Die jahrzehntelange Vernachlässigung unserer Schulinfrastruktur und deren massiven negativen Auswirkungen werden in den Zeiten der Pandemie sehr deutlich. Als Beispiel seien nur genannt die teilweise desolaten Zustände von sanitären Anlagen, die Ausstattung mit veralteten Mobiliar (Stühle / Tisch die für unsere immer größer werdenden Kinder nicht geeignet sind), die fehlende oder nicht praxisgerechte technische Ausrüstung, die Vernachlässigung des Brandschutzes und eine unzureichende Klimatisierung.

 

Jeder Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter unter solchen Voraussetzungen beschäftigt wird geprüft und muss mit empfindlichen Strafen bis zur Schließung seines Betriebes rechnen.

 

Die verantwortlichen Politiker stehen da außen vor. In der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz gibt es klare Regeln. Es müssen Gefährdungsbeurteilungen erstellt werden und Gefährdungen müssen nach dem sogenannten „STOP“ – Prinzip behandelt werden. Dabei steht das „S“ für die Substitution also z.B. die Einführung eines anderen Arbeitsverfahrens oder Stoffes, bei dem die Gefährdung nicht gegeben ist. Das „T“ steht für eine technische , das „O“ für eine organisatorische Maßnahme um der Gefährdung entgegenzuwirken. Zu guter Letzt steht das „P“ für eine personen- oder verhaltensbezogene Maßnahme, zu der dann auch das Tragen von Masken gehört. Die Arbeitgeber sind verpflichtet genau diese Reihenfolge einzuhalten. Die „P“-Maßnahmen sollen erst zum Tragen kommen, wenn alles andere ausgeschöpft ist.

 

Während es aber z.B. im Landtag von NRW und den großen Fraktionssälen eine moderne Lüftungsanlage gibt und zwischen den Sitzplätzen Acrylscheiben installiert wurden damit die Politiker ohne Masken ihre Sitzungen abhalten können müssen unsere Kinder während des Unterrichts, in der Pause, im Bus und auf dem gesamten Schulgebäude eine FFP-2 Maske tragen. Dabei hatte die Politik jetzt über ein Jahr Zeit, bessere Lösungen zu beschließen und umzusetzen.

 

Auch bezüglich der Tragezeit von Atemschutzmasken gibt es klare Regeln. Im Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV R 112-190) wird im Anhang 2 eine Tragezeitbegrenzung für unterschiedlichste  Atemschutzgeräte vorgegeben. Für FFP-2 / FFP-3 Masken aber auch für die Hygienemasken (Filtrierende Halbmasken ohne Ausatemventil) gibt der Grundsatz, dass die Tragedauer auf 75 Minuten begrenzt seien muss und dann eine Erholungszeit ohne Maske von 30 Minuten einzuhalten ist. Dieser Rhythmus darf dann max. 5 x arbeitstäglich durchgeführt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maskenträger gesund sind und gegen das Tragen der Masken keine medizinische Bedenken besteht.

 

Weitere Reduzierungen der Tragedauer können durch das Umgebungsklima (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit, Wärmestrahlung) sowie Bekleidungseigenschaften erforderlich werden.

 

Die Einhaltung der Regeln wird von den Ämtern für Arbeitsschutz bzw. dem Gewerbeaufsichtsamt und den Berufsgenossenschaften überprüft.

 

Diese Regeln des Gesundheitsschutzes, von unseren Politikern beschlossen, scheint aber nicht für alle zu gelten. Leidtragende sind u.a. unsere Kinder und die Lehrkräfte. Aber auch viel Menschen im sozialen Bereich die sich für unsere Gesellschaft gerade in Zeiten der Pandemie verstärkte für das Gemeinwohl einsetzen. Die Politik nimmt mal wieder, wie so häufig, eine Sonderstellung ein. Die Lebenswirklichkeit von Politikern scheint eine andere zu sein. Das dadurch das Vertrauen in die Politik schwindet und die Politikverdrossenheit wächst, sind nur einige Auswirkungen. Dass unsere Kinder neben vielen anderen Entbehrungen auch noch ihre Gesundheit auf Spiel setzen müssen ohne das Politik zeitnah liefert und umsetzt (außer für sich selbst) halte ich für einen Skandal.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

ASPo - Arbeitssicherheit Postus 

Https://as-postus.de

Peter Postus

Sicherheitsingenieur

 

 

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