Zu „Flugsicherheit gefährdet“, FR vom 30/31.01.2021
Am Freitag, den 13. November 2020 wurden wir als Bürger von Egelsbach-Bayerseich unmittelbar mit dem Probetrieb AMTIX (kurz) „Variante 3 neu“ konfrontiert.
In der Zeit zwischen 15:15 Uhr – 15:45 Uhr wurde wir von sechs bis acht Verkehrsmaschinen vom Flughafen Frankfurt kommend sehr nah und tief passiert.
Man hatte den Eindruck, dass alle Piloten versuchten, irgendwie die “Variante 3 neu“ mit den drei Kurven zu meistern, um schlussendlich wieder heil auf die gewohnte Flugroute zu gelangen. Dabei flog der Großteil dieser Flugzeuge meiner Meinung nach schon außerhalb der „Variante 3 neu“- Toleranzzone, d.h. in unmittelbarer Nähe von und über Egelsbach-Bayerseich.

Mit welchem Recht soll die seit Jahrzenten bestehende Flugroute verändert werden? Weil weniger Menschen belastet wären? War die angestammte Flugroute nicht allen bekannt, die in die unmittelbare Nähe dieser seit Jahrzenten bestehenden Flugroute gezogen sind?
Auch uns in Egelsbach waren diese Flugrouten sehr wohl bekannt. Und das war gerade der Grund, warum wir uns für Egelsbach entschieden haben, möglichst weit weg von den Abflugrouten Frankfurt Flughafen.
Weder ein Forum Flughafen oder Darmstadt, noch eines seiner Vororte haben ein Recht dazu, diese Verlegung zu fordern. Denn hätte man nicht im Vorfeld Flächen in unmittelbarer Nähe der Flugroute als Wohngebiet ausgewiesen, stünde man jetzt nicht vor dem Problem.

Wann wird die Fluglärmkommission Frankfurt endlich ihrer Aufgabe gerecht, sich grundlegend mit dem Problem der Minderung des Fluglärms zu beschäftigen, statt mit immer neuen waghalsigen Schleifen und Kurven bei den Flugrouten nur Lärm von links nach rechts zu schieben?
Wann endlich wird das Märchen vom steilen An- und Abflug in Frankfurt Rhein-Main Realität? Seit Jahren wird immer wieder auf die Warteschleifen als Problem hierfür verwiesen und es geschieht nichts.
Wann greift endlich die Politik im Interesse der Bürger im Rhein-Main Gebiet ein und macht Druck auf den Frankfurt Airport, statt diesen immer wieder zu hoffieren und zu protegieren und die Verantwortung an andere weiter zu verschieben?

In ihrem Bericht wird der Bürgermeister von Raunheim zitiert, in dem er von „angestrebten Lärmschutzzielen“ spricht. Allem Anschein nach war er schon länger nicht mehr in Egelsbach. Bayerseich erstickt im Verkehrslärm der B3 von/nach Darmstadt, der Güterzügen im Tag- und Nachtbetrieb sowie dem Fluglärm von Kleinflugzeugen, Hubschraubern und Düsenjets des lokalen Frankfurt Egelsbach Airports mit einer jährlichen Start- Landekapazität von 100.000, bei z.Z. gut 200 pro Tag und nach dem Eigentümerwechsel mit zu erwartend steigenden Zahlen.
Zudem leidet Egelsbach zu den Flugbewegungen auf der Route „Amtix-kurz“ immer wieder unter Großflugzeugen aus Frankfurt auf zusätzlichen Routen. Dieser Lärm kommt noch hinzu.

Der Probebetrieb wurde am Freitag, 30. Januar 2021, 0 Uhr wegen Sicherheitsrisiken eingestellt. Wenn man in den vergangenen Wochen (vom Balkon aus mit sehr guter Sicht!) diese Flugmanöver über unserem Wohngebiete beobachten konnte, überrascht nicht, dass es Bedenken bzgl. der Flugsicherheit gibt. Für die Piloten, die ihre Passagiere sicher an ihr Ziel bringen wollen, erscheint mir dieser Slalom als eine Herausforderung.

Und wie sind die hunderttausend jährlichen An- und Abflüge vom lokalen Flughafen Frankfurt Egelsbach Airport hinsichtlich der Sicherheitsbedenken einzuordnen?
Aktuell testet die DFS eine neue Abflugroute der Kleinflugzeuge von Frankfurt Egelsbach Airport, die in unmittelbarer Nähe (ca. 4 km Luftlinie) zur „Variante 3 neu“ vorbei führt.
Übrigens: In den vergangenen zehn Jahren hatten wir drei tödliche Flugzeugabstürze in Egelsbach.

Und bitte, wie lässt sich erklären, dass eine Verkehrsmaschine vom Frankfurt Rhein-Main kommend am 30.01.2020 gegen 18:00 Uhr auf der seit achtzehn Stunden (!) suspendierten Route „Variante 3 neu“ am Rande von Egelsbach-Bayerseich unterwegs war?

Sicherheitsbedenken? Ja, die haben wir verständlicherweise auch, und nicht nur die.

 Karl-Ernst Strobel; Gerhard Walter

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Vergangenen Sonntagmorgen war ich, wie so oft, joggen im Koberstädter Wald in unmittelbarer Nähe von Egelsbach. Seit vielen Jahren ein besonderes Vergnügen, das in den letzten Wochen leider mehr und mehr zur Tortur wird. Wie immer begegnen mir viele Gleichgesinnte, deren Gesichtszüge deutlich ernster und verbitterter sind. Der Grund liegt sicherlich nicht in der Anstrengung oder in der Pandemie. Es ist die Ohnmacht gegenüber dem seit Wochen unerträglichen Fluglärm, der die Lebensqualität in dieser Kleinstadt auf nahezu Null sinken lässt.
Ich spreche einige mir bekannten Lauffreunde an und es sprudelt aus Ihnen hinaus: „Abschießen müsste man die lärmenden Drecks-Flugzeuge. Ich hoffe es landen sehr viele, baldmöglichst wieder im Wald und niemand wird ihnen helfen!“ Oder aber im Rewe Center, oder in der Tankstelle oder in einem der vielen ortsansässigen Gewerbetreibenden Betriebe, die sich in der An- und Abflugschneise des ungeliebten Flughafen befinden.
Meine Gesprächspartner nehmen Bezug auf den vorangegangenen Samstag, an dem Hunderte von lärmenden Kleinflugzeugen, im Minutentakt bis tief in die Nacht, die Egelsbacher Bürger in unverschämter Weise vollgelärmt und zugemüllt hatten. Mit welchem Recht dürfen diese lärmenden Dreckschleudern den Bewohnern von Egelsbach die Lebensqualität nehmen? Weit weniger Lärm und Krach auf der Erde würde unweigerlich zu einer Flut von Anzeigen und Bußgeldern führen.

Hinzu kommt, dass am “Frankfurt-Egelsbach Airport“ zu allem Überfluss auch noch die Hubschrauberstaffel der Polizei stationiert ist. Nicht nur vergangenen Samstag wurde der bereits unerträgliche Fluglärm damit noch um einiges getoppt. Minutenlanges “Aufwärmen“ der unzähligen zum wichtigen (?) Einsatz fliegenden Gerätschaften bis dann endlich die lärmenden Hubschrauber verschwinden, gehören bereits zum Alltag der leidgeprüften Bevölkerung.

Darüber hinaus werden die Bürger der Gemeinde Egelsbach immer öfter durch ohrenbetäubenden Lärm bei Starts- und Landungen von Düsenflugzeugen am ortsansässigen Flughafen in Atem gehalten.

Als Krönung beim Thema “Fluglärm Egelsbach“ hat die sogenannte “Fluglärmkommission Frankfurt“ nach Jahrelangen Beratungen eine Besonderheit für Egelsbach beschlossen. Es wurde die Verschiebung der Abflugroute Amitx kurz in Richtung Norden und somit in Richtung Egelsbach beschlossen.
Laut Aussage des aktuellen Egelsbacher Bürgermeisters, Herr Wilbrand, hat er nach Amtsantritt vor ca. zwei Jahren, an nahezu allen Terminen des Konsultationsverfahren zum Amtix-Verfahren teilgenommen und zusammen mit Gemeindevertretern aus Erzhausen, Wixhausen und Messel eine Reihe von kritischen Fragen gestellt, Alternativen vorgeschlagen und Entscheidungen hinterfragt.
Alles ohne Gehör zu finden und ohne Erfolg.
Im Klartext bedeutet dies eine ungeheure Zunahme des Fluglärms für Egelsbach durch den Flughafen Rhein-Main. In der Vergangenheit sind die “Verkehrsmaschinen“ aus Rhein-Main in relativ großer Höhe und Abstand zu Egelsbach-Bayerseich über ein Waldstück geflogen und nach rechts oder geradeaus verschwunden.
In nur wenigen hundert Meter Höhe drehen diese Höllenmaschinen heute eine Schleife über Egelsbach-Bayerseich, um dann wieder nach rechts weiter zu fliegen?!

Stellt sich hier den Betroffenen die Frage: Wie kann oder besser wer kann trotz der Doppel- und Dreifachbelastung und aller vorgebrachten Einwände solch eine Entscheidung treffen?

Wo ist der Widerspruch des Herrn Al Wazir, der nicht zuletzt aufgrund der Fluglärm Belastung in

Egelsbach und anderen betroffenen Kommunen bei er letzten Landtagswahl hohe Stimmzahlenwerte erhielt? Was glaubt er, warum er gewählt wurde? „Dies wird hoffentlich bei der bevorstehenden Landtagswahl anders aussehen, Herr Al Wazir!“


Auf der Internetseite der lächerlichen und nur als pseudo Beruhigungsportal gedachten „Fluglärmkommission Frankfurt“ wird bei Fluglärmbeschwerden auf unterschiedlichste Fluglärmbeschwerdeportale verwiesen. Seit mehr als dreißig Jahren wohne ich mit meiner Familie im Rhein-Main Gebiet. In all der Zeit habe weder ich noch jemand im Bekannten- und Freundeskreis jemals auf eine Fluglärmbeschwerde eine Rückmeldung erhalten. Jeder im Rhein-Main Gebiet weiß, dass durch die Beschwerdeportale lediglich ein nicht vorhandenes Interesse an den Anliegen der Anwohner vorgeheuchelt werden soll.
Denke ich an die sog. „Nachbarschaftsanfragen“ der Fraport wird mir übel, interessiert sich doch niemand aus dem Umfeld Rhein-Main-Flughafen für die Interessen der Bewohner des Rhein-Main-Gebiets.

Was wird auf Egelsbach zukommen, wenn die Pandemie vorbei sein wird? Was wird sein, wenn sich Millionen von Flugreisenden nach einem Gefühl des eingesperrt-seins wieder auf den Weg machen???
Werden wir dann nur noch mit Ohrenschützern das Haus verlassen, um eine Runde joggen zu können? Oder bleibt uns Egelsbacherinnen und Egelsbachern tatsächlich nur noch der Wegzug?

Egelsbach, den 11.01.2021
G. Walter

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