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Sehr geehrte Damen und Herren,
Mea culpa. 
Ich hätte es bis vor wenigen Monaten nicht für möglich gehalten, dass mit Annalena Baerbock und Robert Habeck zwei Grünenpolitiker das Gesicht dieser Bundesregierung stellen.
Im Gegensatz zu ihnen wirken die anderen Kabinettsmitglieder und insbesondere der zaudernde und unentschlossene Bundeskanzler Scholz weitgehend farblos.
Scholz, das legt die Ukraine-Krise schonungslos offen, ist eine Fehlbesetzung in diesem Amt.
Die rückwärtsgewandte SPD ist zu dem Erfolg bei der Bundestagswahl gekommen wie die Jungfrau zum Kind und hat ihren Sieg ausschließlich dem desaströsen Zustand der Union zu verdanken.
Die noch mehr rückwärtsgewandte CDU hat sich darauf festgelegt, in einer Art Selbstgeisselung die Pflichtverteidigung für ihre langjährige Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel zu übernehmen, damit deren immer noch makelloses Bild in der Öffentlichkeit keine Kratzer abbekommt.
Die CDU benötigt in ihrem jetzigen Zustand im Grunde niemand mehr.
"Das kann weg".
Dass Merkel im Jahr 2008 den NATO Beitritt der Ukraine verhindert hat, kann man mit gutem Willen vielleicht noch nachvollziehen, zumal damals trotz der bereits offenen imperialistischen Ankündigungen des russischen Präsidenten Putin noch die Hoffnung bestand, dass man den russischen Bären mittels einer Appeasementpolitik a la Chamberlain und Handelsbeziehungen in die westliche Gemeinschaft integrieren könne.
Spätestens seit dem völkerrechtswidrigen russischen Überfall auf die Krim und der Okkupation der Ostukraine musste auch politischen Laien bewusst geworden sein, dass die unverhohlene Ankündigung des ehemalig ranghohen KGB Offiziers Putin, die alte Sowjetunion wieder herstellen zu wollen, keine leere Drohung war.
Putin betrachtet dies als seine Mission.
Umso unverständlicher ist, dass Merkel als Regierungschefin Nordstream 2 und damit die enorme Abhängigkeit vom russischen Gas vertraglich fixiert hatte.
Ging es Merkel letztendlich nur um billige Energiebeschaffung, damit "alle in diesem Land gut und gerne leben können" und Merkel sich weiterhin im Glanz ihrer außerordentlich hohen Beliebtheit sonnen konnte?
Wir alle zahlen dafür heute und für lange Zeit einen hohen Preis.
Die Umstellung auf die erneuerbaren Energien wurde in den Merkeljahren nicht entschieden genug vorangetrieben.
Im diesem Land verfestigte sich in den vergangenen 16 Jahren der Slogan "alles gut".
Aber Merkel muss in Deutschland nicht befürchten, kritischen Fragen ausgesetzt zu werden.
Für eine überwältigende Mehrheit der Deutschen ist sie eine unantastbare Ikone.
Als ein Messias, der das Land in ihrer Großmachtvision bestärkt, wird Putin bei einem überwältigenden Teil seiner Bevölkerung wahrgenommen.
Es ist Putins Krieg in der Ukraine, aber nicht ausschließlich.
Darum wäre es ein Irrtum zu glauben, dass sich alles in Wohlgefallen auflösen würde, wenn Putin "weg" wäre.
Im Gegenteil. Putin würde als  grosser Märtyrer in die Geschichte Russlands eingehen.
Darüber hinaus belehrt die Geschichte, dass in Russland immer neue "Putins" nachkommen werden.
Die Russen und ihre berühmte Seele wird ein grosser Teil der restlichen Welt vermutlich nie verstehen.
Freundliche Grüße 
Alfred Kastner 
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Alfred Kastner
Autor: Alfred Kastner

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Kommentare  
# Mea culpaDieter Heußner 2022-04-13 12:25
Hallo Hr. Kastner,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Mir ist jedoch nicht klar, warum Sie "mea culpa" ("meine Schuld") schreiben.

Für was geben Sie sich die Schuld?
# Baerbock und HabeckGerhard Schöttke 2022-04-16 15:42
Hatte mir, als jahrzehntelangem Anhänger der Grünen, in den vergangenen 40 Jahren jemand gesagt, dass Kriegshetze und Befürwortung von Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet von den Grünen ausgehen wird, ich hatte ihn für verrückt erklärt. So kann man sich irren ....

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