Die frühere Kanzlerin hat eine Grundregel der Wirtschaft schlicht ignoriert. - QR Code Friendly

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Energiekrise dürfte sich in den kommenden Monaten dramatisch zuspitzen wenn Russland bzw. der russische Staatskonzern Gazprom, womit derzeit zu rechnen ist, gar kein Gas mehr nach Deutschland liefert.

Putin hat Deutschland damit an seiner verwundbarsten Stelle getroffen.

Eine warme Wohnung könnte im kommenden Winter zum Luxusgut werden.

Ganz zu schweigen von den schwersten Verwerfungen, die wichtigen Industriesektoren drohen.

Wie konnte es soweit kommen, dass Deutschland in der Energiewirtschaft derart erpressbar wurde?

Es ist leider nicht damit getan, dass die „Bürger mit Öl heizen sollen, wenn sie kein Gas mehr haben“.

Die Altkanzlerin Merkel hat sich rund ein halbes Jahr nach ihrem Rückzug aus der Politik darauf festgelegt, nur noch Medien, die ihr wohlgesonnen sind, eine „Audienz“ zu erteilen und Interviews zu geben.

Es ist interessant zu beobachten, wie einige Leitartikelschreiber einmal mehr mit Verve zu Gunsten Merkels argumentierten, als diese jüngst vom Bundesverfassungsgericht gerügt wurde.

Dabei hat sich das Blatt in der Bevölkerung längst gedreht.

Von der einst verbreitet hohen Beliebtheit Merkels ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Die Bürger realisieren allmählich, dass während Merkels Amtszeiten bei den deutsch-russischen Beziehungen vieles schief gelaufen ist und sie die Folgen dieses politischen Missmanagements nun „ausbaden“ müssen.

Merkels Rechtfertigungsversuche erscheinen nur halbherzig und teilweise wenig nachvollziehbar.

Die deutsche Ex-Kanzlerin hat das Gaspipeline-Projekt „Nordstream 2“ bis zum Ende ihrer Amtszeit vehement verteidigt, obwohl die Abhängigkeit vom russischen Gas bereits mit „Nordstream 1“ sehr hoch war.

Dabei wurde sie nicht müde zu betonen, dass es sich ausschließlich um ein „privatwirtschaftliches Projekt“ handele.

Diese Aussage kann heute kaum noch jemand für bare Münze nehmen.

Die damalige Bundeskanzlerin hat ganz bewusst weggeschaut und die geopolitischen Zusammenhänge wider besseres Wissen geleugnet.

Unter gar keinen Umständen lässt sich ein „rein privatwirtschaftliches Projekt“ aus russischer Sicht behaupten, zumal der geopolitische Aspekt des Projektes hier immer evident gewesen isst.

Merkel hätte diesen Zusammenhang kraft ihres Amtes erkennen müssen.

Die frühere Kanzlerin hat eine Grundregel der Wirtschaft schlicht ignoriert.

Denn akkumuliert ein Unternehmen oder ein Land mehr als 30 Prozent eines Marktsegmentes, spricht man von einer Monopolstellung, die nicht mehr legitim ist.

Zum Beispiel wegen der Gefahren einer zu großen Abhängigkeit.

Darauf haben Wirtschaftsexperten seit Jahren regelmäßig hingewiesen.

Ihre Warnungen wurden von der Altkanzlerin in den Wind geschlagen.

Die große Abhängigkeit vom russischen Gas hätte relativiert werden können, wenn die Bundeskanzlerin Merkel dafür gesorgt hätte, dass in Deutschland zugleich ausreichende Gasreserven vorgehalten und vor allem Flüssiggasterminals gebaut worden wären.

Stattdessen ist gar nichts passiert.

Es wundert es mich sehr, dass eine derart erfahrene Politikerin im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine über Jahre nicht merken konnte oder wollte, dass Putin die ganze Zeit ein doppeltes Spiel mit gezinkten Karten gespielt hat.

Es ist eine Binsenweisheit, dass die Russen nur die Sprache der Stärke verstehen und respektieren, nicht aber die Sprache der machtlosen Schwäche.

Freundliche Grüße

Alfred Kastner

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Autor: Alfred Kastner

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