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Vorbemerkung: Als Abonnent der SZ seit 1960 (!) habe ich – soweit mein Erinnerungsvermögen es zulässt - noch nie eine derartige journalistische Fehlleistung zur Kenntnis nehmen müssen wie die fragliche Prozess-„Berichterstattung“ von Herrn Handel. Ich erlaube mir dieses Urteil, da ich der Verhandlung selbst beigewohnt habe. Tagelang habe ich mich ernstlich mit dem Gedanken getragen, mein Abonnement zu kündigen, davon letztlich aber abgesehen, weil die SZ zu meinem täglichen Leben...
Vor 10 Jahren bereits meinte der Jude Alfred Grosser kurz und bündig: „Die Politik Israels fördert den Antisemitismus.“ Und im vergangenen Jahr sagte der ehemalige israelische Botschafter, Avi Primor, dass er keine Zunahme des Antisemitismus feststellen könne, sondern nur eine Abnahme der Symphatie für Israel. Dessen zionistischer Siedlerkolonialismus – sprich völkerrechtswidrige Besatzungspolitik – lässt ja alle Friedensbemühungen zur Farce, zur Fassade werden, hinter der so viel Land wie irgend...
Der die Berichterstattung zum Palästina-Konflikt seit langen Jahren verfolgende Leser macht auch jetzt wieder die Beobachtung, dass die Korrespondenten in Tel Aviv, je länger sie aus Israel berichten, desto kritischer werden in Bezug auf die israelische Politik. Dabei konnte deren Zielrichtung dem interessierten Zeitgenossen eigentlich seit langer Zeit kaum verborgen geblieben sein, denn schon 1947 – also im Jahr vor der Staatsgründung – meinte David Ben-Gurion: „Unser Ziel ist nicht...
Bürgerredaktion: Zum Verständnis hier das Anschreiben von Herrn Jung: Hallo Herr Maresch, nach längerer Zeit wieder mal ein Leserbrief, der zwar schon im März des vergangenen Jahres geschrieben wurde, aber jetzt angesichts der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die Journalistin Carolin Emcke höchst aktuell ist. Nachdem sie nun geradezu überschüttet wird mit Lobhudeleien, scheint es mir an der Zeit, diese ein wenig zu relativieren und auf ihre intellektuellen Grenzen...

Ein neuer Feind im Haus

06.07.2015 | Jürgen Jung
Leserbrief zu Peter Münchs Artikel „Ein neuer Feind im Haus“ (in der SZ vom 2. 7. S. 9): Peter Münch behauptet, die Hamas kämpfe - anders als die von einem grenzüberspannenden Kalifat träumenden salafistisch orientierten Gruppen - „allein für einen palästinensischen Gottesstaat zwischen Mittelmeer und Jordan“. Sollte ihm entgangen sein, daß die in der Tat gegen das kolonialistische Israel gerichtete „nationalistische Bewegung Hamas“ sich bereits in ihrem Wahlprogramm...

Ich bin nicht Charlie Hebdo

14.01.2015 | Jürgen Jung
Ich bin nicht Charlie Hebdo,um das gleich klarzustellen, liebe Freunde! Dazu ist mir viel zu viel westliche Selbstgerechtigkeit und Heuchelei im Spiel, zu viel perfide Instrumentalisierung der fürchterlichen Ereignisse in Paris. Besinnung und Selbstkritik ist hier vonnöten - wie Hans Küng schon 2006 (!) gefordert hat (siehe unten). Seine Überlegungen sind von einer erschreckenden Aktualität. Nachdenken über die Ursachen des Terrorismus vermisse ich schmerzlich.Gestern endlich ein Essay von Heiko...

Nahostberichterstattung der SZ

28.12.2014 | Jürgen Jung
„Krieg im Gazastreifen“ v. 22. 12. S. 2 Die Berichterstattung der SZ zum NO-Konflikt scheint mir eines Blattes mit dem Anspruch der SZ unwürdig. Der Kern des Problems ist die – auch von der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ kurz nach Ausbruch des letzten Massakers im Gazastreifen beklagte – „Kontextlosigkeit“ der Berichterstattung gerade auch unserer „Leitmedien“. Und dieser Kontext ist die völkerrechtswidrige brutale Besatzungspolitik Israels, hier die Blockade...

Aufbau Nahost

07.08.2014 | Jürgen Jung
Leserbrief zu „Aufbau Nahost“ (Leitartikel vom 5. 8., S. 4)...
Das Kernproblem vieler Stellungnahmen zum Palästina-Konflikt ist die infame Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus. Der eine ist die Kritik einer besonders aggressiven Form des Nationalismus (F. Mitterand: „Nationalismus – das ist Krieg!“), der andere ein ursprünglich christlich-europäischer Rassismus. Man würde gern wissen, wie Herr Drobinski die Äußerung des gerade im Establishment hochgeschätzten (Juden!) Alfred Grosser erklären will: „Die Politik Israels fördert den Antisemitismus.“ Oder des (jüdischen) Psychologie-Professors Rolf Verleger, der...

Ins Herz der Finsternis

05.05.2014 | Jürgen Jung
Leserbrief zu „Ins Herz der Finsternis“ von Hubert Wetzel, SZ vom 3. 5. 14, Seite 4Hubert Wetzel konkretisiert seine Ausgangsthese - „Staaten streben wieder nach Landgewinn“ -, am Beispiel der üblichen Verdächtigen Russland, Iran und China. Der spätestens seit dem 2. Weltkrieg entscheidende geopolitische Akteur auf der Weltbühne, die USA, kommt ihm dabei bezeichnenderweise nicht in den Sinn, obwohl die einzige verbliebene Weltmacht jederzeit auf weltweit ungefähr 1000 Militärstützpunkte...

Deutsche Regierung in Israel

27.02.2014 | Jürgen Jung
Leserbrief zu SZ, 26. 2., S. 2 Da man sich bei Leserbriefen immer kurz fassen muß, ein paar Gedanken vorweg:Der SZ-Korrespondent Peter Münch spricht immer noch von Israel als der "einzigen Demokratie im Nahen Osten", obwohl es doch offensichtlich ist, daß es sich allenfalls um eine Demokratie v. a. für die Juden Israels handelt, also eher um eine Ethnokratie. Er ist der Meinung, daß Boykottaktionen Israel "zu einseitig die alleinige Verantwortung"...
Leserbrief zu Einat Wilf (SZ, 18. 2. 2014, Außenansicht, S. 2) Vorbemerkung an die zuständige Redaktion: Es erschließt sich mir in keiner Weise, warum die SZ jemandem wie Frau Wilf, die so eindeutig die - wie ich meine - ethnokratisch-exklusionistische Ideologie des Zionismus vertritt, nicht zumindest hin und wieder eine dissidente Stimme (aus der israelischen Friedensbewegung, etwa von Uri Avnery....) oder aus dem akademischen Bereich entgegenstellt. Und da gibt es nun wirklich...

Neue Kritik an Nakba-Schau

13.01.2014 | Jürgen Jung
SZ vom 11. 1. 2014, S. 49 Bei der Kampagne gegen die Ausstellung zeigt sich auf Seiten der Kritiker eine befremdliche Geisteshaltung. Eine - übrigens schon zum hundertsten Mal gezeigte - Ausstellung wollen sie geschlossen sehen, da deren Aussage ihrer zionistisch-orientierten Ideologie widerspricht. Einseitig sei sie und fehlerhaft – und schon gilt sie in der Öffentlichkeit, so auch in der SZ, eilfertig als „umstritten“ und ist damit offensichtlich für...
Leserbrief zu SZ, 26. 2., S. 2

Da man sich bei Leserbriefen immer kurz fassen muß, ein paar Gedanken vorweg:

Der SZ-Korrespondent Peter Münch spricht immer noch von Israel als der "einzigen Demokratie im Nahen Osten", obwohl es doch offensichtlich ist, daß es sich allenfalls um eine Demokratie v. a. für die Juden Israels handelt, also eher um eine Ethnokratie.
Er ist der Meinung, daß Boykottaktionen Israel "zu einseitig die alleinige Verantwortung" für das Nichtzustandekommen eines Friedensvertrages zuschreiben. Als wenn die Siedlungspolitik, sprich die koloniale Landnahme - und genau darum handelt es sich  - nicht das Haupthindernis für eine Zwei-Staaten-Lösung wäre. Durch die andauernde Schaffung von Fakten, die die Palästinenser hinnehmen sollen, gibt es mittlerweile gar kein zusammenhängendes Territorium mehr, auf dem ein lebensfähiger Staat entstehen könnte.
Nico Fried wiederholt auch die vor Jahren schon - in der SZ selbst (etwa durch Erhard Eppler und Katajun Amirpur) - widerlegte Unterstellung, Ahmadinedshad habe Israel "von der Landkarte radieren" wollen. Dabei hatte dieser keineswegs Israel ins Visier genommen, sondern  - so wörtlich - „das zionistische Besatzungsregime in Jerusalem", welches "in den Annalen der Geschichte verschwinden" werde. Er hat sich also - Forderung des Völkerrechts - für die Aufhebung der Besetzung der heiligen Stätten des Islams ausgesprochen, nicht mehr und nicht weniger.
Peter Münch wiederum tischt erneut die Mär von der Hamas auf, die angeblich "weiterhin Verhandlungen mit Israel ablehnt". Sollte ihm entgangen sein, daß die Hamas Verhandlungen des Präsidenten der PA, der „Palästinensischen Autonomiebehörde“, ausdrücklich zugestimmt hat unter dem Vorbehalt, daß die Ergebnisse einer Volksabstimmung unterworfen werden, daß sie sich im Wahlprogramm von 2005 und im Regierungsprogramm von 2006 expressis verbis für die Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen hat, damit zumindest indirekt Israel anerkannt hat?
Dies könnte durchaus Basis für Gespräche sein, wenn Israel diese denn wollte.
Sodann macht Peter Münch sich den zionistischen Diskurs mit der Behauptung zu eigen, Israel habe sich aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Dieser "Rückzug" war reine Augenwischerei. Der Wärter hat das Gefängnis verlassen und es hermetisch abgeriegelt. Jimmy Carter bezeichnete die vom Westen unterstützte Blockade des Gazastreifens als ein "schweres Verbrechen am palästinensischen Volk". Kein Wunder, daß dort "immer wieder gekämpft wird". Sollen die Palästinenser diese menschenverachtende Abriegelung klaglos und demütig hinnehmen? Die UNO sieht voraus, daß der Gaza-Streifen 2020 unbewohnbar sein wird, wenn der völkerrechtswidrige israelische Würgegriff nicht beendet wird.
Schmerzlich vermißt man in unseren Leitmedien eine Berichterstattung über die nahezu täglich erfolgenden zumeist völker- und menschenrechtswidrigen israelischen Maßnahmen, Über- und Angriffe in den besetzten Gebieten und auch in Israel selbst (etwa die kontinuierlichen Häuserzerstörungen), die als Dauerterror zu bezeichnen, nur allzu gerechtfertigt ist. Jüngst erst haben das Internationale Rote Kreuz, das sich ansonsten grundsätzlich politischer Stellungnahmen enthält, sowie Amnesty International (im jüngsten Report) in deutlichen Worten die völkerrechtswidrige Politik Israels an den Pranger gestellt. Aber in unseren Leitmedien, auch in der SZ, in denen – soweit mir bekannt - mit keinem Wort auf diese Berichte eingegangen wurde, erscheint Israel tendenziell als das "ewige Opfer", das sich immer nur "verteidigt", was angesichts der realen (Macht-)Verhältnisse auf eine Irreführung der Öffentlichkeit hinausläuft.
Und daß Nico Fried schreibt, Europa bringe allein "zu wenig auf die Waage, um in der Region politisch ins Gewicht zu fallen", ist angesichts der enormen Bedeutung Europas für die israelische Wirtschaft schlicht nicht nachvollziehbar.



Leserbrief zu „Deutsche Regierung in Israel (SZ, 26. 2., S. 2)

Es ist ein Trauerspiel! Nachdem Merkel sich wieder einmal sonnen durfte in ihrer Rolle als Interessenvertreterin der zionistischen Regierung – sie wurde dafür ja auch mit Preisen und Ehrungen überhäuft -, belehrt sie die Weltöffentlichkeit folgerichtig, daß Boykottmaßnahmen gegen den rechtsvergessenen “jüdischen“ Staat keine Option seien, da sie den Friedensprozeß  - so Netanyahu – „zurückwerfen“. Also, einerseits dürfen sich die Palästinenser nicht mit Gewalt gegen die völkerrechtswidrige und menschenrechtsverletzende Besatzung wehren, obwohl ihnen dies nach dem Völkerrecht zusteht, andererseits will man ihnen das letzte Druckmittel, über das sie verfügen, den strikt gewaltlosen Boykott, jetzt auch noch verwehren. Hat die israelische Regierung nicht hinlänglich bewiesen, daß gutes Zureden und Ermahnungen an ihr wirkungslos abprallen? Die Palästinenser haben sich damit abgefunden, daß v. a. der Westen sie zwang, mit dem Verlust von mehr als der Hälfte ihrer Heimat sowie ihrer Freiheit für Verbrechen (Antisemitismus und Holocaust) zu bezahlen, an denen sie völlig unschuldig waren. Sie geben sich mittlerweile sogar – nahe an der Selbstaufgabe - mit einen Staat auf nur noch 22 Prozent ihres angestammten Territoriums zufrieden – entgegen den gebetsmühlenartig vorgetragenen Behauptungen seit 2005 offiziell auch die Hamas! Und jetzt wird ihnen darüber hinaus auch noch zugemutet – so der SZ-Korrespondent Peter Münch –, „kompromißbereit“ zu sein. Sie sollen Israel als „jüdischen“ Staat anerkennen – eine bis vor kurzem zurecht nie erhobene absurde Forderung angesichts des multikulturellen und –religiösen palästinensischen Umfelds und bei ca. 25 Prozent nichtjüdischer Bevölkerung. Großzügig wird auch darüber hinweg gegangen, daß die Palästinenser in jeder der drei zentralen Streitfragen – Grenzziehung, Status Jerusalems, Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge – das Völkerrecht auf ihrer Seite haben. Insofern klingt die Formulierung von Peter Münch, daß ihre Führung ihnen “seit Jahrzehnten ein Recht der Rückkehr predigt“, also gewissermaßen einredet, gerade so, als stünde ihnen dieses eindeutige Recht gar nicht zu, oder zumindest sollten sie endlich darauf verzichten, nur damit die zionistische Kernforderung nach einer jüdischen Mehrheit auf jeden Fall realisiert bleibt. Die halsstarrigen Palästinenser sollen halt die durch gewaltsame ethnische Säuberung geschaffenen Realitäten gefälligst anerkennen! Abgesehen davon, daß Israel damit schon wieder ein nicht zu rechtfertigendes Sonderrecht zugestanden wird, ist die damit einhergehende Erbarmungslosigkeit gegenüber den Palästinensern – der Auschwitz-Überlebende Primo Levi nannte sie nicht umsonst „die Juden der Israelis“ – atemberaubend und bezeichnend für die deutsch-befindliche, philosemitische Überzeugung unserer politischen Elite, daß die - auch noch falsch verstandene - „Sicherheit Israels deutsche Staatsraison“ sei – „töricht“  nannte Altkanzler Schmidt dies trocken. Der ehemalige Knessetsprecher Avraham Burg wünscht sich, daß seine Landsleute Hitler endlich „besiegen“ mögen. Einem Großteil unseres politisch-gesellschaftlichen Establishments ist dies offensichtlich auch noch nicht gelungen.

Jürgen Jung
 

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