Ganz aktuell wurde heute dem Gesetzentwurf zum Schutz des sinnlichen Erbes der Landschaft in Frankreich vom Senat zugestimmt!
Damit stellt Frankreich typische Landgeräusche wie Hahnenkrähen, Schafblöcken, Gänseschnattern unter kulturellen Schutz. Hier die Quellen dazu:
Auch in Deutschland scheint so ein Gesetz notwendig, um das Landleben zu erhalten und die schleichende Umwandlung in sterile Wohnsiedlungen aufzuhalten.
Leider kommt es auch hier immer öfter zu Klagen, die jahrelang unser Gerichte belasten, wie bei uns- und so rief eine Petition analog zum Geschehen in Frankreich ins Leben.
SAT 1 regional berichtete bereits im Herbst 2020 zusammen mit dem hessischen Bauernverband hierüber:
RTL Hessen heute zusammen mit dem BDRG:
Seit Juli 2020 habe bereits 12.000 Menschen unterschrieben, doch für ein Quorum benötigen wir 50.000!
Es würde uns freuen, wenn Sie im Zusammenhang mit der neuen Gesetzgebung in Frankreich auch über die Petition in Deutschland berichten könnten.
Bitte an die entsprechenden Stellen der jeweiligen Redaktion weiterleiten, die über das Geschehen in Frankreich berichtet!
Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung!
Ihre Silvia Stengel

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Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich Ihren sehr guten und umfassenden Bericht zu dem Hahn in Nittendorf gelesen, da ich mich seit mehreren Jahren mit diesem Thema beschäftige und der Meinung bin, dass es nicht sein kann, dass Einzelne das Dorf-und Landleben mit den entsprechenden typischen Geräuschen und Gerüchen nicht akzeptieren und ändern wollen.
Doch das Dorf-und Landleben hat seine Traditionen und da gehören Nutztiere und auch ein Hahn als ortsüblich dazu.
Von daher haben Sie in Ihrem Bericht recht, dass die Familie vor Gericht sicherlich Recht bekäme und ihren Hahn Ludwig behalten dürfte.
Denn ortsübliche Geräusche sind zu dulden, zudem erreicht ein Hahn kaum die nach TA-Lärm im Dorf-/Mischgebiet zulässigen 90 dB für Einzelschallereignisse und zählt somit in diesen Bereichen als unwesentlicher Lärm, der ebenfalls zu dulden ist!
Umso trauriger, dass der Hahn durch Druck von Nachbarn gehen musste und somit ein Teil des dörflichen Charakters mit ihm verloren geht. 
Dorf- und Landleben sollte noch als solches gelebt werden dürfen, sonst haben wir bald nur noch Schlafstätten vor den Toren der Großstadt.
Wo soll ein Hahn in artgerechten Haltung noch krähen dürfen, wenn nicht hier?
Frankreich ist uns hier einen Schritt voraus, denn zum Schutz und Erhalt des ländlichen Charakters wurde im Januar 2020 ein Gesetzentwurf verfasst, der genau dies schützen soll und die ländlichen Geräusche mit Hahn, Kirchenglocken zur Zeitangabe, etc. als kulturelles Erbe deklariert.
Um auch in Deutschland diesen Schutz des ländlichen Raums zu erhalten, wurde im Juni 2020 die folgende Petition ins Leben gerufen:
Ich würde mich freuen, wenn Sie dies an die Bewohner von Nittendorf und die Familie weiterleiten könnten, damit sie sehen, dass es zum Glück noch viele Menschen gibt, die das Dorf- und Landleben noch mit all seinen Geräuschen lieben!
Die Kommentare in der Petition zeigen:
Landleben soll Landleben bleiben dürfen!
Wer sich daran stört, sollte in die Stadt ziehen und den dort ortsüblichen Geräuschen lauschen, die hingenommen und akzeptiert werden.
-warum dann nicht auch der natürliche Ruf des Hahns auf dem Dorf?!
Mit freundlichen Grüßen,
Silvia Stengel


Zur Autorin:

STENGEL SILVIA

Hallo liebe Mitbetroffenen und Mitstreiter! Mein Name ist Silvia Stengel, ich bin 46 Jahre alt, arbeite als Garten- und Landschaftsbauingenieurin im Frankfurter Grünflächenamt und wohne mit meinem Mann und zwei Kindern mitten im alten Ortskern von Hofheim-Marxheim, was zwischen Frankfurt a.M. und Wiesbaden liegt. Als Berliner und Hamburger „Mischling“ bin ich hier nur „ingepluggte“, aber ich habe Altmarxheim mit der traditionellen Kerb und der noch aktiven Landwirtschaft sofort ins Herz geschlossen. Seit 2015 engagiere ich mich auch im Ortsbeirat und wir setzen uns seit 2018 aktiv für den Erhalt unsers dörflichen Charakters ein. Seit 2014 halten wir in Hobbyhaltung 10 Hühner und seit 2016 auch einen Hahn und sind Mitglied im Kleintierzuchtverein. Als wir 2017 von entfernten Nachbarn wegen Fleckos Hahnenruf verklagt wurden, fielen wir und viele aus dem alten Ortskern vom Glauben ab. „Das ist hier doch normal und gehört zum Ortskern dazu!“ hörte man überall als Antwort.- Zum Glück ging die Klage im Juni 2020, nach 3 Jahren Rechtsstreit, für uns gut aus, da der Kläger die Klage zurück zog. Flecko erreichte die Werte nach TA-Lärm im Mischgebiet nicht! Durch die Presseberichte in dieser Zeit, bekam ich viele Rückmeldungen von anderen verklagten Hahn-, Hühner und Gänsebesitzern und mir wurde klar, wie verquer unsere Gesellschaft geworden ist. - Menschen ziehen wegen des günstigeren Baupreises aufs Land und beschweren sich dann über Dinge, die hier zum Dorfleben einfach dazu gehören. Durch den Pressewirbel 2019 um den Hahn Maurice in Frankreich und den Erfolg hin zu einem Gesetzentwurf zum Schutz des ländlichen Erbes, kam erstmals die Idee auf: so etwas sollte es auch in Deutschland geben! Kinderlärm ist seit 2011 geschützt- warum sollte dies nicht auch für die Geräusche und Gerüche des ländlichen Raumes möglich sein?! Es geht hier nicht um einen Hahn! -es geht um ein ganzes Lebensgefühl—ein kulturelles Erbe der kleinbäuerlichen Strukturen!

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