt drängt man Putin in die Hände Chinas.

Ich bin nur ein einfacher Bürger und wenn ich falsch argumentiere nehme ich Ihren Rat gerne an.

Mit freundlichen Grüßen

woina pleny

AHTOH POM

 

Meine beiden Enkel haben russische Mädchen aus Stalingrad geheiratet und dort auf den Gräbern beider Seiten Blumen niedergelegt und die Toten geehrt.

Inzwischen kann ich mich zwei Urenkelinnen und eines Urenkels erfreuen.

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Autor: Anton Roth

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