Zur sterbenden Innenstadt Ingolstadts / Das Volksfest - ein Reinfall - QR Code Friendly

Das Problem der gähnenden Leere in den Straßen Ingolstadts, abgesehen von ein paar Lokalen zum Essen gehen, ist ja bereits bekannt. Es wurde schon vor vielen Jahren versäumt, vernünftige Läden in der eigentlich schön erhaltenen Altstadt unter zu bringen. Individuelle kleine Läden machen dicht, was ich schade finde, weil genau diese den Scharm einer solchen Innenstadt doch ausmachen! Nun schließen schon größere Einkaufsläden, beispielsweise Galeria Kaufhof – ist da nicht Handlungsbedarf? Nun schmücken große Ketten wie Tedi, Primark, Woolworth etc. unser Stadtbild. Die Spitze des Eisbergs ist das neue, sündhaft teure Pflaster, welches die Innenstadt natürlich sehr aufwertet. Was nützt mir ein neues Pflaster, wenn keine vernünftigen Einkaufsmöglichkeiten gegeben sind und es keine Besuchermagnete gibt. Ich sehe das als reine Geldverschwendung, genauso wie die Geldvernichtungsmaschine des alten Gießereigeländes, wo viele Millionen Euro an Steuergeldern für das künftige Museum für konkrete Kunst verschwendet werden, aber darauf möchte ich heute nicht eingehen. Die nächste Verschwendung ist bereits in Planung -Stichwort Kammerspiele und da fehlen mir wirklich die Worte. Meiner Meinung nach ist das Stadttheater doch für unsere Stadt voll und ganz ausreichend. Sollte das Geld denn nicht lieber für weitaus sinnvollere Maßnahmen investiert werden, beispielsweise intelligente Ampelsteuerungen im Stadtgebiet sowie Reparatur kaputter Straßen oder das attraktiver Gestalten des Nahverkehrs - damit meine ich die bessere Planung des Fahrplans.

Den nächsten Punkt den ich unbedingt ansprechen möchte ist das Ingolstädter Volksfest – kann man das eigentlich noch Volksfest nennen? Wer hat sich eigentlich ausgedacht dieses Mal keine Festzelte aufstellen zu lassen? Ich vermute mal stark das Kulturamt Ingolstadt. Mein Bedarf war schon wieder gedeckt als ich das mitbekommen habe. Es gab zwar einen Biergarten - aber ohne musikalische Unterhaltung, einfach nur super! Jede kleine Gemeinde bekommt das gebacken und man ist gezwungen auf ein anderes Volksfest zu fahren um die boarische Kultur zu erleben. Kann man in dieser Stadt eigentlich überhaupt noch was tun was Spaß macht? Die Antwort lautet nein, denn auch das Ingolstädter Nachtleben für die Ingolstädter Jugend ist genauso belebt wie der Friedhof. Man muss, um unter junge Leute zu kommen, in die nächstgrößere Stadt fahren, denn von Clubs, Diskotheken oder Kneipen ist nicht zu sprechen. Man muss sich für die Heimatstadt schämen, wenn man gefragt wird wieso wir nicht in Ingolstadt furt gehen können.

Ich hoffe, dass durch diesen Leserbrief sich manche in den Verwaltungen und auch im Stadtrat angesprochen fühlen, sich den Themen annehmen und die Interessen der Bürger zu vertreten für die Sie auch gewählt wurden.

Stefan Sachs (21)

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Autor: Stefan Sachs

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