Der Bronski (Frankfurter Rundschau) und die Leser am Gängelband - QR Code Friendly

Lieber Herr Maresch,

 

ich wollte Sie nicht verunsichern. Sie handhaben das schon seit vielen Jahren so und sehen sich damit auf der Erfolgsspur, also gibt es wohl tatsächlich keine Gründe, etwas an Ihrem Konzept zu ändern. Auch ich werde Sie ja weiterhin gelegentlich veröffentlichen.

Sie dürfen meine Mail gern veröffentlichen, wenn Sie das meinten mit "Briefe zum Thema in die Bürgerredaktion stellen".

Auch die Sache mit dem Blogtalk habe ich noch nicht vergessen.

 

Freundliche Grüße

 

 

Ihr Bronski

FR-Leserbriefredaktion

 


Von: Michael Maresch [Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]
Gesendet: Mittwoch, 15. Mai 2013 19:12
An: Bronski
Betreff: Fwd: AW: Leser am Gängelband
 
Zwei Dinge noch, Herr Bronski,
 
ich denke, wenn ein Briefschreiber es schafft, sich so ins Herz von vielen Entscheidern zu schreiben, dass die ihn dauernd drucken, erreicht er 1. sicher auch deren Leser und 2. ist es dann egal ob der aus Buxtehude schreibt.
Außerdem will ich, wenn Sie keinen Einwand haben, die Briefe zum Thema in die Bürgerredaktion stellen.
 
Jetzt, denke ich, habe ich zu diesem Thema fertig.
 
Gruß

Michael Maresch
Luisenstr. 43
D - 80333 München
0049 171 / 3344510
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Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

Von: Michael Maresch <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Datum: 15. Mai 2013 18:47:00 MESZ
An: Bronski <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Betreff: Re: AW: Leser am Gängelband

 
Hallo Herr Bronski,
ich stimme in allen Aussagen mit Ihrer Meinung überein. Zwei, drei Redakteure haben die Zeichen der Zeit erkannt und handeln danach. Zu den gehören Sie.
Zu den allgemein gehaltenen Briefen bitte ich um Nachsicht. Wenn man 15 Jahre massenhaft in Zeitungen gedruckt wurde die keine Diskussion zulassen, sucht man sich, jedenfalls ich, einen Weg zu mehr Einfluss, also zur Diskussion. Ich habe also München verlassen und festgestellt, dass ich in der ganzen Republik gedruckt werde. So what? Ich kann nicht alle Zeitungen die mich drucken lesen. Also die Bürgerredaktion als Angebot an Leser und Zeitungen, als überregionales Diskussionsangebot. Aber auch, durch das Nebeneinanderstehen von sehr vielen Briefen eines Autors, ein Angebot diesen Autor kennen zu lernen und sich mit ihm auseinander zu setzen.
Also ergänzenden Service und der Wunsch ein wenig aus der Anonymität des Leserbriefschreibens heraus zu treten. 
 
Viele Grüße

Michael Maresch
Luisenstr. 43
D - 80333 München
0049 171 / 3344510
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Am 15.05.2013 um 16:27 schrieb Bronski <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>:

 

Hallo Herr Maresch,

 

ich habe eigentlich zu wenig Zeit, um eine solche Debatte zu führen, aber andererseits kann und will ich Ihre kritischen Anmerkungen nicht einfach beiseiteschieben.

 

Zunächst einmal: Die Seite heißt Leserbriefe. Es geht um Briefe von Lesern, in diesem Fall einer Zeitung, die sich zu Inhalten ihrer Zeitung äußern. Das ist das ganz klassische Verständnis von Leserbriefseiten und impliziert, dass die Wortmeldungen der Leserinnen und Leser einen klaren Bezug zur Berichterstattung der Zeitung haben. Es geht dabei um Leser-Blatt-Bindung, es geht darum, Debatten zu führen, die von den Leserinnen und Lesern für relevant gehalten werden, und es geht darum, die Inhalte der Zeitung zu diskutieren. Das ist auch der Grund dafür, dass es bei der Diskussion zu Zeitverzögerungen kommt, denn auch jene Leserinnen und Leser, die nicht über Mail verfügen, sollen die Chance erhalten, an der Debatte teilzunehmen. Bei der FR ist es so, dass Leserbriefe zu einem bestimmten Artikel frühestens zwei Tage bis spätestens eine Woche nach dessen Veröffentlichung erscheinen.

 

Es liegt auf der Hand, dass die Leserinnen und Leser einer Zeitung wie der FR andere Haltungen zu bestimmten Themen haben als beispielsweise die Leserinnen und Leser der FAZ. Daher unterscheiden sich die Leserbriefseiten verschiedener Zeitungen stark und sind für die Zeitungen identitätsstiftend. Sie, Herr Maresch, brauchen uns nicht für so blöd halten, dass wir das nicht erkannt hätten. Diese Tatsache begleitet Zeitungsmacher, seit es Zeitungen gibt. Ich für mein Teil bekomme viel Feedback von den FR-Leserinnen und -Lesern, das mich in meiner Haltung bestätigt, dass die Leserbriefseite eine der wichtigsten Seiten der FR generell ist. Das sieht auch die Chefredaktion so, und deswegen wird es ab 1.6. deutlich mehr Platz für Leserbriefe in der FR geben.

 

Und hier entsteht das Problem, dass ich mit Ihrer Bürgerredaktion habe: Ihre Zuschriften sind eben nicht identitätsstiftend, weil Sie sie so verfassen, dass sie in so gut wie jeder Zeitung veröffentlicht werden können, die halbwegs kritische Meinungsäußerungen auf ihren Leserbriefseiten zulässt. Sie beziehen sich in Ihren Zuschriften nicht auf bestimmte Artikel einer Zeitung, die Sie diskutieren, sondern Sie äußern sich immer in einer grundsätzlichen Weise, die durchaus erkennen lässt, dass Sie einen eigenen Kopf haben, die aber keinen oder nur einen verschwindend geringen Bezug zu meiner Zeitung hat. Immerhin: Sie wollen erkennbar Debatten führen. Das will ich auch, das ist so was wie der kleinste gemeinsame Nenner zwischen uns. Deswegen veröffentliche ich hin und wieder Zuschriften von Ihnen. Dabei erwarte ich allerdings, dass Sie meine Arbeit verfolgen, indem Sie sich die Leserbriefseiten der FR ansehen und so am Diskurs teilnehmen, den Sie mit Ihren Zuschriften teilweise mit anstoßen. Wenn Sie das nicht tun, gilt für Ihr Schaffen das, was Sie den Machern von Leserbriefseiten vorwerfen: einmal abgesondert, stehengelassen, vergessen. Wenn Sie Debatten anstoßen, müssen Sie sie auch begleiten. Oder interessiert Sie, frei nach Adenauer, Ihr "Geschwätz" von gestern nicht mehr? Ich habe jedenfalls noch keinen Kommentar von Ihnen oder Herrn Klose im FR-Blog gelesen, obwohl ich gerade von Herrn Klose schon viele Zuschriften veröffentlicht habe.

 

Wir von der FR führen diese Debatten, indem wir Leserbriefe im FR-Blog online zur Diskussion stellen - in einem Ausmaß, das allerdings handhabbar bleiben muss, denn diese Diskussionen müssen, das sagt die Erfahrung, moderiert werden - und zwar durch einen einzigen Mitarbeiter, mich. Und so machen wir das schon seit sechs Jahren. Dass dieselben Leserbriefe nicht noch einmal auf FR-online.de veröffentlicht werden, bedarf dann keiner weiteren Erklärung. Darüber hinaus veröffentliche ich im FR-Blog zusätzliche Leserbriefe, die im Print keinen Platz gefunden haben - denn der ist in einer gedruckten Zeitung nun einmal naturgemäß begrenzt.

 

Dass es immer mal Kritik an meiner Leserbrief-Auswahl gibt, liegt in der Natur der Sache. Dabei gilt: Die Leserinnen und Leser selbst setzen das Hauptthema, und zwar durch die Zahl ihrer Zuschriften zu den unterschiedlichen Themen. Erzeugt ein Thema viel Nachhall, dann brennt es den Leuten unter den Fingern. Die Themensetzung ist also gewissermaßen Ergebnis einer Abstimmung. Ich bemühe mich dann darum, alle Facetten des Themas durch möglichst verschiedene Leserbriefe abzubilden. Es versteht sich von selbst, dass dabei nicht alle Leserinnen und Leser zum Zug kommen können. Doch dann klappt es für die Enttäuschten beim nächsten Mal. Einmal ist keinmal.

 

Zum Schluss möchte ich bei aller Kritik aber auch noch ein Lob loswerden: Ihr bürgerschaftliches Engagement ist aller Ehren wert, und ich hoffe, dass Sie sich nicht darin irre machen lassen werden, nur weil Macher von Leserbriefseiten, die vielleicht allzu eingefahren sind, Ihr Engagement nicht zu würdigen wissen oder gar davon genervt sind. In solchen Fällen sagen Sie sich bitte einfach: Es ist deren Job, Ihre Einmischung auszuhalten. Die werden dafür bezahlt.

 

Freundliche Grüße

 

 

Ihr Bronski

FR-Leserbriefredaktion

 

 

 

 


 

Von: Michael Maresch [Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]
Gesendet: Mittwoch, 15. Mai 2013 10:30
An: Bronski
Betreff: Fwd: Leser am Gängelband
 
Hallo Herr Bronski,
 
ich übersende Ihnen den Rohbau einer Arbeit die Ihre Frage zu beantworten sucht.
Schimpfen Sie mich ruhig.
 
Gruß

Michael Maresch
Luisenstr. 43
D - 80333 München
0049 171 / 3344510
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Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

Von: Michael Maresch <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Datum: 15. Mai 2013 10:00:33 MESZ
An: Michael Maresch <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Betreff: Leser am Gängelband

Wie die Zeitungen mit Bürgermeinung umgehen.

1. Die Süddeutsche Zeitung

Die SZ hat zwei Leserbriefbereiche. Einen im Hauptblatt, der drei bis vier mal pro Woche erscheint und einen im Lokalteil, der sporadisch gedruckt wird.
Die Leserbriefseite im Hauptblatt:
Schon beim Überfliegen der Seite fällt auf, dass sie in zwei Teile zerfällt: ein "Hauptthema" und "Weitere Leserbriefe". Das Hauptthema ist nie aktuell. In der Regel hinkt es dem täglichen Geschehen ein bis zwei Wochen hinterher. Zu Wort kommen in der Regel (bis zu 100%) Akademiker. Da wimmelt es nur so von Professoren und Doktoren. Wenn man es, als Normalsterblicher, geschafft hat, dort gedruckt zu werden, hat das was mit Ritterschlag zu tun.
Die SZ verlangt von ihren Leserbriefschreibern den Bezug auf einen bestimmten Artikel aus der Vergangenheit der SZ. Wenn man dann bei der Redaktion nachfragt, ob damit freie Leser nicht zu Jubelpersern degradiert werden, ob es dann nicht unmöglich sei, kreative, übergreifende, inhaltlich neue Briefe zu schreiben, rudert die Redaktion zurück und verzichtet auf den Themenbezug, um eine Woche später wieder darauf zu bestehen.
Fazit: Wenn Sie wollen, dass Ihr Brief im Themenbereich gedruckt wird, sollten Sie mindestens Prof.Dr.Dr. sein, sollten möglichst lange Briefe schreiben und sollten dabei keine neuen Ideen entwickeln, sondern den Ursprungsartikel loben oder schimpfen.

Etwas leichter ist es in der Unterrubrik "weitere Leserbriefe". Dort sind die Themen aktueller und ein bisschen ist diese Rubrik so wie sich Bürger Huber eine Leserbriefseite vorstellt: gescheit, öffnend, aktuell, anders eben.
Leider aber, ist der Platz, für eine so große Zeitung, einfach zu gering. Da passen vier, fünf Briefe rein, nicht zu lange, sonst wird gekürzt.

Fazit für die Leserbriefseite im Hauptteil der SZ: eine glatte fünf.

Die Leserbriefe im Lokalteil erscheinen sporadisch. Wer also Leserbriefe liebt, blättert zuerst mal durch, weil sie selten bis nie auf der Startseite angekündigt werden, aha, wieder nichts, und fängt dann u.U. zu lesen an.   
Sonst gibt es nichts auszusetzen. Alles was der Hauptteil vermissen läßt, ist dem Münchner Bürger gewährt.

Ich vergebe eine zwei.

Nachtrag: Die SZ veröffentlicht die Leserbriefe nicht im Internet. Dafür benachrichtigt sie die Schreiber, wenn sie ihren Brief gedruckt hat. Sehr löblich. Wir fügen der fünf und der zwei ein Plus hinzu.

2. Der Münchner Merkur

Schon der erste Eindruck entlockt dem geübten Leserbriefleser ein "Wow".
Eine ganze Seite! Regelmäßig ! Bilder möglich! Im Internet veröffentlicht, also jeder Brief diskutierbar!
"Der Kandidat hat 100 Punkte", möchte man rufen und ruft es auch lange.
Denn einen kleinen Wermutstropfen hat auch diese wunderbare Seite Bürgermeinung.
Sie sollten, als Bürger, nicht zu viel Meinung haben. Eine Meinung im Monat reicht. Ihre andere Meinung schicken Sie besser nicht, sonst erreicht Sie bald eine Mail des genervten Redakteurs, dass Sie zu viel Meinung haben und ihm dann besser gar keine Meinung mehr zu schicken haben.

Weil aber die meisten Leserbriefschreiber eh nicht mehr als eine Meinung im Monat haben, verdient die Leserbriefseite des Münchner Merkurs die Note eins Minus, die leicht zu einer eins plus werden könnte, lernte man von der SZ und benachrichtigte die Schreiber im Druckfall. Und hätte man ein wenig Geduld mit seinen Lesern und würde sie strickt nach Qualität und nicht zusätzlich nach Menge beurteilen.

3. Die Abendzeitung

Die Leserbriefseite der AZ erscheint zwar beinahe täglich, aber sie vermittelt dem AZ-Stammkunden den Eindruck eines Stiefkindes. Eines Lückenbüßers. Mal ist es die halbe Seite, mal grade zwei Spalten, mal fehlt sie ganz. Und: wahrscheinlich von Existenznöten bedroht, experimentiert die AZ mit der Leserbriefseite. Da kommt es schon mal vor, dass anonyme Netzmeinung neben unterschriebener, verantworteter Meinung gedruckt wird, da werden Leserbriefschreiber, die die AZ selbst jahrelang, durch immer wieder Drucken, aufgebaut hat, von heute auf morgen geschasst, da wird Artikelbezug gefordert oder auch nicht, wie es der AZ gerade in den Kram passt. Bei all den Versuchen, auf die einfache Idee, ein kleiner Weg aus der finanziellen Misere könnte das Ernsternehmen der Bürger sein, die stärkere Einbindung der Bürger, mehr Platz, mehr durchschaubare Struktur, mehr Diskussion im Internet vor allem mit verantworteter Meinung nicht nur mit dem Netzgeschwafel, darauf kommt die AZ nicht.

Und so bekommt die AZ von mir eine vier, die nur deshalb keine fünf geworden ist, weil die AZ, mehr als die anderen Münchner Zeitungen, die Identifikation ihrer Leser mit den Leserbriefschreibern zulässt, indem sie, jedenfalls bis vor einer Woche, manche der Schreiber immer wieder druckt.

4. Die TZ

Die TZ hat keine Leserbriefseite. Irgendwo, irgendwann, findet jeder ihrer Leser mal irgendeinen Schnipsel, der unterschrieben ist.
Die TZ hat auch als einzige namhafte Zeitung in Deutschland keine Mailadresse für Leserbriefe. Fragt man da nach, erhält man die Adresse des Sekretariats der TZ. Das nenne ich mal Bürgernähe!
Weil es sonst keinerlei Instrument gibt, das die Einbindung der Bürgermeinung in die TZ ermöglicht und das mir bekannt wäre, erhält die TZ die glatte Note sechs in Bürgernähe. Die sollten mal bei ihren Kollegen von Münchner Merkur vorbeisehen. Ist ja nicht weit.

5. Die BILD

Findet der Leser in der großen BILD die kleine Lesermeinung? Eher nicht. Wenn doch, dann kurz, knapp, zwei drei Sätze, fertig.
Als einzige Zeitung in Deutschland druckt die BILD aber gerne Leserschnellschüsse mit Bild des Autors. Bleibt zu hoffen, dass sie das tut, nicht nur weil sie "Bild" heißt, sondern weil sie als einzige Zeitung begriffen hat, dass Leser gerne wissen wer ihnen denn da schreibt. Weil sie als einzige Zeitung den Schreiber ein wenig aus der Anonymität hebt. Und sich damit wirklich wirksam gegen das Internet zur Wehr setzt.

Allein deshalb erhält die BILD eine Drei. Obwohl sie eher eine Fünf (sie informiert den Schreiber nicht, wenig Platz, kein Internet, "Bild kämpft für Sie", ja wo denn? Usw.,usw..) verdient hätte.

All die beschriebenen Zustände bei den Münchner Zeitungen sind, jeweils in anderen Zusammenstellungen für die Behandlung der Bürgermeinung in deutschen Zeitungen symptomatisch. Das geht von Belegzeitung für den Autor (TAZ, Spiegel, Focus) bis zum "Verschlucken" hunderter Briefe wie in einem schwarzen Loch: Dialog findet schlicht nicht statt. Das geht von immer ungekürzt drucken, bis zur vollständigen Verstümmelung. Manchmal gar zu Neudichtungen.
Nur, ich warne. Der Trend der Bürger steht auf Beteiligung. Auf Einmischen. Auf Selbstverwaltung der Macht. Und das wird die Politiker genau so treffen wie die Zeitungen. Da werden zwei, drei Redakteure bei der Frankfurter Rundschau (der auch noch ums Überleben kämpft), beim Münchner Merkur (dem's über den Kopf zu wachsen scheint) oder bei der TAZ nicht reichen. Denn, auch wenn das nicht wahrgenommen werden will: Die Leserbriefseite ist einer der Hauptkriegsschauplätze der Printmedien gegen das Internet. Wenn es nicht gelingt, die Leser mit ihrer vom Redaktionskalkül freien Meinung so zu integrieren, dass sich Leser auch mit Lesern identifizieren können, wenn es also nicht gelingt, die personenbezogene, verantwortete Meinung von den Redakteuren auf die Leserbriefschreiber auszudehnen, wird das Internet mittelfristig alle Funktionen übernehmen.

Und das fände ich schade.

Michael Maresch
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