Wieder in Betriebnahme abgeschalteter Kernkraftanlagen! - QR Code Friendly

Ist Herrn Lindner noch zurechnungsfähig?

Um die Erwärmung der Erdatmosphäre aufzuhalten denkt der Vorsitzende der FDP darüber nach, abgeschaltete Kernkraftanlagen wieder zu aktivieren, da in der EU einige Länder diesen Wahnsinn vorhaben. Sie sehen nur Heute und denken aber nicht an die nachkommenden Generationen. Sie wollen die Kosten und Probleme viele tausende Generationen überlassen.

In meiner Studienzeit in den 80er Jahren, das Atomkraftwerk Brokdorf war im Bau und viele waren gegen den Bau, da schon damals von Strom sparen die Rede war. Kernkraftwerke aber nur für eine Grundlast zur Verfügung stehen, da diese nie kurzfristig abgeschaltet werden können, setzte ich mich mit drei Studienkollegen zusammen, um die Kosten für die Produktion von einem KW Strom aus Kernkraftanlagen zu errechnen. Uns lagen nur wenige Daten vor, wie sich später herausgestellt hat, waren unsere Annahmen noch sehr moderat.

Wir rechneten die Kosten für den Bau- und Betrieb der Anlage auf 50 Jahre Betriebszeit mit 40 Milliarden DM, den Bau eines Endlagers und seine Kosten, damals auf 30 Milliarden DM, die Entsorgung und Überwachung der mittelschwer radioaktiven Stoffe auf 200.000 Jahre und die der schwerradioaktiven Stoffe auf 500.000 Jahre Halbwertzeit*. Heute wissen wir, das die Nachsorge, egal ob mittelschwer oder hochradioaktiv man mit einer Halbwertzeit von 500 tausend bis 1 Million Jahre rechnen muss. Die jährlichen Kosten während des Betriebes hatten wir mit 10. Millionen DM angenommen. Die aktive Gesamtbetriebszeit der Produktion auf 85% der Laufzeit = 42,5 Jahre.

Die Leistung von Brokdorf wurde mit 1480 MW Bruttoleistung angegeben. Das ergab eine Jahresleistung von 75.845.000 MW Strom + Wärmenutzung.

Der hohe Produktionspreis war vor allem in der Nachsorge des radioaktiven Abfalls und dem Abbau des Reaktors nach seiner Betriebszeit geschuldet. Da aber die damalige Politik und die Betreiber immer die Nachsorge nicht in ihren Rechnungen einbezogen hatten, war es es für die Betreiber ein lukratives Geschäft. Damals wurde das Wissen über die Anlage nie offiziell öffentlich gemacht. So haben wir vier vieles angenommen und kamen auf Produktionskosten pro Kwel auf 1,90 DM. Heute kam man bestimmt mit 1.90 € pro KWh rechnen.

Frau Merkel hatte als Kanzlerin der Atomwirtschaft vertraglich zugesichert, für einen Betrag von ca. 28 Milliarden Euro den mittelscher und hochradioaktiven Atomabfall einzulagern, 1 Million Jahre die Nachsorge durchzuführen und ein noch nicht vorhandenes Endlager zubauen und zu finanzieren, im Klartext heist es, 25000 Generationen jährlich mit mindesten 1 Millon Euro zu belasten, das sind die mindest Unterhaltungskosten eines Endlagers pro Jahr.

Es hat sich herausgestellt, das Salzbergwerke für schon schwach strahlendes Material nicht geeignet ist, da die Strahlung die Salzkristalle zerstören und dadurch die Deckschichten brüchig werden und Wasser eindringen kann (siehe Asse II). Es wird seit über 20 Jahren nach einem Endlager gesucht. Gorleben ist trotz Jahrzehnte langen Untersuchungen als Endlager nicht geeignet. Die Milliarden wurden sinnlos ausgegeben, die jahrelange Brutalität der Ordnungsmächte gegen die Gegner des Endlagers sinnlos. Heute denkt man darüber nach, wofür Gorleben als Endlager Verwendung finden könnte.

So, Herr Lindner, nutzen sie mal ihr Gehirn, wenn es noch vorhanden ist, ob es sinnvoll ist Kernkraftanlagen wieder in Betrieb zu nehmen.

Klaus Kröger

Diplomtechniker

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Autor: Klaus KrögerWebsite: https://zukunft-mensch.com

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