Wer hat am meisten die Schuld am Brexit ? - QR Code Friendly

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Das britische Referendum über einen Verbleib in der EU am 23.6.2016 wurde schon 2011 in die Wege geleitet durch den britischen Premierminister David Cameron wegen einer nicht nur seiner Meinung nach verfehlten EU-Politik, obwohl er ein entschiedener Gegner gegen den Austritt seines Landes aus der EU war und noch ist. Es war nur eine Strategie: Die Drohung mit dem EU-Austritt sollte dabei helfen, britische Forderungen durchzusetzen, was die EU-Skeptiker in England besänftigen würde. Bis April 2014 stellte Cameron Forderungen an die EU wie strengere Einwanderungsregelungen, Abbau von Handelsschranken mit Ländern wie Amerika und Asien, größere Zurückhaltung des Europäischen Gerichtshofs, strengere Zuwanderungsregelungen für EU-Bürger (Einwanderer sollen erst nach vier Jahren einen Anspruch auf Wohngeld, Kindergeld und andere soziale Leistungen bekommen) ...

Am 19. Februar 2016 kam ihm die EU entgegen, und einen Tag später kündigte Cameron das Brexit-Referendum.

Es gibt Stimmen, die der EU eine erhebliche Mitschuld am Verhalten von Cameron und den britischen EU-Skeptikern geben. Z.B. zentralisiert Brüssel zuviel und es müßte wieder mehr von der EU Verantwortung an Mitgliedsländer und Regionen zurüchgegeben werden. Man wirft Brüssel vor, zu bürokratisch und technokratisch und zu wenig transparent und demokratisch zu sein. Das ist nicht nur das Empfinden in Großbritannien. Aus Brüssel kommen immer mehr Vorschriften, die das persönliche Leben der Bürger regeln sollen, ihren Alltag und die Art und Weise, wie sie leben wollen. Die Entscheidungen Brüssel können die EU-Bürger nicht beeinflussen und oft nicht verstehen.

Am 24. Juni ergab das Referendum, daß 52% den Brexit wollen. Cameron stellte sein Amt für Oktober 2016 zur Verfügung. Der Brexit-Gewinner ist Boris Johnson.

 

Wenn eine Brücke einstürzt, gibt man nicht den Bauarbeitern die Schuld, sondern den Architekten und sonstigen Verantwortlichen. Wenn man dieses Prinzip auch in der Politik anwendet, sollte man das Ausmaß der Schuld am Brexit von EP-Präsident Martin Schulz, EC-Präsident Jean-Claude Juncker, Mario Draghi und der Kanzlerin Dr. Angela Merkel untersuchen, bei ihr vor allem wegen ihrer international und besonders von England so heftig kritisierten Einladungspolitik ab August 2015.

In der Tat: In- und ausländische Politiker werfen der Kanzlerin Dr. Angela Merkel schwerwiegende rechtsstaatliche Defizite bei ihrer Regierungsarbeit vor. Ende 2015 wurde die deutsche Kanzlerin Merkel von den meisten Politikern der EU-Staaten wegen ihrer Einladungspolitik gegenüber Flüchtlingen scharf kritisiert u.a. von

- Victor Orbàn (Ungarn),

- Donald Trump (USA),

- Manuell Valls (Frankreich),

- Donald Tusk (Polen) …

und getadelt durch die meisten Politiker in Staaten Europas, besonders in Tschechien, England, Slowenien, Makedonien …

Jede Kritik und jeder Widerstand gegen die Kanzlerin sollte internationalen Charakter haben.

Die Politik der Kanzlerin Dr. Angela Merkel hat nach Meinung vieler ausländischer Beobachter Deutschland gespalten, innerhalb der EU-Staaten isoliert und nun kommt noch die mögliche Schuld am Brexit dazu. Ist die Kanzlerin die Spalterin Europas ?

Die Medien in Deutschland sind zu einem großen Teil gleichgeschaltet auf eine positive Bewertung der Einladungspolitik der Kanzlerin, der sich Martin Schulz und Jean-Claude Juncker angeschlossen haben.

Forderung: Es ist sorgfältig nachzuprüfen, ob die Briten sich wegen der Politik der deutschen Kanzlerin für den Brexit entschieden haben.

 

Es laufen z.Z. Prozesse von Energieversorgern gegen die BRD wegen der angeblich rechtswidrigen sofortigen Abschaltung von 8 Kernkraftwerke wegen des Reaktorunglücks bei Fokushima im März 2011. Die EU hat angekündigt, daß sie gegen die BRD wegen Verletzung der Verträge von Lissabon, Dublin und Schengen ab August 2015 juristisch gegen die BRD vorgehen wird. War die von der BRD erzwungene Abschaltung der 8 Kernkraftwerke wirklich rechtswidrig ? Wenn ja, wie konnte das im „Rechtsstaat“ BRD dann praktiziert werden – entgegen der aktuellen Gesetzeslage ?

Die Regierung der BRD hat also seit 2011 mehrere rechtswidrige bis politisch falsche Entscheidungen getroffen:

  • Sofortige Stilllegung der ältesten 8 Kernkraftwerke in Deutschland infolge der Reaktorkatastrophe bei Fokushima in Japan im März 2011, die gegenwärtig die Justiz in Deutschland beschäftigt. Deutschland wird von den Energieversorgern in 30 Klagen auf einen Schadensersatz von 10 Milliarden Euro verklagt.
  • Bruch der EU-Verträge von Lissabon, Dublin und Schengen. Die Kanzlerin hat im August 2015 Vereinbarungen von Lissabon, Dublin und Schengen und die deutsche Asylgesetzgebung rechtswidrig außer Kraft gesetzt. Die EU-Behörden haben schon angekündigt, deswegen gegen Deutschland Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten, die für die deutschen Steuerzahler teuer werden können.
  • Verhängung der Sanktionen gegen Rußland auf Druck der EU und besonders Martin Schulz mit schwersten finanziellen Folgen für Maschinenbauer, Obstbauern, Milchbauernhöfe, Schweinezüchter … Es ist völlig klar, daß man den Industriebetrieben in Deutschland, die durch die politisch und rechtlich völlig untragbaren Sanktionen gegen Rußland finanzielle Einbußen erlitten haben, diese von Staats wegen komplett zu ersetzen hätte – in einem Rechtsstaat. Das geschieht aber nicht, wie die Proteste der Milchbauern und Schweinezüchter beweisen.

 

Zur Einladungspolitik der Kanzlerin, die international scharf kritisiert worden ist:

Der Ausspruch der Kanzlerin "Wir schaffen das" ist keine Regierungserklärung oder ein Gesetz, sondern Kundgebung ihres weiblich determinierten Willens.

Das wird von einem ihrer anderen Aussprüche getoppt: "Ich glaube, wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass wir das schaffen, und ich habe keinen Zweifel, dass wir es schaffen." Und dann noch: „Deutschland werde die Flüchtlingskrise aber nicht alleine bewältigen.“ Merkel: Ihre größte Enttäuschung in der Krise sei, dass es in der EU so schwierig sei, eine faire Lastenverteilung zu erreichen. Die Kanzlerin hat also ihre Einladungspolitik und das „Wir schaffen das“ mit dem bewußten Risiko betrieben, daß Deutschland das eben nicht schaffen kann, wenn die EU nicht mitmacht.

Kann und soll man daraus folgern, daß die Kanzlerin dazu bereit war und ist, Deutschland und die Deutschen für ihre Einladungspolitik zu opfern für den Fall, daß die anderen EU-Staaten EU nicht mitmachen ?

Das ist eine sehr interessante Frage, die international geklärt werden sollte. 

 

Die Kanzlerin wies angesichts der kritischen Äußerungen von Innenminister Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) schon zu Ende 2015 den Eindruck zurück, sie habe die Zügel aus der Hand gegeben und die Richtlinienkompetenz verloren. Aussprüche der Kanzlerin bis Ende 2015:

  • "Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff."
  • "Obergrenzen kann ich nicht einseitig definieren."
  • "Was wir in Deutschland nicht können, ist, einseitig fest(zu)legen: wer kommt noch, wer kommt nicht."
  • "Ich glaube, wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass wir das schaffen. Und ich habe keinen Zweifel, dass wir es schaffen."
  • "Ich bin dafür, dass wir ein freundliches Gesicht von Deutschland zeigen. Das ist meine Art von Willkommenskultur."

Die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Merkel kam vor allem aus dem Ausland – die Medien in Deutschland wurden im Sinne der Kanzlerin gleichgeschaltet:

  • In Deutschland berichtete die nationale Presse im vorauseilenden Gehorsam vor der Kanzlerin: „Die CSU ist in ihrer Kritik an der Kanzlerin allein.“
  • Die ausländische Presse sagte aber im Chor: „Die Kanzlerin steht mit ihrer Flüchtlingspolitik allein.“ Donald Trump hielt sie Ende 2015 sogar für verrückt.

Die Bundesregierung behauptete, gestützt auf eine oftmals gleich geschaltete Presse in Deutschland, daß in der Asyldebatte die CSU allein sei. Aber ein Blick in die internationale Presse, vor allem in UK, USA und den osteuropäischen EU-Saaten, zeigte, daß die Kanzlerin allein war. Von 28 EU-Staaten nahmen nur 6 EU-Staaten Flüchtlinge auf, und darunter nur Schweden und Deutschland im nennenswerten Umfang.

 

Wie das UNHCR bestätigt hat, sind die 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlingsströme eine Folge der Einladungspolitik der Kanzlerin.

Am 16. Oktober 2015 gab es eine Flüchtlingsdebatte im Bundesrat, auf der der Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer, Klartext in Bezug auf das industrielle Management der Beherrschung von Hunderttausenden von Flüchtlingen pro Monat nach Deutschland redete, also über die politisch-handwerkliche Meisterung des Flüchtlingszuzugs:

"Es gilt keine Ordnung, es gilt kein Vertrag, es gilt kein Gesetz".

Die EU-Verträge von Lissabon, Dublin und Schengen werden von der Kanzlerin nach Belieben ausgesetzt. CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern Horst Seehofer kritisierte bereits mehrmals die Politik der offenen Grenzen der Kanzlerin Merkel:

"Wir können uns das nicht wochenlang leisten".

Ein CSU-Vorstandsmitglied: "Wir können es nicht zulassen, dass die CDU uns weiter in den Abgrund zieht." "Da geht es darum, ob der Staat versagt oder funktioniert", sagte Horst Seehofer. "Einfach durch große Zahlen" - gemeint sind die Flüchtlinge - "den Rechtsstaat zu überlaufen, sozusagen zu überrumpeln, das wird auf Dauer nicht gehen".

 

Aber auch in der CDU gab es immer schärfere Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Merkel, so auf dem CDU-Kongress in Sachsen End 2015.  

 

Der Hinweis der Kanzlerin, daß sie nur europäischen Normen folgt (zuerst von der Partei Die Grünen so formuliert), ist falsch, weil 22 EU-Staaten eben keine Flüchtlinge aufnehmen – und die Mehrheit der Staaten ist nun mal Europa. Die Kanzlerin folgt seit 2011 immer mehr Forderungen der 1968er.

 

Die Kanzlerin Merkel steht nicht für Europa, und man darf sich bei Protesten gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin in Deutschland nicht in die Ecke drängen lassen durch

  • eigene nationale Sicht und Beschränkung auf die deutschen Medien oder
  • Vorwürfe von anderen, in die Nazi-Ecke zu gehören,

was aber nur durch den Bezug auf die ausländische Presse gut gelingt.

Darum ist es notwendig, die Meinung der Mehrheit der EU-Staaten herauszufinden.

Wann immer die oftmals gleichgeschaltete deutsche Presse zitiert wird, die für die Kanzlerin spricht, ist sofort die ausländische Presse dagegen anzuführen, die die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin für verrückt hält (wie bei Trump).

Es ist auf den Spott aus England und USA wegen der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin hinzuweisen. Viele Politiker und Diplomaten der anderen EU-Staaten machten sich sogar über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin lustig. 

Die Bevölkerung in Deutschland weiß erst von Viktor Orbàn im September 2015:

„Die Flüchtlingsströme sind ein deutsches Problem“.

Das wurde vom UNHCR bestätigt: Es ist eine Folge der Einladungspolitik der Kanzlerin.

 

Es ist die Gefahr des Zusammenbruchs der EU durch die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin gegeben, weil 22 EU-Staaten eben keine Flüchtlinge aufnehmen. Fängt das jetzt mit dem Votum für den Brexit am 24.6.2016 an ?

Mitte Oktober 2015 gab es in der „Locarno-Suite“ des Londoner Außenministeriums eine Diskussion in einem internationalen Publikum, bei der Briten und Franzosen ihre Kritik an der Einladungspolitik der Kanzlerin klar zum Ausdruck brachten.

Eingeladen hatte der „Club of Three“, eine von dem deutsch-britischen Verleger Lord Weidenfeld ins Leben gerufene Konferenz, die seit fast zwanzig Jahren „Männer und Frauen mit Einfluss“ aus den drei größten Ländern Europas versammelt, darunter Abgeordnete, ehemalige Minister und Behördenchefs. Die Deutschen, die die Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik verteidigten, wurden verspottet.

Auf besonderes Staunen bei Briten wie Franzosen traf das neue Berliner Verständnis staatlicher Souveränität. „Es gibt keine Grenzen mehr“, hieß es kurz und bündig von deutscher Seite. Wenn dies wirklich Ernst gemeint sei, sagte ein Teilnehmer aus Frankreich, „dann gehe ich jetzt zurück nach Paris, sage, dass die deutsche Regierung eine Meise hat, und fordere die Wiedererrichtung der Grenze zwischen unseren beiden Ländern“.

Die Verwirrung über den Berliner Kurs nahm noch zu, als von deutscher Seite erklärt wurde: „Schengen ist Vergangenheit.“ Bis in die Wortwahl hinein hallte es aus dem Kanzleramt wider: „Es gab keine Alternative dazu, die Grenzen zu öffnen.“ So wie der globalisierte Kapitalverkehr keine Grenzen mehr kenne, seien sie nun auch für die Migrationsströme gefallen: „Um es klar zu sagen: Es gibt keine Lösung des Problems.“

Diese Preisgabe politischer Gestaltungsfähigkeit in Deutschland stieß auf Verachtung bei den Briten: „Wenn Politiker sagen, es gebe keine Lösungen, müssen sich alle Sorgen machen, die an eine gute Regierungsarbeit glauben“. Oder: „Riesige Mengen von Menschen aufnehmen, löst das Problem ganz sicher nicht.“

Die konservative Regierung Cameron lässt aus Prinzip keine Flüchtlinge und Migranten ins Land, die sich bis Europa durchgeschlagen haben, weil sie befürchtet, dass dies weitere Menschen zum Aufbruch ermuntert.

Gegen die Kritik von der „neuen moralischen Macht“ Deutschland: „Wir wollen nicht belehrt werden.“ Es möge ja sein, dass es sich „moralisch besser anfühlt“, wenn man viele Migranten aufnimmt – „aber wo liegt die Moral einer Politik, die Millionen von Menschen nach Europa lockt, um sie dann zu enttäuschen, weil sie nicht absorbiert werden können?“

 

Der Brexit kann also sehr gut eine Folge von diesem Unmut der Briten sein.

Cameron wollte ab 2011 die britischen Forderungen so zurechtzuschneiden, dass sie im UK akzeptiert werden und auch in Brüssel durchsetzbar sind. Weil das aber wegen der Kanzlerin und ihrer Einladungspolitik nicht gelang, kam der Brexit.  

 

Mitte Oktober 2015, in einem Interview des US-Senders CBS.

Die nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA finden am 8. November 2016 statt.

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hält die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel für «verrückt». Die Aufnahme hunderttausender Menschen aus anderen Ländern werde zu Aufständen in Deutschland führen.

"Ich habe immer gedacht, dass Merkel diese grosse Führungsperson ist", erklärte Trump. Was sie nun in Deutschland getan habe, "ist verrückt.", sagte der Multimilliardär Trump, der im Vorwahlkampf das Feld der republikanischen Präsidentschaftsbewerber anführt.

Der Nachfolger oder die Nachfolgerin tritt das Amt im Januar 2017 an. Die Zeit im Weissen Haus ist jeweils auf acht Jahre begrenzt. Im momentanen Vorwahlkampf ist Hillary Clinton Umfragen zufolge die klare Anwärterin auf die demokratische Spitzenkandidatur.

 

  1. September 2015: Als Merkel in der Pressekonferenz mit Faymann, nachdem beide in höchster Not einen EU-Sondergipfel beantragt haben, von einem Journalisten ihre eigenen Worte "... dann ist das nicht mein Land" unter die Nase gerieben bekommt, sagt sie: "Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Bis Mitte September 2015 setzte die Kanzlerin das Schengen-Abkommen vorübergehend außer Kraft. Werner Faymann, Österreichs Kanzler (Sozialdemokrat): „An den Grenzen wird wieder kontrolliert. Europa ist zerrissen.“

 

Ab Mitte September 2015 drängten Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa und es kam zur Krise innerhalb der Europäischen Union: Die Frage kam auf: Zerbricht daran die EU?

Während Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien eine gerechte Verteilung der Asylbewerber forderten, sperrten sich viele osteuropäische Staaten wie Ungarn, Tschechien und Polen gegen ihre Aufnahme. Im deutschen Fernsehen wurde das im Sinne der Kanzlerin kommentiert: „In Osteuropa ist die Angst vor Masseneinwanderung und insbesondere dem Islam besonders groß und wird von der Politik instrumentalisiert.“ oder "Die Tschechen machen keinen Urlaub in Hurghada oder Marokko und sind darum fremde Kulturen nicht gewöhnt.“

 

Viele Beobachter mögen zu dem Schluß kommen, daß die isolationistisch-sektierische Politik von Kaiser Wilhelm II und Adolf Hitler in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Wurmfortsatz in Form der Politik der Kanzlerin gefunden hat.

Vor allem trifft das auf die Gleichschaltung der Medien mit einer impertinent-permanenten Berieselung der Bürger mit Informationen im Sinne der Kanzlerin zu, ähnlich wie im Dritten Reich:

  • Nazi-Propaganda: Überlegenheit der arischen Rasse und der deutschen Kultur.
  • Merkel-Propaganda: Einladungspolitik und deren Begründung mit Nächstenliebe und christlicher abendländischer Tradition Merkelscher Auslegung.

Deutsche Politiker müssen sich wieder um internationale Kontakte und Absprachen bemühen und nicht eigenmächtig entscheiden, so daß sich nicht z.B. Außenminister von EU-Staaten über das eigenmächtige Vorgehen einer deutschen Kanzlerin beklagen wie im Fall des Außenministers Sebastian Kurz von Österreich.

 

Die Regierung der BRD hat seit jüngst Entscheidungen getroffen, die man von den 1968ern erwartet hätte:

  • Schon vor dem September 2015 gab es in Deutschland in vielen Städten einen für die Bürger unerträglichen Wohnungsmangel. Es ist nicht akzeptabel, daß auf eine frei gewordene Wohnung in München sich 80 Bewerber melden.
  • Durch die Flüchtlingsströme nach Deutschland ab September 2015 können finanziell schlecht gestellte Bürger Deutschlands mit Flüchtlingen in Konkurrenz um billige Wohnungen und einfache Arbeitsplätze kommen, was Deutsche arbeits-/wohnsitzlos machen kann.
  • Es werden für Flüchtlinge große Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt bereitstellt, die man hätte für Infrastrukturmaßnahmen und Wohnungsbauprogramme für Wohnsitzlose einsetzen können.
  • Durch die Flüchtlingsströme nach Deutschland wird das öffentliche Leben sehr gestört und es gehen davon Gefahren für die Bürger aus. Die Bürger Deutschlands werden Aggressionen von Asylbewerbern ausgesetzt wie in der Silvesternacht 2015/16 in Köln, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf …, geschehen in 12 Bundesländern (gemäß BKA am 22.1.2016) und auch in Griechenland, Schweden, Türkei …
  • Es hat schon Überfälle von Asylbewerbern auf deutsche Bürger gegeben, bei denen z.B. Asylpaten schwer verletzt worden sind.
  • Im Ausland erscheint Deutschland immer mehr als Tollhaus, die Einladungspolitik der Kanzlerin gilt als verrückt und sie wird als Idiot bezeichnet, die Europa spaltet und den Kontinent zerstört, der es trägt (so Meinungen in US-Medien).
  • Wer haftet für Schäden oder gar Verletzungen von deutschen Bürgern durch Asylbewerber, und gilt dann die Regierung Deutschlands wegen ihrer Einladungspolitik als Mittäter ?

 

Der schwerste Fehler der Kanzlerin ist ihre Zustimmung zu den unberechtigten und scheinheiligen Sanktionen gegen Rußland auf Druck von EP-Präsident Martin Schulz 2014 hin.

In den 10 Jahren ihrer Regierung seit 2005 hat sich das Verhältnis von Deutschland zu Rußland grundlegend verschlechtert mit der Folge, daß die deutsche Wirtschaft schwere Schäden genommen hat: Milchbauernhöfe, Obstbauern, Schweinezüchter und auch Maschinenbauer erleiden schwere finanzielle Einbußen, und die Regierung ist nicht bereit, diese durch entsprechende finanzielle Hilfen auszukorrigieren. Es besteht die Gefahr, daß 2016 jeder 10. Milchbauernhof schließen muß – wegen der Sanktionen gegen Rußland und der Untätigkeit der Kanzlerin zu Hilfsmaßnahmen für die Landwirte und Milchbauern.

Es muß sofort das enge und gute Verhältnis mit Rußland wieder hergestellt werden mit sofortiger Aufhebung der Sanktionen gegen Rußland.

Durch die Festsetzung der Sanktionen gegen Rußland und die zu erwarten gewesene Gegenreaktion von Wladimir Putin ist es zum Sterben der Milchbauernhöfe in Deutschland gekommen, weil es keine flankierenden Schutzmaßnahmen gegeben hat.

 

Das wirklich Interessante ist:

  • Seit 2011 hat die Kanzlerin wesentliche Forderungen und Ziele der 1968er-Generation übernommen, und aus den 1968ern gingen die RAF-Terroristen hervor.
  • Man erlebt gegenwärtig eine Gleichschaltung der Medien in Deutschland, die an die in Kaiser- und Hitlerzeit erinnert.
  • Die in Deutschland von regierungstreuen Politikern und Medien betriebenen Kampagnen gegen Gegner der Merkel-Regierung sind vor allem von ausländischer Sicht her zu beurteilen.

Die 1968er, ihre Anhänger und Nachfolger haben eine Psychotechnik der Programmierung von Menschen entwickelt, die sie vermutlich nicht nur auf Anwälte, sondern auch auf Journalisten, Klerikale, Politiker … anwenden und damit auch wesentlich über das Schicksal von Staaten und Völkern entscheiden.

Weil nach dem völligen Zusammenbruch aller staatlicher Strukturen nach der Kapitulation Deutschlands am 8 Mai 1945 die gesamte neue staatliche, institutionelle … Organisation in Deutschland zuerst durch die Alliierten in den 4 Besatzungszonen verordnet wurden, wurden viele von für den Volkszusammenhalt wichtigen Regeln außer Kraft gesetzt.

Das wurde sogar Jahrzehnte später in volkspädagogischen Sprachregelungen zugegeben und zementiert, als bei Antritt der rotgrünen Regierung 1998 in Deutschland der Begriff Volk durch den der Wohnbevölkerung ersetzt wurde.

Bei den Maximen der 1968er, die Jahre später von Politikern der Mitte aufgegriffen wurden, war das schon deutlich geworden:     

- "Wir fordern freien Zuzug aller Ausländer nach Deutschland."

Antwort auf die Frage, was die Deutschen machen sollen, wenn nur 5% der Chinesen nach Deutschland wollen in der Flucht vor Restriktion und Verfolgung in China: "Die Deutschen können dann nach China gehen !"

- „Alle Wissenschaftler sind Fachidioten.“ Das war das Sinnbild der Technikfeindlichkeit der 1968er, was sich auch in der Forderung nach Ausstieg aus der Atomkernenergienutzung ausdrückte.

- "Nürnberg soll Freie Flüchtlingsstadt werden."

- "Deutschland ist Einwanderungsland und soll als solches offiziell auch gekennzeichnet werden."

- „Deutschland den Türken.“ Ende der 1980er Jahre war das in großen Buchstaben an 4 hohe Fabrikschornsteine geschrieben worden - in Sichtweite des größten US-Militärstützpunkts in Franken bei Erlangen.

- „Deutsche raus“ Das wurde zu dieser Zeit an die Wand der Deutschlandhalle Halle bei Kelheim geschrieben.

- "Alle Ausländer aus Nicht-EU-Staaten in Deutschland erhalten sofort eine Arbeitserlaubnis."

- „Nur Verrückte werden sich gegen den Zuzug von einigen Millionen Ausländern nach Deutschland wehren.“ Hainer Geißler, ehemaliger Generalsekretär der Kohlregierung 1983 bis 1998, entmachtet 1986 von Helmut Kohl, formulierte das 1999.

- „Wir fordern Rückkehr zum alten Asylrecht.“

- „Wir fordern doppelte Staatsbürgerschaft für Immigranten, die in Deutschland 5 Jahre gelebt haben, deutsche Sprachkenntnisse usw. sind dafür nicht erforderlich ...“  

- „Der Gesetzgeber hat sehr wohl das Recht, die Zusammensetzung der Bevölkerung zu bestimmen.“ So ein ehemaliges Mitglied des Bundesverfassungsgerichts 1999.

- "Der Ausländerzuzug ist notwendig, um die Rentenzahlungen zu sichern."

- "Der starke Ausländerzuzug nach Deutschland bringt mittelfristig finanziellen Gewinn, auch wenn er kurzfristig Finanzmittel absorbiert."

- "Wenn Ausländer im Vertrauen auf die deutsche Rechtsordnung nach Deutschland als Asylanten usw. kommen, müssen sie korrekt versorgt werden."

- "Es wird die Rückkehr zum alten Asylrecht gefordert, ferner Einwanderungsgesetz und doppelte Staatsbürgerschaft."

- "Die reichen Industrienationen müssen aus eigenem Interesse in der Dritten Welt investieren, um dort den Leuten Arbeit zu geben, so daß sie nicht als Flüchtlinge bei der EU an die Tür klopfen."

- „Welchen Grund könnte es geben, daß wir noch einmal für 4 Jahre regieren sollen ?“

Diese Frage wurde vor der Bundestagswahl 1998 von einem hochrangigen CDU-Politiker gestellt.

 - „Deutschland braucht eine jährliche Zuwanderung von 3,4 Millionen Menschen.“ Das kam aus New York von einer UNO-Behörde am 7.1.2000.

 

Das sind Beispiele für Parolen, die in der Nachkriegszeit in Deutschland durch Leute im Umfeld der 1968er lanciert wurden. Weil nach dem Ende des 2. Weltkriegs den Alliierten jeder Deutsche, der etwas auf sein Vaterland hielt, verdächtig war und als Nazi behandelt wurde, konnten sich im Nachkriegsdeutschland alle die Kräfte sammeln und auch institutionalisieren, die in einem Staat die Auflösung bewirken wollen. Diese Auflösungskräfte gibt es in allen Staaten, aber dort gibt es hinreichend viele Gegenkräfte, die aber in Deutschland durch den Zusammenbruch aller staatlicher Ordnung am Ende des 2. Weltkriegs zerstört wurden.

Das wird ganz deutlich, wenn man die Äußerungen der Politiker und die Geschehnisse in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bis heute mit denen anderer Staaten vergleicht.

Beispiel: In den 1990er Jahren gab es bereits jährliche Zugangsraten in Deutschland von knapp 1 Million Asylanten. Nach England kamen gerade mal 40000. Dennoch klagten AI mit Sitz in London und gleichzeitig Kirchenorganisationen nur Deutschland an, sich gegenüber Flüchtlingen abzuschotten – von den geringen Zugangsraten an Asylanten nach England wurde kein Wort gesagt.

 

Offenbar waren also die 1968er zu Wortführern von deutschenfeindlichen Kräften umprogrammiert worden, und das war schon in wenigen Jahren geleistet worden.

Welche Rolle spielen seit 1968 die Initiatoren und Programmierer der 1968er-Bewegung in Deutschland ?

 

Es ist mit internationaler Hilfe die Rechtstreue der Entscheidungen der Merkel-Regierung seit 2011 nachzuprüfen. Wir haben an Kritikpunkten nicht nur die Aussetzung von EU-Verträgen von Lissabon, Dublin und Schengen durch die Kanzlerin, sondern auch den Bundestagsbeschluß zur Abschaltung von 8 Kernkraftwerken in Deutschland infolge der Fokushima-Katastrophe 2011.

Ferner haben wir die vor allem von EP-Präsident Martin Schulz und EC-Präsident Jean-Claude Juncker betriebenen, in Sicht auf

  • die Kriegsverbrechen Chinas seit 1951 in Tibet,
  • die wiederholten Bombardierungen palästinensischer Gebiete mit jeweils Tausenden von Toten durch die israelische Armee,
  • den Irak-Krieg von G.W. Bush jun. im April 2003 mit über 1 Million getöteter Iraker bis heute und
  • die wiederholten Bombardierungen kurdischer Gebiete durch Erdogans Militär

völlig ungerechtfertigten Sanktionen gegen Rußland, die zudem nicht nur das Verhältnis zwischen Rußland und Deutschland sehr belasten, sondern auch die deutsche Wirtschaft extrem schädigen.

Mutmaßliche falsche bis rechtswidrige Entscheidungen der Kanzlerin Dr. Angela Merkel:

  1. Das Unglück von Fokushima in Japan im März 2011 nahm die Kanzlerin Dr. Angela Merkel zum Anlaß, in Deutschland den Ausstieg aus der Gewinnung von Atomkernenergie durch Kernreaktoren zu beschleunigen. Sie verfügte die Abschaltung der ältesten 7 Kernkraftwerke – völlig widerrechtlich, wie wir heute wissen. Genau deshalb sind auch über 30 Klagen von Energieversorgern gegen die BRD anhängig mit einem geschätzten Streitwert um 10 Milliarden Euro. Gewinnen die Energieversorger, müssen allerdings die Bürger für diese rechtswidrige Entscheidung der damaligen Bundesregierung einstehen und nicht die Kanzlerin.
  2. Dasselbe verfassungsrechtlich nicht abgedeckte Vorgehen der Kanzlerin mag erfolgt sein bei der Aussetzung von wichtigen Passagen in den EU-Verträgen und der herrschenden Asylgesetzgebung in Deutschland – außerhalb der Gesetzgebung des Bundestags – im August 2015, was nun wiederum Klagen von der EU gegen Deutschland zur Folge hat, wofür letzten Endes ebenfalls wieder der Bürger zahlen muß.
  3. Die Kanzlerin erklärt laufend in Interviews …, daß sie eine europäische Lösung für das Flüchtlingsproblem anstrebt, aber die Probleme, die dadurch gelöst werden sollen, hat sie erst durch nationale Alleingänge ohne Rücksprache mit den anderen EU-Staaten selber geschaffen. Die Kanzlerin trifft also nationale Entscheidungen wie die Aussetzung der EU-Verträge ohne Rücksprache mit „Europa“ und verlangt dann von den anderen EU-Staaten, diesem Beispiel zu folgen und die sich daraus ergebenden Lasten mitzutragen. Ihr national definiertes Vorgehen will sie anschließend von den anderen EU-Staaten einfordern und nennt das dann eine „europäische Lösung“. Das ist eine völlige Verkehrung der Tatsachen, die aber von den Medien in Deutschland geschluckt wird. Das Credo von Merkel, Gabriel und Tauber: Wir wollen keine nationale, sondern eine europäische Lösung. Sie praktizieren aber genau das Gegenteil: Es gilt in Deutschland ein Asylrecht, das stark vom Asylrecht in den anderen Staaten abweicht und auf die Migranten aus aller Welt eine starke Sogwirkung ausübt, die Kanzlerin agiert national begrenzt wie im August 2015 und sie sieht natürlich, daß sich die anderen EU-Staaten von ihr absetzen. Die Kanzlerin betreibt eine national orientierte und begrenzte Politik und theoretisiert über europäische Lösungen, und weil sie weiß, daß die kaum kommen werden, fordert sie von den Deutschen immer wieder sehr viel Geduld.
  4. Der Bund hat keine Haftpflichtversicherung für Flüchtlinge (Stand Jan. 2016) – trotz des Zuzugs von über 1 Million Flüchtlingen im Jahr 2015. Es gilt aber: Verursacht ein Unversicherter einen Schaden, muss er dafür geradestehen – das funktioniert aber nur dann, wenn er über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt. Ist das nicht der Fall, bleibt der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen, auch wenn ihm das Gericht Schadensersatz durch den Schädiger zugesprochen hat. Der Bürger muß also selber aktiv werden und sich gegen solche Schäden extra versichern – das kommt einer Extrasteuer gleich.
  5. Das Militär in Deutschland beklagt eine komplette Verwahrlosung des militärischen Apparates. Die Kanzlerin verweigerte in den letzten Jahren dem Militär die Finanzmittel, die es zur Bewältigung seiner Aufgaben benötigt. Flugzeuge, Panzer, Hubschrauber … - die meisten davon sind defekt. Auf Beschwerden der Militärs reagierte sie nicht.
  6. Wegen der Sanktionen gegen Rußland sind viele Milch- und Obstbauern in finanzielle Not gekommen, viele mußten ihren Betrieb schließen, viele Maschinenbauer haben große finanzielle Einbußen erlitten, aber weder EU noch Kanzlerin gewähren hinreichend schützende flankierende Maßnahmen.
  7. Wegen der Einführung der Mindestlohnregelung sind die Tierheime in finanzielle Not gekommen. Jedes 2. Tierheim droht wegen Geldmangel zu schließen. Es wird berichtet, daß die Kanzlerin Angst vor Hunden hat. Hat sie kein Verständnis für Tiere ? Die Kanzlerin ist daran zu erinnern, daß sie nicht nur die Kanzlerin der Menschen in Deutschland ist, sondern auch die Kanzlerin der Tiere und Pflanzen in Deutschland.
  8. Förderung bzw. erst die Ermöglichung des öffentlichen Aufruhrs z.B. in der Silvesternacht u.a. in Köln mit bisher von vielen Hunderten von Anzeigen wegen sexueller Übergriffe und Diebstahl durch über 1000 Migranten vor allem in Köln, aber auch in anderen Städten wie Düsseldorf und Hamburg, insgesamt in 12 Bundesländern. Nun geht in Köln und Umgebung die Angst um vor Übergriffen durch Migranten, was sich u.a. im sehr gesteigerten Kauf von Defensivmittel manifestiert.
  9. Nachgewiesene Vertuschung und Verschleierung von Straftaten von Migranten durch Polizei, Presse und Regierung, dem Beispiel in Schweden folgend, besonders in Köln und Kiel, dem Vorwurf von Moskau folgend auch in Berlin. Verlust der Glaubwürdigkeit der Polizei in Deutschland und der deutschen Behörden: Was und wem soll der Bürger noch glauben, wenn er dermaßen angelogen worden ist ?
  10. Die Bundesregierung ließ im Frühjahr 2015 nach den Attentaten in Paris verlauten, daß die Attentate islamistischer Täter mit dem Islam nichts zu tun haben würden. Wenn man aber im Koran nachliest, dann steht das genau so drin, mit Kopfabschlagen und „Tötet sie, wo immer ihr sie trefft“.
  11. Terrorangst in Köln vor Rosenmontag, weil vielleicht irgendein total harmloser Mensch große Mengen von Ammoniumnitrat gekauft hat. Es wurde sogar diskutiert, den Rosenmontagszug 2016 nur deswegen zu annullieren.  
  12. Ausländische Medien berichten sehr viel kritischer über die Aktionen der Kanzlerin als die deutschen, was Druck auf die Medien im Sinne der Kanzlerin nahelegt. Bestätigt z.B. dadurch, daß die Moskauer Presse von Vergewaltigungen in Deutschland berichtet, von denen angeblich die deutsche Polizei nichts weiß (also wie in Köln und Kiel) – warnendes Beispiel ist Schweden. Verlust der Glaubwürdigkeit von Polizei, Behörden, Regierung, Medien ...
  13. Zu den politischen Handwerksfehlern Merkels zählt, daß auf ihre Einladungspolitik hin zwar 2015 über 1 Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, aber für sie keine feste Bleibe in Voraussicht darauf geschaffen worden ist. Nun leben diese Flüchtlinge gegenwärtig in Zeltstädten, Fabrikhallen, Turnhallen …, behindern dadurch enorm das öffentliche Leben, z.B. den regulären Turnunterricht in Schulen, und in den nächsten Jahren werden sie Wohnungen benötigen und dadurch den heute schon engen Markt von hinreichend billigen Wohnungen schwer belasten. Dem widersprechend behauptet die Kanzlerin immer noch, daß sie alles im Griff habe und keine Obergrenze für den Flüchtlingsstrom nach Deutschland akzeptieren will.
  14. Politiker der BRD betonen, daß der Flüchtlingsstrom über die deuten Grenzen seit Februar 2106 stark abgenommen hat und rechnen sich das als eigene Leistung zu, aber das kommt nur und nur durch die Blockade der Balkanroute und die speziellen Operationen von Österreich. Trotzdem beschweren sich deutsche Politiker wie Frank Walter Steinmeier über die Schließung der Balkanroute durch Makedonien.
  15. Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist 2015 gewaltig gestiegen. Die innere Sicherheit in Deutschland hat ferner auch wegen der Bildung von Parallelgesellschaften enorm abgenommen. Es ist nachzuprüfen, ob das eine Folge der Einladungspolitik der Kanzlerin ist.
  16. Schon im August 2015 herrschte in Deutschland ein großer Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Es gab in Deutschland Hunderttausende von Obdachlosen, aber die Regierung der Kanzlerin Merkel erklärte sich nicht bereit dazu, für die vielen Obdachlosen bezahlbare Sozialwohnungen zu bauen. Die Mieten steigen laufend und z.B. kommen in München auf ein Inserat für eine freie Wohnung 80 Bewerber – ein völlig untragbarer Zustand.

 

Mangel an Wohnungen, Arbeitsplätzen, innerer Sicherheit …

 

Auch wenn die Sicht auf die Entwicklungen in 50 Jahren die heutigen Ereignisse wie ein Sturm im Wasserglas erscheinen läßt, sollte man die politischen, wirtschaftlichen, sozialen … Entwicklungen seiner Epoche-Region nicht verächtlich abtun.

Kommen wir also zu der Einladungspolitik der Kanzlerin und den über 1 Million Flüchtlingen in Deutschland allein im Jahr 2015 zurück, was gravierende Folgen für die Situation an Wohnungs- und Arbeitsmarkt und für die innere Sicherheit in Deutschland hat.

Langjährige Mieter in Deutschland (vor allem sozial schwache wie Rentner und Studenten) werden ihre Wohnung verlieren, weil die Vermieter viel mehr verdienen, wenn sie an Flüchtlinge vermieten. Die Kommunen sind bei dieser Entwicklung vorneweg. Sie kündigen den Mietern Sozialwohnungen, um darin Flüchtlinge unterzubringen. Das sollte unter Strafe gestellt werden. Das sollte so schnell wie nur möglich gemacht werden durch Verabschiedung der entsprechenden Gesetze im Bundestag. Für ein solches Verhalten von Vermietern sind harte Strafen zu fordern bis zur Beschlagnahme des betreffenden Wohnraums und Zurückgabe als Wohnung an die bisherigen Mieter.

 

Minister und Kanzler müssen bei Antritt einen Eid auf die Verfassung leisten, wobei sie auch schwören, Schaden vom deutschen Volk abzuhalten:

Amtseid der Kanzlerin beim Regierungsantritt:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Also fragt man sich:

  • Macht sich die Kanzlerin Dr. Angela Merkel strafbar, wenn in Folge ihrer Handlungen Bürger in Deutschland wegen Flüchtlingen Wohnung oder Arbeitsplatz verlieren oder von ihnen verletzt werden ?
  • Macht sich die Kanzlerin strafbar, wenn sie durch ihre politischen Aktionen Proteste in der deutschen Bevölkerung provoziert, die aber nach Urteil der meisten ausländischen Politiker berechtigt sind ?
  • Macht sich die Kanzlerin strafbar, wenn infolge von Protestaktionen junge Männer „straffällig“ werden und von Gerichten verurteilt werden, vielleicht zu Haftstrafen, bei denen sie der Ausbildung, Produktion … in Deutschland entzogen sind, wenn aber ausländische Politiker in der Mehrzahl diese Protestaktionen gebilligt haben ?
  •  

Es muß ein Straftatbestand werden, einen jungen Mann als Nazi oder Neonazi zu bezeichnen oder in die Ecke dieser Leute zu stellen, der gegen eine bevölkerungsfeindliche staatliche Willkür protestiert, die aber auch von den meisten ausländischen befreundeten Politikern als solche bezeichnet und verurteilt wird.

Es ist eine Internetplattform einzurichten für Bürger in Deutschland, die wegen des Andrangs

von Flüchtlingen

  • Wohnung oder Arbeitsplatz verloren haben oder
  • sonstwie zu Schaden gekommen sind wegen Mangel an innerer Sicherheit.

Es sind Prozesse für diese Geschädigten zu führen mit ausführlicher Presse, so daß die Bürger die Gefahr erkennen.

 

Von den Hoffnungen Tertullians zu den Borgias-Päpsten

 

Die Kanzlerin Dr. Angela Merkel ist die Tochter eines Pfarrers.

Cesare Borgio war der Sohn eines Papstes (Alexander VI).

Die Kanzlerin beruft sich bei ihrer Einladungspolitik auf Christentum, Gebot der Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Willkommenskultur …

Wie die Vernichtung der Katharer durch Bestrebungen der Päpste oder der Templer durch einen christlichen König beweist, haben die Spitzenfiguren der Christenheit das Christentum nicht verstanden oder böswillig bewußt verbogen und falsch interpretiert.

Schon die frühen Bischöfe wie Ambrosius und vor allem die Päpste des Mittelalters haben Probleme gehabt mit den christlichen Geboten:

- Verzichtet auf Rache.

- Seid bereit zum Verzeihen.

- Liebt eure Feinde.

- Segnet die, die euch fluchen.

- Tut Gutes denen, die euch hassen.

- Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

 

Auch später haben führende Politiker große Probleme damit gehabt, und darum sollte man die christlichen Gebote (eigentlich die Gebote des Buddha um 500 Jahre früher) diskutieren. Das Christentum ist vermutlich eine synthetische Religion und die Evangelien sind voll von Widersprüchen, die eine göttliche Herkunft oder auch nur Inspiration ausschließen.

 

Jesus Christus war nach Zeugnis seiner Jünger davon überzeugt, daß etliche seiner Zuhörer den Tod nicht mehr erfahren werden, weil inzwischen das Reich Gottes auf Erden gekommen sein würde. Dem Zeugnis der Jünger nach war das Erscheinen des Jüngsten Tages nicht eine Sache der Jahrtausende, sondern höchstens der Jahrzehnte.

Also, es soll geschehen in den letzten Tagen ?

 

Markus 9 (1):

1 Und er sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Es stehen etliche hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis daß sie sehen das Reich Gottes mit seiner Kraft kommen.

Dasselbe sagt Matthäus 16 (28).

 

Apostelgeschichte 3 (17-21), entsprechend Joel 3 (1-5):

Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Jünglinge sollen Gesichte sehen und eure Ältesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und Mägde will ich in denselben Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen; Und ich will Wunder tun oben im Himmel und unten auf der Erde, Blut und Feuer und Rauchdampf, die Sonne soll sich verkehren in Finsternis, und der Mond in Blut, ehe denn der große und offenbare Tag des Herrn kommt; wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden.

 

Die Apostel haben die christliche Lehre zu vielen Völkern gebracht, wo sie in vielen Zungen (Sprachen) reden mußten, sie wurden vom heiligen Geist erfüllt, also mit dem Wissen für ihr Prediger- und Missionsamt – aber der Tag des Jüngsten Gerichts kam seit fast 2000 Jahren dennoch nicht. Die Sonne ist strahlend hell geblieben und der Mond wurde nicht zu Blut.

Zum Heiligen Geist: Gott gibt den Menschen von seiner Allwissenheit etwas ab, und genau das ist der Tröster oder der Heilige Geist.

Hmm, Gott selber hat also Jesus Christus das Wissen um den sehr nahen Jüngsten Tag gegeben, an dem das Reich Gottes auf Erden kommt ? Und wo ist er geblieben ?

Prüfen wir nach:

  • Die Evangelisten kolportierten, daß Jesus und die Jünger der Überzeugung waren, daß das Himmelreich nahe sei und ebenso der Jüngste Tag, der Tag des Gerichts.
  • Jesus soll gemeint haben, daß manche der Leute um ihn herum den Tod nicht erfahren werden.

Inzwischen sind fast 2000 Jahre vergangen und der Jüngste Tag ist nicht gekommen, und das Reich Gottes auf Erden auch nicht. Diese Prophezeiung vom sehr nahen Jüngsten Tag ging also ganz gründlich daneben. Kaum eine Prophezeiung irrte bisher mehr als diese.

Gott selber soll Jesus Christus das Wissen um den sehr nahen Jüngsten Tag gegeben haben, an dem das Reich Gottes auf Erden kommen würde ? Das kann man wohl ausschließen. Jesus: „Manche von euch werden den Tod nicht mehr erfahren“.

Das weckt nicht nur große Zweifel an den Evangelisten, sondern auch an Jesus Christus.

Man fragt automatisch: Was wußten die Evangelisten überhaupt über Gott ? Wenn sie hier so irrten – wo haben sie sich ebenfalls sehr geirrt ?

 

Jüngster Tag, der Tag des ewigen Gerichts, das Reich Gottes kommt auf Erden … – das sind alte Vorstellungen. Es gibt sie in Abwandlungen u.a. bei den Ägyptern um 3000 v.Chr. und bei den Achaimeniden um 650 v.Chr. mit ihrem Propheten Zarathustra (Zoroaster).

In unserer Zeit können wir sehen, wie Human Enhancement, Human Genome Editing, Brain Upgrading … ab 2012 zur Wissenschaft und machbaren Technologie werden, wodurch ein Licht geworfen wird auf die nähere Zukunft der Menschheit.

Es wird offensichtlich eine wesentliche gentechnische Veredelung des Menschen möglich:

  • George Church „Regenesis“ 2012,
  • Nick Bostrom „Superintelligence“ 2014,
  • Ray Kurzweil mit seinen Bestrebungen zum Bau einer „Singularität“ rein mit den Mitteln der Künstlichen Intelligenz (KI) auf elektronischer Basis, die um 2045 seiner Meinung nach mit Erfolg gekrönt sein werden …
  • Roland Benedikter ist bestrebt, die Bevölkerung über transhumanistische Entwicklungen zu informieren.

Die Forschung geht weiter (zumindest in USA, UK und China), und in einigen Jahrhunderten mag es keine genetisch reinen Menschen mehr geben. Die klassische Menschheit ist dann ausgestorben und wurde durch die Technologie der Menschen durch Androiden und ihre Androidenzivilisation ersetzt.

Wenn diese Androiden hinreichend sittlich hochstehender als die Menschen sind und ihre Superzivilisation erschaffen haben, dann – so kann man sagen – ist das Reich Gottes auf Erden gekommen.

Das ist im Prinzip nur eine leichte Umformulierung der Prophezeiung von Jesaia 66 (18-24) in eine moderne Denkweise, und viele SF-Autoren haben ab 1960 gute und zukunftsweisende SF-Geschichten erschaffen, darunter sind Arthur C. Clarke, Donald Wollheim, Herbert W. Franke, Heinz Kneifel und vor allem das Autorenkollektiv der Weltraumserie „Perry Rhodan – der Erbe des Universums“ in den 1960er Jahren. Sehr bekannt sind die SF-Filme unter der Regie von Gene Roddenberry.

 

Also, auch nach fast 2000 Jahren ist bisher das Reich Gottes nicht auf Erden gekommen.

Wer hat sich da geirrt ? Die Evangelisten, Jesus Christus, Gott … ?

Die Tendenz geht dahin, daß sich die Evangelisten geirrt haben.

Wie vertrauenswürdig sind die Evangelisten mit ihren Erzählungen über Jesus ?

Im folgenden Text zeigen sich Widersprüche mit anderen Passagen in den Evangelien:

Markus (9)

2 Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus, Jakobus und Johannes und führte sie auf einen hohen Berg besonders allein und verklärte sich vor ihnen.

3 Und seine Kleider wurden hell und sehr weiß wie der Schnee, daß sie kein Färber auf Erden kann so weiß machen.

4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose und hatten eine Rede mit Jesu.

Wirklich ?

Die Auferstehung nach dem persönlichen Tod gibt es erst mit Jesus Christus. Die Auferstehung der Menschen nach ihrem eigenen persönlichen Tod ist eine neue Leistung der Gnade Gottes, die erst mit Jesus Christus den Menschen gewährt wird.

Moses, Elia … sind noch vom Wurm zerfressen worden.

Dann können also kaum Mose und Eliah in körperlicher Gestalt erschienen sein.

 

Demnach ist das oben geschilderte Phänomen nicht möglich gewesen, nach der Logik des Neuen Testaments.

  • Es gibt in den Evangelien Passagen, die sich fundamental widersprechen.

Was die Evangelisten über Jesus Christus erzählen, wird um so zweifelhafter, je genauer man ihre Schriften studiert.

Die Evangelisten behaupten, daß Jesus Christus der Sohn Gottes gewesen sei, aber dem wirklichen Sohn Gottes könnten solche Fehler nicht unterlaufen.

à Jesus Christus war nicht nur nicht der Sohn Gottes, sondern er hatte auch keinen besonderen Draht zu Gott.

Von welchem Gott reden wir hier eigentlich ?

Albert Einstein zu seiner Kosmischen Religiosität: Einen Gott, der sich um die persönlichen Schicksale der Menschen kümmert, kann ich mir nicht vorstellen.

 

Gautama Siddharta (Buddha) um 480 v.Chr. und Jesus Christus (Heiland) um 30 n.Chr. haben gleichermaßen gesagt:

- Verzichtet auf Rache.

- Seid bereit zum Verzeihen.

- Liebt eure Feinde.

- Segnet die, die euch fluchen.

- Tut Gutes denen, die euch hassen.

- Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

 

Und dann kam das: Nachdem das Christentum um 391 n.Chr. durch Kaiser Theodosius I zur Staatsreligion des Römischen Reiches erhoben worden war, wurden mit derselben Grausamkeit und mit demselben Vernichtungswillen, mit denen die römischen Kaiser vorher die Christen bis 305 verfolgt hatten, von den "christlichen" Herrschern im Namen der christlichen Lehre die Andersgläubigen wie Manichäer und Mithraisten verfolgt und grausam getötet.

Das geschah so gründlich, daß ab 450 im Römischen Reich kaum noch etwas von deren Religionsgemeinschaften übrig geblieben war.

Die Kirchenväter Augustinus und sein Zeitgenosse Bischof Ambrosius von Mailand haben die unerbittliche und grausame Verfolgung der Häretiker befürwortet.

Seltsam, denn sie hielten sich für überzeugte Christen: „Liebe deine Feinde“ … hmm !

Bei Ambrosius, der sogar dem inzwischen christlichen Kaiser Roms drohte, war einer der ersten Kirchenfürsten: Er war machtbesessen, hielt sich für den Vertreter Gottes auf Erden und wollte seine Version der christlichen Lehre als die einzig wahre Lehre durchsetzen.

Die Lehre von der Geschichte: Die Psyche des Menschen ist derartig gestrickt, daß er aus Nächstenliebe heraus eben genau diesen Nächsten oder andere Menschen grausam behandelt oder gar tötet.

 

Schon in der Thora wird gefordert: „Liebe deinen Nächsten“. Das ist um 560 v.Chr. geschrieben worden, also noch etliche Jahrzehnte früher als das vom Buddha als Gebot formuliert worden ist, gemäß dem Zeugnis von König Aschoka um 300 v.Chr., einem ehemaligen sehr erfolgreichen War Lord in Indien, der seinen militärischen Aufstieg dem vergeblichen Versuch von Alexander dem Größen, Indien zu erobern, zu verdanken hat.

Wenn der Buddha eine Erfindung von König Aschoka um 300 v.Chr. gewesen ist, eröffnet sich die Möglichkeit, daß hellenisierte Juden im Gefolge von Alexander dem Großen das Gebot „Liebe deinen Nächsten“ aus der Thora nach Indien gebracht haben.

Nun gilt aber folgendes:

  • Eine wesentliche Botschaft in der Thora lautet: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Das Prinzip von Rache und Vergeltung wird in der Thora sehr hoch gehalten. Das paßt aber nicht zur Nächstenliebe und vor allem nicht zu den o.g. Geboten von Buddha und Heiland.
  • Vorstellungen aus der Thora lassen sich um 300 v.Chr. nicht bei den Hellenen nachweisen, wohl aber Widerstände gegen die jüdische Lehre viele Jahrzehnte später, siehe den Aufstand der Makkabäer. Die Übersetzung hebräischer Schriftrollen ins Griechische begann etwa um 250 v.Chr. durch hellenisierte Juden und war erst um 100 n.Chr. beendet mit der dann endgültig fertigen Septuaginta.

 

Der Buddha verwendete als Taxi für seine sittlichen Lehren Karma, Dharma, Seele, Seelenwanderung, Nirwana …

Der Heiland verwendete als Taxi für seine sittlichen Lehren Seele, Auferstehung von den Toten, Reich Gottes, Jüngster Tag …

  • Wir sollten versuchen, die okkultistisch-spiritistischen Anteile in den Lehren von Buddha und Heiland zu vergessen.

 

Tertullian (geb. nach 150 n.Chr.) ist einer der frühesten Verfechter des Christentums und hat in größter Verehrung von den heiligen Schriften der Christen und der Juden gesprochen.

Tertullian wurde in Karthago geboren, in einem Elternhaus, in dem die römische Staatsreligion galt und mitten in der Zeit der römischen Kaiser, die der überlieferten römischen Religion anhingen und oftmals Christen sehr grausam verfolgen ließen, ganz besonders in den Arenen des Römischen Reiches, von den römischen Kaisern befohlen, gedacht als Volksbelustigung. In Tertullian begegnen wir einem Nichtjuden, der großen Gefallen an den hebräischen Überlieferungen und christlichen Idee gefunden und nun wirklich äußerst ausführlich und umfassend diese Gedanken diskutiert hat.

Tertullian – auf welche christlichen Überlieferungen bezog er sich ?

Die christlichen Märtyrer – für welche Version der christlichen Lehre mußten sie in den Arenen der römischen Kaiserbestien sterben ?

Welche Hoffnungen und Sehnsüchte verbanden sie mit ihrer damals nicht standardisierten Version des Christentums ?

 

Wie kommt es, daß Tertullian im Apologeticum von 198 (s.u.) mit solcher Hochachtung und Wärme von der christlichen Lehre spricht und kaum 200 Jahre später wird genau diese christliche Lehre zur Begründung von Staatsterrorismus schon von Theodosius I und Bischof Ambrosius in Mailand mißbraucht ?

Man muß die Hoffnungen und Sehnsüchte der frühen christlichen Märtyrer wie Stephanos und der vielen christlichen Märtyrer in den Arenen des Römischen Reiches genau prüfen. Z.B. wurden im Kolosseum in Rom zu Ehren der römischen Kaiser und Götter im Auftrag menschlicher Bestien viele christliche Märtyrer von Löwen, Bären … getötet.

Wohlgemerkt: Nicht diese Tiere waren die Bestien, sondern die römischen Herrscher, Bediensteten im Kolosseum und vor allem auch die so vielen „rechtschaffenen“ römischen Besucher, die sich an Qualen und Tötung der christlichen Märtyrer erfreuten.

 

Man muß den Weg von Tertullians Verehrung für das Christentum bis hin zu den bösartigen Borgias-Päpsten und christlichen Herrschern prüfen, und dann zeigt sich deutlich:

Die Sehnsüchte und Hoffnungen der christlichen Märtyrer und auch von Tertullian auf die christliche Botschaft haben sich in den letzten fast 2000 Jahren bis heute ganz gewiß nicht bestätigt. Warum ? Weil vor allem die Verbrechen der Kirchenoberen dagegen standen, die vom Bösen in ihrer eigenen Psyche getrieben größte Kapitalverbrechen begingen.

Das erweckt Mißtrauen vor den Erzählungen der Evangelisten über Heiligen Geist, Tröster, Allwissenheit Gottes …, denn Gott hätte ja nur die Evangelisten viel mehr darin beflügeln müssen, die christliche Lehre so auszuarbeiten, daß sie eben nicht an der Bösartigkeit der menschlichen Natur scheitert.

  •  

In der Tat, im Gegensatz zu der Behauptung der Evangelisten, daß die Jünger von der Allwissenheit Gottes erfüllt worden seien, machen die Fehler und Widersprüche in den Evangelien wahrscheinlich, daß es diesen Gott, auf den sie sich bezogen haben, gar nicht gibt. So sind nicht nur Prophezeiungen völlig daneben gegangen, sondern es gilt auch, daß Jesus Christus offensichtlich nicht der Sohn Gottes gewesen ist.

Welcher Gott ist hier eigentlich gemeint, und weiß dieser Gott überhaupt etwas über unser Sonnensystem, unsere Erde, die Menschheit und die Erzählungen, die über ihn auf der Erde kursieren ?

Sehr wahrscheinlich ist, daß der Gott von Altem und Neuem Testament gar nicht existiert, was zu Albert Einsteins Einstellung bei seiner Kosmischen Religiosität korrespondiert, denn er sagte: „Einen Gott, der sich um die persönlichen Schicksale der Menschen kümmert, kann ich mir nicht vorstellen.“

 

Auch hier sollte man einen Ausflug in die moderne SF machen. Die SF-Autoren ab 1960 haben Vorstellungen aufgebracht wie Superzivilisationen und Superintelligenzen. Im Sinne von Arthur C. Clarke wären Superintelligenzen für uns so mächtig wie die sagenhaften Götter. Die SF-Autoren haben in vortrefflichen SF-Romanen Wollen und Wirken von Superintelligenzen in Superzivilisationen beschrieben. Erich von Däniken ist mit seinem Buch „Waren die Götter Astronauten ?“ hervorzuheben.

Es gibt in unserer Galaxis über 100 Milliarden Sterne, es gibt in unserem Universum Hunderte von Milliarden Galaxien, und es gibt im Multiversum sehr viele Universen.

Superzivilisationen und Superintelligenzen, die über eine gigantische Supertechnik verfügen, wird es vermutlich geben.

Also: „Götter“ wird es im Multiversum geben, und zwar eine ganze Menge davon.

 

Die Drake-Gleichung

 

Die heute so genannte Drake-Gleichung wurde von Frank Drake, einem US-Astrophysiker, entwickelt und im November 1961 auf einer Konferenz in Green Bank, USA, vorgestellt (auch als Green-Bank-Formel oder SETI-Gleichung bekannt) – bitte in Wikipedia nachlesen.

Diese Formel – sie existiert inzwischen in vielerlei Versionen und Anpassungen - dient zur Abschätzung der Anzahl der technischen, intelligenten Zivilisationen in unserer Galaxie, der Milchstraße, die in Kommunikation mit anderen Zivilisationen treten wollen.

Sie gilt nur für kohlenstoffbasiertes Leben.

Der Zentralstern muss der Spektralklassen F bis M und der Leuchtkraftklasse V angehören und sich in der galaktischen habitablen Zone seiner Galaxis befinden.

Drake-Gleichung: N = R* fp ne fl fi fc L

N gibt die mögliche Anzahl der außerirdischen Zivilisationen in der Galaxis an, die technisch in der Lage und gewillt wären, zu kommunizieren.

R*: mittlere Sternentstehungsrate pro Jahr in unserer Galaxie bis zu 19.

fp: Anteil an Sternen mit Planetensystem um die 50%.

ne: durchschnittliche Anzahl der Planeten (pro Stern) innerhalb der habitablen Zone ihres Sterns.

fl: Anteil an Planeten mit Leben.

fi: Anteil an Planeten mit intelligentem Leben.

fc: Anteil an Planeten mit Interesse an interstellarer Kommunikation.

L: Lebensdauer einer technischen Zivilisation in Jahren.

Die Drake-Gleichung bezieht sich nur auf unsere Galaxie, die Milchstraße, die eine Spiralgalaxie von einem bestimmten Typ ist, und diesem Typ entsprechen nach heutigen Kenntnissen etwa 2/3 der im Universum befindlichen Galaxien.

Modelle: Auf der oben genannten Green-Bank-Konferenz wurden für die Drake-Gleichung drei Modelle dargestellt.

  1. Konservatives Modell: Eine Zivilisation in unserer Milchstraße.
  2. Optimistisches Modell: 100 Zivilisationen in unserer Milchstraße, 5000 Lichtjahre mittlerer Abstand zweier sendender Zivilisationen.
  3. Enthusiastisches Modell: 4.000.000 Zivilisationen in unserer Milchstraße, 150 Lichtjahre mittlerer Abstand zweier sendender Zivilisationen.

Der amerikanische Astronom und Exobiologe Carl Sagan schätzte die Anzahl an Zivilisationen auf zehn – in unserer Galaxis.

 

Jahrzehnte nach der Entwicklung der Drake-Gleichung ist die Forschung weiter geschritten.

Die Entstehung unseres Sonnensystems über die Entwicklung der Sonne zum Roten Riesen und zum Weißen Zwerg wird etwa 12 Milliarden Jahre dauern, und anschließend kühlt unsere Sonne als Weißer Zwerg langsam über viele Milliarden Jahre aus.

Wenn man also abschätzen will, wieviele Technische Zivilisationen (TZ) „gleichzeitig“ in unserer Galaxis existieren bzw. in Kommunikation miteinander treten können (ein wichtiges Element von Drakes Idee), dann muß man berücksichtigen, daß sich diese um viele Jahrmilliarden versetzt abspielen können.

  • Die Technischen Zivilisationen (TZ) sind nicht nur über das Gebiet der Galaxis verstreut, sondern auch über die Zeit.

Wie lange dauert nun eine solche Technische Zivilisation (TZ) ?

Man muß die Epoche der Hominiden von etwa 15 Millionen Jahren, die Epoche des Homo sapiens sapiens (H.s.s.) von über 100000 Jahren (Anthropozoikum) usw. als kurzfristige Phasen der über 30 Milliarden Jahre währenden Evolution des Sonnensystems sehen, die wiederum nur eine von vielen Entwicklungen von Sonnensystemen gewesen ist.

Von der Menschheit wissen wir, daß sie am Bösen in den Menschen scheitern wird, und dasselbe gilt für andere Intelligente Wesen auch, die über Natürliche Biologische Evolution entwickelt worden sind.

Kritisch ist also der Zeitraum nach der Entwicklung der TZ – in dieser Phase befindet sich gerade die Menschheit.

Von da an ist die Gefahr der Vernichtung von Species und TZ durch sie selber sehr viel größer als die Gefahr durch Supervulkane, Asteroiden, Kometen, Eis-, Dürrezeiten, Seuchen durch Viren.

Von der Menschheit wissen wir, daß die Phase von der Bildung der ersten Hochkulturen bis zur TZ-Entwicklung um 5000 Jahre dauerte.

Dann muß binnen weniger Jahrhunderte der Entwicklungsschritt zu Superzivilisation und Vernunftwesen gelungen sein oder die TZ hat sich selber vernichtet.

Nehmen wir diese 5000 Jahre als Standard, dann muß man das bei der Berechnung der gleichzeitig bestehenden, zur Kommunikation fähigen TZ-Entwicklungen berücksichtigen.


Sind sie über einen Zeitraum von 50 Milliarden Jahren verteilt, dann ergeben 10 Millionen aneinander gereihte TZ-Entwicklungen von jeweils 5000 Jahren Dauer diese 50 Milliarden Jahre.

Wichtig: Die Dauer von 5000 Jahren gilt nur für TZ-Entwicklungen.

Für Superzivilisationen von Vernunftwesen kann man keine Aussage machen.

Es könnten in einer Galaxis gleichzeitig Millionen von Superzivilisationen existieren, und das über Jahrmilliarden - für uns Menschen nicht erkennbar.


Ganz anders bei den TZ-Entwicklungen wie bei uns Menschen:

In einer Galaxis können über die Jahrmilliarden Millionen von TZ-Entwicklungen verteilt sein, aber weil sie so kurzfristig sind, verschwinden sie jeweils wieder sehr schnell, also im Mittel nach 5000 Jahren.

Obwohl sich Millionen von TZ allein in unserer Galaxis entwickeln, kann es wegen ihrer Kurzfristigkeit zu keiner Kommunikation zwischen ihnen kommen


Vereinfachter Ansatz mittels modifizierter Drake-Gleichung:

In unserer Milchstraße gibt es 200 Milliarden Sterne, von denen

- x1% in der habitablen Zone der Galaxis liegen,

- x2% Sonnensysteme wie das unsrige sind

- x3% einen Planeten haben, auf dem sich Leben entwickelt,

- x4% einen Planeten haben, auf dem sich eine TZ entwickelt,

- xkorr für die Berücksichtigung der geringen Dauer der TZ.

 

Eine Form der Drake-Gleichung könnte dann so aussehen:

200 Milliarden * x1% * x2% * x3% * x4% * xkorr = m,

und m gibt dann die gegenwärtige Anzahl der TZ-Entwicklungen in der ganzen Galaxis an.


Sind die TZ weiter als 5000 Lj voneinander entfernt, kann es kaum zu einer Kommunikation kommen. Der Korrekturfaktor xkorr läßt sich abschätzen aus der mutmaßlichen Dauer von TZ von Arten von Intelligenten Wesen, die über eine Natürliche Biologische Evolution entstanden (NIW-TZ) sind. Die Lebensdauer einer NIW-TZ mag 5000 Jahre betragen, die Ausdehnung einer Galaxis liegt im Mittel bei 100000 Lj.

NIW-TZ, die mehr als 5000 Lj voneinander entfernt sind, können dann nie in Kommunikation treten, weil sie zu schnell wieder verschwinden.


Wie weit sind NIW-TZ räumlich voneinander entfernt (wegen der Beschränkung der Signalgeschwindigkjeit auf c), wie weit sind sie zeitlich verschoben und wie lange dauern sie ?


In die Drake-Gleichung gehen zeitliche und räumliche Verteilung der TZ-Entwicklungen sowie die Dauer der NIW-TZ ganz entscheidend ein.

Annahmen:

x1%: In der habitablen Zone der Galaxis sind 50% der Sterne: x1% = 0,5

Die anderen Faktoren x2%, x3%, x4% und xkorr werden jeweils zu 10-3 angenommen.

Dann gilt : 2 * 1011 * 0,5 * 10-12 = 0,1

Das würde bedeuten: Fast mit Sicherheit gibt es gleichzeitig zur Menschheit keine weitere TZ in der Milchstraße in 5000 Lj Entfernung – die Lebensdauer der TZ mit 5000 Jahren ist viel zu gering zur zeitlichen Überlappung.

Aber das ist astrophysikalisch noch zu korrigieren: Sterne entstehen selten allein, sondern manchmal zu vielen Tausenden gleichzeitig aus Gas- und Staubwolken.

Dann kann es also gut sein, daß es Gruppen von nahen Sonnensystemen gibt, bei denen etwa gleichzeitig TZ-Entwicklungen stattfinden, und dann

- ist doch eine Kommunikaton möglich und

- sogar gegenseitige Besuche von TZ, auch mit so etwas wie beim „Krieg der Sterne“ in der SF-Literatur.


Die Gefahr droht also von den Geschwistern der Sonne her, die gleichzeitig vor 4,6 Milliarden Jahren mit unserer Sonne aus derselben Gas-und Staubwolke entstanden sind.

In 4,6 Milliarden Jahren umläuft unsere Sonne das galaktische Zentrum 23-mal. Weil die Sterne Eigenbewegungen haben, können die Geschister unserer Sonne aber inzwischen Tausende von Lj von uns entfernt sein.

Ein großes Problem liegt bei der Verteilung der NIW-TZ-Entwicklungen in der Galaxis über einen Zeitraum von 50 Milliarden Jahren: 10 Millionen aneinander gereihte TZ-Entwicklungen von jeweils 5000 Jahren Dauer ergeben 50 Milliarden Jahre.

Carl Sagans Vermutung: Bis zu 10 Zivilisationen könnten in der Lage sein, mit uns in Konkakt zu treten. Es hängt ganz davon ab, wieviele Sterne bei der Entstehung unserer Sonne mitentstanden sind und wie weit sie sich inzwischen von unserer Sonne entfernt haben.

Das muß man durch Messungen herausfinden.

 

Im Multiversum-Modell, das heute von Leuten wie Stephen W. Hawking und Lisa Randall bevorzugt wird, gibt es nicht nur Hunderte von Milliarden Galaxien mit jeweils Hunderten von Milliarden Sternen, sondern auch sehr viele Universen im Multiversum.

Es gibt so viele Universen, Galaxien, Sterne, Sonnensysteme …, daß es sicher ist, daß irgendwo da draußen Millionen von Superintelligenzen mit ihren Superzivilisationen leben – so etwa meinte das auch Arthur C. Clarke.

Also: Es mag viele Götter in vielen Universen, Galaxien … geben, aber diese wissen entweder nichts von uns Menschen oder sie kümmern sich nicht in dem Sinne um die Menschen, wie das die Heiligen Schriften aber fälschlicherweise von ihnen behaupten.

 

Weitere Widersprüche in den Evangelien

 

Die von der katholischen Kirche akzeptierten Gewährsleute für Jesus Christus – um 750 Jahre nach Thales von Milet ! – sind Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, also die Evangelisten. Diese zeichnen von Jesus in ihren Evangelien sehr unterschiedliche Bilder, und auch die christlichen Ideen werden sehr unterschiedlich dargestellt und interpretiert, selbst bei so fundamentalen Vorstellungen wie dem Reich Gottes, das bei Matthäus und Markus äußerlich kommt, bei Lukas aber nur innerlich. Ein äußerliches Reich Gottes ist aber etwas total anderes als ein innerliches Reich Gottes, das im Menschen ist, in seinem Geist.

Das wirft ein sehr bedenkliches Licht auf Begriffe und Bezeichnungen wie Heiliger Geist, ewiges Gericht, Sohn Gottes, Jüngstes Gericht, ja sogar die Auferstehung von den Toten, die von den Jüngern meistens als äußerlich dargestellt wurde, und auf Konstruktionen, von denen in der Bibel gar nichts steht wie die Heilige Dreifaltigkeit.

Es gibt in den Evangelien die Darstellungen, daß Jesus gesagt hat, daß zwar David den leiblichen Tod und die Verwesung erfahren habe, aber daß das nun seit der Verkündigung der neuen Lehren durch Jesus – eben durch das Evangelium - für die nun lebenden Menschen nicht mehr so der Fall sein muß. Die reale Auferstehung von den Toten ist damit eine neue Leistung oder Gnade Gottes, den Menschen von Gott gegeben mit dem Erscheinen von Jesus Christus, was ja auch in den Bildern um Kreuzigung, Tod am Kreuz, Begräbnis, Verschwinden aus dem Grab und reale Neuerstehung als lebendiger Mensch (?) gemeint ist.

 

Jesus Christus war nicht gekommen, um das Gesetz zu ändern, sondern um es zu erfüllen – so die Evangelisten. Dann geht der Blick zurück zu diesen „Gesetzen“ bzw. Überlieferungen, also zu den Propheten der alten jüdischen Überlieferungen.

Hier gibt es z.B. Probleme bei den Referenzen auf „Jesaia“, die zu erheblichen Fehldeutungen geradezu einladen. Zuerst einmal: Jesaia redet anscheinend nicht von einem Sohn Gottes, sondern von einem Knecht Gottes. Ist das nur ein Fehler und Problem der Übersetzung oder wurde das absichtlich beim Kopieren von Elementen des Mithra-Kultes (Sol Invictus) in das Christentum so umgeändert ?

Wenn im Aramäischen das Wort für Sohn auch in der Bedeutung von Knecht verwendet werden kann, so haben wir das objektive Problem, was Jesaia eigentlich gemeint hat.

Die Evangelisten behaupteten, daß Jesus der leibhaftige Sohn Gottes gewesen sei.

Kann man das aramäische Wort für Knecht auch in der Bedeutung als Sohn verwenden ?


Der Begriff der Heiligen Dreifaltigkeit ist nie im alten oder neuen Testament verwendet worden, wohl aber gibt es ihn im Mithras-Kult (Mithras und die beiden Fackelträger).

Zur Heiligen Dreifaltigkeit im Christentum: Gott, Heiliger Geist und Jesus Christus sind eins.

Nun, der Heilige Geist wird in der Bibel klar definiert. Schon Jesaia spricht von einem Tröster, aber wie sich herausstellt, ist damit gemeint, daß Gott den Menschen einen Teil seiner Allwissenheit schenkt und sie damit tröstet. Wie göttliche Gnade und göttliche Allmacht hat auch die göttliche Allwissenheit (eben der Heilige Geist) keine eigene Wesenheit – sie hat überhaupt keine Persönlichkeit und ist nur eine Eigenschaft Gottes von vielen.

Die Konstruktion der Heiligen Dreifaltigkeit ist genau das, wie Isaac Newton über sie urteilte: Absoluter Schwachsinn.

 

Die Formung des Urchristentums und der urchristlichen Gemeinden geschah ganz wesentlich durch Paulus. Nicht auf Jesus Christus, sondern auf Paulus gehen u.a. folgende Elemente der „christlichen“ Lehren zurück:

  • Der Christ darf alles essen, also auch Schweinefleisch
  • Frauen sollen keine öffentlichen Ämter einnehmen und sich ansonsten sehr im Hintergrund halten.
  • Die Beschneidung der Knaben ist für Christen nicht Pflicht.
  • Der Christ soll sich der Obrigkeit beugen, denn alle Obrigkeit kommt von Gott.

Nach dem Zeugnis der Evangelisten war es der Wille von Jesus Christus, daß die Jünger in alle Welt hinausgehen und allen Völkern und jeder Kreatur (!) das Evangelium predigen sollen (Markus 16 (15)), aber die „Heiden“ müssen beim Übertritt zum Christentum nicht die Last auf sich nehmen, die der Bund mit Gott für die Juden mit sich bringt: Die Beschneidung der Knaben. Die Christen müssen nicht ihren männlichen Nachwuchs beschneiden.

 

Beurteilung von Paulus

Er erinnert an einen – allerdings sehr aufopferungsvollen – Manager, der einer großen Idee durch Verweltlichung den Durchbruch bei der öffentlichen Akzeptanz ermöglichen will.

 

In der Apostelgeschichte wird die Methode der Missionsarbeit von Paulus genannt: Er suchte die jüdischen Gemeinden vor allem in den nordöstlichen Regionen des Römischen Reiches wie Kleinasien und Hellas auf und begann in diesen die Missionsarbeit, sicher zur sehr geringen Begeisterung der betreffenden Rabbiner (siehe die Apostelgeschichte). 

 

Mithraismus und Christentum

Im 1. Jahrhundert n.Chr. gab es in Kleinasien, Hellas und Italien viele Gemeinden und Kulturzentren anderer Religionen, und darunter auch vom Mithraismus.

Aus der nachfolgend angegebenen Liste kann man entnehmen, daß Paulus sehr viele Gepflogenheiten für Lehre, Ritus und Gemeindeleben des Urchristentums als verpflichtend darstellt, die denen im Mithraismus ähneln wie ein Ei dem anderen.

Mithras, der Sohn Gottes, wurde von seinem Vater, dem Sonnengott (Sol invictus), zur Erde geschickt, um das Böse zu überwinden:

  • Mithras wurde an einem 25. Dezember (Julianischer Kalender) von einer Jungfrau in einer Höhle (bzw. einem Stall) geboren in Anwesenheit von Hirten und Tieren.
  • Die jährliche Stiertötung stand symbolisch für die Abtötung des Bösen im Menschen und durch die Taufe des Menschen mit Stierblut sollte er seelisch gereinigt werden.
  • Der Mitras-Kult wurde an den Sonntagen in den Mithräen praktiziert, also an den der Sonne gewidmeten Tagen, und Wasser wurde symbolisch für Stierblut getrunken.
  • Mithras hielt kurz vor seinem Tode mit 12 Anhängern ein Abendmahl ab, bei dem Brot und Wein oder Wasser (symbolisch für Stierblut) gereicht wurden. Kurz darauf starb Mithras z.Z. der Tag- und Nachtgleiche im Frühling (also etwa zu Ostern) und erlebte bald darauf die Auferstehung von den Toten.
  • Mithras wird oft dargestellt mit einem Strahlenkranz um den Kopf (Heiligenschein).
  • Der Mithras-Kult kennt die Parsischen Vorstellungen (von Zarathustra) über Himmel, Hölle, Jüngstes Gericht …
  • Ein häufiges Symbol des Mithras-Kults ist das Kreuz.
  • Der höchste Priester trug als Amtskleidung eine rote phrygische Mütze (Mitra), ein rotes Gewand, einen Ring und er hatte einen Hirtenstab.
  • Frauen wurden bei den Mysterien nicht zugelassen.
  • Vor allem die Legionäre verbreiteten den Mithraismus im gesamten Römischen Reich. Petersdom und Kölner Dom wurden auf vormaligen Mithräen errichtet.

Das sind viel zu viele Ähnlichkeiten mit dem Urchristentum, als daß das Zufall sein könnte.

 

Weil es um 80 n.Chr. noch keinen Standard bei den Evangelien gab, mußten die Jünger, Bekehrten, Apostel … aus eigenen Schriften und eigener Erinnerung heraus missionieren: Die christlichen Lehren damals mußten sich zwangsläufig sehr unterscheiden, aber in der Zeit der Christenverfolgung durch den Staat blieben die unterschiedlichen Ansichten in Regionen und von Gruppen noch verdeckt. Nach der Protektion des Christentums durch den Staat ab 325 wurden die unterschiedlichen Glaubensauffassungen sehr wichtig.

 

Während der Missionierung im Osten des Römischen Reiches hatte man auf frühere Glaubensvorstellungen Rücksicht genommen und in das Christentum integriert. War das auch mit dem Mithras-Kult geschehen ? Am meisten Auskunft über das frühe Christentum geben die Apostelgeschichte und die Briefe von Paulus und Petrus an christliche Gemeinden im damaligen Römischen Reich, vor allem in Kleinasien und Hellas. 

Wer hat die Apostelgeschichte des „Lukas“ (vielleicht um 100 n.Chr.) geschrieben ? Zu dieser Zeit gab es bereits die ersten urchristlichen Gemeinden. Die Apostelgeschichte ist eine Fortsetzung des Lukas-Evangeliums und erzählt, was die Apostel nach dem Tode von Jesus Christus und seiner angeblichen Auferstehung am 3. Tag getan haben.

 

Vermutlich waren Johannes der Täufer und Jesus Christus indische Wanderprediger

 

Vermutung: In Folge der Feldzüge von Alexander dem Großen bis 329 v.Chr. wurde ein großer Teil der damaligen „bekannten“ Welt hellenisiert. Indische Wanderprediger mochten in Kleinasien missionieren, und diese dienten den Evangelisten vielleicht als Vorbild für die Gestalten Johannes der Täufer und Jesus Christus. Nach der Zerstörung von Jerusalem durch das römische Militär unter Titus 69 n.Chr. flohen viele Juden aus Judäa, geschockt von der Zerstörung des Tempels von Jerusalem und der gezielten Erschlagung von allen Hohepriestern. In Kleinasien und Hellas trafen die Juden auf Vertreter anderer Religionen wie Manichäer und Mithraisten. Einige Juden formten den Mithraismus um gemäß den althebräischen Überlieferungen wie die von Jesaia.

Das Christentum kann eine synthetische Religion sein, die den Mithras-Kult beseitigen sollte.

Der Jesus Christus der Evangelien hat nie gelebt.

 

Vermutlich sind alle Evangelien erst im 2. nachchristlichen Jahrhundert geschrieben worden.

Ihre Verfasser sind demnach keine Jünger des sagenhaften Jesus Christus gewesen und haben ihn nie persönlich kennengelernt.

Wollten hellenisierte Juden nach der Zerstörung von Jerusalem durch die Legionen des Titus 69 n.Chr. eine neue Religion erschaffen, nach Vorlage der Religion Mithraismus und auf der Basis der Propheten der jüdischen  Überlieferungen ?

Aber auch römische Bürger, erzogen in der Religion des alten Roms, hätten im 2. Jahrhundert n.Chr. Evangelien schreiben können. Tertullian z.B., geboren 150 und erzogen im Glauben an die klassischen römischen Götter, hat den Übertritt zum Christentum als Erwachsener vollzogen und sich derartig in die Septuaginta und christlichen Lehren eingearbeitet, daß er „Evangelien“ am Fließband hätte schreiben können.

Tertullian bezieht sich um 198 auf Paulus-Briefe und Lukas-Evangelium – die mußten also damals schon zu einem Standard gehört haben.

Damals gab es schon Begriffe wie Bistum und Apostelamt.

 

Römische Bischöfe und Herrscher haben ab 391 n.Chr. vermehrt mit der direkten Bekämpfung des Mithraismus begonnen, mit der Zerstörung der Heiligtümer (Mithräen) und der Ermordung seiner Anhänger. Dasselbe Verfahren wendeten sie auch auf andere Religionen und deren Anhänger und Heiligtümer an, wie beim Manichäismus.

Auch in Deutschland gibt es noch Mithräen aus der Römerzeit – eines ist bei der Saalburg.

Die Verfolgung der Nichtchristen steigerte sich laufend, und bis 450 n.Chr. war der Mithraismus im Römischen Reich vollständig ausgelöscht.

 

Frühchristliche Missionierung

 

Die Apostelgeschichte sagt, daß schon zu Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. frühe Christen missionierten, und das unter größter Gefahr für Leib und Leben. Sie hatten Ärger mit Hohepriestern, wurden oft mit Ruten geschlagen oder gesteinigt wie Stephanos, der erste christliche Märtyrer, durch eine aufgebrachte jüdische Menge.

Warum durch Juden ? Paulus (er soll früher Saulus geheißen, in Damaskus gelebt und die Christen verfolgt haben) missionierte oft auf folgende Weise: Als Jude ging er in die vielen jüdischen Gemeinden vor allem in Kleinasien, auf Zypern und in Hellas und versuchte, sie zum Christentum zu bekehren.

 

Die Apostelgeschichte hat viel von einer Rechtfertigung:

  • Petrus erhält von Gott die Anweisung, daß er hinfort alles essen kann. Die Tabus der Thora über bestimmte Speisen werden aufgehoben. (Apostelgeschichte 10, 13).
  • Petrus erklärt, daß die Apostel (allesamt Juden) auf Geheiß Gottes zu den Nichtjuden gehen, mit ihnen zusammen essen und über sie den Heiligen Geist ausgießen. Gott interessiert sich nicht um Herkunft oder sonstige Eigenheiten eines Menschen, sondern nur dafür, ob er Gott fürchtet und recht tut. Die Rabbiner verboten den Juden, sich mit Heiden, Anders- oder Ungläubigen, Unbeschnittenen … zusammen zu tun. (Apostelgeschichte 10 und 11).
  • David war zwar gottesfürchtig, aber er hat den echten Tod erlitten im mosaischen Sinn. Seit der Sendung des Heiland zu den Menschen gilt das aber nicht mehr: Wer gottesfürchtig ist und recht tut, wird nicht sterben, sondern von den Toten leiblich wieder auferstehen. (Apostelgeschichte 13 (36-37)). Moses mußte noch körperlich sterben und verwesen, aber Christus nicht mehr.
  • Paulus bekennt sich zum jüdischen Glauben und zu den Propheten, aber er hat die Hoffnung, daß zukünftig die Auferstehung von den Toten gilt, und zwar der Gerechten und Ungerechten. (Apostelgeschichte 24 (15)). Das steht im gewaltigen Widerspruch zu Jesaia 66 Ende.

Die Apostel beschließen, daß den zum Christentum übergetretenen Heiden das Joch der Beschneidung nicht aufgezwungen wird. (Apostelgeschichte 15).

Paulus und Barnabas ziehen in ihrer Missionsarbeit weiter durch die Lande und kommen nach Kleinasien. In Phrygien und Galatien durften sie nicht predigen. Erst in der Troas wurde ihnen von Gott Bescheid gegeben, daß sie nach Makedonien zu reisen hätten, um dort erfolgreich zu missionieren. Sie folgten dem Ruf sofort und zogen über Samothrakien und Neapolis nach Philippi, der Hauptstadt von Makedonien (Apostelgeschichte 16).

Paulus und Barnabas ziehen nach ihrem großen Erfolg in Philippi nach Thessalonike weiter, wo sie viel Ungemach erfahren. Über Umwege kommen sie nach Athen und predigen dort, wo sie auf Stoiker, Epikuräer und sonstige Philosophen treffen, und es kommt zu heftigen Disputen. Paulus erzählt ihnen, daß es in einem Tempel einen Altar gesehen habe mit der Widmung: „Dem unbekannten Gott.“ Paulus sagt ihnen nun, daß er ihnen über diesen unbekannten Gott zu berichten habe. (Apostelgeschichte 17).

Danach zieht Paulus weiter nach Korinth, wo er erfolgreich christliche Gemeinden gründet. Danach reist er weiter nach Ephesos und besucht auch wieder für kurze Zeit Jerusalem, das 69 n.Chr. von Titus zerstört worden ist (Apostelgeschichte 18). Es sind also inzwischen wieder Juden nach Jerusalem zurückgekehrt und dürfen sogar ihren Glauben ausüben. Das macht wahrscheinlich, daß sich das Geschehen im 2. Jahrhundert n.Chr. abspielt.

Paulus zieht über Malta noch Rom und predigt dort, obwohl noch vor wenigen Jahren Kaiser Claudius alle Juden aus Rom ausgewiesen hatte. (Apostelgeschichte 15).

 

Römerbrief 2 des Paulus: Er relativiert nicht nur den sittlichen Wert der Beschneidung als Kennzeichen für den Bund mit Gott, sondern leugnet ihn vollständig: Nur der ist ein Jude, der das Gesetz achtet, nicht der, der es erhalten hat.

Römerbrief 11: Gott hat Israel, das er zuerst auserwählt hatte, nicht verstoßen, aber wegen der Sünden müssen sie einen Leidensweg gehen, um letztendlich doch zur Erlösung zu gelangen im Sinne der Propheten wie z.B. Jesaja.

 

Römerbrief 12:

Christliche Lebensregeln:

  • Einhaltung eines vernünftigen Gottesdienstes,
  • Man soll die Welt nicht so hinnehmen, wie man sie erfährt, sondern erforschen, was Gottes Wille ist, und danach handeln.
  • Die Menschen sind unterschiedlich in ihrer Begabung, verliehen je nach Gottes Gnade, aber zusammen bilden sie einen Leib.
  • Jeder hat seine Begabungen und Ämter gewissenhaft auszuführen.
  • Die Liebe soll nicht falsch sein, und man soll das Arge hassen und das Gute lieben.
  • Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung entgegen.
  • Der Müßiggang ist zu vermeiden.
  • Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.
  • Die christlichen Lehrer und Vorsteher der Gemeinde sind zu verköstigen und zu beherbergen.
  • Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht.
  • Habt mit den Mitmenschen Mitgefühl und nehmt teil an ihre Leiden und Freuden.
  • Habt einerlei Sinn untereinander, d.h. es soll keine Glaubensspaltungen geben.
  • Geistige Bescheidenheit, Demut und Rücksichtnahme auf die anderen sind Pflicht
  • Vergeltet niemand Böses mit Bösem; zeigt Ehrbarkeit gegen jedermann.
  • Nach Möglichkeit ist mit jedermann Frieden zu halten.
  • Man soll nicht selber die Rache ausüben, sondern das Gott überlassen.
  • Wenn dein Feind hungert, so speise ihn; hat er Durst, so reiche man ihm Getränke.
  • Laß dich nicht zu Bösem hinreißen, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Man erkennt hier das Ringen des Paulus um ethische Größe, um das, was gut und böse ist, und wie man das in der Lebenspraxis umsetzen kann. Er entwickelt christlichen Lebensregeln für urchristliche Gemeinden.

 

Römerbrief 13 (1-7): Alle Obrigkeit kommt von Gott.

Das sind seltsame Ansichten für einen, der Jesus Christus, einem Aufrührer gegen die Obrigkeit, anhängt.

Paulus hat große Probleme mit

  • der Philosophie, eigentlich insgesamt mit sehr gelehrten und intelligenten Menschen,
  • dem selbstbewußten aufgeklärten Bürger, der eben Bürger und nicht Untertan sein will, und
  • der Rolle der Frauen in der Gemeinde.

Römerbrief 14: Man soll beim Richten sehr sorgfältig und gewissenhaft sein. Umsetzung des Staates in ein Reich Gottes..

Römerbrief 15: Paulus ermahnt zur Nachsicht gegenüber den Mitmenschen und kündet seine Reise nach Spanien an.

 

Im Römerbrief des Paulus (vielleicht um 120 n.Chr.) gibt es zwar viele Referenzen, auf apokalyptische Schriften der Juden (Thora, Prophezeiungen des Jesaja), aber keine Referenzen auf die Evangelien. Das könnte ein Hinweis darauf sein, daß zur Zeit dieser Missionsarbeit die Evangelien noch nicht geschrieben bzw. noch nicht in den Kanon heiliger christlicher Schriften aufgenommen worden waren. Dem Zeugnis von Tertullian nach war das aber um 60 Jahre später geschehen.

 

Die christliche Botschaft ist fehlerhaft ausformuliert

 

Thora und christliche Lehre sind nicht fertig ausformuliert und berücksichtigen nicht hinreichend die sehr komplexe Psyche des Menschen, die ohne Zweifel das Gute und das Böse enthält. Ferner wird in der Thora das antiquierte sumerische Weltmodell verwendet.

Zur Psyche des Menschen: Im selben Menschen ringen immer Gut und Böse miteinander.

Unter dem Bösen im Menschen faßt man Triebe und Gefühle des Menschen zusammen wie Mord-, Jagd- und Raublust, Grausamkeit, Herrschsucht, Egoismus, Jähzorn, übersteigerte Eitelkeit, Wut, Neid, Haß, Gier …

Unter dem Guten kann man das zusammenfassen, was Intelligente Wesen zu Bau und Unterhalt mächtiger Superzivilisationen und langfristiger Paradiese befähigt.

Weil die „heiligen“ Schriften sowohl gute als auch verderbte Schriftpassagen enthalten, können sie auch zur Stützung des Bösen im Menschen mißbraucht werden.

Das haben die christlichen Würdenträger und Herrscher sehr deutlich vor Augen geführt, z.B. durch die Vernichtung der

  • Katharer (à Ketzer) als Häretiker und
  • Templer als Verbrecher und
  • die Heilige Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche mit ihren Millionen von Opfern von etwa 1198 an bis heute.

Das Wort Häresie kommt aus dem Griechischen: Hayrezis in der Bedeutung von Wahl.

 

Folgerung: Die heiligen Schriften Thora, Bibel und Koran müssen konsequent umgeschrieben werden, so daß sie dem Bösen im Menschen nicht als Vorwand dienen können, der inneren Bestie des Menschen zu folgen:

  • Aus den „heiligen“ Schriften sind alle verderbten Stellen zu entfernen.
  • Religionen dürfen nicht mittels Waffengewalt verbreitet werden.
  • Religionen sollen Frieden schaffen und nicht Haß und Kriege bewirken.
  • In „heiligen“ Texten dürfen Andersgläubige nicht als Ungläubige bezeichnet werden und keine Haßtiraden auf andere Völker und Religionen enthalten sein.
  • In „heiligen“ Texten darf es keine Aufrufe zu Völkermord und Zerstörung der Altäre Andersgläubiger geben.

 

Wesentliche Ursachen für die schweren Verbrechen der christlichen Kirchenoberen und Herrscher ab 391 sind

  • die Veranlagung zum Bösen in der Psyche des Menschen und
  • die verderbten Passagen in der Bibel, vor allem in der Thora.

Unter dem Bösen im Menschen faßt man Triebe und Gefühle des Menschen zusammen wie Mord-, Jagd- und Raublust, Grausamkeit, Herrschsucht, Egoismus, Jähzorn, übersteigerte Eitelkeit, Wut, Neid, Haß, Gier …

 

Weder Thora noch christliche Lehren sind in Sicht auf die Veranlagung des Menschen zum Bösen genau durchdacht und fertig ausformuliert. Sie haben große Fehler, und diese haben großes Unheil nicht nur unter den Menschen bewirkt. Sie müssen sehr verbessert werden auf der Basis von Natur- und Ingenieurwissenschaften unter Berücksichtigung der jüngsten Forschungsergebnisse und -ziele, formuliert u.a. von

  • Lisa Randall „Verborgene Dimensionen: Eine Reise durch den extradimensionalen Raum“ von 2006,
  • George Church „Regenesis“ 2012,
  • Nick Bostrom „Superintelligence“ 2014,
  • Ray Kurzweil mit seinen Bestrebungen zum Bau einer „Singularität“ rein mit den Mitteln der Künstlichen Intelligenz (KI) auf elektronischer Basis, die um 2045 seiner Meinung nach mit Erfolg gekrönt sein werden …

Es mag im Multiversum viele Götter in vielen Universen, Galaxien … geben, aber diese wissen entweder nichts von uns Menschen oder sie kümmern sich nicht in dem Sinne um die Menschen, wie das die Heiligen Schriften von ihnen behaupten und zusammenphantasieren.

Albert Einstein zu seiner Kosmischen Religiosität: Einen Gott, der sich um die persönlichen Schicksale der Menschen kümmert, kann ich mir nicht vorstellen.

 

Sehnsüchte und Hoffnungen von Tertullian (um 150 bis 220 n.Chr.)

 

Quintus Septimius Florens Tertullianus oder Tertullian (geboren nach 150 in Karthago, gestorben nach 220) war ein sehr wichtiger früher christlicher Schriftsteller. Seine Schriften hatten auf die nachfolgenden Kirchenväter großen Einfluß.

Tertullian war geradezu die Idealfigur des mündigen Bürgers. Er war in einem Elternhaus geboren worden, in dem die alten römischen Götter verehrt wurden. Als Erwachsener wendete er sich dem Christentum zu. Er war überzeugt und ergriffen von der christlichen Botschaft und gründete auf sie große Hoffnungen.

 

Fragen:

  • Welcher christlichen Botschaft hing er an ?
  • Wer hat ihn zu seiner Version der christlichen Lehre geführt ?

Augustinus wurde von Ambrosius zum Christentum bekehrt, wobei die Persönlichkeit von Ambrosius vermutlich das meiste beitrug. So mag auch Tertullian einen begnadeten Lehrer gehabt haben, allerdings mitten in der Zeit der grausamen Christenverfolgungen.

Ambrosius, Bischof von Mailand, lebte in einer Zeit um 200 Jahre nach dem Apologeticum von Tertullian 198, als bereits die katholische Kirche im Römischen Reich zu großer Macht gekommen war und Ambrosius den Kirchenfürsten spielen konnte, bereits die christliche Botschaft und Lehre im Rausch der ihm gegebenen Macht pervertierend.

Tertullian wurde als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Sehr wichtig ist: Seine Eltern hingen der alten römischen Religion an. Er wählte also den Weg zum Christentum nicht von seinem Elternhaus her. Er erhielt eine juristische und rhetorische Ausbildung und wirkte zeitweilig in Rom als Advokat.

 

Tertullian: Man wird nicht als Christ geboren, sondern man wird zum Christen.

Römerbrief 2 des Paulus: Nur der ist ein Jude, der das Gesetz achtet, nicht der, der es (durch Beschneidung) erhalten hat.

Schon im 2. nachchristlichen Jahrhundert gab es also Menschen, denen klar war: Das Besondere am Christentum ist sein sittlich-ethisches Mandat, so auch beim Judentum.

Das verstößt fundamental gegen die Verheißung in der Thora: Die Beschneidung ist das Zeichen für den Bund mit Gott.

Paulus und Tertullian nähern sich in ihrer Einstellung gegenüber jüdischer und christlicher Religion der fernöstlichen Vorstellung vom Tao an. Das Tao ist der rechte Weg, und nur der hat das Tao, der sich so verhält. Man wird nicht als Taoist geboren, sondern man wird dazu.

War das auch die verbreitete Meinung der Christen im 2. Jahrhundert, mitten in der Zeit der Christenverfolgungen und Märtyrer ?

Paulus und Tertullian wandeln die überkommene Vorstellung von einer Religion völlig ab.

Man wird nur zum Juden oder Christen, wenn man die entsprechenden sittlich-ethischen Gebote (also das christliche Tao) befolgt.

  

Tertullian glaubte:

Wer einmal Christ geworden war, wird nie mehr ein Unrecht begehen können.

Die Kapitalverbrechen von vielen Bischöfen und Klerikalen, Päpsten und „christlichen“ Königen, Kaisern … haben bewiesen:

Es bringt überhaupt nichts, wenn man einen Menschen zum Christen „bekehrt“ oder tauft, wenn nicht in diesem Menschen das Gute über das Böse siegt, und zwar dauerhaft.

Die harmlose Schwärmerei Tertullians über das Christentum und auch über die alten hebräischen Überlieferungen macht ihn darum nur um so liebenswerter.

Tertullian war ein gläubiger Christ, aber wegen seiner selbständigen Auslegung christlicher Prinzipien wurde er nicht als Kirchenvater anerkannt, im Gegensatz zu Augustinus, Ambrosius und Hieronymus. Die offizielle katholische Kirche wandte sich von ihm ab.

Einige Arbeiten und Meinungen von Tertullian:

Von Tertullian sind 31 Schriften erhalten. Die ersten Schriften für das Christentum verfaßte er 197, kurz vor einer Zunahme der Christenverfolgung in Karthago.

Er verfaßte das Apologeticum zur Verteidigung des Christentums, das den Vorständen der afrikanischen Provinz überreicht wurde. Während der Severianischen Verfolgung richtete er um 202 eine Trostschrift an die Märtyrer im Kerker (Ad martyras).

Tertullian gilt als einer der originellsten lateinischen Kirchenautoren. Er schrieb sehr überlegt, aber auch leidenschaftlich und teilweise polemisch. Seine Thesen hatten auch Einfluss auf das Verschwinden des Theaterspiels aus Westeuropa im Frühmittelalter.

Hieronymus behauptete später, Tertullian hätte eine eigene Kirche gegründet. Ab 207 trennte sich offensichtlich Tertullian von der offiziellen christlichen Kirche. Tertullian wird darum nicht den Kirchenvätern zugerechnet und in keiner heutigen Kirche als Heiliger verehrt.

Tertullian starb bald nach 220. Er hat die Theologie in lateinischer Sprache gegründet.

Er übersetzte zahlreiche biblische Texte aus dem Griechischen ins Lateinische und schuf dabei neue lateinische Worte. Der „heidnischen“ Philosophie (vor allem Platon und der Stoa) blieb er – trotz aller Angriffe im Detail – im Ganzen verpflichtet.

In De pallio rechtfertigte er seine Gewohnheit, weiterhin den Philosophenmantel zu tragen.

Tertullian:

  • Er nannte Vater, Sohn, Heiligen Geist „drei Personen“ (tres personae), die aber eine Einheit Gottes (una substantia) bilden. Jesus Christus sei wahrer Mensch und zugleich Gott. Demnach sei zwischen menschlichen und göttlichen Eigenschaften Christi zu unterscheiden: Sie seien zwar in der Person des Sohnes vereint, aber nicht vermischt.
  • Er vertrat die Auffassung, dass die Ungläubigen in einer Hölle bei vollem Bewusstsein endlos bestraft werden. Er betont, dass das Feuer der Hölle ewig und ausdrücklich als eine ewig andauernde Strafe angekündigt sei. In seiner Apologie schrieb Tertullian, dass „diejenigen, die Gott anbeten, für immer bei Gott sein werden, aber die Gotteslästerer und diejenigen, die sich Gott nicht von ganzen Herzen hingegeben haben, werden in gleicher Weise für immer im Feuer der Strafe sein“. Damit stellte er sich scharf gegen die Allerlösung, die sein Zeitgenosse Origenes vertrat.
  • Etwas derart jeder Erfahrung Spottendes wie die Auferstehung Jesu Christi wäre niemals von den ersten Jüngern geglaubt worden, wenn sie es nicht tatsächlich erlebt hätten. Tertullian: Es ist sicher, weil es unmöglich ist. Daraus wurde im 17. Jahrhundert der oft zitierte Satz: „Ich glaube, weil es widersinnig ist“.
  • Er wendet sich in einer Zeit der Christenverfolgungen gegen die Schuldzuweisungen gegen Christen: Ob es sintflutartig regnet oder schlimme Dürre gibt, ob die Erde bebt oder stillsteht – immer heißt es, die Christen seien schuld und müßten den Löwen vorgeworfen werden.
  • Tertullian ist besonders an Jesaja und Paulusbriefen interessiert, auch am Lukas-Evangelium. Schon Tertullian bezweifelt, daß das Johannes-Evangelium von einem Jünger von Jesus geschrieben worden
  • Tertullian ist der Beweis: Im 2. Jahrhundert gab es im Römischen Reich Leute, die nicht als Christen geboren worden waren, die sich grundlegende Kenntnisse der jüdischen und christlichen Religion angeeignet hatten und hätten Evangelien schreiben können.

Tertullian beeinflusste nachhaltig spätere Kirchenväter, vor allem Cyprianus und Augustinus und die gesamte westliche Kirche wie auch Papst Leo.

Hier ist nun die wichtige Frage: Wer kannte um 200 die Evangelien von Judas, Thomas, Maria Magdalena … ? Es kann um diese Zeit Dutzende von Evangelien gegeben haben.

Im Apologeticum von 198 (s.u.) verteidigt er das Christentum vor dem Heidentum.

Er spricht sich gegen Putz- und Schminksucht der Frauen (und Männer) aus, gegen die römischen Spiele, Wagenrennen im Circus, Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen im Amphitheater, Athletenwettkämpfe im Stadion ...: „Wer als Christ Schauspiele besucht, begibt sich in die Gesellschaft der Dämonen, die diese Stätten beherrschen.“

An seine Frau, um 207: Er verteidigt die Ehe gegen gnostische Forderungen nach völliger Ehelosigkeit, ist aber kritisch gegen Wiederheirat.

Er warnt christliche Frauen vor der Eheschließung mit Heiden.

Um 211 fordert er, dass sich auch gottgeweihte Jungfrauen, unverheiratete Frauen und Witwen in der Kirche verschleiern müssen.

Er verfaßte die älteste erhaltene Schrift zur Taufe und die erste bekannte Auslegung des Vaterunsers; beide Schriften um 200–206.

 

Apologeticum von 198

Dr. K. A. Heinrich Kellner war so freundlich, eine deutsche Übersetzung des Apologeticums des Tertullian von 198 ins Netz zu stellen. Mit dem Apologeticum wollte Tertullian die christliche Religion sowie ihre Anhänger im Römischen Reich schützen, also mitten in der Zeit der Christenverfolgungen, die erst 305 endeten.

 

  1. Aber freilich, niemand bedenkt jene ebenso unleugbare als große Schädigung des Gemeinwesens, keiner erwägt jene Benachteiligung des Staates, die darin besteht, daß wir, eine solche Anzahl rechtschaffener Leute, dahin geopfert und so viele Unschuldige zugrunde gerichtet werden! Wir rufen nunmehr eure eigenen Akten zu Zeugen auf, indem ihr ja täglich, um die Gefangenen abzuurteilen, zu Gericht sitzet und die Liste der Angeklagten durch eure Richtersprüche erledigt. Wie viele Verbrecher werden mit den verschiedenen Schuldbezeichnungen von euch heruntergelesen – aber wer, der dort als Mörder, als Beutelschneider, als Tempelräuber, als Verführer, als Bestehler der Badenden aufgeschrieben steht, wer von diesen wird auch noch unter dein Prädikat Christ aufgeschrieben? Und, was damit zusammenhängt, wenn Christen unter diesem ihrem Titel aufgeführt werden, wer aus ihnen steht da als nur einzig und allein unter jenem Schuldtitel, der durch den Namen Christ ausgedrückt wird? Mit Leuten aus eurer Mitte sind stets die Gefängnisse überfüllt, von dem Ächzen der eurigen hallen stets die Bergwerke wieder, mit Leuten aus eurer Mitte werden auch die wilden Tiere gemästet, aus eurer Mitte stammen die Verbrecher, welche die Veranstalter von Gladiatorenspielen wie Herdenvieh mästen. Dort findet sich kein Christ, außer nur als solcher, oder wenn auch noch als etwas anderes, dann ist er schon kein Christ mehr.

 

  1. Wir sind also die einzigen sittenreinen Menschen. Was Wunder, wenn es so sein muß? Und in der Tat, es muß so sein. Da uns die Sittenreinheit von Gott gelehrt worden ist, so kennen wir sie einerseits vollkommen, da sie uns von einem vollkommenen Lehrer geoffenbart worden ist, und anderseits bewahren wir sie getreulich, da sie uns von einem Wächter vorgeschrieben ist, der sich nicht verachten läßt. Euch aber hat nur menschliche Abwägung und Wertschätzung den Begriff der Sittenreinheit beigebracht, und ebenso ist es nur die Kundgebung menschlicher Herrschaft, welche sie euch zum Gebot gemacht hat. Daher besitzt ihr weder eine vollkommene, noch eine genügenden Respekt einflößende Anleitung zur wahren Moralität. Die Autorität des Menschen, die Erfüllung des sittlich Guten zu fordern, ist nicht größer als seine geistige Fähigkeit, aufzuzeigen, was wahrhaft sittlich gut ist; ebenso leicht wie diese getäuscht, kann jene verachtet werden. Wohlan denn, welcher Ausspruch ist von tieferem Gehalt): Du sollst nicht töten, oder aber: Du sollst nicht einmal zürnen ? Was ist vollkommener, den Ehebruch verbieten, oder sogar von der Begierlichkeit der Augen, auch wenn sie im Herzen verborgen bleibt, zurückhalten? Was verrät größere Weisheit, die böse Tat oder auch schon die böse Rede verbieten? Was dringt tiefer ein, Unrecht nicht gestatten, oder nicht einmal das Wiedervergelten des Unrechts zuzulassen? Wenn ihr doch nur einsähet, daß eure Gesetze selber, die auf die Pflege der Sittlichkeit hingerichtet sind, vom göttlichen Gesetze ihre ältere Form entlehnt haben! Es ist ja schon vom Alter des Moses die Rede gewesen. Wie gering aber ist oft das Ansehen menschlicher Gesetze, da es zutrifft, daß der Mensch, da seine begangenen Taten verborgen bleiben, sich ihnen entzieht, und manchmal daß er sie, sei es freiwillig sei es genötigt, verachtet. Beurteilt ihr Ansehen auch nach der Kürze jedweder Strafe, die ja doch nicht über den Tod hinaus fortdauert! Auf diese Weise schätzt selbst Epikur jede Qual und jeden Schmerz nur gering ein, indem er den Ausspruch tut, ein mäßiger Schmerz sei zu verachten, ein großer aber dauere nicht lange. Wir aber, die wir unter der Aufsicht Gottes, des Beobachters aller, stehen und gegen seine ewige Strafe Vorsorge treffen, wir streben notwendig nach wahrer Sittenreinhelt, indem Wir entsprechend der Fülle unserer Erkenntnis und der Schwierigkeit, sich zu verbergen, und ebenso wegen der Größe der Strafe, die nicht bloß lange, sondern ewig dauert, den fürchten, den auch jener fürchten muß, der selbst über solche zu Gericht sitzt, die ihn fürchten, indem wir mit einem Wort Gott fürchten, nicht den Prokonsul.

 

Wie wunderbar von Tertullian gesprochen, und dann kam das:

  • Als frommer Anhänger der Religion der christlichen Nächstenliebe führte der Christ Karl der Große zu Ende des 8. Jahrhunderts eine höchst gewaltsame Christianisierung der Sachsen durch auch mit Massenexekutionen.
  • Vernichtung der Katharer und Templer durch christliche Päpste und Könige.
  • Der Irrsinn der Borgias-Päpste
  • Hexenhammer und Hexenverfolgung
  • Große Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche und ihre Kapitalverbrechen, nicht nur in Spanien und Deutschland, sondern überall in Europa und auch in Amerika …

Und alle diese Kapitalverbrechen sollen von Leuten begangen worden sein, die sich als fromme Christen ausgaben und auch als solche angesehen wurden ?

 

Zuerst muß man nachprüfen, worauf sich die großen Hoffnungen von Tertullian auf die christliche Botschaft genau gründeten.

 

  1. Gegenstand unserer Verehrung ist der eine Gott, welcher diesen ganzen Weltenbau mit der gesamten Ausrüstung der Elemente, Körper und Geister durch das Wort, womit er befahl, und die Weisheit, womit er ordnete, und die Macht, womit er es vermochte, aus dem Nichts hervorbrachte zur Zierde seiner Herrlichkeit, woher auch die Griechen der Welt den Namen Kosmos beigelegt haben.

Er ist unsichtbar, obwohl er gesehen wird, unfaßbar, obwohl er mittels seiner Huld vergegenwärtigt wird, unschätzbar, obwohl er durch die menschlichen Sinne geschätzt wird.

 

Tertullian macht den Eindruck eines Menschen, der ehrlich nach Wahrheit sucht und emsig bestrebt ist, weitläufig und gründlich alles nachzuprüfen.

Er ist zutiefst beeindruckt von den hebräischen Überlieferungen. Etwa ab 250 v.Chr. begannen hellenisierte Juden mit der Übersetzung ihrer Schriftrollen ins Griechische. Sie fingen mit der Thora an. Das Ergebnis war die Septuaginta. Bis 100 n.Chr. wurden alle hebräischen Schriftrollen ins Griechische übersetzt. Die „Septuaginta“, die 325 dem Kaiser Konstantin vorlag und als Leitfaden diente, umfaßte bereits alle apokalyptischen Schriften der Juden, die zu dieser Zeit schon seit etwa 225 Jahren in griechischer Übersetzung vorlagen.

Tertullian, geb. nach 150, konnte also bereits die fertige Septuaginta studieren, also das Alte Testament in griechischer Sprache, der Koine.

Ein Problem ist, welche christlichen Lehren ihm zur Verfügung gestanden haben, z.B. auch, welche „Evangelien“ neben denen des Markus, Matthäus, Lukas und Johannes er noch gelesen hat, und auch welche Teile der Schriften, die erst 325 von Konstantin zum Neuen Testament zusammengefügt worden sind. Hat er selber auch Evangelien geschrieben ?      

Tertullian führt das hohe Alter der hebräischen Überlieferungen als Grund dafür an, daß sie vertrauenswürdig sind. Er glaubt offensichtlich an die Genesis, an Moses als den ersten Propheten der Juden, und an die Wahrheit der Evangelien.

Er macht sich seine Gedanken darüber, was es heißt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist – in Konkurrenz zu den Vorstellungen im Mithras-Kult. Er ist Kenner des Mithras-Kults, und seine Ausführungen dazu – als Lob für das Christentum gedacht – stützen die Ansicht, daß die christliche Lehre eine synthetische Religion ist, von hellenisierten Juden konstruiert, um die Schwächen der Mithras-Religion zu eliminieren.

 

Es ist zu beachten, daß Tertullian betont: Als Christ wird man nicht geboren, sondern man wird aus innerer Überzeugung zum Christen. Ähnlich sprach Paulus über das Judentum.

Tertullian, der schwärmerische Verehrer der Septuaginta und der ihm zugänglichen christlichen Zeugnisse, ist der festen Überzeugung, daß ein wahrer Christ niemals Unrecht tun wird. Tja, vor diesen Hoffnungen muß man sich in Demut beugen.  

 

Tertullian:

O Zeugnis der Seele, die von Natur Christin ist! Endlich, wenn sie dergleichen spricht, so blickt sie nicht nach dem Kapitol, sondern zum Himmel; sie kennt nämlich den Sitz des lebendigen Gottes, von ihm und von dort ist sie ja auch herniedergestiegen.

 

Das ganze Kap. 18 (s.u.) ist eine wesentliche Referenz.

 

  1. Das hohe Alter ist es also zunächst, was diesen Urkunden ihre Autorität verleiht. Auch bei euch verleiht es ja eine religiöse Weihe, wenn man Glaubwürdigkeit auf Grund der Zeit in Anspruch nehmen kann.

Ansehen verleiht den Schriftstücken ein sehr hohes Alter.

Der älteste Prophet war Moses. Er hat die Erschaffung der Welt, das Heranwachsen der Menschheit und sodann die Rache für die Gottlosigkeit jener Zeit, die gewaltige Sündflut, durch Sehergabe von der Vergangenheit an bis zu seiner Lebenszeit dargestellt und darnach durch sein eigenes Wirken Vorbilder der Zukunft kundgemacht. Bei ihm ist auch die Aufeinanderfolge der Zeiten genau dargelegt und damit die Berechnung der Dauer der Welt an die Hand gegeben.

 

Auf vielerlei Weise möchte ich noch für das Alter der göttlichen Schriften den Kampf führen, wenn nicht ihnen zum Erweis ihrer Glaubwürdigkeit ein größeres Ansehen durch die Macht ihrer Wahrheit, als durch das Zeugnis ihres Alters verschafft würde. Denn was dürfte ihnen machtvoller zugute kommen, als das tägliche Gericht über die ganze Welt, wo die Lage der Reiche, die Unglücksfälle der Städte, die Schicksale der Völker und der Zustand der Zeiten in allem dem entsprechen, wie es vor tausend Jahren geweissagt wurde?

Dadurch wird auch unsere Hoffnung, die ihr verlacht, belebt und unser Vertrauen, das ihr einen Wahn nennt, gekräftigt. Denn die Erwägung des Vergangenen ist geeignet, Vertrauen auf die Zukunft zu erwecken. Dieselben Aussprüche haben beides verkündigt, dieselben Schriften beides aufgezeichnet. Die Zeit ist bei ihnen nur eine, die bei uns. getrennt zu sein scheint. So ist alles, was noch Unerwiesenes übrig bleibt, für uns erwiesen, weil es mit dem, was bewährt ist, damals aber in der Zukunft lag, verkündet wurde. Soviel ich weiß, habt ihr auch eine Sibylle, insofern diese Benennung einer wahren Seherin des wahren Gottes hie und da in Bezug auf andere, die Sehergabe zu haben scheinen, gebraucht worden ist; so haben euere Sibyllen diesen Namen von der Wahrheit entwendet, wie es auch euere Götter getan haben

So wird denn der ganze Inhalt, werden alle Gegenstände, Ursprünge, Ordnungen und Quellen eines jeden eurer alten Schriftwerke, auch die meisten Völkerschaften und die berühmten Städte, die altersgrauen Geschichtserzählungen und Überlieferungen, sogar die Schriftzüge der Buchstaben, wodurch die Ereignisse gemeldet und aufbewahrt werden -- und, ich glaube, ich habe noch zu wenig gesagt -- selbst eure Götter, Tempel, Orakel und Opfer -- sie alle werden an Alter um Jahrhunderte durch die Schriftwerke eines einzigen Propheten übertroffen, worin wie in einem Schreine der Schatz der ganzen jüdischen und daher auch unserer Religionslehre niedergelegt ist.

 

Das ganze Kap. 21 (s.u.) ist eine wesentliche Referenz.

 

Apologeticum von 198, Wiedergabe 17 bis 21

Dr. K. A. Heinrich Kellner war so freundlich, eine deutsche Übersetzung des Apologeticums des Tertullian von 198 ins Netz zu stellen. Mit dem Apologeticum wollte Tertullian die christliche Religion sowie ihre Anhänger im Römischen Reich schützen, also mitten in der Zeit der Christenverfolgungen, die erst 305 endeten.

 

 

 

Tertullian 17 bis 21:

  1. Gegenstand unserer Verehrung ist der eine Gott, welcher diesen ganzen Weltenbau mit der gesamten Ausrüstung der Elemente, Körper und Geister durch das Wort, womit er befahl, und die Weisheit, womit er ordnete, und die Macht, womit er es vermochte, aus dem Nichts hervorbrachte zur Zierde seiner Herrlichkeit, woher auch die Griechen der Welt den Namen Kosmos beigelegt haben.

Er ist unsichtbar, obwohl er gesehen wird, unfaßbar, obwohl er mittels seiner Huld vergegenwärtigt wird, unschätzbar, obwohl er durch die menschlichen Sinne geschätzt wird.

Obwohl durch den Kerker des Körpers beengt, obwohl von verkehrter Erziehung und Bildung umstrickt (Katharer !), obwohl von Lüsten und Begierden entkräftet, obwohl falschen Göttern sklavisch unterworfen, nennt sie doch, sobald sie sich gleichsam wie nach einem Rausch, nach einem Schlaf oder nach einer Krankheit auf sich selbst besinnt und ihre natürliche Gesundheit wieder erlangt, nur Gott, mit diesem Namen allein, weil er der dem wahren Gott allein zukommende ist.

,,Der große Gott", „der gute Gott", oder „was Gott geben möge", so spricht sie allüberall. Auch daß er Richter sei, bezeugt sie: „Gott sieht es", „ich stelle es Gott anheim" und „Gott wird es mir vergelten".

O Zeugnis der Seele, die von Natur Christin ist! Endlich, wenn sie dergleichen spricht, so blickt sie nicht nach dem Kapitol, sondern zum Himmel; sie kennt nämlich den Sitz des lebendigen Gottes, von ihm und von dort ist sie ja auch herniedergestiegen.

 

  1. Damit wir desto vollständiger und nachdrücklicher zu ihm, zu seinen Anordnungen und seinem Willen den Zugang fänden, hat er das Hilfsmittel des geschriebenen Wortes hinzugefügt, für den Fall, daß man in Betreff Gottes nachforschen, nachdem man nachgeforscht, ihn finden, nachdem man ihn gefunden, an ihn glauben, und nachdem man an ihn geglaubt, ihm dienen will. Denn von Anfang an hat er Männer, die um ihrer Gerechtigkeit und Tadellosigkeit willen würdig waren, Gott zu erkennen und ihn ändern zu zeigen, mit dem göttlichen Geiste überströmt in die Welt gesandt, damit sie verkündeten, daß ein einziger Gott sei, welcher alles erschaffen, welcher den Menschen aus Erde gebildet hat -- er ist nämlich der wahre Prometheus, welcher für den Lauf der Welt die Ordnung festgestellt hat in der bestimmten Einteilung und dem Ausgang der Zeitalter --, sodann, welche Zeichen seiner erhabenen Richterwürde er gegeben habe durch Wasserfluten und Feuerflammen, was er als sittliche Ordnung, wodurch man sich sein Wohlgefallen gewinnen könne, festgesetzt, was er als Vergeltung für deren Nichtachtung und Übertretung und für ihre Beobachtung vorher bestimmt habe.

Denn er ist derjenige, welcher, nachdem die gegenwärtige Weltperiode verstrichen, richten wird, seine Diener zur Belohnung des ewigen Lebens, die Gottlosen aber zum Feuer, das ebenso beständig und dauernd ist, nachdem alle von Anfang an Verstorbenen auferweckt, wieder hergestellt und zur vollen Ausgleichung des Verdienstes und Mißverdienstes klassifiziert worden sind.

Diese Dinge haben ehedem auch wir verlacht. Wir sind aus eurer Mitte hervorgegangen; man wird Christ, aber man wird nicht als solcher geboren.

Die genannten Verkünder nun werden von ihrem Amte des Vorhersagens Propheten genannt. Ihre Aussprüche und ebenso ihre Wunder, welche sie zum Beweis ihrer göttlichen Sendung verrichteten, werden in den Schätzen der Literatur aufbewahrt, und diese ist nicht unzugänglich. Ptolemäus mit dem Zunamen Philadelphus -- ein sehr gelehrter König und Kenner in jeder Art Literatur und im Eifer für Büchersammlungen ein Rivale, glaube ich, des Peisistratus -- verlangte unter ändern Denkmälern, welchen entweder ihr Altertum oder irgendeine Besonderheit zur Berühmtheit verhalf, auf Anraten des damals bewährtesten Grammatikers, des Demetrius Phalereus, dem er die oberste Verwaltung übertragen hatte, auch von den Juden ihre Bücher, die ihnen eigentümlichen und in ihrer Muttersprache abgefaßten Schriften, welche sie ganz allein besaßen.

Denn aus ihnen stammten und zu ihnen redeten immer die Propheten, nämlich zu dem Volke, das wegen der seinen Vätern zuteil gewordenen Gnade Gott eigentümlich zugehörte. Hebräer hießen früher die jetzt sogenannten Juden, daher auch die Schrift und Sprache hebräisch. Damit man aber ihres Verständnisses nicht entbehre, wurde dem Ptolemäus von den Juden auch das Hebräische übersetzt, indem man ihm zweiundsiebzig Übersetzer gewährte, welche der Philosoph Menedemus, ein Verteidiger der Vorsehung, wegen der Übereinstimmung mit seiner Ansicht bewunderte. Auch Aristäus versichert euch dieses Vorganges, So werden diese Schriftdenkmale, aufgeschlossen in die griechische Sprache, in der Bibliothek des Ptolemäus im Serapeum heute noch nebst den hebräischen Schriften gezeigt. Auch die Juden lesen sie ganz unverhohlen; für die Erlaubnis wird eine Abgabe bezahlt, und es wird allgemein an Sabbaten davon Gebrauch gemacht.

Wer sie hört, wird Gott finden; wer sich bemüht, in sie einzudringen, wird sich gezwungen sehen, auch daran zu glauben.

 

  1. Das hohe Alter ist es also zunächst, was diesen Urkunden ihre Autorität verleiht. Auch bei euch verleiht es ja eine religiöse Weihe, wenn man Glaubwürdigkeit auf Grund der Zeit in Anspruch nehmen kann.

Ansehen verleiht den Schriftstücken ein sehr hohes Alter.

Der älteste Prophet war Moses. Er hat die Erschaffung der Welt, das Heranwachsen der Menschheit und sodann die Rache für die Gottlosigkeit jener Zeit, die gewaltige Sündflut, durch Sehergabe von der Vergangenheit an bis zu seiner Lebenszeit dargestellt und darnach durch sein eigenes Wirken Vorbilder der Zukunft kundgemacht. Bei ihm ist auch die Aufeinanderfolge der Zeiten genau dargelegt und damit die Berechnung der Dauer der Welt an die Hand gegeben.

Ungefähr dreihundert Jahre waren seit ihm vergangen, als Danaus, bei euch der älteste, nach Argos herüberkam (2200 v.Chr.). Dem trojanischen Kriege geht er tausend Jahre voraus, und deshalb auch dem Saturn selbst. Denn in dem Geschichtswerk des Thallus, worin der Krieg des Belus und der des Saturnus, der Könige der Assyrier und der Titanen, mit Jupiter berichtet wird, wird gezeigt, daß Belus dem Untergang von Troja dreihundertzweiundzwanzig Jahre vorausgegangen sei. Durch diesen Moses ist auch den Juden das ihnen eigene Gesetz von Gott gegeben worden.

Darnach gab es viele andere Propheten, welche älter sind als eure Urkunden. Denn auch der, welcher zuletzt geweissagt hat, geht entweder um etwas voraus oder gehörte demselben Zeitalter an wie die ersten Weisen und Gesetzgeber, Denn Zacharias lebte unter der Regierung des Kyros und Darius zur Zeit als Thales, der erste Physiker, auf die Fragen des Krösus in Betreff der Gottheit nichts Bestimmtes antwortete, in Verwirrung nämlich gesetzt durch die Aussprüche der Propheten. Solon hat demselben Könige gepredigt, man müsse das Ende des langen Lebens im Auge behalten, nicht anders als die Propheten.

Man kann also in Betracht ziehen, daß sowohl euer Rechtswesen als auch eure Wissenschaften von dem göttlichen Gesetz und der göttlichen Lehre befruchtet worden sind. Was das Frühere ist, muß auch der Same sein. Von dorther habt ihr manches mit uns oder doch fast wie wir.

Von der Sophia, der Weisheit, hat die Philosophie ihren Namen, von der Prophetie hat das Haschen nach derselben die poetische Weissagung abgeleitet.

Ruhmsüchtige Menschen haben das, was sie vorfanden, gefälscht, um es dann als ihr Eigentum auszugeben. Auch bei den Früchten kommt es ja vor, daß sie entarten.

Auf vielerlei Weise möchte ich noch für das Alter der göttlichen Schriften den Kampf führen, wenn nicht ihnen zum Erweis ihrer Glaubwürdigkeit ein größeres Ansehen durch die Macht ihrer Wahrheit, als durch das Zeugnis ihres Alters verschafft würde. Denn was dürfte ihnen machtvoller zugute kommen, als das tägliche Gericht über die ganze Welt, wo die Lage der Reiche, die Unglücksfälle der Städte, die Schicksale der Völker und der Zustand der Zeiten in allem dem entsprechen, wie es vor tausend Jahren geweissagt wurde?

Dadurch wird auch unsere Hoffnung, die ihr verlacht, belebt und unser Vertrauen, das ihr einen Wahn nennt, gekräftigt. Denn die Erwägung des Vergangenen ist geeignet, Vertrauen auf die Zukunft zu erwecken. Dieselben Aussprüche haben beides verkündigt, dieselben Schriften beides aufgezeichnet. Die Zeit ist bei ihnen nur eine, die bei uns. getrennt zu sein scheint. So ist alles, was noch Unerwiesenes übrig bleibt, für uns erwiesen, weil es mit dem, was bewährt ist, damals aber in der Zukunft lag, verkündet wurde. Soviel ich weiß, habt ihr auch eine Sibylle, insofern diese Benennung einer wahren Seherin des wahren Gottes hie und da in Bezug auf andere, die Sehergabe zu haben scheinen, gebraucht worden ist; so haben euere Sibyllen diesen Namen von der Wahrheit entwendet, wie es auch euere Götter getan haben

So wird denn der ganze Inhalt, werden alle Gegenstände, Ursprünge, Ordnungen und Quellen eines jeden eurer alten Schriftwerke, auch die meisten Völkerschaften und die berühmten Städte, die altersgrauen Geschichtserzählungen und Überlieferungen, sogar die Schriftzüge der Buchstaben, wodurch die Ereignisse gemeldet und aufbewahrt werden -- und, ich glaube, ich habe noch zu wenig gesagt -- selbst eure Götter, Tempel, Orakel und Opfer -- sie alle werden an Alter um Jahrhunderte durch die Schriftwerke eines einzigen Propheten übertroffen, worin wie in einem Schreine der Schatz der ganzen jüdischen und daher auch unserer Religionslehre niedergelegt ist.

Moses, wenn ihr einstweilen von einem solchen Manne gehört habt, ist dem argivischen Inachus gleichzeitig; um fast vierhundert Jahre, nämlich nur sieben weniger, geht er selbst dem Danaus, der bei euch als der älteste gilt, voraus, um etwa tausend Jahre geht er der Niederlage des Priamus vorher, und, da ich Gewährsleute dafür habe, kann ich sagen, auch um mehr als fünfhundert Jahre dem Homer.

Wenn die übrigen Propheten auch nach Moses lebten, so werden doch die allerletzten von ihnen nicht jünger erfunden, als eure uralten Weisen, Gesetzgeber und Geschichtschreiber.

Auseinanderzusetzen, durch welche Zeitrechnungen man das beweisen kann, ist für mich mehr weitläufig als schwierig, die genaue Aufzählung ist nicht sosehr mühevoll als vorläufig zu umständlich. Viele Hilfsmittel unter fortwährenden Fingerbewegungen beim Rechnen wären nötig, um es darzulegen.

Aufzuschließen wären die Archive der ältesten Völker, der Ägypter, Chaldäer, Phönizier; zu Hilfe zu nehmen wären ihre Landsleute, durch welche uns die Kenntnis davon vermittelt wird, Männer wie Manethon der Ägypter, Berosus der Chaldäer, aber auch der Phönizier Hieromus, König von Tyrus, sowie ihre Nachfolger Ptolemäus von Mendes, Menander von Ephesus, Demetrius Phalereus, der König Juba, Appion, Thallus und der Jude Josephus, der einheimische Verteidiger der jüdischen Altertümer, der die eben Genannten entweder bestätigt oder widerlegt.

Auch die Bücher über die Urgeschichte der Griechen wären zu vergleichen, was geschehen, und wann es geschehen ist, damit die Verkettungen der Zeiten, durch welche die Jahreszahlen der Annalen Licht erhalten, aufgehellt werden. Man müßte die Geschichte und die Literatur des ganzen Erdkreises durchgehen, -- Indes, wir haben gleichsam einen Teil des Beweises schon beigebracht, indem wir einfließen ließen, woraus er geführt wird.

 

  1. Statt dessen, was wir verschieben, bieten wir ein Höheres dar: die Erhabenheit der heiligen Schriften, für den Fall, daß unser Beweis für ihre Göttlichkeit aus dem Alter keine Zustimmung findet, für den Fall, daß ihr Alter in Zweifel gezogen wird. Auch braucht man nicht lange oder weit zu suchen, um sich von ihr zu überzeugen; vor den Augen liegen die Beweise: die Welt, die Zeit und die Ereignisse. Was geschieht, wurde vorher verkündet; was jetzt geschaut wird, wurde vorher angesagt, daß die Erde Städte verschlingt, daß das Meer Inseln raubt, daß auswärtige und innere Kriege zerfleischende Wirkungen ausüben, daß Reiche mit Reichen in Zusammenstoß geraten, daß Hunger und Seuchen, lokale Plagen, welcher Art auch immer, und oft sehr große Sterblichkeit Verwüstungen anrichten, daß die Geringen erhöht und die Hohen erniedrigt werden, daß die Gerechtigkeit selten wird, die Gottlosigkeit wächst, die Sorge für alle guten Bestrebungen einschläft, daß auch die Verrichtungen der Jahreszeiten und die Wirkungen der Elemente aus ihrer Bahn weichen, daß durch Mißgeburten und Ungeheuer die rechte Form der natürlichen Dinge gestört wird, -- das alles ist mit Voraussicht aufgeschrieben worden. Zur selben Zeit, wo wir solche Dinge erleben, werden sie vorgelesen, während wir uns ihrer erinnern, erfüllen sie sich. Die wirkliche Erfüllung einer Weissagung ist aber, sollte ich meinen, ein hinreichender Beweis für ihre Göttlichkeit. Daher also ist bei uns auch der Glaube an die noch zukünftigen Dinge ein zuverlässiger, indem sie nämlich schon beglaubigt sind, weil sie gemeinschaftlich mit denen, die täglich ihre Bestätigung finden, vorhergesagt wurden; es sind dieselben Stimmen, die es kundtun, dieselben Schriften, die es berichten, es ist derselbe Geist, der antreibt; für den Sehergeist, welcher die Zukunft vorher verkündet, gibt es nur eine Zeit. Unterschieden wird die Zeit höchstens von den Menschen, indem ihr Lauf sich vollendet, indem aus der Zukunft die Gegenwart und sodann aus der Gegenwart die Vergangenheit sich ableitet. Worin fehlen wir -- ich bitte euch -- wenn wir nun auch an die zukünftigen Dinge glauben, da wir ja schon durch zwei Vorstufen angeleitet sind, sie für wahr zu halten.

 

  1. Weil wir jedoch behauptet haben, daß diese unsere Religionsgesellschaft -- welche zwar noch ziemlich neu ist, wie alle wissen und auch wir bekennen, nämlich im tiberianischen Zeitalter entstanden ist -- weil wir also behauptet haben, daß sie sich doch auf die sehr alten Schriften der Juden stütze, so könnte man vielleicht in Betreff ihrer Beschaffenheit in der Hinsicht Bedenken hegen, als wollte sie unter dem Deckmantel einer so bekannten Religion, die sicherlich eine erlaubte ist, von ihren eigenen Meinungen etwas verbergen, um so mehr, da wir außer dem Alter weder in Betreff der Speiseverbote noch der Feiertage, noch sogar des körperlichen Zeichens, noch in der Namensgemeinschaft es mit den Juden halten, was doch der Fall sein müßte, wenn wir demselben Gott zugehörten. Indes, sogar der große Haufe kennt schon Christum, als einen Menschen freilich, der so war, daß ihn die Juden verurteilt haben, ein Umstand, kraft dessen man uns um so leichter für Menschenanbeter hält. Allein wir schämen uns Christi nicht, wir freuen uns vielmehr nach seinem Namen benannt und um seinetwillen verurteilt zu werden; auch haben wir darum keine andere Auffassung von Gott. Es ist also notwendig, über Christus, insofern er Gott ist, einiges Wenige zu sagen.

Die ganze Zeit hindurch besaßen die Juden bei Gott einen besonderen Vorzug wegen der ausgezeichneten Rechtschaffenheit und des Glaubens ihrer Urväter. Daraus erblühte die Größe ihres Stammes und das Ansehen ihres Reiches, und ein besonders großes Glück stand ihnen zur Seite infolge der Aussprüche Gottes, wodurch sie sowohl belehrt wurden, wie man sich vor Gott verdient machen könne, als auch im voraus gemahnt wurden, ihn nicht zu beleidigen. Wie große Fehltritte sie trotzdem begangen haben, durch vermessenes Vertrauen auf ihre Väter so aufgebläht, daß sie das Gesetz in eine unheilige Art verkehrten, das würde, wenn sie es auch nicht selbst geständen, ihr heutiges Schicksal beweisen. Zerstreut, umherirrend, von ihrem heimischen Boden und Himmel verbannt, schweifen sie auf dem Erdkreise umher, ohne einen Menschen oder Gott zum König zu haben; es wird ihnen nicht einmal erlaubt, als Fremdlinge ihr Vaterland zu betreten und zu begrüßen. Die heiligen Aussprüche fügten, indem sie ihnen dieses Schicksal androhten, alle immer dasselbe bei: Gott werde in den letzten Zeitläufen sich aus jedem Stamme und Volke und an allen Orten treuere Verehrer auswählen und auf sie seine Gnade übertragen, und zwar eine reichlichere Gnade wegen des Reichtums des erhabeneren Lehrsystems.

Es kam also derjenige, der nach Gottes Vorherverkündigung kommen sollte, um die Lehre zu erneuern und ins Licht zu stellen, Christus nämlich, der Sohn Gottes. Er, der Herr und Meister dieser Gnade und Lehre, der Erleuchter und Führer des Menschengeschlechtes, wurde als Sohn Gottes angekündigt, nicht zwar so erzeugt, daß er erröten müßte über den Namen „Sohn" oder über den Samen des Vaters, als über den Beischlaf eines Stieres. Er hat nicht Gott zum Vater bekommen infolge von Blutschande mit der Schwester oder Schändung der Tochter oder Gattin eines ändern -- etwa einen schuppigen, gehörnten, befiederten oder als Liebhaber der Danae in Gold verwandelten Vater. Das ist das Menschliche, das ihr dem Jupiter beilegt. Der Sohn Gottes aber hat nicht eine Mutter bekommen infolge einer Verletzung ihrer Keuschheit, auch die, welche als seine Mutter angesehen wird, war nicht verheiratet.

Doch ich will erst sein Wesen besprechen, dann wird man die Beschaffenheit seiner Geburt verstehen.

Wir haben es schon ausgesprochen, Gott habe dieses Weltall durch sein Wort, seine Vernunft und seine Macht erschaffen.

Auch bei euren Weisen steht es fest, daß der Logos, d. i. das Wort und die Vernunft, als der Bildner des All gelte. Ihn bezeichnet nämlich Zeno als den Hervorbringer, der alles in seinem Ratschluß gebildet habe; derselbe werde auch Fatum genannt, Gott, Seele des Jupiter und Notwendigkeit aller Dinge.

Alle diese Prädikate zusammen überträgt Kleanthes auf den Geist, von dem er sagt, daß er das All durchdringe. Aber auch wir schreiben dem Worte, der Vernunft und ebenso der Macht, wovon wir gesagt haben, daß Gott alles durch sie geschaffen habe, als eigentümliche Substanz den Geist zu, in dem das Wort ist, wenn er spricht, bei dem die Vernunft ist, wenn er anordnet, und dem die Macht gegenwärtig ist, wenn er ausführt. Hinsichtlich seiner sind wir belehrt worden, er sei aus Gott hervorgebracht und durch Hervorbringen gezeugt und deswegen Sohn Gottes und Gott genannt wegen der Einheit der Substanz. Denn auch Gott ist Geist. Und wenn ein Strahl aus der Sonne ausgesendet wird, so ist er ein Teil vom Ganzen; aber dabei ist die Sonne doch in dem Strahl, weil er ein Sonnenstrahl ist, und die Substanz wird dabei nicht geteilt, sondern auseinandergebreitet, wie ein Licht am Lichte angezündet wird. Es bleibt der Mutter-Stoff unversehrt und unvermindert, auch wenn man ihm mehrere gleichartige Ableitungen entnimmt. In dieser Weise ist auch, was von Gott ausgegangen ist, Gott und Gottes Sohn, und beide sind einer. In dieser Weise Geist vom Geiste und Gott von Gott dem Maß (der Wesenheit) nach ein Zweiter, bewirkte er die Zahl durch die Abstufung, nicht durch die Beschaffenheit (der Substanz), und er ist von der mütterlichen Substanz nicht weggetreten, sondern aus ihr ausgetreten. Dieser Strahl Gottes nun ist, wie früher immer geweassagt wurde, in eine Jungfrau herabgekommen, und, in ihrem Mutterschoße Fleisch geworden, wird er geboren als ein Mensch, der mit Gott geeint ist. Das vom Geiste gebildete Fleisch wird genährt, wächst heran, redet, lehrt, wirkt und ist Christus.

Laßt euch diese Fabel -- sie ist ja den eurigen ähnlich -- einstweilen gefallen, bis wir euch zeigen, wie Christus bewiesen wird, und wer bei euch zum voraus für derartige Fabeln gesorgt hat, damit sie als Rivalen diese unsere Wahrheit zerstören sollten.

Auch die Juden wußten, daß Christus kommen würde, da zu ihnen ja die Propheten redeten. Denn sie erwarten seine Ankunft auch jetzt noch, und es gibt keinen größeren Streitpunkt zwischen ihnen und uns, als den, daß sie nicht glauben, er sei schon gekommen.

Da nämlich in betreff seiner eine zweimalige Ankunft angezeigt wurde, die erste, welche schon vollbracht ist in der Niedrigkeit des menschlichen Lebens, und die zweite, welche zum Abschluß der Zeitlichkeit bevorsteht in der Hoheit der hell erstrahlenden Gottheit, so haben sie die erste nicht verstanden und die zweite, welche sie, weil deutlicher vorhergesagt, erhofften, für die einzige gehalten. Daß sie nämlich die frühere nicht verstanden, während sie doch, wenn sie sie verstanden, geglaubt und, wenn sie sie geglaubt haben würden, das Heil erlangt hätten, -- das hat ihre Sünde verschuldet. Daß sie gestraft seien um die Weisheit und um die Erkenntnis und um die Frucht der Augen und Ohren, das lesen sie selbst in der Schrift.

Da sie ihn also infolge seiner Niedrigkeit für einen bloßen Menschen hielten, so bereiteten sie ihm Nachstellungen, so daß sie ihn wegen seiner Machttaten als einen Zauberer ansahen, da er durch sein bloßes Wort Dämonen aus den Menschen austrieb, Blinde wieder sehend machte, Aussätzige reinigte, Gelähmte wieder straff machte, Tote sogar durch sein Wort dem Leben wieder gab, die Elemente selbst zu Dienern machte, indem er die Stürme bändigte und auf dem Meere einherging, und so zeigte, daß er der Sohn Gottes war, jener, der von alters her verkündigt und zum Heil aller geboren war, jenes uranfängliche, erstgeborene, von der Macht und der Vernunft begleitete und vom Geiste getragene Wort, eben derselbe, der alles durch sein bloßes Wort macht und gemacht hat.

Die Lehrer und Vornehmen der Juden waren aber gegen seine Lehre, durch welche sie widerlegt wurden, so erbittert, am meisten deswegen, weil sich eine sehr große Menge von ihnen weg ihm zuwandte, daß sie ihn zuletzt dem Pontius Pilatus, damaligem Prokurator Syriens von römischer Seite, überlieferten und durch das Ungestüm ihrer Stimmen von ihm erzwangen, daß er ihnen zur Kreuzigung ausgeliefert wurde. Er hatte es auch selbst vorhergesagt, daß sie es so machen würden, was jedoch nicht genügen würde, hätten es nicht auch die früheren Propheten verkündet. Und doch hat er, ans Kreuz geheftet -- das war die für ihn bestimmte Todesstrafe -- noch Wunder getan. Er hauchte nämlich, der Dienstleistung des Scharfrichters zuvorkommend, freiwillig den Geist mit einem Ausrufe aus. In demselben Augenblick verschwand das Tageslicht, obwohl die Sonne Mittagshöhe zeigte. Das hielten die, welche nicht wußten, daß auch dies in betreff Christi vorhergesagt war, natürlich für eine bloße Sonnenfinsternis. Und doch findet sich auch dieser Zwischenfall im Weltall in euren geheimen Archiven berichtet.

Nachdem er darauf herabgenommen und ins Grab gelegt war, ließen ihn die Juden mit großer Sorgfalt bewachen und von einer Militärwache umzingeln, damit ja die Jünger, weil er seine Auferstehung von den Toten nach drei Tagen vorhergesagt hatte, nicht den Leichnam durch Diebstahl auf die Seite brächten und die, um welche man bangte, in Irrtum führten. Aber bei Anbruch des dritten Tages wurde plötzlich die Erde erschüttert, der Steinkoloß, welcher das Grab verschloß, weggewälzt, die Wache durch Schrecken zersprengt, und ohne daß irgendein Jünger dabei zugegen war, wurde nichts im Grabe gefunden, als die abgelegten Umhüllungen des Begrabenen. Nichtsdestoweniger sprengten die Vornehmen der Juden, denen daran lag, das Vorkommnis eines Verbrechens auszusprengen und das ihnen steuerpflichtige und untergebene Volk vom Glauben fernzuhalten, aus, er sei von den Jüngern gestohlen worden. Denn Christus selbst zeigte sich nicht mehr dem Volke, damit die Gottlosen nicht von ihrem Irrtum befreit würden, damit auch der Glaube, dem ja eine nicht gewöhnliche Belohnung vorbehalten ist, nicht ohne Schwierigkeit sei.

Mit einigen Schülern aber verkehrte er gegen vierzig Tage in Galiläa, einer Provinz des Judenlandes, sie lehrend, was sie lehren sollten. Nachdem diese hierauf für das Amt, auf dem ganzen Erdkreis zu predigen, bestimmt waren, wurde er, von einer Wolke umgeben, in den Himmel aufgenommen, was viel zuverlässiger ist, als was bei euch Leute wie Proculus von Leuten wie Romulus zu bekräftigen pflegen.

Dies alles hat Pilatus, selbst schon in seinem Innersten ein Christ, dem damaligen Kaiser Tiberius über Christus gemeldet. Aber auch die Kaiser hätten hinsichtlich Christi geglaubt, wenn nicht einesteils die Kaiser für den Weltlauf notwendig wären, oder wenn andererseits Christen Kaiser sein könnten. -- Die Jünger aber gehorchten folgend dem Befehl ihres göttlichen Lehrers und zerstreuten sich über den Erdkreis, und nachdem auch sie von den sie verfolgenden Juden vieles erduldet, haben sie -- ihrem Vertrauen auf die Wahrheit entsprechend, mit Freudigkeit -- zuletzt zu Rom durch die Grausamkeit des Nero ihr Christenblut als Samen ausgestreut.

Jedoch, ich werde euch später sogar noch diejenigen, welche ihr anbetet, als geeignete Zeugen für Christus vorführen. Etwas Großes ist es, wenn ich, damit ihr den Christen Glauben schenket, diejenigen als Mittel anwende, durch deren Einfluß ihr den Christen den Glauben versaget. Für jetzt habt ihr den geschichtlichen Zusammenhang, in dem unser Religionssystem steht, so legen wir dar den Ursprung unserer Genossenschaft und unseres Namens im Zusammenhang mit ihrem Stifter.

Es möge nun niemand mehr uns in Verruf bringen, niemand denken, es sei doch anders, da es doch keinem möglich ist, in betreff seiner Religion lügnerische Angaben zu machen. Denn dadurch, daß man vorgibt, man verehre ein anderes Wesen, als man wirklich verehrt, verleugnet man das, welches man eigentlich verehrt, überträgt Kult und Ehre auf ein anderes und verehrt eben durch diese Übertragung das auch schon nicht mehr, welches man verleugnet hat. Wir machen ja die Aussage, und zwar die öffentliche Aussage und rufen es unter euren Martern, zerfleischt und von Blut übergössen, laut aus: „Wir verehren Gott durch Christus!" Haltet ihn immerhin für einen bloßen Menschen! Dennoch will Gott durch ihn und in ihm erkannt und verehrt werden. Um den Juden Rede zu stehen, sagen wir: sie haben selbst durch den Menschen Moses Gott verehren gelernt; um den Hellenen zu entgegnen: Orpheus hat in Pieria, Musäus in Athen, Melampus zu Argos, Trophonius zu Böotien die Leute durch Einweihungszeremonien in religiöse Pflicht genommen; um mich an euch, ihr Beherrscher der Völker, zu wenden, sagen wir: Numa Pompilius war nur ein Mensch und hat doch die Römer mit so mühevollem Aberglauben belastet. Es dürfte auch wohl Christus freigestanden haben, Erklärungen über die Gottheit, sein Eigentum138), zu geben, nicht in der Weise, daß er ganz ungebildete und noch wilde Menschen durch eine so große Anzahl Gottheiten, deren Wohlwollen zu gewinnen sei, gleichsam verblüfft machte und sie so zur Zivilisation heranbildete, wie Numa es tat, sondern wie einer, der schon zivilisierten und durch Überbildung in die Irre geführten Menschen die Augen zur Erkenntnis öffnet. Untersuchet also, ob diese Gottheit eine wahre sei. Wenn sie das ist, so folgt aus ihrer Erkenntnis, daß man der falschen entsagen muß, nachdem man vor allem jene in ihrer ganzen Art genau kennen gelernt hat, die, unter Namen und Bildern von Verstorbenen versteckt, durch gewisse Zeichen, Wunder und Orakel den Glauben an ihre Göttlichkeit hervorzurufen sucht.

 

 

 

Die Katharer (Ketzer)

 

Die Katharer („die Reinen“) waren Anhänger einer christlichen Glaubensrichtung etwa von 1000 bis 1310, besonders im Süden Frankreichs, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Man nennt sie auch Albigenser nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharerhochburg. Auf Befehl der Päpste wurden sie als Häretiker vernichtet.

Die Katharer nannten sich selber „Christen“ und „gute Christen“ und vor allem „Freunde Gottes“, eine Bezeichnung, die im Languedoc des 13. Jahrhunderts sehr häufig bezeugt ist.

Es gibt Ähnlichkeiten in ihrer Lehrer mit dem persischen Manichäismus (der Religion des Mani). Die Anhänger der katharischen Lehre bildeten eine der größten religiösen Laienbewegungen des Mittelalters und galten als die Mitbegründer der Armutsbewegung.

Carcassonne war eine ehemalige Katharerhochburg in Okzitanien.

Die katharische Bewegung entwickelte sich zu einer eigenen Kirche. Im bedeutendsten Katharergebiet, dem Languedoc im südfranzösichen Okzitanien, wurden vier Diözesen gegründet (Albi, Agen, Toulouse, Carcassonne). Auch im zweiten wichtigen Katharerzentrum Oberitalien, insbesondere der Lombardei, entstanden sechs Diözesen.

Die Katharer waren in vielerorts wegen ihrer Sittenreinheit sehr angesehen.

Die römisch-katholische Kirche stufte für sich die Katharer als eine gefährliche und völlig neue Bedrohung dar. Erstmals war in Europa der Versuch, eine Gegenkirche zu etablieren, unternommen worden und regional auch gelungen. In den Augen der Päpste galt die katharische Bewegung als Häresie. Ihre theologischen Standpunkte wurden als absurd, wenn nicht gar als diabolisch betrachtet.

1179 wurden die Katharer von Papst Alexander III. (1159–1181) auf dem Dritten Laterankonzil erstmals verurteilt und exkommuniziert.

Unter Papst Lucius III. (1181–1185) erfolgte eine neuerliche Verurteilung auf dem Konzil von Verona im Jahr 1184 in der Bulle 'Ad Abolendam'. Hierin wurden auch erstmals konkrete Maßnahmen gegen sogenannte Ketzer dargelegt, wie etwa der Beschluss, dass alle Bischöfe in ihren Pfarren Ketzer zur Anzeige bringen sollten. Diese Maßnahme sollte sich jedoch als wenig erfolgreich erweisen (zur ausführlicheren Darstellung siehe: Inquisition).

Papst Innozenz III. (1198–1216) schlug in der Bekämpfung der Katharer zunächst einen neuen Weg ein: 1206 entsandte er eine Gruppe von Zisterziensermönchen nach Südfrankreich, darunter Pierre de Castelnau, Diego de Acebo sowie der junge Domingo de Guzman, um die Katharer über den Weg des Gesprächs und der gütlichen Einigung wieder für die Kirche zu gewinnen. Die Mönche sollten dort in einfacher Kleidung und Demut auftreten. In den darauffolgenden Monaten führten die Zisterzienser in Okzitanien Dispute und hielten Predigten. 1208 wurde jedoch Pierre de Castelnau ermordet. Da Papst Innozenz III. nunmehr alle Versuche gescheitert sah, der Katharer Herr zu werden, rief er gegen sie noch im selben Jahr zum Kreuzzug auf, der sich 1209 in Bewegung setzte.

1209 wurden Katharer aus Carcassonne vertrieben.

Der okzitanische Adel war zunächst größtenteils auf Seiten der Katharer, auch weil er in Gegnerschaft zum König von Frankreich Philipp II. stand.

Der unter Simon IV. de Montfort gegen die Katharer begonnene und in mehreren Phasen geführte Albigenserkreuzzug (1209–1229) richtete verheerende Schäden und großes menschliches Leid an, wie etwa die Massaker in Béziers (1209), Minerve (1210) oder Lavaur (1211). Durch den Albigenserkreuzzug (1209–1229) und das unerbittliche Vorgehen der Inquisition vernichtete die römische Kirche zwischen 1209 und 1310 die katharische Glaubensbewegung.

Als Ergebnis brachte der Kreuzzug zwar die militärische Niederlage der mit den Katharern verbündeten Fürsten und letztlich die Eingliederung Okzitaniens in das Königreich Frankreich, nicht aber die vom Heiligen Stuhl erhoffte vollständige Ausrottung der Katharer und ihrer Organisation. So ließ Katharerbischof Guilhabert de Castres (gestorben 1241/42) die Bergfestung Montségur nach 1229 weiter ausbauen. Dennoch war die Bewegung schwer getroffen worden: Die Zeiten der freien Religionsausübung waren vorbei, die Unterstützung des Adels war nach dem Kreuzzug verloren gegangen. Die Päpste und ihre Unterstützer hatten inzwischen überdies das Inquisitionsverfahren zu entwickeln begonnen und bedienten sich dieses neuen Instruments erstmals flächendeckend: Die 1229 unter Papst Gregor IX. (1227–1241) einberufene Synode von Toulouse legte ein dichtes Netz an inquisitorischen Untersuchungen über die okzitanische Diözese.

1243 begannen Truppen des französischen Königs mit der Belagerung der Burg Montségur und im März 1244 kapitulierte Montségur. Um die 200 Katharer wurden am 16. März 1244 in den Palisaden der Festung verbrannt. Der Fall von Montségur bedeutete das Ende der katharischen Kirchenorganisation in Frankreich.

Danach fanden noch viele Katharer Zuflucht in der abgelegenen Burg Quéribus in den Corbières. Katharerbischof Guilhabert de Castres konnte die Burg zwar noch bis 1255 halten, musste sie dann aber nach längerer Belagerung durch seinen ehemaligen Freund und Kampfgefährten Olivier de Termes endgültig an den französischen König abtreten.

Ab 1299 kam es in den Pyrenäentälern der französischen Grafschaft Foix zu einem Wiederaufleben des Katharertums. Ins Leben gerufen wurde die vergleichsweise kleine Bewegung von den Brüdern Pierre und Guillaume Autier. Hauptort der Gemeinschaft war das Dorf Montaillou. Die Bewegung wurde durch die Inquisition zunächst unter Inquisitor Gottfried d’Ablis, und später unter Inquisitor Bernard Gui verfolgt. Die Anführer der Bewegung, darunter die Brüder Autier, wurden 1309 und 1310 verbrannt. Letzte inquisitorische Untersuchungen unternahm dort der Inquisitor Jacques Fournier (der spätere Papst Benedikt XII.) bis 1325.

Der letzte Albigenserbischof Belibaste wurde 1321 auf dem Scheiterhaufen in Villerouge-Termenès verbrannt, die letzte bekannte Verhaftung eines Katharers ist für 1342 in Florenz dokumentiert. Bis in die Frühe Neuzeit wurden danach noch gelegentlich Personen verfolgt, die von der Obrigkeit in die Nähe des Katharertums (der Ketzerei) gerückt worden waren.

Gibt es Ähnlichkeiten zwischen der Lehre der Katharer und dem Manichäismus und der Gnosis ? Die Katharer bezogen sich viel auf die Bibel, aber sie deuteten sie allegorisch.

Sie glaubten, daß der Schöpfergott eine böse Welt erschaffen hatte.

Die katharischen Priester (sowohl Männer als auch Frauen) predigten in der Volkssprache (im Gegensatz zum Latein der römisch-katholischen Kirche) und erreichten dadurch weite Bevölkerungsschichten. Armut, Bescheidenheit und Enthaltsamkeit (auch in der Sexualität) galten als erstrebenswert und trugen zur Popularität der Bewegung bei, während die römisch-katholische Kirche aufgrund der Lebensweise vieler ihrer Funktionsträger abgelehnt wurde. Einige Regeln :

  • Verbot, Menschen, vierbeinige Tiere und Vögel zu töten,
  • Verbot zu fluchen und
  • Verpflichtung zur Arbeit.

Die katharische Kirche besaß Diözesen, Bischöfe und Diakone und hielt selbst Konzilien zu Glaubensfragen ab. Bis zum Albigenserkreuzzug (1209–1229) konnten die Katharer ihre Organisation ausbauen und in Okzitanien unter dem Schutz des Adels und dem Wohlwollen großer Teile der Bevölkerung ihre Religion über mehrere Jahrzehnte lang weitgehend frei und öffentlich praktizieren.

Was bei der Vernichtung der Katharer geschah, ist ein Verrat der christlichen Kirchen und Herrscher an den Sehnsüchten und Hoffnungen der frühen Christen wie Tertullian.

 

Die Heilige Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche

 

1198 wurde Innozenz III. (1198–1216) zum neuen Papst gewählt. Er wollte die Zersplitterung der christlichen Lehre beenden und den „Irrlehren“ der Katharer, Gnostiker, Arianer, Manichäer, Waldenser (Hexen) ... auch gewaltsam ein Ende setzen drohnte  der Heiligen Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche. Etliche Jahrzehnte später wurde sie unter Papst Gregor IX 1232 eine gefestigte Institution. Papa Innozenz III befahl König Philip II von Frankreich, einen Kreuzzug gegen die katharischen Häretiker zu führen. Durch diesen Albigenserkreuzzug (1209–1229) und das unerbittliche Vorgehen der Inquisition vernichtete die römische Kirche zwischen 1209 und 1310 die katharische Glaubensbewegung („Liebe deinen Nächsten“ …).

Der Papst Gregor IX gründete dann durch eine päpstliche Bulle offiziell die Inquisition als Institution der Römisch-Katholischen Kirche im Jahr 1232. Allen Ketzern drohte die Exkommunikation.

Im 12. Jahrhundert waren noch selten Ketzer verbrannt worden, weil sie meistens letztlich die Lehre der katholische Kirche anerkannten.

Dinsli in " Geschichten aus der mittelalterlichen Kirche":

  • 1075 wurden Katharer als Anhänger der Häresie verbrannt.
  • 1114 zog eine wütende Menschenmenge Ketzer aus dem Gefängnis und verbrannten sie.

Aber schon unter Philipp II sollen der „Heiligen“ Inquisition Tausende von Häretikern zum Opfer gefallen sein.

 

Hexenverfolgungen

 

Die Furcht vor Hexen ist gegründet auf den Glauben, daß Hexen wie auch Zauberer über magische Kräfte verfügen, mit denen sie ihren Mitmenschen großen Schaden zufügen können. Hexenverfolgungen gibt es auch heute noch in Afrika, Südostasien und Südamerika.

Die frühen schamanistischen Religionen – um 1800 noch bei vielen Indianerstämmen Nordamerikas und bei den Eskimos in Kanada anzutreffen – beruhten zum größten Teil auf Magie oder besser auf der Fähigkeit des Medizinmannes, in den Köpfen seiner Zuschauer die Vorstellung zu erzeugen, daß der Medizinmann magische Kräfte habe und mit Geistern, Dämonen … in Verbindung stehe, die ihm dienstbar seien.

In den indoeuropäischen oder indogermanischen Religionen mit ihrem jeweiligen Pantheon gab es durchaus auch viele magische Riten, vor allem bei der Behandlung von Menschen und Tieren wie in den Merseburger Zaubersprüchen der Germanen.

Die Übersetzungen der Septuaginta ins Deutsche brachte Formulierungen wie „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Mose 22 (17)).

Hexen im Sinne der Frühen Neuzeit mit Magie und Teufelspakt kennt die Bibel aber nicht, und dabei ist gerade der Teufelspakt und die sexuelle Vereinigung mit dem Teufel das Kennzeichnende einer Hexe – in der kranken Phantasie von Thomas von Aquino im 13. Jahrhundert.

Das Wort Hexe aus dem vielleicht 15. Jahrhundert kann also gar nicht mit dem griechischen Wort dafür in der Septuaginta richtig korrespondieren, und natürlich auch nicht mit dem korrespondierenden hebräischen Wort in der Thora.

Die Leser der Bibel sollten sich also immer vergegenwärtigen, daß in die Übersetzungen der hebräischen Schriften ins Griechische, der griechischen Schriften ins Lateinische und der lateinischen Schriften ins Deutsche die persönlichen Ansichten und Präferenzen der Übersetzer eingeflossen sind.

Der Verfasser der Thora (vermutlich um 560 v.Chr.) benutzte folgendes Prinzip:

  • Wenn Jahwe oder ein Prophet wie Moses etwas Außerordentliches macht, dann ist das ein Schöpfungsakt und Wunder. Also ist die Teilung der Fluten des Roten Meeres auf Befehl von Moses weder Magie noch Zauberei, sondern nur die Manifestation göttlichen Willens und ein gutes Werk.
  • Wenn ein Zauberer etwas Ähnliches macht, dann ist das zu verdammende Magie und Zauberei.
  • Wenn Jesus Kranke heilt und Besessenen den Teufel austreibt, so ist das ein gottgefälliges Werk.
  • Wenn ein Schamane dasselbe macht, so ist er ein verdammenswerter Zauberer.

Thora, 3. Mose 19 (26): „Ihr sollt euch nicht wenden zu den Zeichendeutern …“, aber Jesus zaubert lustig vor sich hin, mit der Speisung der 5000, mit Gehen über das Wasser, mit Krankenheilung … Aber ja, wenn Jesus so etwas macht, ist das kein abscheulicher Zauber, sondern ein Wunder und ein Zeichen der Macht Gottes.

 

Thora, 2. Mose 22 (18): „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen.“

 

Das Neue Testament kennt den Glauben an „böse Geister“ und Dämonen (Markus 5, 1–20). Nach der Apostelgeschichte schlägt Paulus einen Zauberer temporär mit Blindheit (Apostelgeschichte 13,4–12) – allerdings ist das dann keineswegs zu verdammende Zauberei von Paulus, sondern ein gottgefälliges Wunder.

Nach dem Zwölftafelgesetz der Römer wurde negativer Zauber mit dem Tod bestraft (Tafel VIII).

Nach der Christianisierung des Römischen Reiches wurden nach dem Vorbild der Thora die „heidnischen“ Götter mit Teufeln und Dämonen gleichgesetzt.

In der Legende um König Arthus etwa aus dem 10. Jahrhundert, die Vorgänge des sagenhaften Königs Arthus mit seiner Tafelrunde in Camelot um 450 beschreibt, ist Magie allgegenwärtig. Man stößt z.B. das Schwert Excalibur in einen Felsblock (was physikalisch unmöglich ist) und setzt fest, daß derjenige, der es herausziehen kann, König von Camelot wird. In der Umgebung von Merlin, der Dame vom See und Morgana wird gezaubert auf „Teufel komm‘ raus“.

Bis ins 13. Jahrhundert hinein blieb es offizielle kirchliche Überzeugung, der Glaube an Zauberei sei heidnische Irrlehre und Einbildung und solle durch Kirchenstrafen wie Bußen oder – in schweren Fällen – durch Ausschluss aus der Gemeinschaft geahndet werden.

Augustinus hat in seiner „De doctrina christiana“ von 397 den Teufelspakt der Zauberer diskutiert. Thomas von Aquino nahm das in der Scholastik im 13. Jahrhundert dankbar auf. Der Abschluss des Teufelspaktes erfolgte laut Thomas durch Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Dämon (Teufel). Thomas sah generell Sex aus Lust als unnatürlich an.

Nach Gründung der Heiligen Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche 1232 durch Papst Gregor IX als dauerhafte Institution unterstellte man in bösartiger Weise den Katharern u.a. Schwarze Magie, Teufelspakte und sexuelle Ausschweifungen.

Ein ähnliches Verfahren der wissentlichen falschen Beschuldigung mit widerlichen Lügenkonstrukten verwendete der damalige christliche Franzosenkönig viele Jahrzehnte später bei der Vernichtung der Templer.

Ab 1232 benutzte die Kirche die Waffe „verbale Verteufelung“ anderer Menschen und Institutionen wider besseren Wissens.

 

Tertullian hat berichtet, daß man zu seiner Zeit im 2. Jahrhundert den Christen die Schuld gab, wenn es zu wenig regnete, das Getreide auf den Feldern vertrocknete …

Ähnlich verfuhr die christliche Kirche in Notzeiten, bei Krankheitsepidemien, in Kriegszeiten …, wenn sie Zauberer und Hexen dafür verantwortlich machte.

Also kam es in Mitteleuropa während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 vermehrt zu Hexenprozessen.

 

Der Hexenhammer

 

Die ersten Belege für den deutschen Begriff „Hexe“ finden sich, wie Oliver Landolt zeigen konnte, in den Frevelbüchern der Stadt Schaffhausen aus dem späten 14. Jahrhundert. In Luzern erscheint der Begriff erstmals zwischen 1402 und 1419. Es gibt die juristische Verwendung des Begriffs „Hexe“ erst Anfang des 15. Jahrhunderts.

Erste Verurteilungen von Hexen oder Waldensern gab es im 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Inquisition.

1451 war das Bild vom Hexenflug (Flug der Waldenser) auf einem Besen in einer Handschrift von Martin Le France, Le champion des dames, geschaffen worden.

 

Eine bedeutende Rolle in der Popularisierung spielte der 1486 erschienene Hexenhammer, Malleus maleficarum, in der der in der katholische Kirche keineswegs unumstrittene Dominikaner Heinrich Kramer seinem eher krankhaften Haß auf Hexen freien Lauf ließ und mit Dutzenden von Kirchenväter-Zitaten zu untermauern suchte. Man kann sagen: Kramer litt an einer fixen Idee, bei der ihm die Kirche zuerst keineswegs folgen wollte, aber dann vermochte er durch Beharrlichkeit und Irrsinn die Klerikalen auf seine Seite zu ziehen.  

Kramer stellte seinem Werk angeblich widerrechtlich die päpstliche Bulle Summis desiderantes affectibus voran.

Der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer (lat. Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien.

Der Hexenhammer entstand, als Kramer mit einer Inquisition in Innsbruck in der Diözese Brixen scheiterte. Als Reaktion auf diese Niederlage verfasste er sein Traktat, um seine Position zu stärken und die Hexenverfolgung vor deren Gegnern zu rechtfertigen.

Es ist allerdings bei negativen Urteilen von Klerikalen über Kramer und Hexenhammer zu beachten: Die Klerikalen haben nach ihrem rapiden Machverlust 1806 versucht, ihre früheren Kapitalverbrechen zu vertuschen. Man sollte also keineswegs alles für echt nehmen, was heutige Klerikale an Kramer und Hexenhammer auszusetzen haben. Die Klerikalen wollen nur das Ausmaß ihrer Frevelhaftigkeit und Schuld verschleiern.

Im Hexenhammer werden die bestehenden Vorurteile gegen Hexen und Zauberer übersichtlich präsentiert und mit einer vermeintlich wissenschaftlichen Argumentation begründet. Durch klare Regeln wird eine systematische Verfolgung und Vernichtung der vermeintlichen Hexen gefordert. Mit mehreren Dutzend Beispielen illustrierte er seine Thesen, um zu verdeutlichen, wie verbreitet und gefährlich das Wirken der (vermeintlichen) Hexen sei.

Kramer verfasste sein Werk in lateinischer Sprache. Die große Verbreitung der Abhandlung Hexenhammer wurde auch durch die Erfindung des Buchdrucks ermöglicht.

Laien und Kleriker, die die Hexenjagd ablehnten, wurden im Hexenhammer zu Häretikern erklärt und mithin der Verfolgung preisgegeben.

Petrus Dusina, Beisitzer am römischen Inquisitionsgericht, schrieb um 1580, die Grundsätze des Hexenhammers seien „vom Inquisitionstribunal nicht angenommen worden“.

1631 veröffentlichte einer der bekanntesten Gegner der Hexenprozesse, der Jesuit Friedrich Spee, anonym die Cautio Criminalis, in der er vor allem die juristischen Methoden, die bei diesen Prozessen angewandt wurden, allen voran die Folter, kritisierte.

Der Jurist und Aufklärer Thomasius verwies in seiner Dissertatio de crimine magiae 1701 auf fehlende Beweise für die Existenz von Hexen und ihren Teufelspakt. Seiner Meinung nach sind Frauen für die schwarze Magie anfälliger als Männer. Sie seien schon bei der Schöpfung benachteiligt gewesen, weil Gott Eva aus Adams Rippe schuf. Er unterstellte den Frauen sexuelle Unersättlichkeit. Deshalb hätten sie auch intimen Kontakt mit speziellen Dämonen (Incubi). Der Teufelspakt bilde zusammen mit der schlechten Veranlagung der Frauen und der göttlichen Zulassung die Grundlage für das gefürchtete Phänomen der Hexe. Die Männer fielen dem Zauber der Frauen zum Opfer.

Kramer gibt detaillierte Regeln für die Hexenprozesse mit Auflistung von sadistischen Folterpraktiken, wie zum Beispiel Strecken des Leibes mittels einer Streckvorrichtung, bis das Licht einer Kerze, hinter dem Rücken der Gefolterten entzündet, von hinten nach vorne durch die Bauchdecke hindurch sichtbar ist

Kramer legitimierte die Hexenverfolgungen und zu seinen Lebzeiten gab es Hunderte von Hinrichtungen.

Der Begriff des Hexensabbats hat antijudaistische Wurzeln (siehe auch: Sabbat).

Der Hexenhammer fand in der Folge auch in Amerika Verbreitung und Anwendung, wobei die Hexenprozesse in Salem die bekanntesten sind.

 

Luthers Haltung zur Hexenverfolgung: Martin Luther war überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes, der Teufelsbuhlschaft und des Schadenzaubers und befürwortete die gerichtliche Verfolgung von Zauberern und Hexen.

Die Aussage des Alten Testaments „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Mose 22 (18)) hatte für ihn Gültigkeit. Diese Einstellung teilte er deutlich in Predigten mit.

Predigt von Martin Luther am 6. Mai 1526:

 „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen … Sie können ein Kind verzaubern … Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird … Schaden fügen sie nämlich an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um Hass hervorzurufen, Liebe, Unwetter, alle Verwüstungen im Haus, auf dem Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann … Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder … Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“

Zahlreiche lutherische Theologen, Prediger und Juristen und Landesherren, zum Beispiel Heinrich Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel) beriefen sich später auf einschlägige Aussagen Luthers.

Genauso wie Luther befürwortete Johannes Calvin die Verfolgung und Hinrichtung von Hexen. Unter Berufung auf die o.g. Bibelstelle erklärte Calvin, Gott selbst habe die Todesstrafe für Hexen festgesetzt. In Predigten tadelte er darum jene, welche die Verbrennung der Hexen ablehnten, und wollte sie als Verächter des göttlichen Wortes aus der Gesellschaft ausstoßen.

Calvin glaubte, dass Männer und Frauen in Genf drei Jahre lang durch Zauberkünste die Pest ausgebreitet hätten, und hielt alle ihnen durch die Folter abgepressten Selbstanschuldigungen für wahr, nachträglichen Widerruf für unwahr.

1545 wurden innerhalb weniger Monate 34 angebliche Hexen verbrannt.

 

Die Suche nach Sündenböcken war zu allen Zeiten beliebt. Hexenverfolgungen waren z.B. Ausdruck von Ängsten und Massenhysterien, oft regelrechte Volksbewegungen.

Bei den spätesten Verfolgungswellen im 17. Jahrhundert, etwa bei den Hexenprozessen von Salem in Massachusetts, nahmen die Verfolger Beschuldigungen durch Kinder ernst, die einer Massenhysterie erlegen waren.

 

Bei den Hexenverfolgungen in Mitteleuropa wurden solche Menschen verurteilt, die man im Besitz magischer Kräfte durch Pakt mit dem Teufel wähnte, wobei Dreiviertel der Opfer weiblich und ein Viertel männlich waren.

Erst als einzelne Aspekte des Magieglaubens in das Strafrecht der frühmodernen Staaten übertragen wurden, kam es zu massenhafter Verfolgung. Frauen stellten in Mitteleuropa die Mehrzahl der Opfer wie auch der Denunzianten von Hexerei und Hexen.

In Nordeuropa waren Männer stärker betroffen.

Die Hexenverfolgungen in Europa fanden überwiegend in der Frühen Neuzeit statt, von 1450 bis 1750. Ihre Höhepunkte erreichten sie zwischen 1550 und 1650 – in Österreich bis 1680. Am stärksten waren West- und Mitteleuropa betroffen.

 

Materielle Motive spielten bei vielen Denunziationen eine wichtige Rolle; schließlich wurde der Denunziant anteilsmäßig am zu verteilenden Besitz des Opfers beteiligt. Analog konnten schlicht Antipathie oder Nachbarschaftsstreitigkeiten für eine der Parteien auf dem Scheiterhaufen enden. Aber auch wenn begrenzte Verfolgung bei entsprechend robustem Auftreten des Mobs oftmals auch gegen weltliche und geistliche Obrigkeiten möglich war, so benötigten systematischere und ausgedehntere Aktionen doch meist eine mehr oder minder große Übereinstimmung zwischen Staatsgewalt, Kirchenvertretern und Volk.

 

Die Kirche (und ab der Reformation: die Kirchen) spielte hierbei eine wichtige Rolle. Viele Hexentheoretiker waren Geistliche (der Autor des berüchtigten Hexenhammers Heinrich Kramer gehörte dem Dominikanerorden an).

Die von Augustinus und Paulus in das Christentum eingebrachte Frauenfeindlichkeit der Kirche hatte zur Folge, daß Frauen als „leichtes Einfallstor“ für den Teufel eingeschätzt wurden.

Wichtig:

In protestantischen Gebieten, in denen man sich auf die Übersetzung der Lutherbibel „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Buch Mose 22 (17) stützte, kam es mehr zur Verurteilung von Frauen..

Auf Grundlage der katholischen Vulgata-Übersetzung von 2. Buch Mose 22 (18) „die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ kam es in katholischen Gebieten häufiger auch zur Verurteilung von Männern.

 

Papst Innozenz VIII. hat in Predigt und Schrift (siehe Hexenbulle von 1484) die Bekämpfung der Hexen befürwortet, was angeblich auf Betreiben von Heinrich Kramer geschehen war. Zu den Folgen gehörten:

  • In Europa und den USA wurden Anschuldigungen zu Hexerei und Zauberei oftmals dadurch ausgelöst, um Familien- und Vermögenskonflikte auszutragen oder Konkurrenten und unliebsame Außenseiter auszuschalten.

·        Strukturelle Ursachen

  • Universitäten förderten Hexenwahn und Hexenverfolgung.
  • Der um 1450 erfundene Buchdruck ermöglichte Herstellung und Verbreitung hexenfeindlicher Schriften. Das Privileg der Zensur lag meistens bei den Befürwortern von Hexenverfolgungen.
  • Die Legalität von Folter in vielen europäischen Rechtssystemen führte u vielen „Geständnissen“.
  • Die oft unter Folter erpressten Geständnisse der Beschuldigten überzeugten viele bisher Unbeteiligte von der Richtigkeit und Gefährlichkeit der Vorwürfe bzw. von der Existenz von Hexerei allgemein.
  • Zu den üblichen Fragen an die Beschuldigten zählten die nach Komplizen. Auch hier führte oftmals Folter dazu, die Zunge zu lösen und alle möglichen Bekannten „zu besagen“, um nur der Pein ein schnellese Ende zu bereiten.
  • Je mehr die Hexenverfolgung auf einem Territorium zum Massenphänomen geworden war, desto gefährlicher wurde Kritik an den Prozessen und desto weniger wurde solche noch geübt.
  •  

Der erste Hexenprozess in Skandinavien fand 1601 in Finnmark statt. Es wurden zwei Männer (in Schweden erstreckte sich die Verfolgung deutlich stärker auf Männer) zum Feuertod verurteilt, weil sie einen königlichen Beauftragten im damaligen Vardøhuslen durch Schadenzauber getötet haben sollten.

Von 1601 bis 1678 wurden 90 Personen, meist Frauen, verbrannt. Es waren die schwersten Verfolgungen in Norwegen in Friedenszeiten. In den Fischergemeinden Vardø, Kiberg, Ekkerøy und Vadsø wurden in dieser Zeit Teile der weiblichen Bevölkerung ausgerottet. 1617 wurde einigen Frauen vorgeworfen, sie hätten durch Zauberei ein solches Unwetter hervorgerufen, dass 40 Fischer an einem Tag ertrunken seien. Sie wurden verbrannt.

 

Ein wichtiges Element des Hexenprozesses war das Geständnis, welches auch durch Androhung oder Durchführung der Folter angestrebt wurde. Angeklagte sollten eingestehen und Reue zeigen sowie Mitverschwörer verraten. So zog ein Hexenprozess gegebenenfalls etliche andere nach sich. Es gibt Hinweise darauf, dass beispielsweise in deutschen Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts gezielt Adlige in die Verfolgung einbezogen wurden in der vergeblichen Hoffnung, den Prozesswellen ein Ende zu machen.

Man griff auf den Hexenhammer zurück, der von „Unterbrechung“ und „Fortführung“ der Folter sprach, um eine ergebnislos abgebrochene Folter wieder aufnehmen zu können.

Auch der Verzicht auf Gottesurteile wurde auf Seiten der Protestanten durch die sogenannten Hexenproben aufgehoben, am bekanntesten die Wasserprobe und der Kesselfang, die es auch noch als Gottesurteile gab, sowie als neue Elemente die Wiegeprobe, das Stechen von Muttermalen („Hexenmalen“), das Vorlesenlassen von Jesu Leidensweg etc.

 

Ein weiteres wichtiges Element waren Denunziationen. In der Praxis wurden Appelle an weitere Zeugen der Verbrechen gerichtet, so dass dem ersten Denunzianten weitere folgten. Im Falle einer Verurteilung erhielt der Denunziant teilweise ein Drittel des Vermögens des Angeklagten, jedoch mindestens 2 Gulden. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall Katharina Keplers, der Mutter des Astronomen Johannes Kepler. Sie wurde 1615 in Württemberg auf Grund eines Streites von einer Nachbarin als Hexe bezeichnet, über ein Jahr gefangen gehalten und mit der Folter bedroht, schließlich aber auf Grund der Bemühungen ihres Sohnes freigesprochen.

Berichte über moderne Hexenjagden sind aus Afrika, Indien, Indonesien, Südamerika … bekannt. Modernen Hexenjagden werden vom UNHCR der UNO als massivste Missachtung der Menschenrechte kritisiert. Betroffen sind nach den Reports des UNHCR die sozial Schwächsten in der Gesellschaft: vor allem Frauen und Kinder sowie Alte und Außenseitergruppen wie Albinos und HIV-Infizierte.

Armut, Not, Epidemien, soziale Krisen und mangelnde Bildung fördern ebenso Hexenverfolgung wie der ökonomische Nutzen der Verfolger und ihrer Anführer, oft Pastoren oder „Hexendoktoren“, die z. B. an Exorzismen oder am Verkauf von Körperteilen der Ermordeten verdienen.

 

 

 

Der Massenmord an den Templern durch einen „christlichen“ König

 

Im August 1307 war ein Versuch des Papstes Clemens V gescheitert, die Johanniter und die Templer zu vereinigen.

Clemens V., ursprünglich Bertrand de Got, war vom 5. Juni 1305 bis zum 20. April 1314 Papst der katholischen Kirche. 1309 verlegte er die päpstliche Residenz nach Avignon.

Am Freitag, den 13. Oktober 1307, ließ der französische König Philipp IV. alle Templer in Frankreich verhaften. Der Grund war, dass sich der immer in Geldnöten befindende französische König das riesige Vermögen des Tempelordens sichern wollte, obwohl es gerade der Tempelorden war, der immer wieder den französischen Staat vor dem Staatsbankrott gerettet hatte. Dieser Coup war vom König jedoch bereits seit September des Jahres 1307 geplant worden.

Im März 1309 bestimmte er Avignon zum neuen Sitz der Päpste, wodurch das so genannte babylonische Exil der Kirche begann, das erst im Jahr 1377 von Papst Gregor XI. beendet wurde. Seine provisorische Residenz nahm er im Dominikanerkloster Avignon.

Papst Clemens V. hob am 22. März 1312 den Templerorden durch die Bulle Vox in excelso mit der Begründung auf, dass allein schon durch den nunmehr schlechten Ruf des Ordens eine derartige Maßnahme notwendig sei, um weiteren Schaden von der Gesamtkirche abzuwenden. Anschließend übereignete der Papst durch die Bulle Ad providam die Güter des Ordens den Johannitern.

Der letzte Großmeister der Templer, Jacques de Molay, soll den Papst und den König am 19. März 1314 auf dem Scheiterhaufen verflucht haben, weshalb Clemens V. zumindest von Teilen der gläubigen Bevölkerung später „der verfluchte Papst“ genannt wurde.

Unter Papst Clemens V. und seinen Nachfolgern in Avignon wurde das Papsttum eine südfranzösische Provinzeinrichtung. Ausnahmen bildeten nur Benedikt XII. und Urban V. Unter Clemens V. dominierte die Gascogne. Die Folge dieser einseitigen Politik war Korruption mit der durch sie geförderten Günstlings- und Nepotenwirtschaft. Die italienischen Kardinäle entkamen nur mit knapper Not einem Gemetzel, das Nepoten des Papstes Clemens V. gegen diese planten. Clemens V. war willfähriges Werkzeug der französischen Könige.

In seinem gewissenlosen Nepotismus glich er seinen späteren Nachfolgern Sixtus IV. und Alexander VI.

Schon von seinen Zeitgenossen wurde die Kurie von Avignon als „klementinischer Jahrmarkt“ verspottet. Die Kurie wurde zum Kreditunternehmen für geistliche Würden, die der Papst an jeden zahlungskräftigen Interessenten vergab. Papst Clemens V. brauchte Geld.

 

Aus dem negativen Urteil Dantes über Papst Clemens V. ist deutliche Verachtung zu spüren. Dante ließ im 19. Gesang seiner Göttlichen Komödie im dritten Graben des achten Höllenkreises der Hölle durch Papst Nikolaus III. die bevorstehende Höllenfahrt von Papst Clemens V. ankündigen. Zitat: „Denn nach ihm (Bonifaz VIII.) kommt von Westen her ein Schlimmerer - ein zügelloser Seelenhirte“.

Papst Clemens V. starb am 20. April 1314 vermutlich an Krebs und wurde in der Kirche Notre Dame in Uzeste beigesetzt.

 

Die Päpste der Borgia

 

Die Borgia (italienisch) oder Borja (spanisch und valencianisch) sind eine aus Spanien (der heutigen Autonomen Region Valencia) stammende Adelsfamilie.

Die Familie Borgia kam zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Italien zu Macht und Reichtum, vor allem durch die beiden Päpste aus ihrer Familie

Niccolò di Bernardo dei Machiavelli (geb. 3.5.1469 in Florenz, dort gest. 1527) war ein guter Beobachter der gesellschaftlichen Verhältnisse und besonders der Staatsführung der Borgias und Medici. Diese Staatslenker und Kirchenoberen wurden zum Inbegriff von Machtmißbrauch und Skrupellosigkeit am Heiligen Stuhl. Mit dem Tod Alexanders VI. 1503 brach die Macht der Borgia zusammen. Giambattista Pamfili, ein Nachkomme von Alexanders Tochter Isabella, wurde 1644 als Innozenz X. Papst.

Der schlechte Ruf der Familie Borgia hat sich mehr als fünfhundert Jahre lang erhalten. Die skrupellose Herrschsucht des Clans, der Missbrauch von Kirchenämtern für ein Familienunternehmen und die hemmungslos ausgelebte Mordlust und Sexualität der Borgias waren schon zu ihren Lebzeiten allgemein bekannt.

Der Bestseller-Autor Mario Puzo hat in seinem Buch – verfilmt als „Der Pate“ – die These vertreten, daß der Borgia-Papst das Vorbild vieler Mafia-Paten gewesen ist.

Sein zweites wichtiges Buch heißt „Die Familie“ und handelt von den Borgias. Wie viele Borgia-Forscher stützte sich Mario Puzo auf eine Quelle direkt im Vatikan.

Der Straßburger Johannes von Burckhard amtierte für Alexander VI als Protonotar und Zeremonienmeister. In seinem Notizbuch „Liber notarum“ schilderte er ausführlich Gespräche, Abläufe und Ereignisse um Papst Alexander VI:

  • Der Borgia-Papst ernannte z.B. nach eigenem Ermessen auch gänzlich ungeeignete Personen unverdient zu Kardinälen.
  • Es gab Besuche von Prostituierten im Vatikan.
  • Der Papst
  • Später setzte er sie auch als Gouverneurin von Spoleto ein – immer nach dem Grundsatz „Blut ist dicker als Wasser“.
  • Cesare Borgia war der Mordgehilfe von Alexander VI.

Zeitweise hatte Alexander VI dreihundert Verwandte an Schaltstellen seiner Herrschaftsbereiche untergebracht. Sein wichtigstes Mordwerkzeug war sein Sohn Cesare, der mit Schwert und Gift und manchmal auch mit bloßen Händen im Auftrag der Borgias tötete.

Alexander VI hat der Inquisition in seinem Heimatland Spanien ein brutaleres Vorgehen erlaubt und in Deutschland die katholische Buchzensur eingeführt.

Er galt als der leibhaftige Antichrist.

 

Niccolò Machiavelli erkannte Cesare als Machtmenschen. Machiavelli hat in einer Kanzlei in Florenz für Cesare gearbeitet und ihn für seine Effektivität bewundert. Sein berühmtes Buch „Il Principe“ (Der Fürst) gilt heute als Ratgeber für Manager. Machiavelli über Cesare Borgia: Weil Cesare seine Staatsziele als Löwe und Fuchs zugleich verfolgte, sei er das Vorbild des vollendeten Staatsmanns. In der Broschüre „Machiavelli für Frauen“: Es ist sicherer, gefürchtet als geliebt zu werden. Machiavellis Erkenntnis: die Menschen seien „undankbar, wankelmütig, unaufrichtig, heuchlerisch, furchtsam und habgierig“.

Was Alexander VI aufgebaut hatte, zerfiel schnell nach seinem Tod. Seine Nachfolger jagten die Familienmitglieder aus ihren Positionen und beendeten den Nepotismus (Vetternweirtschaft auf höchster gesellschaftlicher Stufe bei niedrigstem sittlichen Niveau).

Cesare fiel in einem Krieg.

 

Niccolò Machiavelli

Was bei der Vernichtung der Katharer und Templer geschah, ist ein ganz abscheulicher Verrat der christlichen Kirchen und Herrscher an den Sehnsüchten und Hoffnungen der frühen Christen wie der Märtyrer und auch von Tertullian gewesen. Ganz offensichtlich sind die „heiligen“ Schriften so schlecht geschrieben, daß sie viel zu leicht dazu verwendet werden können, um auch schlimmste Kapitalverbrechen zu begründen bis zu beschönigen.

Das ist kaum eine Garantie für ihren göttlichen Ursprung.

Das beste Studienobjekt zum Thema verlogener und bestialischer Herrschaft fand Machiavell ausgerechnet in Cesare Borgio, dem Sohn von Papst Alexander VI.

Tertullian: Als Christ wird man nicht geboren, sondern zum Christen wird man.

Paulus: Als Jude wird man nicht geboren, sondern zum Juden wird man.

 

Machiavellis politisches Vermächtnis findet sich in seinen vier Hauptwerken.

Die Medici, mit denen auch Leonardo da Vinci zu tun hatte, waren ein sehr mächtiger Familienverband. Aus ihren Reihen gingen Päpste hervor wie bei der Familie der Borgias:

  • Giovanni de’ Medici wurde zu Papst Leo X.
  • Kardinal Giulio de’ Medici wurde zu Papst Clemens VII.

Machiavelli machte es wie Leonardo da Vinci: Weil die Medici seine Bortherren stellten, versuchte er oft wider besseren Wissens sich bei ihnen einzuschmeicheln. Das Resultat: Viele scheinbare Widersprüche in Machiavellis Werken. Machiavelli vertritt viele Meinungen, vermutlich um seinen Hals vor den Medici zu retten oder um sie zu Spenden zu bewegen.

 

Machiavellis Buch „Il Principe“ (Der Fürst) beschreibt Grundsätze der Staatsräson:

„Der Herrscher muß zur Erfüllung der elementaren Notwendigkeiten des Staates die Gesetze der traditionellen Moral verletzen, sonst gehe er mit dem Staat zusammen unter. Für einen Herrscher sei es demnach gleichgültig, ob er als gut oder als böse gilt, wichtig sei nur der Erfolg, der voraussetzt, vom Volk nicht gehasst zu werden und folgende drei Gebote zu beachten: „Du sollst dich nicht an den Gütern deiner Untertanen gütlich tun; du sollst dich nicht an ihren Frauen vergreifen; du sollst nicht einfach aus Spaß töten.“

Erfolgreiche Politik verlangt außerdem „die Kunst, den richtigen Schein zu erzeugen.“

Der Fürst muss die traditionelle Moral vorgeblich wahren können, aber er darf auch – im Interesse der Staatsräson – vor Gewalt und Terror nicht zurückschrecken.

Machiavelli untersucht verschiedene erfolgreiche Fürsten der Geschichte.

Machiavelli: Francesco I. Sforza kommt dem Ideal recht nahe, aber von Cesare Borgia hielt er mehr, weil der seine Feinde in Senigalla ermordete und seine Macht in den eroberten Gebieten geschickt erhielt.

Aber andernorts sagt Machiavelli: Cesare Borgia ist gefährlich, aber Gefährlichkeit macht keinen principe. Borgia ist unglaubwürdig, aber er sollte als Fürst glaubwürdig sein.

Ferner machte Cesare Borgio einen Fehler: Nachdem sein Vater gestorben war, vertraute er dem neuen Papst, aber der entmachtete ihn.

Machiavelli: „ Der Fürst muß ein Fuchs sein, um die Schlingen zu kennen, und ein Löwe, um die Wölfe zu schrecken.“

Der Fürst muß nicht spendabel sein und auf Luxus bauen. Ein Fürst, der das aber dennoch tut, schmeichelt nur ein paar Mitläufern und ruiniert mit dem Luxusleben sein Fürstentum.

Der Fürst muß nicht fürchten, brutal und geizig zu sein. Er muß das Notwendige tun, um das Ziel zu erreichen.

In seinem Werk „Il Principe“ (dt. Der Fürst) von 1513 beschreibt Machiavelli den Mißbrauch der Macht durch Herrscher ganz analytisch.

Machiavelli meint, dass ein Staatsmann auch böse handeln können müsse:

„Wer glaubt, Machiavelli sage, Politik könne man nur mit Gift und Dolch, Lüge und Verbrechen machen, hat ihn gründlich missverstanden. Wo es ohne diese Dinge geht, darf man diese Mittel gar nicht anwenden, nicht aus moralischen Gründen, sondern weil es unpolitisch wäre, es zu tun. Wo aber, gewissermaßen von der Technik des Machtkampfes her, in einer bestimmten Lage Gift und Dolch, Lüge und Verbrechen nicht entbehrt werden können, um den Gegner zu überwinden, wenn es wirklich um Sein oder Nichtsein geht, dann ist einer als Staatsmann nur dann richtig am Platze, wenn er es über sich bringt, sich dieser Mittel zu bedienen, sei es als nihilistischer Zyniker, sei es als einer, der dem Staat „das Königsopfer seiner Seele“ bringt.“

 

Die Discorsi – Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio – diskutieren das Ideal einer Republik ohne Fürsten. So soll „Macht und persönlicher Status stets getrennt“ und der „Staatsschatz stets wohlgefüllt, der Bürger hingegen arm“ sein.

Die Discorsi sind ein Kommentar zum Geschichtswerk des Titus Livius, der die Geschichte der römischen Republik beschreibt. Es ist zu bedenken, daß Machiavelli Kultur und Staatswesen des Römischen Reiches als seine eigene verstand, ganz anders, als wenn in England, Frankreich oder Deutschland Livius, Cäsar oder Ovid gelesen werden.

Machiavelli war fasziniert von der Größe Roms, und diese Idee fühlte er immer in sich.

Die Discorsi befürworten eine freie Republik.

Die politische Gesellschaft entsteht nach Machiavelli nicht aufgrund irgendeines Plans der Natur wie bei Aristoteles, sondern ‚durch Zufall‘ (Discorsi I 2,11)“.

Deswegen ist das Minimalziel für Machiavelli nur, „die unausweichliche Dekadenz der Republik möglichst zu verlangsamen“. Deswegen muss die Verfassung der Republik eine Mischform sein.

Machiavelli in den Discorsi: „Nach meiner Meinung sind daher alle diese Staatsformen verderblich, und zwar die drei guten wegen ihrer Kurzlebigkeit und die drei anderen wegen ihrer Schlechtigkeit. In Erkenntnis dieser Mängel haben weise Gesetzgeber jede der drei guten Regierungsformen für sich allein vermieden und eine aus allen dreien zusammengesetzte gewählt. Diese hielten sie für fester und dauerhafter, da sich Fürst, Adel und Volk, in ein- und denselben Staat zur Regierung vereinigt, gegenseitig überwachen“

Nach einer „wohlgeordneten Republik“ entsteht durch „Sittenverfall und politischer Dekadenz“ der „Zustand der Anarchie“. Die Anarchie wird durch eine „Neuordnung durch einen Fürsten bzw. Gesetzgeber“ wieder zu einer „wohlgeordneten Republik“ werden usw.

August Buck behauptet, dass Machiavelli den Verfassungskreislauf zwar übernommen, aber verändert hat: „Während Polybios' an die ständige Wiederholung des Zyklus glaubt, bezweifelt Machiavelli, daß ein und derselbe Staat den Zyklus häufiger durchläuft, da dieser meist vorher durch äußere Einwirkungen beendet wird.“

Gennaro Sasso bemerkt dazu, dass „die Mischregierung tatsächlich den endgültigen Abschluß des Zyklus der wiederkehrenden Staatsverfassungen“ bei Machiavelli ist.

 

Im August 1521 wurde Über die Kunst des Krieges (Dell’Arte della Guerra) gedruckt.

Machiavelli ist sich bewusst, dass Krieg verheerende Folgen hat, aber eine Republik oder ein Fürstentum muss sich verteidigen können. Ein Herrscher muss den Frieden lieben und wissen, wann er Krieg führen muss.

 

Hannah Arendt schreibt, „daß Machiavelli als erster […] die Heraufkunft oder die Wiederkehr eines rein weltlichen Bereichs antizipierte, dessen Prinzipien und Verhaltensregeln sich von den Geboten der Kirche emanzipierten und dessen moralische Wertsetzungen von keiner Transzendenz mehr gegründet und begründet sein würden. Dies ist der eigentliche Sinn seiner vielfach missverstandenen Lehre, dass es in der Politik darum gehe, zu lernen, »nicht gut zu sein«, nämlich nicht im Sinne christlicher Moralvorstellungen zu handeln.“

Nach Arendt vertrat Machiavelli eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat. Ihr Fazit in ihrem Werk Über die Revolution lautet: „Erscheine, wie du sein möchtest, und meinte damit: Wie du in Wahrheit bist, hat für diese Welt und ihre Politik keine Bedeutung; sie besteht ohnehin nur aus Erscheinung, und das wahre Sein spielt in ihr keine Rolle …“

Das Fürstenbuch lobt den neuen Fürsten, die Discorsi plädieren für eine Republik.

Obwohl die beiden Werke eine unterschiedliche Ausrichtung haben, „geht es beiden politischen Werken Machiavellis um dieselbe Grundfrage: Wie kann man in einer feindlichen politischen Umwelt erfolgreich sein, namentlich die Macht erwerben, sie erhalten und zu Größe steigern?“

Machiavelli träumte von einem italienischen Staat und hoffte, dass ein Fürst kommen würde, der die Kraft und das Können besäße, Italien zu einen und zu seinem alten Ruhm zurückzuführen. Einen solchen sah er in dem für seine Grausamkeit berühmten Cesare Borgia, dessen Taten er zum Teil stark glorifizierte und ihn als „lebendes“ Beispiel für viele seiner Handlungsempfehlungen anführte. Einen weiteren Hoffnungsträger sah er im Fürsten Lorenzo di Piero de’ Medici, dem Enkel von Lorenzo il Magnifico, dem er sein Werk widmete. Ihm sollte es als eine Art politischer Leitfaden dienen.

Die italienische Renaissance zeichnete sich durch einen Rückblick auf die Antike aus. Geistesgrößen wie Giovanni Pico della Mirandola nahmen sich diese zum Vorbild und begannen die Idee zu vertreten, der Mensch könne sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, anstatt, wie im Mittelalter, sich ihm zu ergeben[8]. Auch Machiavelli und seine Arbeiten sind stark von den Gedanken der Renaissance und des Renaissance-Humanismus geprägt.

Dem Fürsten ein sparsamer Regierungsstil gebiete und er den Ruf der Knauserigkeit, der daraus mithin resultiere, nicht zu fürchten brauche, da die Vorteile eines solchen Verhaltens die Einbußen im öffentlichen Ansehen bei weitem überstiegen.

Machiavelli beginnt das Kapitel mit der Aussage, dass ein Fürst immer versuchen soll, als barmherzig und nicht als grausam zu gelten. Ist dies allerdings nicht möglich, so ist es vorzuziehen, als grausam zu gelten.

Machiavelli befürwortet die Ermordung der Rädelsführer bei Aufständen: Es ist weitaus menschlicher, das Blut einiger weniger zu vergießen, als Unruhen und Anarchie zuzulassen, welche der ganzen Gemeinschaft schaden.

Befehligt ein Fürst allerdings eine Streitmacht, so ist es seine Pflicht, als grausam zu gelten, weil er nur so in der Lage ist, Unruhen und Aufstände unter seinen Truppen zu unterbinden und seine Feinde zu schlagen.

Machiavelli: Beim moralischen Verhalten ist in erster Linie der Schein von Belang.

So erklärt er den Wortbruch des Fürsten für fast unausweichlich, will dieser denn Erfolg haben. Und da Machiavelli im Erfolg das wichtigste Ziel des Fürsten sieht, stuft er die Lüge als legitimes Mittel ein, um diesen Zweck zu verwirklichen. Allerdings weist er darauf hin, dass dies im Verdeckten stattfinden müsse. Dann nämlich könne höchstens eine Minderheit die wahre Natur des Fürsten erkennen, während die breite Masse weiterhin an die Aufrichtigkeit seines Herrschers glaube. Und da der Machterhalt des Fürsten im Wesentlichen von dieser Mehrheit der Bevölkerung abhänge, kommt Machiavelli zu dem Ergebnis, dass der Fürst durchaus wortbrüchig werden dürfe, solange dies unbemerkt geschehe, weil er auf diese Weise seine Erfolge zu mehren vermag ohne seine Herrschaft dabei in Gefahr zu bringen.

 

Auch warnt Machiavelli seinen Fürsten davor, Hass und Verachtung innerhalb der Bevölkerung zu schüren, da dies zum Verlust der Herrschaft führe, wie die Beispiele römischer Kaiser wie Commodus oder Caracalla zeigten. Stattdessen müsse ein Fürst darauf bedacht sein, von seinen Untertanen geachtet zu werden, da er auf diese Weise im Krieg die Menschen auf seiner Seite wüsste, und im Frieden das Risiko einer Verschwörung gegen seine Person minimiere. Um aber solche Achtung zu gewinnen, müsse es der Fürst vermeiden "launisch, leichtfertig, weibisch und entschlusslos" zu wirken und stattdessen "Großmut, Kühnheit, Ernst und Kraft" an den Tag legen. Nur auf diese Weise schließt der Autor, könne der Fürst eine ähnlich erfolgreiche Herrschaft wie etwa Mark Aurel begründen.

Machiavelli: Als Hilfe zur Auswahl seiner Mitarbeiter gibt Machiavelli dem Fürsten den Ratschlag, darauf zu achten, dass diese stets nur nach dem Vorteil ihres Vorgesetzten strebten und niemals eigenen Interessen verfolgten. Im Gegenzug müsse der Fürst für ihr Wohlbefinden Sorge tragen, um sie so an sich zu binden. Eine solch besonnene Auswahl seiner Mitarbeiter sei von größter Wichtigkeit, betont Machiavelli, da der Fürst ansonsten Gefahr laufe, ein "schlimmes Ende" zu nehmen.

Machiavelli: Die Meinungsfreiheit stellt den Fürsten vor ein Dilemma:

  • gewähre er davon zu viel, mangele es an Ehrerbietung ihm gegenüber.
  • Lasse er aber zu wenig Meinungsfreiheit walten, so sei er bald nur noch von Schmeichlern umgeben.

Als Ausweg empfiehlt Machiavelli: Meinungsfreiheit müsse existieren, aber nur ein erlesener Kreis von fürstlichen Beratern dürfe in ihren Genuss kommen. So schütze sich der Fürst vor den Risiken, die allzu große Freiheit ihm gegenüber mit sich brächten, und komme trotzdem in den Besitz aufrichtiger Ratschläge, ohne die er nicht zu regieren vermöge.

 

Cesare Borgia war für Papst Alexander VI der Mann, der mißliebige Menschen tötete – und das im Namen von Christentum und dem Klerus.

Das Christentum hatte sich in Europa im 1. Jahrtausend n.Chr. schon längst fest etabliert.

Karl der Große führte seine Kriege gegen die Sachsen – im Namen von Christentum und als Missionar: Ein Reich, ein Glaube, ein Herrscher.

 

Man sollte Machiavelli mit Galilei vergleichen: Beide haben vor allem beschrieben, was sie sehen. Galilei hat mit seinen Fernrohren Sonne, Mond und Planeten beobachtet und nur das beschrieben, was er sah. Machiavelli hat das Staatsleben beobachtet und beschrieben, wann der Herrscher am meisten Erfolg hat. Wenn er den Halunken und Mordgesellen Cesare Borgio als geeigneten Herrscher bezeichnet, sollte man moralische Aspekte außer Acht lassen. Das erinnert sehr an folgenden Spruch aus dem antiken Rom: „Die Senatoren sind ehrenwerte Männer. Der Senat ist eine Bestie.“ Beiden Ansichten ist gemein: Auf politischer Ebene gelten die bürgerlichen Werte um Moral, Sitte und Anstand nicht.

 

Machiavellismus: Ungehemmter Machtmißbrauch für den eigenen Vorteil. Der Herrscher handelt ohne Moral und Sittlichkeit kraft der ihm gegebenen Macht. Der Herrscher folgt einer rücksichtslosen Machtpolitik. Die Bevölkerung ist Tyrannei, Ausbeutung und Gewissenlosigkeit ihres Herrschers hilflos ausgeliefert. Genau das meinte Machiavelli also nicht.

Machiavelli vertrat also nicht den Machiavellismus.

 

Es ging Machiavelli darum, „hinter die Fassaden der Propaganda zu blicken und die Kräfte aufzuzeigen, die ungerechte Sozial- und Staatsordnungen zusammen hielten: Täuschung und Gewalt auf der Seite der Mächtigen, Angst und Aberglaube bei den Unterdrückten.“

„Alle Macht ist Raub und all ihre Rechtfertigung pure Ideologie.“

Machiavelli übergab das Werk im Mai 1525 dem Papst Clemens VII.

 

Niccolò Machiavelli studierte die Werke u.a. von Aristoteles, Boethius, Cicero (De officiis) und Claudius Ptolemäus.

Machiavelli erkannte das Wesen der politischen Machtausübung und beschrieb es, genauso wie später Galileo Galilei Himmelserscheinungen beschrieb.

1498 wurde der dominikanische Bußprediger Girolamo Savonarola als Ketzer verbrannt.

Machiavelli 1499: Man kann sich auf Ludwig XII. nicht verlassen, da er „gierig, käuflich, verräterisch und opportunistisch“ ist.

Machiavelli 1502 über Cesare Borgia: „Seine Macht beruht auf der sicheren Meinung, dass ihn der König von Frankreich mit Truppen unterstützt und der Papst mit Geld.“ Am 31. Dezember 1502 lud Cesare Borgia seine Gegner unter dem Vorwand der Versöhnung nach Senigallia: Zwei ließ er sofort erwürgen, zwei behielt er als Geiseln …

Am 18. August 1503 starb der Papst Alexander VI, der Vater Cesare Borgias; die Macht von Cesare Borgia schrumpfte, obwohl er weiterhin von Frankreich unterstützt wurde.

1503 wurde Julius II. zum Papst gewählt, weil er nach Machiavellis Ansicht den „Wählern das Blaue vom Himmel herunter versprochen hatte, und zwar jedem das, was er am meisten wünschte“.

Machiavelli galt als unbestechlich.

Im Auftrag Kardinal Giulio de’ Medicis schrieb Machiavelli die Geschichte von Florenz (Istorie Fiorentine) und erhielt dafür 100 Florin. Im März 1525 war die Istorie Fiorentine bis zum Jahr 1492 fertig. Weiter wagte Machiavelli nicht zu schreiben und fürchtete, beim jetzigen Papst vollends in Ungnade zu fallen, wenn er seine Sicht unverschlüsselt schreibe. So wählte Machiavelli einen Mittelweg. Er lobte scheinbar Cosimo de’ Medici (1389–1464) und stellte ihn als perfekten Fürsten dar, aber er stellt ihn auch als Paten von Florenz dar, da dank seines Geldes alle von ihm abhängig waren. Cosimo befriedete Florenz, lähmte aber gleichzeitig den Ehrgeiz. Dadurch erstickte er den Antrieb bei den Bürgern, selbstständig zu sein. Außerdem stiegen die Anhänger der Medici in Florenz auf und nicht die Besten, was die Medici, nicht aber den Florentiner Staat stärkte.

 

Nach der Eroberung Roms durch den deutschen Kaiser endete auch die Zeit der Medici in Florenz. Nach einer erfolgreichen Rebellion gegen die „verhassten Medici“ wurde die Republik ausgerufen und die frühere Verfassung am 16. Mai 1527 wieder in Kraft gesetzt

Am 21. Juni 1527 starb Machiavelli an einem Magenleiden. Sein Grabmal befindet sich in der Kirche Santa Croce in Florenz.

 

Der Einfluß von Leonardo da Vinci auf Machiavelli

Leonardo da Vinci (1452-1519), auch Ingenieur und Naturwissenschaftler.

Leonardo da Vinci war Künstler, Maler, Techniker, Ingenieur und Naturforscher. Diese Kombination von Begabungen, Interessen und Berufen lag bei den geistig und schöpferisch regsten Menschen dieser Zeit nahe, und zwar auch schon vor Leonardo. Er wurde zu einem ihrer bedeutendsten Vertreter.

Leonardo schuf einen in sich vollkommenen Malstil mit dem Höhepunkt in der erhaltenen "Mona Lisa". Viele andere Gemälde von ihm galten zu seiner Zeit als epochemachend, aber sie wurden zu einem erheblichen Teil zerstört, wozu auch Restauratoren beitrugen. Andere Gemälde sind verschollen.

Kunsthistoriker und -kritiker hatten und haben die Schwierigkeit, die Gemälde und Skizzen herauszufinden, die wirklich von Leonardo sind. Dabei kommt zu Hilfe, daß von Leonardo selbst und von seinen Schülern viele Skizzen und Notizen von Entwürfen oder fertigen Bildern erhalten blieben, so daß diese mit den erhaltenen Gemälden verglichen werden können. Leonardo entwickelte seine Maltechnik umfassend: Erzeugen und Mischen der Farben, die Art und Weise sowie die Häufigkeit des Auftragens, 3D-Darstellungen in Farbe mit Licht und Schatten ... Es heißt, daß man auch mit Röntgenaufnahmen von seinen Bildern bis heute noch nicht verstanden hat, wie er seine Bilder angefertigt hat.

An Schriften hinterließ Leonardo um 6000 dicht beschriebene Seiten in Spiegelschrift, mit der linken Hand von rechts nach links geschrieben. Eingestreut darin sind sehr viele Skizzen und Zeichnungen.

Die bedeutendste Sammlung von Manuskripten ist im "Codex Atlanticus" zusammengefaßt worden. Es existieren verschiedene Sammlungen seiner Manuskripte, die nur z.T. aufgearbeitet sind.

Leonardo betrachtete die Malerei konsequent als Wissenschaft, die wesentlich durch Mathematik und Naturforschung erschlossen werden kann. Er stellte die Malerei über die Dichtkunst und weit über die Bildhauerei. In ihm verwoben sich in künstlerischer Imagination Technik, Mathematik, Malerei und Naturwissenschaften. Seine Begabungen und Interessen waren sehr vielseitig:

Leonardo war Musiker, vielseitiger Künstler, an Naturwissenschaften und Ingenieurproblemen, Architektur, Medizin, Biologie und Anatomie interessiert. Für seine naturwissenschaftlichen Forschungen stellte er oft seine Malerarbeiten zurück. Er sah intuitiv das in Jahrhunderten kommende Zeitalter der Naturwissenschaften und Technik voraus und nahm in seinen eigenen Forschungen bereits daran teil. Es war ihm ganz selbstverständlich, daß die weitere Entwicklung der Zivilisation über eine bedeutende Höherentwicklung von Naturwissenschaften und Mathematik führen werde. So war es auch bei Aristoteles gewesen.

Leonardo wuchs im Weltbild der Scholastik auf, die sich in Fragen der Religion auf die Bibel und in "irdischen Fragen" auf Aristoteles stützen wollte.

Das Vorhaben von Albertus Magnus und Thomas von Aquino bedeutete einen großen Fortschritt und sie leisteten auch viel, aber ihre Nachfolger vermochten nicht die Höherentwicklung der Scholastik weiterzuführen. Sie lernten hauptsächlich die Bibel auswendig, sowie die Schriften von Aristoteles und den Schöpfern der Scholastik – und übernahmen und betonierten deren Fehler.

Leonardo lernte im wesentlichen aus sich selbst heraus, wobei er mit der ihm eigenen Sorgfalt die Natur studierte. Er lehnte die Theologie wegen ihrer inneren Widersprüche ab, wobei er ziemlich sicher überhaupt keine religiösen Zweifel oder Qualen hatte. Er erkannte ihre Fehler, deshalb lehnte er sie insgesamt ab und machte sich sonst keine weiteren Gedanken darüber.

Leonardo verdankte vieles der Renaissance, der Wiedergeburt antiker Denkungsart und Kultur, hauptsächlich der von Hellas. Die Renaissance kam um 1490 von Italien her und strömte durch Europa. 1453 hatten die Türken Byzanz erobert und sein Reich zerstört, aber das gemeinsame Band um das Abendland war schon längst zerrissen. Italienische Städte wie Florenz waren durch produzierendes Gewerbe (Tuch- und Seidenproduktion) und Handel mächtig geworden. Die feudalen Herzöge oder Ratsherren konnten sich aber trotz der Nähe der islamischen Eroberer nicht untereinander einigen, und zudem wurde Italien noch zu einem Schlachtfeld ausländischer - christlicher - Truppen.

1378 hatte es in Florenz den ersten Arbeiteraufstand in Europa gegeben, und im weiteren Verlaufe sahen sich die Regierungen einiger Städte gezwungen, mehr auf die Wünsche der Werktätigen einzugehen.

Leonardo hinterließ seinem Schüler Francesco (de') Melzi, der ihn bei seinem Auszug nach Frankreich begleitet hatte, seine Schriften. Francesco brachte sie nach Mailand zurück und bewahrte sie gut auf bis zu seinem Tode 1570. Von da an gingen Teile der Schriften verloren. Wichtiges aus Leonardos Leben und Arbeit berichtete der Kunsthistoriker, Künstler und Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari um 1550 in seinem Buch über bedeutende Künstler und Kunstwerke. Er soll Schriften von Leonardo besessen haben, und zwar besonders den Traktat über die Malerei.

Während seiner Arbeit bei Cesare Borgio um 1501 lernte Leonardo da Vinci den Florentiner Gesandten Niccolò Macchiavelli kennen, der nach dem Angriff von Borgios Truppen auf Urbino dorthin kam. Borgio war ein ziemlich skrupelloser Diktator. Macchiavelli gab erst 1514 sein Buch "Der Fürst" heraus, worin er die Gewissenlosigkeit der absolutistischen Herrscher recht genau erfaßt hatte.

1503 setzte sich Macchiavelli dafür ein, im Krieg Florenz-Pisa einen Plan von Leonardo durchzuführen: Der Arno sollte umgeleitet werden, um Pisa den Fluß zu nehmen. Leonardo hatte schon sorgfältige Pläne vorgelegt, aber 1504 wurden die Erdarbeiten abgebrochen.

Macchiavelli besorgte ihm auch den Auftrag der Signoria von Florenz, im Palazzo Vecchio eine Wandmalerei auszuführen. Ihr Thema sollte die Schlacht bei Anghiari sein, wo die Florentiner über die Mailänder gesiegt hatten (1440). Ihm wurde der zu malende Schlachtverlauf angegeben, aber wohl nicht den geschichtlichen Tatsachen entsprechend. Die schilderte Macchiavelli.

Leonardo begann 1503 mit der Malerei auf Karton als Vorlage, womit er Ende 1504 fertig war. Im nächsten Jahr beendete er das Wandgemälde, das sich wie das "Letzte Abendmahl" als nicht farbbeständig erwies. Es verfiel, aber nicht so sehr wie jenes. Es wurde 1565 von Vasari z. T. übermalt.

Leonardo hatte schon immer beabsichtigt, einmal eine Reiterschlacht zu malen, und er hatte Anweisungen und Pläne dafür in Notizen vielfach ausgearbeitet, wobei er sich auch an antiken Darstellungen solcher Szenen orientierte. Leonardos Rivale Michelangelo arbeitete 1505 an einem ähnlichen Thema, die "Schlacht von Cascina", wobei er ein etwas unglückliches Thema herausgriff: Badende Soldaten, die durch Alarmruf aufgescheucht werden.

Leonardo betrieb intensive Studien in der Analyse des Vogelflugs und dem Bau von Flugapparaten als auch in der Anatomie des Menschen. Er sezierte häufig Leichen. Machiavelli arbeitete mit Leonardo da Vinci in seiner Zeit in Florenz eng zusammen. So waren beide am Hofe Cesare Borgias, der von da Vinci gemalt wurde. Um Pisa zu besiegen, wurde erwogen, einen Kanal zu bauen, um den Arno umzuleiten und auf diese Weise Pisa vom Meer abzuschneiden. An diesem Kriegsprojekt war da Vinci als Naturforscher und Zeichner beteiligt. Er malte ein Bild über die Schlacht von Anghiari, und Machiavelli beschrieb diese Schlacht in den Florentiner Geschichten.

 

 

Louis XIV. und der Absolutismus

 

Er wurde am 5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye geboren und starb am 1. September 1715 in Versailles. Genannt wurde er auch Louis le Grand und „der Sonnenkönig“ (frz. le Roi-Soleil). Er war von 1643 bis zu seinem Tod 1715 König von Frankreich und Navarra sowie Kofürst Andorras.

Louis XIV. herrschte 72 Jahre über Frankreich und führte es dabei zu großer Wirtschaftskraft und Macht. Wegen Bedeutung und Langlebigkeit kann man Louis XIV. mit Ramses II und Karl dem Großen (Regierungszeit 46 Jahre) vergleichen.

Louis XIV. kam dem Idealbild des Fürsten in „Il Principe“ des Machiavelli von 1513 recht nahe. Er festigte das Königtum durch raffinierte Beschäftigung des Adels, den Ausbau der Verwaltung und die Förderung von Wirtschaft, Kunst und Kultur. Er umgab sich mit Prunk und viel Zeremonienkultur, in die er den Adel einband, um den Adel an seine Person zu binden. Der König förderte Künste und Wissenschaften, was eine Blütezeit der französischen Kultur zur Folge hatte.

Durch seine expansive und kriegerische Außenpolitik gewann Frankreich in Europa eine dominierende Stellung. Napoleon versuchte dasselbe und scheiterte trotz der von ihm aufgebotenen riesigen Heere bis 1815 gründlich.

Zu den Beratern von Louis XIV. gehörten die Minister-Kardinäle Richelieu und Mazarin, die Minister Colbert, Louvois, Lionne und der Kanzler Séguier. Mit ihrer Hilfe führte er Frankreich zum mächtigen absolutistischen Königtum, mit äußerst prunkvollem Hofleben in prunkvollen Gebäuden und Gartenanlagen, wobei Louis XIV. das Zentrum war.

 

Die schlimmen Schattenseiten von Louis le Grand zeigten sich in seinen vielen Kriegszügen und Massakern z.B. in der Pfalz 1690 unter General Melac. Aus diesem Grund werden hier biographische Einzelheiten von Louis XIV., Ramses II. und Karl dem Großen gebracht: Es gibt geschlechtsspezifische Mängel und Fehler bei den Regenten, Fürsten, Königen …, an die Machiavelli nicht gedacht hat: Der Wunsch zur Eroberung anderer Länder und Völker ist ein Zeil des endogenen Triebsystems von Männern. Bei manchen Herrschern wurde er so stark, daß der Herrscher dazu bereit war, großes Elend über seine Nachbarvölker zu bringen oder auch über sein eigenes Volk. Frauen haben auch geschlechtsspezifische Fehler wie das Matronen-GenShopping, und Frauen in herrschenden Positionen können ebenfalls dadurch großes Leid über das eigene Volk bringen.

Diese geschlechtsspezifischen Fehler lassen sich aus der Entwicklung der Hominiden in den letzten Millionen Jahren erklären, als das Leben der Hominiden sich ausschließlich nur in Verbänden von etwa 20 bis 30 Personen abspielte.

Bis vor 10000 Jahren war das Matriarchat vorherrschend. Als infolge der neolithischen Entwicklungen die Menschengruppen immer größer wurden, wurde im Verlauf von Kriegshandlungen das Matriarchat durch das Patriarchat ersetzt. Man kann beobachten:

Mächtige Männer schaffen durch Kriegshandlungen Völker und mächtige Frauen lösen sie durch Matronen-GenShopping wieder auf.

 

Kardinal Mazarin führte die Geschäfte für den König und gilt als außerordentliches Talent in der Politik. Er unterrichtete selbst den König in der Kunst der Staatsführung und gab ihm eine umfassende Ausbildung in Staatsangelegenheiten, Recht, Geschichte und Militärstrategie, aber auch in diversen Sprachen und Wissenschaften. Mazarin starb am 9. März 1661.

Nach dem Tod von König Philipp IV. kam es zu einem Streit in der Erbfolge in Spanien. 1667 brach der Devolutionskrieg (1667–1668) aus. Louis XIV. hatte ein stehendes Heer von Berufssoldaten, die gut ausgebildet, regelmäßig bezahlt und versorgt wurden. Wegen der militärischen Stärke Frankreichs verbündeten sich Holland und England gegen Frankreich.

1672 erklärten Frankreich und England den Krieg gegen Holland (1672–1678). Frankreich schickte ein großes Heer gegen die Niederlande. Eigentliches Ziel war die Bedrohung Spaniens. Louis XIV. hielt ein großes stehendes Heer unter Waffen, worauf sich seine Macht gründete.

Zur Sicherung der Grenzen begann Louis mit dem Ausbau des französischen Festungsgürtels. Der Festungsbaumeister Sébastien le Prestre de Vauban umgab das Königreich mit über 160 neugeschaffenen oder umgebauten Befestigungsanlagen, welche Frankreichs Territorien abriegeln sollten.

Bis 1683 ließ Louis XIV. Lothringen und Elsaß besetzen, die östlichen Teile der Spanischen Niederlande besetzen, namentlich Luxemburg, 1684 das Kurfürstentum Pfalz, große Teile Flanderns in französischen Besitz gerieten.

Aufgrund der großen Erfolge verlieh Paris Ludwig im Jahr 1680 den Titel „der Große“ (Ludovicus Magnus).

Neben den im frühen 17. Jahrhundert gegründeten Neufrankreich-Kolonien in Kanada gründete er die ersten Kolonien von Französisch-Indien: 1673 Chandannagar, 1674 Pondichéry. In Westindien wurde die Insel Martinique französisch. 1682 gründete La Salle am unteren Mississippi eine neue Kolonie und nannte sie zu Ehren des Königs Louisiana. Daneben erwarb der König noch 1660 Haiti, 1664 Französisch-Guayana, sowie mit dem Senegal Teile der westafrikanischen Küste und Madagaskar.

Innenpolitisch begann Ludwig XIV. seine Kontrolle über die französische Staatskirche auszubauen. Im November 1681 ließ er eine Klerikerversammlung abhalten, welche die Gallikanischen Artikel verabschiedete, wodurch die Macht des Papstes praktisch aufgelöst wurde.

Durch Ludwigs Maßnahmen flohen von 1685 bis 1730 etwa 200.000 (von 730.000) Hugenotten ins Ausland. Für Ludwig XIV., seine Minister und Kardinäle mußte Frankreich katholisch sein.

Durch die Sorge, dass Frankreichs Übermacht dadurch noch zunehmen könnte, vereinigten sich England, Holland und das Reich mit dem Kaiser zum Kampf gegen Ludwig, wodurch die Große Allianz geschaffen wurde. Die französisch-spanische Allianz wurde durch Savoyen, Kurköln und Bayern unterstützt, wodurch der Spanische Erbfolgekrieg (1702–1713) ausgelöst wurde. Frankreich verfolgte nun zwei Ziele: Das wichtigste war die Durchsetzung Philipps V. als spanischen König, außerdem beabsichtigte Ludwig XIV. weitere Eroberungen gegen das Reich zu machen.

In seinen letzten Jahren kümmerte sich Ludwig XIV. hauptsächlich um die Erholung der Staatsfinanzen durch Einsparungen und Finanzreformen sowie die Förderung der Wirtschaft. Ludwig XIV. starb am 1. September 1715 durch Wundbrand an seinem linken Bein und wurde später in der Kathedrale von Saint-Denis begraben, der traditionellen Grablege der französischen Könige. Der Sonnenkönig hatte das französische Territorium wie keiner seiner Vorgänger vergrößert. Frankreich war zum mächtigsten Staat und kulturellem Zentrum Europas avanciert. Französisch diente im Folgenden im 17. und 18. Jahrhundert als Sprache des guten Geschmacks, ähnlich wie später Englisch zur globalen Wirtschaftssprache werden sollte. Im 18. Jahrhundert übernahm zum Beispiel der russische Adel französische Sitten und sprach eher Französisch als Russisch. Das französische Volk war nach den Holländern das wohlhabendste Europas geworden, die Wirtschaft erholte sich nach der Stagnation im Spanischen Erbfolgekrieg schnell, sie wuchs in erheblichen Maße weiter, auch wenn die Steuern vergleichsweise hoch waren.

Die enormen finanziellen Belastungen des letzten Krieges lasteten die Menschen aber Ludwig XIV. an. Nach seinem Tod freuten sich viele Menschen und man hörte Geigen spielen.

Besonders die französische Luxusindustrie wurde bald führend in Europa und darüber hinaus. Mit Waren wie Gobelinteppichen, Spiegeln, Spitzen, Goldschmiedearbeiten und Möbeln, die in ganz Europa begehrt waren, erzielte die Krone Spitzenprofite.

Die Herrschaftszeit Ludwig XIV. nennt man auch das „Grand Siècle“.

Der König hatte die Absicht, die besten Künstler, Architekten, Maler, Poeten, Musiker und Schriftsteller für Frankreich arbeiten zu lassen. Er entfaltete ein noch nie zuvor gesehenes Mäzenatentum mit der Absicht, die gesamte Kunstlandschaft Frankreichs zu beeinflussen, zu prägen und zu lenken, um sie im Interesse königlicher Politik zu instrumentalisieren. Die Kunst stand im Dienste der Verherrlichung des Königs und seiner Ziele, ganz nach barocker Manier.

Zahlreiche Königliche Akademien wurden auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft gegründet:

Im Sinne der Selbstdarstellung des Monarchen sind auch die Feste in Versailles zu verstehen. Die Repräsentation des Königs diente dem Ansehen des Staates in aller Welt.

Auf dem Gebiet der Wissenschaft konnte Ludwig XIV. einige bekannte Forscher für Paris gewinnen, darunter Giovanni Domenico Cassini, Christiaan Huygens und Vincenzo Maria Coronelli, deren Arbeiten er mit hohen Pensionen unterstützte.

Der Bau des Schlosses von Versailles war Teil von Ludwigs Strategie zur Zentralisierung der Macht. Er schwächte den Adel, indem er die Adeligen lieber zu Mitgliedern seines Hofes als zu regionalen Provinzherrschern machte. Zu diesem Zweck baute er Versailles, einen gewaltigen Palast vor den Toren von Paris, den der Hof am 6. Mai 1682 bezog. Die höfische Etikette nötigte die Adeligen dazu, immense Geldsummen für ihre Kleidung auszugeben, und ihre Zeit vor allem auf Bällen, Diners und anderen Festlichkeiten zu verbringen, die die alltägliche Routine des Hoflebens darstellten.

Anstatt seine regionalen Angelegenheiten zu regeln und seine dortige Macht zu behalten, wetteiferte der Adel nun um solche trivialen Ehren wie die, dem König beim Ankleiden helfen zu dürfen. Dadurch konnte Ludwig den niederen Amtsadel fördern und Bürgerliche in Positionen einsetzen, die früher von der traditionellen Aristokratie beansprucht wurden.

Versailles war hauptsächlich ein politisches Machtinstrument. Durch die Bindung des Hochadels an den Hof geriet dieser nicht nur zunehmend in persönliche Abhängigkeit vom König, sondern wurde ebenso von Rebellionen und Machtkompetenzen ferngehalten.

Der König ist der Garant für Ruhe, Ordnung und Wohlstand des Staates, der einzige Stellvertreter Gottes auf Erden und niemand kommt seiner Macht gleich.

In Marly entstand ab 1678 eine imposante Anlage, die als einzige nicht der Öffentlichkeit zugänglich war. Hierher zog sich Ludwig XIV. vom geschäftigen und stets öffentlichen Leben in Versailles zurück.

Der Liebe zum Ballett verdankt Ludwig XIV. auch seinen heute noch geläufigsten Beinamen „Roi Soleil“ (deutsch: „Sonnenkönig“), denn als noch nicht Vierzehnjähriger hatte er im „Ballet Royal de la Nuit“ im Februar und März 1653 die Rolle der aufsteigenden Sonne getanzt.

Ludwig XIV. steht für den monarchischen Absolutismus schlechthin, er hat diesen zwar nicht begründet, aber in Frankreich ausgebaut und verfestigt.

Aber es wären ebenso die Gesetzgebungswerke des Königs auf dem Gebiet der Rechtspflege (Code Louis), des Handels, der Schifffahrt und des Sklavenhandels (Code Noir) zu nennen, die zu den großen innen- und wirtschaftspolitischen Leistungen seiner Regierung gezählt werden.

Zweimal ließ er alles Silber im Land konfiszieren, einschmelzen und prägte daraus Münzen, um seine Armeen bezahlen zu können.

Ludwig betrieb eine aggressive Expansionspolitik, was zur Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland führte.

Das Staatsoberhaupt nimmt im Absolutismus die Spitze der Ämterhierarchie innerhalb eines Staates ein und repräsentiert den Staat nach innen und außen, weshalb das Staatsoberhaupt demnach selbst zur Verkörperung des Staates wird.

 

Ramses II.

 

Ramses II., auch Ramses der Große genannt (1303-1213 v. Chr.), war der dritte altägyptische König (Pharao) aus der 19. Dynastie des Neuen Reichs. Er regierte von 1279 bis 1213 v. Chr. und war einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten.

Während seiner Regierungszeit erreichte Ägypten eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, wie sie nach ihm unter keinem Pharao mehr erreicht wurde. Durch sein diplomatisches Handeln gelang es ihm, langjährige Friedenszeiten mit seinen Nachbarvölkern einzuhalten, auch mit den Hethitern.

Ramses war der Sohn von Sethos I. und dessen Großer königlicher Gemahlin Tuja. Er hatte wahrscheinlich zwei Geschwister: einen Bruder, der Nebchasetnebet hieß und schon in jungen Jahren verstarb, sowie eine Schwester mit dem Namen Tia.

Von seinen drei Großen königlichen Gemahlinnen Nefertari, Isisnofret und Maathorneferure hatte er möglicherweise mehr als 15 Kinder.

Um 1298 erlebte Ramses II die Thronbesteigung seines Großvaters Ramses I, um 1290 v.Chr. die von seinem Vater Sethos I.

Als Zehnjähriger bekam Ramses von seinem Vater den Ehrentitel Oberkommandierender des Heeres verliehen. Seine ersten Schlachten erlebte er rund zwei Jahre später im Nildelta, als sein Vater gegen die Tjehenu und Meschwesch in den Kampf zog und der junge Prinz ihn begleitete. Im Folgejahr zog das ägyptische Heer in Richtung Syrien, um die Hethiter zurückzudrängen und die Stadt Kadesch am Orontes wieder unter ägyptische Kontrolle zu bekommen.

Nach dem Friedensschluss mit den Hethitern kehrte wieder Ruhe am ägyptischen Hof ein und mit knapp 15 Jahren erhob Sethos I. seinen Sohn zum Mitregenten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit stand der Palast des Ramses, der ihm als Mitregent seines Vaters erbaut wurde, in Memphis. 1287 v. Chr. erlebte Ramses die Niederschlagung eines Aufstandes im Land Kusch mit. Seinem Vater gelang dies innerhalb nur einer Woche. Dabei machte er fast eintausend Gefangene.

In seinem 22. Lebensjahr wurde Ramses von seinem Vater Sethos I. offiziell mit der Entgegennahme der Tributzahlungen aus den Ländern Wawat und Kusch betraut.

Zudem zog er gegen aufständische Beduinen im Land Kanaan zu Felde. Nun tauchte der junge Mitregent auch als vollwertiger Pharao erstmals auf Tempelinschriften auf. In einer Seeschlacht gelang es Ramses, die in das Nildelta eingedrungenen Scherden zurückzuschlagen, die sich mit den Libyern verbündet hatten.

Als kurz darauf sein Vater Sethos im 25. Lebensjahr von Ramses 1279 v. Chr. (fragliches Jahr) starb, übernahm Ramses einen Tag später die alleinige Herrschaft.

Der junge Prinz wurde auf seine Krönungszeremonie vorbereitet. Nach einer anschließenden erneuten Salbung schloss ein Priester die Inthronisierung ab. Es folgten noch eine Nachtzeremonie und eine Zeremonie im Lebenshaus. Dann konnte der neue Pharao endlich seinen goldbeschlagenen Wagen besteigen und sich in einem großen Umzug seinem jubelnden Volk zeigen.

Ramses Mutter Tuja regierte in den ersten Jahren der Herrschaft zusammen mit seinen beiden Hauptfrauen Nefertari und Isisnofret als Große königliche Gemahlin an seiner Seite. Dies ist auf vielen Inschriften, die aus den frühen Regierungsjahren stammen, belegt. Tuja starb dann aber im Jahr 1258 v. Chr. und wurde im Tal der Königinnen im Grab QV80 bestattet. Ramses erhob seine Tochter Bintanat im Folgejahr zur Großen königlichen Gemahlin. 1255 v. Chr. bekam auch Meritamun dieses hohe Amt angetragen.

Im Jahr 1255 v. Chr. verstarb die Große königliche Gemahlin Nefertari, die Ramses auf vielen Inschriften wegen ihrer Schönheit und seiner Liebe zu ihr förmlich vergötterte. Ihr Tod muss ein schwerer Schlag für den Pharao gewesen sein. Die Beisetzung fand im Tal der Königinnen statt. Das Grab (QV66) der Nefertari wurde 1904 von Ernesto Schiaparelli entdeckt und gilt heute als eines der schönsten und besterhaltenen Gräber ganz Ägyptens.

Als die Große königliche Gemahlin Isisnofret im Jahr 1246 v. Chr. starb, heiratete Ramses wohl aus politischen Gründen eine hethitische Prinzessin, die von ihm den Namen Maathorneferure erhielt.

Prinz Chaemwaset, der im Jahr 1230 v. Chr. als Ramses Nachfolger proklamiert wurde, starb aber schon fünf Jahre später, so dass 1225 v. Chr. Prinz Merenptah als neuer Thronfolger eingesetzt wurde.

Ein sehr wichtiges Mitglied am Hofe des Pharaos war der Wesir Paser. Er hatte dieses Amt schon unter Ramses Vater Sethos I. inne. Auch unter Ramses II. spielte Paser im ägyptischen Reich eine große Rolle. Er unterstützte den Pharao nicht nur in innenpolitischen Angelegenheiten, auch außenpolitisch besaß Paser durchaus ein Mitspracherecht.

Schon unter der Regierung von Sethos I. waren die Hauptfeinde die libyschen Stämme im Nordwesten, sowie die syrischen Vasallenstaaten, die sich immer wieder gegen die ägyptische Herrschaft erhoben. Gegen Ende der Regierungszeit traf das Heer Sethos’ I. hier auch erstmals auf das Hethitische Großreich, das begonnen hatte, sich in Richtung Ägypten auszudehnen und die Stadt Kadesch in Nordsyrien eroberte.

So war auch Ramses II. gezwungen, sich gegen dieselben Gegner zur Wehr zu setzen. Gerade die Hethiter bereiteten ihm zu Beginn seiner Regierungszeit große Schwierigkeiten.

Schon im Sommer des vierten Jahres seiner Regierung, 1276 v. Chr., zog Ramses mit seinem Heer gegen Syrien. Das Heer schlug den Weg ins Landesinnere ein und eroberte das Fürstentum Amurru, das unter der Herrschaft des Bentešina stand, zurück. Mit diesem Schlag forderte Ramses die Hethiter förmlich auf, sich einer Entscheidungsschlacht um die Vorherrschaft im syrischen Raum zu