Manche Finanzexperten geben dem Euro höchstens noch sechs Monate. - QR Code Friendly

Sehr geehrte Damen und Herren,

die durch die Finanzkrise offenbarten Schwächen des europäischen Bankensystems, zusammen mit der andauernden Staatsschuldenkrise in den schwächeren südeuropäischen Ökonomien, weckt immer wieder Befürchtungen über ein baldiges Ende des Euro.

Manche Finanzexperten geben dem Euro höchstens noch sechs Monate.

Dabei gilt eine Sorge dem möglichen Schuldensog durch die Rettungsschirme, der auch bislang starke Volkswirtschaften wie die deutsche ins Trudeln bringen könnte.

Deutschland als einer der bisherigen Stabilitätsanker innerhalb der EU drohen aufgrund des Gaslieferungsstopps durch Russland schwerste wirtschaftliche und soziale Verwerfungen, deren gesellschaftspolitische Auswirkungen derzeit nicht annähernd prognostiziert werden können.

Der Euro wurde vor 20 Jahren vom Wiegebett direkt auf die Intensivstation verlegt.

Zumal er mit einem schweren Geburtsfehler zur Welt kam.

Viele Sachverständige wiesen bereits damals eindringlich darauf hin, dass der Euro ohne eine gemeinsame Finanzpolitik der EU keine Überlebenschance habe.

Doch die Politik schob diese Bedenken beiseite.

Der Euro war als politisches Kind der deutschen Einheit gezeugt worden.

Frankreichs damaliger Präsident Mitterrand forderte den Euro als Gegenleistung für die Zustimmung seines Landes zur Wiedervereinigung.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl, der die deutsche Einheit als „Krönung“ seiner ansonsten sehr durchwachsenen Amtszeiten unbedingt wollte, willigte ein.

Das Drama nahm fortan seinen Lauf.

Heute räumen viele Politiker, die sich offiziell für den Erhalt des Euro stark machen, hinter vorgehaltener Hand ein, dass es besser gewesen wäre, zunächst eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik innerhalb der EU zu installieren und erst danach eine gemeinsame Währung einzuführen.

Die ökonomischen Gegebenheiten innerhalb der EU waren bei der Einführung des Euro viel zu unterschiedlich.

Manchen Staaten blieb fast nichts anderes übrig als zu „schummeln“, um „dabei“ sein zu können.

Der Euro liegt auf der Intensivstation und ist im Grunde „hirntot“, auch weil er den Bürgern ohne den erforderlichen finanz- und wirtschaftspolitischen Verstand vermittelt wurde.

Man sagt zwar, „Totgesagte leben länger“.

Es ist jedoch äußerst zweifelhaft, dass diese Weisheit auch für den Euro gilt.

Innerhalb der EU nehmen die Strömungen zu, die eine sofortige Beendigung der lebenserhaltenden Maßnahmen für den Euro fordern.

Was wären die Folgen, wenn man die Geräte unter anderem in Form einer geplanten Schuldenunion abschaltet?

Die wirklich Vermögenden haben „ihr Schäfchen“ längst ins Trockene gebracht und rechtzeitig in andere Währungen oder in Sachwerte wie vor allem land- und forstwirtschaftliche Grundstücke investiert.

Die Leidtragenden sind die „ganz normalen“ Sparer, die für ihr Alter vorsorgen wollten.

Sie werden beinahe alles verlieren.

Es wird wie im Jahre 2008 nicht zu Bankenkrisen, sondern zum Zusammenbruch von Kreditinstituten kommen. Auch in Deutschland.

Denn Forderungen an hoch verschuldete EU-Staaten müssen in den Büchern, insbesondere der international tätigen Großbanken, nahezu vollständig abgeschrieben werden.

Für die Versorgung von Kreditmitteln für die heimische Wirtschaft hätte dies wiederum katastrophale Auswirkungen, indem sie beinahe vollständig zum Erliegen kommen könnte.

Sogar ansonsten gut aufgestellte Unternehmen müssten mangels Liquidität Insolvenz anmelden. Die Arbeitslosigkeit würde in der Bundesrepublik vorher nie gekannte Rekordmarken erreichen.

Soziale Leistungen müssten deutlich gekürzt werden.

Dies wiederum würde zu massiven Unruhen in der Bevölkerung bis hin zu Gewalttaten und Plünderungen führen.

Die rechtsgerichteten Autoren, die bereits vor Jahren einen Bürgerkrieg in Deutschland vorhergesagt hatten, liegen falsch.

Denn sie stützten ihre Prognose auf Unruhen, verursacht durch den ungeregelten Zustrom von Migranten.

In dem geschilderten Szenario jedoch ist es egal, in welcher Nationalität man verarmt.

Die Flüchtlinge haben wenigstens noch die Chance, in ihr Heimatland zurückzukehren.

Deutschland als Hauptgläubigerland innerhalb der EU hat lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Eine Schuldenunion ist keineswegs eine Garantie für den langfristigen Erhalt des Euro.

Wahrscheinlicher ist, dass sie dessen (Überlebens-)dauer nur verlängern wird.

Aber in einer Epoche, in der nicht nur in der Klimapolitik das Motto „nach uns die Sintflut“ dominiert, dürfte diese „Lösung“ die Bequemste für die Politik sein.

Eine kleine Anektode soll die Schuldenunion verbildlichen.

Ein Deutscher, Österreicher, Grieche, Italiener und Franzose gehen gemeinsam ins Wirtshaus.

Dort lässt man sich eine Halbe bzw. ein Glas Wein nach dem anderen munden.

Der Wirt macht fleißig Striche auf die jeweiligen Bierdeckel.

Als es ans Bezahlen geht, heben der Grieche, der Italiener und der Franzose entschuldigend die Hände und zeigen auf den Deutschen und den Österreicher.

Ach ja, sagt der Wirt, Ihr habt ja eine Schuldenunion gegründet.

Einer (bzw. zwei) für alle.

Manche Fehler aus der Vergangenheit sind schlichtweg nicht mehr heilbar.

Freundliche Grüße

Alfred Kastner

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Autor: Alfred Kastner

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