Sprach - Schrott (gedruckt) - QR Code Friendly

AZ vom 18.06.2016, Seite 24, Titel "Billigproduktion", Haupttitel "Achtlosigkit gegen die Sprache"


Das Nuscheln im Fernsehen, aber nicht nur da, hat Formen angenommen, die ein ganzes Volk glauben lassen, es würde langsam schwerhörig.

Wer ihn aushält, braucht sich zum Beweis nur Herbert Grönemeyer anhören. Ich halte ihn und das nicht aus.

Diese Achtlosigkeit gegenüber der gesprochenen Sprache und ihrer Außenwirkung kann ihre Ursache nur in der mangelhaften Ausbildung von Schauspielern, Regisseuren und Tontechnikern haben. Ergänzt wird das durch den vermehrten Einsatz von Laienschauspielern, die aus Kostengründen nicht nachsynchronisiert werden.

In meiner Ausbildung war die Sprache immer an erster Stelle. Bevor nicht auch das leiseste gesprochene Wort den hintersten Zipfel eines beliebigen Raumes gut verständlich erreicht hatte, wurden wir nicht auf das Publikum los gelassen.

Die Zeiten sind lange vorbei. Frau Weithase und Kelle Riedl, nur als kleine, aber herausragende Beispiele für seriöse Sprachbildung, sind nicht mehr.

Was bleibt, ist die Billigproduktion: verstehen muss das niemand mehr, zwangsweise bezahlen für diesen Sprach - Schrott dürfen wir alle aber schon.

 

Michael Maresch


Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Kommentare

# Umgang mit SpracheOtfried Schrot 2016-06-17 09:33
Leider ist Sprache Freiwild, dass jeder nach Belieben missbrauchen kann.Zum Missbrauch der Sprache gehört auch das Säen von Hass, der dann wiederum Mord und Totschlag provoziert und produziert.Wahlkämpfer fallen der Versuchung leicht zum Opfer, die Sprache für diesen Zweck zu benutzen, sei es diesseits, sei es jenseits des Ozeans.
# Sprach - SchrottAlois Sepp 2016-06-17 10:23
Ja, leider ist das heute mit der "Billig-Produktion" und Selbstgefälligkeit der eingebildeten Produzenten so. Auch die Sender sind nur noch darauf bedacht, möglichst nur viel Geld einzuheimsen, ob die Qualität stimmt ist denen egal.

Früher kam eben die Ausbildung zu allererst, bevor man auf Publikum, Kundschaft oder sonstige Gesellschaftskreise losgelassen wurde.

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(Durchschnittliche Bewertung 0 bei Bewertung(en))