Zum Interview mit dem SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil in der FAZ v. 25.06.22 - QR Code Friendly

Etliche Aussagen von H. Klingbeil in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien und Atomenergie zeugen von Ignoranz und/oder erheblicher Unkenntnis:

H. Klingbeil meint, man könne das Energieproblem Deutschlands lösen und sogar eine Autarkie erreichen, indem man die erneuerbaren Energien „radikal“ ausbaue. Unter „erneuerbaren Energien“ sind derzeit und in näherer Zukunft in Deutschland im Wesentlichen Photovoltaik und Windenergie zu verstehen. Beide sind jedoch nicht grundlastfähig. Bei einer „Dunkelflaute“ gibt es einen Totalausfall. Versorgungssicherheit sieht anders aus!

H. Klingbeil behauptet: „Wenn wir in Deutschland ganz auf erneuerbare Energien setzen, werden andere Länder das auch machen“. Dies ist schlicht Unsinn! Man kann im Gegenteil weltweites Kopfschütteln über die deutsche ausschließliche Fixierung auf erneuerbare Energien beobachten. Viele Länder, in Europa z. B. Frankreich und Polen, bauen massiv die Kernenergie aus. Die EU hat sich zu Gunsten der Kernkraft entschieden.

H. Klingbeil ist der Auffassung, es gebe „sehr gute Argumente, die Atomstromerzeugung nicht wieder hochzufahren“. Darum geht es in der aktuellen Diskussion doch gar nicht! Angesichts der akuten Gefährdung der Versorgungssicherheit in Zusammenhang mit dem Angriffskrieg Russlands sollten vielmehr die letzten drei verbliebenen Kernkraftwerke übergangsweise weiter betrieben werden. Anders als von H. Klingbeil behauptet, fehlen – bei einer rechtzeitigen Entscheidung - weder das Personal, noch die technischen Voraussetzungen oder Brennstäbe. Was fehlt, ist ausschließlich der politische Wille! So hat etwa der TÜV Süd Ende Juni 22 festgestellt, daß keine sicherheitstechnischen Bedenken gegen einen Weiterbetrieb des KWK Isar 2 bestehen. Der Betreiber Preussenelektra wäre grundsätzlich hierzu bereit. Zudem sei eine Wiederinbetriebnahme des Blocks C in Grundremmingen aus technischer Sich möglich. Auch eine Nachbestellung von Brennstäben, z. B. in Kanada, wäre möglich.

Fazit: Angesichts der aktuell äußerst angespannten Energiesituation ist es unverantwortlich, sich aus ideologischer Verbohrtheit dem befristeten Weiterbetrieb der letzten drei KWK zu verschließen.

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Autor: H. J. Lüke

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Kommentare  
# ... Lars Klingbeil (SPD)Alois Sepp 2022-07-13 21:10
Was will man von solchen Möchtegern-Experten schon anderes erwarten, außer "heißer Luft"?
Unsere heutigen Politiker sind gegenüber den Alten dieser Zunft doch nur Anziehbilder und Möchtegerns!

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